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Warum stirbt man bei Depressionen?

Gefragt von: Hanns König  |  Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2026
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Man stirbt bei Depressionen meist durch Suizid, da die Krankheit oft zu Hoffnungslosigkeit, Lebensüberdruss und Suizidgedanken führt; daneben erhöhen Depressionen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes durch Stress, schlechte Lebensgewohnheiten (Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel) und Medikamenten-Nebenwirkungen, was die Lebenserwartung insgesamt verkürzt.

Warum sterben Menschen mit Depressionen früher?

Warum erhöht eine Depression die Sterblichkeit? Depressionen wirken sich nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper aus. Betroffene leiden häufig unter mangelnder Selbstfürsorge, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel. Diese Faktoren erhöhen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich.

Hat man bei Depressionen Angst vor dem Tod?

Bei älteren Menschen besteht ein Zusammenhang zwischen der Angst vor dem Tod und dem Auftreten von Depressionen. Menschen mit psychischen Erkrankungen erleben und verarbeiten die Angst vor dem Tod also ganz unterschiedlich.

Wie lange lebt ein Mensch mit Depressionen?

Depression verkürzt die Lebenserwartung signifikant, oft um 10 Jahre oder mehr, hauptsächlich durch erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme und Suizide, wobei die Gründe vielseitig sind und mangelnde Selbstfürsorge sowie die Vernachlässigung körperlicher Gesundheit eine große Rolle spielen. Die Differenz zur Lebenserwartung Gesunder wächst, da psychisch Kranke weniger von medizinischen Fortschritten profitieren. 

Wann wird eine Depression gefährlich?

Von einer schweren Depression geht man aus, wenn mehrere Symptome wie bspw. eine Verminderung des Antriebs, verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und -vertrauen, Schuldgefühle, negative und pessimistische Zukunftsgedanken und Schlafstörungen auftreten.

Ein Experte erklärt, wann man von schwerer Depression spricht

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Wann ist eine Depression nicht mehr heilbar?

Hält die depressive Episode bei ihnen ohne zwischenzeitliche Besserung mehr als zwei Jahre an, spricht man von einer chronischen Depression. Eine Gefahr der Depression ist außerdem, dass sie nach einer Phase vollkommen ohne Symptome wiederkehren kann.

Wann gilt man als suizidgefährdet?

Dies sind Warnzeichen für Suizidalität:

Dinge, die bisher wichtig waren, werden nicht mehr beachtet. Der Kontakt zu Freunden und Bekannten nimmt ab. Körperkontakt wird vermieden. Sätze wie «Ich bin für niemanden wichtig.», «Keiner interessiert sich für mich.»

Wie viel Prozent sterben an Depressionen?

Etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten mit wiederkehrenden schweren Depressionen sterben durch Suizid. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Diagnose und gezielte psychiatrisch-psychotherapeutisch Behandlung.

Haben Menschen mit Depressionen eine kürzere Lebenserwartung?

Depression geht zudem mit einer verminderten gesundheitsbezogenen Lebensqualität einher und erhöht die Anzahl der Lebensjahre mit Behinderungen [8, 9]. Depressionen können lebensbedrohlich sein und wurden mit erhöhter Sterblichkeit und einer deutlich reduzierten Lebenserwartung in Verbindung gebracht [10, 11].

Wie endet eine Depression?

Auch unbehandelt endet eine Depression meistens von selbst, es handelt sich um eine sogenannte „selbstlimitierende Erkrankung“. Allerdings kann dies lange dauern und zermürbend sein. Es besteht außerdem die Gefahr, dass sich die veränderten Stoffwechselprozesse und Denkmuster manifestieren, also langfristig festsetzen.

Wie merkt man, dass der Tod kurz bevorsteht?

Anzeichen des nahenden Todes (Terminalphase) sind oft körperliche Veränderungen wie schwächer werdende Atmung mit Pausen, kühle und bläuliche Verfärbung der Gliedmaßen, Appetitlosigkeit, zunehmende Schwäche, Schläfrigkeit, veränderte Hautfarbe (blass/gräulich, "Todesdreieck" um Nase/Mund), unruhiger Schlaf, Verwirrung, sowie die Erschlaffung der Muskulatur, die zu einem offenen Mund führen kann, und das „Todesrasseln“ (geräuschvolle Atmung). Auch die Augen können halb-offen bleiben und in die Ferne blicken, während der Puls schwächer wird. 

Welche Störung hat die höchste Suizidrate?

Ihren Ausführungen zufolge liegen nach weltweit durchgeführten empirischen Untersuchungen in rund 90 % der tödlichen Suizidhandlungen psychische Störungen, insbesondere in Form einer Depression (in etwa 40–60 % der Fälle), vor.

Warum geht es Depressiven abends besser?

Nach dem Schlaf ist die Wachheit noch mehr hochreguliert – und die Anspannung ist besonders hoch – ein Teufelskreis. „Bei vielen Betroffenen sind deshalb morgens die Depressionssymptome am stärksten und gegen Abend, wenn sich ein Schlafdruck aufbaut, bessert sich bei vielen die Depression“, berichtet Hegerl.

Was ist die tödlichste psychische Erkrankung?

Magersucht: Eine schwere psychische Erkrankung. Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Todesrate - etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen einer extremen Unterernährung oder nehmen sich das Leben.

Was sind die drei tödlichsten psychischen Erkrankungen?

Wer glaubt, Depressionen, Schizophrenie oder bipolare Störungen seien die psychischen Erkrankungen, die am häufigsten mit einem frühen Tod in Verbindung gebracht werden, irrt sich. Essstörungen – darunter Anorexia nervosa, Bulimie und Binge-Eating – sind laut einer Studie in Current Psychiatry Reports die tödlichsten psychischen Erkrankungen.

Welches Organ löst Depressionen aus?

Welches Organ löst Depressionen aus? Die im Gehirn aus dem Gleichgewicht geratenen Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin und Gamma-Aminobuttersäure können eine Depression auslösen. Das kann durch hormonelle Umstellung oder durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten passieren.

Wie alt wird ein Mensch mit Depressionen?

Depression verkürzt die Lebenserwartung signifikant, oft um 10 Jahre oder mehr, hauptsächlich durch erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme und Suizide, wobei die Gründe vielseitig sind und mangelnde Selbstfürsorge sowie die Vernachlässigung körperlicher Gesundheit eine große Rolle spielen. Die Differenz zur Lebenserwartung Gesunder wächst, da psychisch Kranke weniger von medizinischen Fortschritten profitieren. 

Wie viele Jahre kann man mit Depressionen leben?

Da diese Erkrankung in der Regel länger als fünf Jahre andauert, kann eine Langzeitbehandlung erforderlich sein. Wenn Sie an einer Depression leiden, gibt es Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Depressionen können zu Gefühlen von Erschöpfung, Wertlosigkeit, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit führen. Solche negativen Gedanken und Gefühle können den Wunsch wecken, aufzugeben.

Kann man trotz Depression alt werden?

Früher sterben, das heisst in dieser Studie konkret: Menschen, die an schweren psychiatrischen Krankheiten wie Schizophrenie, bipolarer Störung oder an schweren Depressionen leiden, haben eine bis zu 15 Jahre kürzere Lebenserwartung als psychisch Gesunde. Die Ursachen dafür sind vielseitig.

Führt Depression zum Tod?

Klinische Depression, auch schwere depressive Störung genannt, wird oft einfach als „Depression“ bezeichnet. Sie ist die schwerste Form der Depression. Ohne Behandlung kann sich die Depression verschlimmern und länger andauern. In schweren Fällen kann sie zu Selbstverletzungen oder Suizid führen .

Welche Menschen sind besonders suizidgefährdet?

Das Suizidrisiko ist darüber hinaus im Vergleich mit dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung erhöht bei: Männern, Menschen im höheren Lebensalter, Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung und jungen Frauen mit Migrationshintergrund.

Welche Menschen neigen zu Depressionen?

Menschen mit weiblichem Geschlecht, jüngere Erwachsene, Personen mit wenig sozialen Kontakten, Arbeitslose, Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss, Personen mit chronischem Stress, schlechter Bindung oder bestimmten Vorerkrankungen (wie Diabetes) sowie Menschen mit familiärer Vorbelastung neigen eher zu Depressionen, wobei es jeden treffen kann und oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren eine Rolle spielt.
 

Welche Krankheit hat die höchste Suizidrate?

Die Menschen können in existenzielle Krisen mit großer innerer Verzweiflung geraten, was bis zum Suizid führen kann. Die narzisstische Persönlichkeit weist mit 14% die höchste Suizidrate auf.

Welche 3 Todesarten gibt es?

Die drei Haupt-Todesarten (oder „Manner of Death“ in der Rechtsmedizin) sind natürlicher Tod (durch Krankheit, Alter), unnatürlicher Tod (Unfall, Suizid, Fremdverschulden) und ungeklärte Todesart, wenn die Ursache nicht eindeutig feststellbar ist. Es gibt auch metaphorische Definitionen, wie den „klinischen“, „psychischen“ und „sozialen“ Tod.