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Warum stiehlt jemand?

Gefragt von: Frau Dr. Lilli Böhm B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2026
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Menschen stehlen aus vielfältigen Gründen: finanzielle Not, Geltungsdrang, Gruppenzwang, der Nervenkitzel, psychische Probleme wie Kleptomanie (Zwangsstörung) mit Störungen der Botenstoffe Serotonin und Dopamin, oder auch eine Art "gerechtfertigter" Diebstahl aus Überzeugung. Gründe reichen von einfachen Motiven wie Geldmangel oder dem Wunsch nach Anerkennung bis hin zu komplexen psychologischen Faktoren und Suchtverhalten, oft verbunden mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen.

Welches Bedürfnis steckt hinter Klauen?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft stecken Neugier, eine Mutprobe oder der Wunsch, Spass zu haben, dahinter. «Zudem ist bei Jugendlichen das Bedürfnis, dazuzugehören, stark ausgeprägt. Häufig geht es darum, durch den Diebstahl oder die gestohlenen Dinge Anerkennung zu bekommen», erläutert Ina Blanc.

Was sind die Gründe, warum Menschen stehlen?

Eine Vielzahl von Faktoren kann zu Diebstahl führen, darunter Ressourcenmangel, Gruppenzwang, der Wunsch nach dem Produkt, Impulskontrolle und das Beobachten von Verhaltensmustern.

Warum stehlen manche Menschen?

Häufig bestehen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Abhängigkeiten oder Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Manche Betroffene empfänden das Stehlen wie eine Art Selbstmedikation gegen innere Leere oder Spannungszustände.

Was ist die Ursache für Kleptomanie?

Die Ursachen für Kleptomanie sind komplex und nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Mischung aus biologischen (Neurotransmitter- Ungleichgewicht, z. B. Serotonin, Dopamin), psychologischen (Stress, Trauma, Bewältigungsmechanismen) und genetischen Faktoren eine Rolle spielt. Oftmals erleben Betroffene vor dem Stehlen eine innere Anspannung, die durch den Akt gelöst wird, gefolgt von Scham und Schuld, was einen Teufelskreis erzeugt. 

Caught stealing

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Ist Kleptomanie eine Persönlichkeitsstörung?

Impulskontrollstörungen wie Kleptomanie und Pyromanie sind psychiatrische Störungen, die durch schädigendes Verhalten gegenüber dem Selbst oder Anderen gekennzeichnet sind. Diese Störungen führen zu erheblichen Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Leben der betroffenen Person.

Welche psychische Erkrankung macht aggressiv?

Dissoziale Persönlichkeitsstörung. Eine dissoziale Persönlichkeitsstörung wirkt sich negativ auf das zwischenmenschliche Verhalten aus. Menschen mit dieser Störung verhalten sich aggressiv und impulsiv, sind verantwortungslos und missachten die sozialen Normen.

Ist Kleptomanie eine Zwangsstörung?

Als Kleptomanie wird ein pathologischer Impuls zum Stehlen bezeichnet. Sie zählt zur Gruppe der Impulskontrollstörungen sowie zum Spektrum der Zwangsstörungen ("obsessive-compulsive disorders"). Der Begriff stammt aus der Monomanielehre des französischen Psychiaters Jean Étienne Esquirol.

Was kann man gegen Kleptomanie tun?

Eine Person, die an Kleptomanie leidet, kann nicht mit Medikamenten behandelt werden, aber Meditation und Beratung können ihr helfen, mit dieser psychischen Störung umzugehen. Ein Kleptomane leidet nicht isoliert, aber die Diebstahlgewohnheiten fügen Familienmitgliedern emotionalen Schmerz zu.

Ist Stehlen eine Sünde?

Diebstahl ist Sünde gegen die Verkehrsgerechtigkeit und durch seine Hinterhältigkeit in etwa auch gegen die Wahrhaftigkeit (vgl. Thomas von A., S. Th. 2,2 q.

Wie nennt man Menschen, die stehlen?

Kleptomanie (Stehllust, Stehlsucht, triebhaftes Stehlen) Menschen mit Kleptomanie haben den starken Drang, etwas zu stehlen, ohne sich selbst bereichern zu wollen.

Warum klaut?

Menschen stehlen aus vielfältigen Gründen: finanzielle Not, Geltungsdrang, Gruppenzwang, der Nervenkitzel, psychische Probleme wie Kleptomanie (Zwangsstörung) mit Störungen der Botenstoffe Serotonin und Dopamin, oder auch eine Art "gerechtfertigter" Diebstahl aus Überzeugung. Gründe reichen von einfachen Motiven wie Geldmangel oder dem Wunsch nach Anerkennung bis hin zu komplexen psychologischen Faktoren und Suchtverhalten, oft verbunden mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen. 

Was tun, wenn Jugendliche stehlen?

Klären Sie Ihr Kind über die Konsequenzen einer Straftat auf. Sprechen Sie mit ihm darüber, welche Folgen ein solches Verhalten für das Opfer, aber auch für den Täter und dessen Zukunft hat. Rat und Hilfe bekommen Sie überdies bei den örtlichen Erziehungsberatungsstellen sowie beim Jugendamt.

Was kann man gegen Klauen machen?

Wenn Sie glauben, einen Diebstahl beobachtet zu haben oder einen ernsthaften Verdacht hegen, so sprechen Sie denjenigen diskret an und bitten ihn in Ihr Büro. Vermeiden Sie dabei die Worte „Dieb“ und „Diebstahl“. Lassen Sie den Verdächtigen vorangehen, damit er mögliches Diebesgut nicht unbemerkt beseitigen kann.

Welches Alter prägt ein Kind am meisten?

Die ersten drei bis sieben Lebensjahre prägen ein Kind am stärksten, da in dieser Zeit das Gehirn extrem formbar ist und die Grundlagen für kognitive Fähigkeiten, emotionale Entwicklung und soziale Bindungen gelegt werden; besonders die ersten 1000 Tage (bis ca. 3 Jahre) sind entscheidend für die intensive Gehirnentwicklung, Sprache, Selbstwahrnehmung und das Gefühl, die Welt selbst zu gestalten. Während dieser sogenannten "Download-Jahre" werden grundlegende Glaubenssätze und Verhaltensmuster verankert, die das weitere Leben beeinflussen. 

Welche Sätze sollte man nie zu seinem Kind sagen?

Man sollte niemals Sätze sagen, die das Kind abwerten, vergleichen, für die Gefühle der Eltern verantwortlich machen oder ihm seine eigene Wahrnehmung absprechen, wie: "Sei brav!", "Ich hab dich nicht lieb!", "Warum kannst du nicht so sein wie dein Bruder?", "Du machst mir das Leben schwer" oder "Hast du Angst?" sowie generelle Warnungen wie "Das geht kaputt", denn diese schaden dem Selbstwertgefühl und der Autonomieentwicklung des Kindes. Stattdessen sollten Eltern konstruktive, wertschätzende und situationsbezogene Formulierungen wählen, die die Gefühle des Kindes anerkennen und Selbstwirksamkeit fördern, wie "Ich sehe, du bist wütend" oder "Versuch es erst mal selbst". 

Wann beginnt die Kleptomanie?

Kleptomanie ist selten. Man geht davon aus, dass 0,3 Prozent der Allgemeinbevölkerung daran leiden. Frauen sind dabei dreimal so häufig betroffen wie Männer. In der Regel tritt der Zwang zu Stehlen erstmalig Zeitraum zwischen Teenageralter und dem jungen Erwachsenenalter auf.

Welches Trauma verursacht Kleptomanie?

Die Pathophysiologie der Kleptomanie ist unbekannt. Psychoanalytische Theorien bringen zwanghaftes Stehlen mit Kindheitstraumata und vernachlässigenden oder misshandelnden Eltern in Verbindung; das Stehlen kann dabei symbolisch für die Wiedererlangung der Verluste aus der Kindheit stehen. Kleptomanie wird auch mit psychosexuellen Problemen wie sexueller Repression und Unterdrückung in Verbindung gebracht.

Ist Kleptomanie eine Form von ADHS?

Ein Zusammenhang zwischen Kleptomanie und ADHS ist nicht nachgewiesen . Eine Studie berichtete, dass 15 % der Patienten mit Kleptomanie im Laufe ihres Lebens die Kriterien für ADHS erfüllten.

Wie therapiert man Kleptomanie?

Die Therapie der Kleptomanie kombiniert meistens Psychotherapie (besonders kognitive Verhaltenstherapie), um Denk- und Verhaltensmuster zu ändern und den Umgang mit negativen Gefühlen zu lernen, mit Medikamenten (wie Antidepressiva oder Naltrexon), die begleitende Symptome oder starke Impulse mindern können. Auch Selbsthilfegruppen und manchmal Familientherapie unterstützen Betroffene, Scham zu überwinden und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. 

Welche Droge verursacht Kleptomanie?

Kleptomanie – eine durch Venlafaxin hervorgerufene Nebenwirkung.

Was besagt die 15-Minuten-Regel bei Zwangsstörungen?

Die 15-Minuten-Regel ist eine kognitive Strategie, die dazu anregt, ein zwanghaftes Verhalten um mindestens 15 Minuten hinauszuzögern . Während dieser Zeit kann man einer anderen Tätigkeit nachgehen, Atemübungen machen oder seine Gedanken aufschreiben.

Welche psychische Krankheit hat die höchste Suizidrate?

Die Menschen können in existenzielle Krisen mit großer innerer Verzweiflung geraten, was bis zum Suizid führen kann. Die narzisstische Persönlichkeit weist mit 14% die höchste Suizidrate auf.

Wie nennt man jemanden, der ständig anderen die Schuld gibt?

Jemanden, der immer anderen die Schuld gibt, nennt man oft einen "Blame-Shifter" (Schuldverschieber), der narzisstische Züge haben kann und Verantwortung abwälzt, um das eigene Selbstwertgefühl zu schützen, manchmal auch als Symptom einer dissozialen Persönlichkeitsstörung (fehlendes Schuldbewusstsein) oder einfach aus mangelnder Selbstreflexion. 

Was ist die gefährlichste Persönlichkeitsstörung?

Es gibt nicht die eine schlimmste Persönlichkeitsstörung, da das Leid und die Auswirkungen je nach Individuum variieren, aber oft werden die Borderline-Persönlichkeitsstörung (wegen extremen emotionalen Aufruhrs und Suizidversuchen), die antisoziale Persönlichkeitsstörung (Gewalt, Missachtung von Regeln), und die narzisstische Persönlichkeitsstörung (mangelnde Empathie, aber auch tiefe Verletzlichkeit) als besonders schwerwiegend angesehen, oft wegen ihres hohen Leidensdrucks für Betroffene und ihr Umfeld sowie der Gefahr für die eigene Sicherheit und die anderer. 

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