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Warum will der Staat das Lehrer verbeamtet werden?

Gefragt von: Christian Bach  |  Letzte Aktualisierung: 1. Mai 2026
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Der Staat verbeamtet Lehrer, um die Neutralität und Verfassungstreue sicherzustellen, eine langfristige Bindung an den Arbeitgeber zu erreichen (besonders bei Lehrermangel) und die Funktionsfähigkeit des Bildungssystems zu gewährleisten, da Beamte hoheitliche Aufgaben wahrnehmen und Unabhängigkeit von politischen Interessen haben sollen. Der Beamtenstatus bietet Unkündbarkeit und Sicherheit, was ihn attraktiv macht, während er gleichzeitig Streiks ausschließt und die Kontinuität der Bildungsleistung sicherstellt, auch in Krisenzeiten.

Warum werden Lehrer verbeamtet?

Lehrer werden verbeamtet, weil sie hoheitliche Aufgaben im staatlichen Bildungsauftrag erfüllen (Noten vergeben, Abschlüsse bescheinigen) und dadurch Unabhängigkeit von politischen/wirtschaftlichen Interessen sowie Stabilität für die Bildung gewährleisten sollen, verbunden mit dem großen Vorteil der Unkündbarkeit, was eine hohe Jobsicherheit bietet, während sie im Gegenzug auf Streiks verzichten müssen und sich um eigene Krankenversicherung kümmern.
 

Warum braucht der Staat Beamte?

Das Berufsbeamtentum dient somit der Sicherstellung der Funktionalität des Staats- und Verwaltungsapparates und soll Korruption verhindern. Im Gegensatz zu privatrechtlichen Arbeitsverträgen wird das Beamtenverhältnis nicht durch den Abschluss eines Vertrages, sondern durch einen Verwaltungsakt (Ernennung) begründet.

Was ist der Sinn von Verbeamtung?

Indem der Staat Beamt*innen durch ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis an sich bindet, schafft er die Voraussetzung dafür, dass sie hoheitsrechtliche Aufgaben in seinem Sinne erledigen. Neutral, gerecht, losgelöst von wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Welche Nachteile hat das Beamtentum?

Nachteile eines Beamten sind oft die fehlende Streikfähigkeit, eingeschränkte Flexibilität bei Arbeitsort und Aufgaben, starre Hierarchien, das Streikverbot, begrenzte Verhandlungsspielräume bei Gehalt und Urlaub sowie mögliche Schwierigkeiten bei der Versetzung oder der Aufnahme einer Nebentätigkeit, kombiniert mit einem schlechteren Image und potenziell niedrigeren Gehältern als in der freien Wirtschaft bei vergleichbarer Qualifikation. Auch die langfristige Bindung an den Dienstherren, selbst bei Unzufriedenheit, kann ein Nachteil sein. 

Civil servant or salaried? What's better than being a teacher? (Salary isn't everything!)

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Warum verzichten Lehrer auf Verbeamtung?

Lehrer werden nicht mehr flächendeckend verbeamtet, weil das System als zu teuer (Pensionslasten), unflexibel und ungerecht gegenüber anderen Berufsgruppen empfunden wird; stattdessen wird eine Anstellung angestrebt, um die Sozialkassen zu entlasten, auch wenn dies kurzfristig höhere Kosten verursacht, und um mehr Flexibilität für Lehrkräfte zu schaffen, obwohl dies den Lehrkräftemangel verschärfen könnte. 

Welche Vorteile hat ein verbeamteter Lehrer?

Die Verbeamtung von Lehrkräften bietet immense Vorteile wie Unkündbarkeit und Jobsicherheit, eine deutlich höhere Nettobezüge durch Wegfall der Sozialversicherungsbeiträge (dafür PKV und Beihilfe), bessere Kreditwürdigkeit für z.B. Hausbau, planbare Einkommen (Stufen), gut geregelte Altersvorsorge (Pension) und Familienzuschläge. Sie sorgt für finanzielle Stabilität, langfristige Planungssicherheit und eine Absicherung bei Dienstunfähigkeit, was insbesondere für Familien attraktiv ist. 

Warum sollte man sich nicht verbeamten lassen?

Eine Verbeamtung wird oft wegen mangelnder gesundheitlicher Eignung (chronische Krankheiten, psychische Probleme wie Depressionen, Burnout, hoher BMI, Wirbelsäulenprobleme), fehlender charakterlicher Eignung (z.B. strafrechtliche Verurteilungen, Verstöße gegen die freiheitliche Grundordnung) oder mangelnder fachlicher/leistungsbezogener Bewährung in der Probezeit abgelehnt, wobei der Amtsarzt die langfristige Dienstfähigkeit prüft und auch der Bewerber selbst eine Ablehnung aus persönlichen Gründen (z.B. wegen PKV-Wechsel) äußern kann. 

Warum müssen Beamte im öffentlichen Dienst keine Steuern zahlen?

Weil Beamte im öffentlichen Dienst keine Sozialabgaben zahlen müssen, liegt ihr Bruttoverdienst in der Regel unter dem eines vergleichbaren Angestellten im öffentlichen Dienst. Das hat die Folge, dass Beamte weniger Lohnsteuern zahlen müssen als vergleichbare Angestellte.

Was ist besser, Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst?

Ob Beamter oder Angestellter besser ist, hängt stark von persönlichen Prioritäten ab: Beamte haben lebenslange Sicherheit und bessere Altersvorsorge (Pension statt Rente) mit weniger Abgaben (keine Sozialversicherungen), müssen aber oft private Krankenversicherung zahlen und haben weniger Flexibilität. Angestellte profitieren von Tarifverträgen, Flexibilität und den Leistungen der Sozialversicherung, müssen aber Sozialabgaben zahlen und haben ein gewisses (wenn auch geringes) Kündigungsrisiko. 

Warum haben Beamte so viel Netto?

Beamte haben steuerliche Vorteile. Sie sind zwar auch steuerpflichtig und müssen Steuern zahlen, allerdings entfallen für Beamte die Abgaben für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Somit bleibt deutlich mehr Netto vom Brutto übrig.

Sind Beamte zur Wahrheit verpflichtet?

§ 37 Verschwiegenheitspflicht. (1) Beamtinnen und Beamte haben über die ihnen bei oder bei Gelegenheit ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen dienstlichen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt auch über den Bereich eines Dienstherrn hinaus sowie nach Beendigung des Beamtenverhältnisses.

Wie viele Lehrer sind Beamte?

Zum 30. Juni 2023 gab es in Deutschland 1.766.200 Beamte, darunter etwa 738.000 Lehrer und etwa 294.000 Polizisten.

Kann man Lehrer sein ohne Verbeamtung?

Dies bedeutet, dass sie als angestellte Lehrkräfte arbeiten, oft mit befristeten Verträgen ohne Verbeamtung. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Einige Bundesländer verbeamten sogar Seiteneinsteiger:innen.

Wie viel bekommt man vor einer Verbeamtung als Lehrer?

Vergütung im Vorbereitungsdienst

Das Gehalt variiert bundesweit zwar, durchschnittlich belaufen sich die Anwärterbezüge für den Vorbereitungsdienst bundesweit aber auf rund 1.700 € (Stand: April 2025).

Welche Vorteile hat es, Lehrerin zu werden?

Arbeiten bis mittags, gute Bezahlung, sichere Rente, lange Ferien, sind alles Gründe, die für den Lehrerberuf sprechen. Aber man muss auch die Kehrseite kennen: verhaltensauffällige Kinder, einen hohen Stress- und Lärmpegel, anstrengende Eltern.

Warum zahlen Lehrer keine Sozialabgaben?

Beamte stehen außerhalb des Sozialversicherungssystems in Deutschland, in die der größte Teil der 33 Millionen abhängig Beschäftigten einzahlt. So sind Beamte unkündbar - und zahlen deshalb nicht in die Arbeitslosenversicherung ein.

Warum haben Beamte so viele Privilegien?

Beamte haben Vorteile wie hohe Arbeitsplatzsicherheit (Unkündbarkeit), eine bessere Altersvorsorge (Pensionen statt Rente), reduzierte Sozialabgaben, was zu mehr Netto führt, sowie staatliche Unterstützung bei Krankheit (Beihilfe) und familienfreundliche Leistungen, weil der Staat die besondere Loyalität und die Verfassungstreue honoriert, aber auch mit Einschränkungen wie dem Streikverbot verbunden ist. 

Warum zahlen Beamte nicht in die Rentenkasse ein?

Ja, die Aussage ist korrekt: Beamte zahlen nicht in die gesetzliche Rentenkasse ein, weil sie einen Sonderstatus haben und stattdessen vom Staat eine Pension erhalten, die aus Steuermitteln finanziert wird. Sie zahlen auch keine Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, da sie unkündbar sind, was zu mehr Netto vom Brutto führt. Die Pension richtet sich nach den letzten Dienstbezügen und der Dienstzeit und ist oft höher als eine gesetzliche Rente.
 

Welche Nachteile hat die Verbeamtung?

Nachteile der Verbeamtung sind vor allem das Streik- und Demonstrationsverbot, die geringe Flexibilität bei Arbeitsort und -aufgabe, eingeschränkte Mitbestimmungsrechte, hohe Belastung (z.B. Polizei, Bildung), schwieriger Jobwechsel in die Wirtschaft, und dass die Besoldung bei vergleichbarer Qualifikation in der freien Wirtschaft höher sein kann und der Aufstieg oft durch starre Hierarchien und Wartezeiten limitiert ist. Auch die strenge Gesundheitsprüfung und die potenzielle Unkündbarkeit (bei Dienstunfähigkeit) stellen Risiken dar. 

Welche Vorteile hat man als verbeamteter Lehrer?

Die Verbeamtung von Lehrkräften bietet immense Vorteile wie Unkündbarkeit und Jobsicherheit, eine deutlich höhere Nettobezüge durch Wegfall der Sozialversicherungsbeiträge (dafür PKV und Beihilfe), bessere Kreditwürdigkeit für z.B. Hausbau, planbare Einkommen (Stufen), gut geregelte Altersvorsorge (Pension) und Familienzuschläge. Sie sorgt für finanzielle Stabilität, langfristige Planungssicherheit und eine Absicherung bei Dienstunfähigkeit, was insbesondere für Familien attraktiv ist. 

Welche Gründe sprechen gegen eine Verbeamtung?

Nachteile der Verbeamtung sind vor allem das Streik- und Demonstrationsverbot, die geringe Flexibilität bei Arbeitsort und -aufgabe, eingeschränkte Mitbestimmungsrechte, hohe Belastung (z.B. Polizei, Bildung), schwieriger Jobwechsel in die Wirtschaft, und dass die Besoldung bei vergleichbarer Qualifikation in der freien Wirtschaft höher sein kann und der Aufstieg oft durch starre Hierarchien und Wartezeiten limitiert ist. Auch die strenge Gesundheitsprüfung und die potenzielle Unkündbarkeit (bei Dienstunfähigkeit) stellen Risiken dar. 

Wie viel Rente bekommt ein nicht verbeamteter Lehrer?

Das Wichtigste auf einen Blick. Gymnasiallehrer erhalten je nach Status unterschiedliche Altersversorgung: Beamte bekommen eine Pension von etwa 2.800€ netto, Angestellte überraschend sogar 2.900€ aus Rente plus VBL. Beamtenpension A13: Nach 40 Jahren 71,75% der letzten Bezüge, etwa 3.731€ brutto/2.798€ netto.

Wie viel Kindergeld bekommt ein verbeamteter Lehrer?

Nein, Beamte bekommen nicht mehr Kindergeld als andere Eltern. Sie kriegen genauso viel Kindergeld, wie alle andern Eltern auch. Seit Januar 2025 gilt bundesweit ein einheitlicher Betrag von 255 Euro pro Kind und Monat – unabhängig davon, ob es sich um das erste, zweite oder dritte Kind handelt.

Wer verdient mehr, Angestellte oder verbeamtete Lehrer?

Angestellte Lehrer/innen müssten pro Jahr bis zu 13.000 Euro mehr verdienen, um auf den gleichen Lebensstandard wie ihre verbeamteten Kolleg/innen zu kommen, im Bundesschnitt beträgt die Abweichung 11.000 Euro im Jahr. Das hat Michael Popp vom betriebswirtschaftlichen Institut der Uni Bayreuth ausgerechnet.

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