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Warum sollte man neuen Arbeitgeber nicht verraten?

Gefragt von: Herr Dr. Adolf Stadler  |  Letzte Aktualisierung: 11. März 2026
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Man sollte dem neuen Arbeitgeber den alten Arbeitgeber nicht vorschnell verraten, weil dies die Verhandlungsposition schwächt, den aktuellen Job gefährden kann, bevor der neue sicher ist, und um zu vermeiden, dass der alte Arbeitgeber den Wechsel vorzeitig erfährt und dadurch die Beziehung belastet oder sogar Arbeitsverhältnisse unnötig stört. Es schützt auch vor unerwünschten Nachfragen oder schlechtem Letzt-Eindruck, besonders wenn das Verhältnis angespannt ist.

Warum sollte man den neuen Arbeitgeber nicht nennen?

Man nennt den neuen Arbeitgeber oft nicht, um Konflikte mit dem aktuellen Chef zu vermeiden (Kündigung droht), sich die Option eines Wechsels zu offen halten, eine gute Beziehung zum alten Arbeitgeber zu wahren oder weil der neue Arbeitgeber beim alten nachfragen könnte, was heikel ist. Es gibt keine rechtliche Pflicht, den neuen Arbeitgeber zu nennen, es sei denn, dies ist vertraglich geregelt, daher wird es oft aus Vorsicht oder strategischen Gründen verschwiegen. 

Was erfährt ein neuer Arbeitgeber vom alten Arbeitgeber?

Was erfährt der neue Arbeitgeber vom alten? Wurdest du in deinem bisherigen Job gekündigt, darf dein neuer Arbeitgeber sich darüber beim alten Arbeitgeber informieren. Allerdings muss er sich an Datenschutz und Arbeitsrecht halten. Zudem ist dein alter Arbeitgeber nicht zur Information verpflichtet.

Soll man beim Vorstellungsgespräch sagen, dass man gekündigt wurde?

Grundsätzlich ist das Verschweigen einer Kündigung unter rechtlichen Gesichtspunkten also erlaubt. Gleiches gilt auch für eine Freistellung im Rahmen eines Aufhebungsvertrages. Es gibt keine rechtliche Vorgabe für Bewerber, eine Kündigung im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch aktiv zu kommunizieren.

Was sollte ich bei einem Arbeitgeberwechsel beachten?

Beim Arbeitgeberwechsel müssen Sie Kündigungsfristen, den neuen Arbeitsvertrag (Gehalt, Zeiten, Urlaub, Klauseln wie Wettbewerbsverbot) prüfen, ein Zeugnis anfordern und Übergaben planen, während Sozialversicherungen automatisch laufen; wichtig ist eine saubere Übergabe, um einen guten Eindruck zu hinterlassen und Konflikte zu vermeiden, aber auch, die eigene Gesundheit zu schützen, besonders bei Mobbing. 

5 Dinge, über die du nicht mit den Kollegen sprechen solltest

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Wann sollte man eine Firma verlassen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel? Ein Jobwechsel ist sinnvoll, wenn du dauerhaft unzufrieden bist, deine Karriere stagniert oder die Situation mit Kolleg*innen und Vorgesetzten belastend ist. Viele Arbeitnehmer*innen wechseln alle zwei bis drei Jahre den Arbeitgeber, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Was besagt die 3-Monats-Regel bei einem Job?

Eine dreimonatige Probezeit ist ein üblicher Testzeitraum, in dem Arbeitgeber die Eignung eines neuen Mitarbeiters für eine Stelle beurteilen . Probezeiten können für Neueinstellungen, Beförderungen, unzureichende Leistungsbeurteilung und mögliche Kündigungen eingesetzt werden.

Wie merkt man eine Absage im Vorstellungsgespräch?

Anzeichen für eine Absage im Vorstellungsgespräch sind ein kurzes, distanziertes Gespräch, wenig Interesse an Ihren Antworten (Blickkontakt fehlt, häufiges Blättern), keine Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen, vage Antworten auf Ihre Fragen, fehlende konkrete Aussagen zu nächsten Schritten, Gehalt oder Arbeitszeiten sowie allgemeine Unklarheit oder ein schlechtes Bauchgefühl, oft begleitet von viel zu späten oder gar keinen Rückmeldungen danach.
 

Sollte man eine Kündigung im Vorstellungsgespräch erwähnen?

Seien Sie ehrlich. Der Versuch, Ihre Kündigung im Lebenslauf zu verschleiern oder die Details zu verfälschen, kann mehr schaden als nutzen . Der Arbeitgeber wird Ihre Unehrlichkeit wahrscheinlich bemerken und sie zudem als mangelndes Selbstvertrauen oder fehlenden Respekt interpretieren. Seien Sie offen und ehrlich.

Kann der neue Arbeitgeber das alte Gehalt herausfinden?

Nein, ein neuer Arbeitgeber kann Ihr altes Gehalt nicht einfach sehen oder direkt beim alten Arbeitgeber erfragen, da dies Ihre persönlichen Daten betrifft und nur mit Ihrer Einwilligung erlaubt ist. Sie müssen Ihre früheren Gehaltsdaten (z.B. Lohnsteuerbescheinigung) selbst vorlegen, was für steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Zwecke notwendig ist, aber Details wie Diagnosen bleiben geschützt. 

Hat man das Recht zu wissen, was der Kollege verdient?

Nein, Sie dürfen nicht die exakten Gehälter Ihrer Kollegen erfahren, aber dank des Entgelttransparenzgesetzes (EntgTranspG) haben Sie einen Auskunftsanspruch auf den Median des Entgelts von vergleichbaren Kollegen (gleiche oder gleichwertige Tätigkeit), um Lohngleichheit zu prüfen, insbesondere bezogen auf Geschlecht. Sie müssen sich an Ihren Betriebsrat (oder Arbeitgeber) wenden und können Auskunft über Kriterien der Gehaltsfindung und anonymisierte Durchschnittswerte erhalten, wobei konkrete Nennungen einzelner Personen nicht erlaubt sind.
 

Kann mein neuer Arbeitgeber meinen alten Arbeitgeber anrufen?

Nein, ein neuer Arbeitgeber darf den alten Arbeitgeber grundsätzlich nur mit ausdrücklicher, vorheriger Einwilligung des Arbeitnehmers anrufen, um Informationen einzuholen, da sonst Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte verletzt werden; ohne Zustimmung ist dies eine unzulässige Datenverarbeitung nach DSGVO. Wenn der Arbeitnehmer zustimmt, muss der alte Arbeitgeber wahrheitsgemäße Auskunft über Verhalten, Leistung und Qualifikation geben, aber nicht zu Gehaltsdetails oder Personalakten. 

Was besagt die 30-60-90-Regel für einen neuen Job?

Ein 30-60-90-Tage-Plan ist ein Dokument, das Ihnen hilft, Ziele zu setzen und Ihre ersten drei Monate in einem neuen Job strategisch zu planen . 30-60-90-Tage-Pläne tragen dazu bei, die Arbeitsleistung in den ersten 90 Tagen einer neuen Position zu maximieren, indem sie konkrete, realistische Ziele festlegen, die mit der Unternehmensmission sowie den Aufgaben und Erwartungen der jeweiligen Rolle verknüpft sind.

Welcher Satz sollte nicht in einer Bewerbung stehen?

Vermeide Phrasen, die abgedroschen oder zu selbstberühmt sind, denn sie können schnell unpersönlich wirken. Stattdessen solltest Du versuchen, Deine Motivation und Begeisterung authentisch zu vermitteln.

Was darf mein alter Arbeitgeber meinen neuen Arbeitgeber erzählen?

Im Allgemeinen darf der mögliche neue Arbeitgeber nur mit Ihrer Einwilligung bei Dritten personenbezogene Daten über Sie erfragen. Sie können verlangen, Auskunft über den Inhalt dieser Fragen zu erhalten.

Soll man sagen, dass man sich auch woanders beworben hat?

Die Frage, ob Sie sich noch woanders beworben haben, ist also legitim und wird in vielen Bewerbungsgesprächen gestellt. Normalerweise sollten Sie die Frage bejahen, dabei allerdings nicht zu viele Details preisgeben und möglichst unterstreichen, was Sie an Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber schätzen.

Muss man bei einem neuen Arbeitgeber angeben, dass man gekündigt wurde?

Es gibt viele Gründe, warum Arbeitgeber diese Entscheidung treffen, die meisten davon liegen außerhalb Ihres Einflussbereichs. Sofern es nicht tatsächlich wichtig oder relevant für die Stelle ist, würde ich sagen: Nein, Sie müssen es nicht . Sollte es jedoch zur Sprache kommen, sollte Ihnen die Möglichkeit gegeben werden, den Sachverhalt zu Ihren Gunsten darzulegen.

Welche Gründe kann man beim Vorstellungsgespräch für den Jobwechsel angeben?

Im Vorstellungsgespräch begründet man einen Jobwechsel am besten durch positive, zukunftsorientierte "Hin-zu"-Motive wie berufliche Weiterentwicklung, neue Herausforderungen oder das Erweitern des Kompetenzfeldes, wobei man stets den Mehrwert für das neue Unternehmen hervorhebt, statt negativ über den alten Job zu sprechen (z. B. mehr Gehalt oder Langeweile). Wichtig ist es, die Motivation mit der angestrebten neuen Position zu verknüpfen und zu zeigen, dass man den Wechsel als bewussten Schritt in Richtung Ziele sieht, der beiden Seiten Vorteile bringt, wie z.B. bessere Karrierechancen oder eine passende Unternehmenskultur. 

Wem darf ich von meiner Kündigung erzählen?

Der richtige Ansprechpartner für die Kündigung ist meist die Personalabteilung (HR) oder der direkte Vorgesetzte, oft auch die Geschäftsführung, je nach Unternehmensgröße; im Zweifelsfall steht im Arbeitsvertrag die offizielle Adresse, und eine schriftliche Bestätigung des Erhalts ist ratsam. Eine mündliche Ankündigung beim Chef kann sinnvoll sein, die formelle Kündigung gehört aber schriftlich an die Personalabteilung oder Geschäftsleitung, am besten per Einschreiben oder mit Empfangsbestätigung.
 

Was sind positive Anzeichen in einem Vorstellungsgespräch?

Gute Zeichen im Vorstellungsgespräch sind eine lockere, freundliche Atmosphäre, die über die reine Job-Frage hinausgeht, viel Blickkontakt, Lächeln und Nicken der Gesprächspartner sowie tiefgehende Diskussionen und ausführliche Antworten auf Ihre Fragen. Auch eine längere Gesprächsdauer als geplant, Gehaltsgespräche, das Abfragen Ihrer Referenzen und klare Informationen über nächste Schritte sind starke positive Indikatoren für Ihre Chancen.
 

Woran erkennt man, dass man im Vorstellungsgespräch nicht ausgewählt wurde?

Der Interviewer versucht nicht, Sie von der Position zu überzeugen.

Interessierte Arbeitgeber bieten potenziellen Kandidaten mitunter auch eine Bürobesichtigung an. Wenn der Interviewer Ihnen keine Details zur Stelle erläutert und Sie nicht über die positiven Aspekte der Arbeit dort informiert, plant er möglicherweise nicht, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten.

Was besagt die 7-Sekunden-Regel im Lebenslauf?

Personalverantwortliche verbringen durchschnittlich nur sieben Sekunden mit dem Betrachten eines Lebenslaufs . Das ist eine enorme Hürde, insbesondere für Bewerber ohne Hochschulabschluss oder traditionelle Berufserfahrung.

Kann man für 3 Monate Vollzeit arbeiten?

Wie lange darf eine kurzfristige Beschäftigung dauern? Arbeiten kurzfristig Beschäftigte in Vollzeit, das heißt mindestens fünf Tage pro Woche, darf die Beschäftigung auf höchstens drei Monate am Stück befristet sein.

Kann ein Arbeitsverhältnis mitten im Monat beginnen?

Ja, ein Arbeitsvertrag kann mitten im Monat beginnen, was rechtlich möglich ist und oft zu einer anteiligen Gehaltszahlung führt, aber auch Fristen für Sozialversicherung und Urlaub beeinflusst. Bei Minijobs gibt es eine Sonderregelung, die eine volle Abführung erlaubt, selbst bei untermonatigem Start, während im öffentlichen Dienst oder bei komplexen Fällen der späte Start eine pünktliche erste Gehaltszahlung verzögern kann. Es empfiehlt sich, den Beginn auf den Monatsanfang zu legen, um administrative Einfachheit zu gewährleisten. 

Was bedeutet die 3. Monatsfrist?

Die gesetzliche 3-Monatsfrist besagt, dass der Werbungskostenabzug von Verpflegungsmehraufwendungen bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit am selben auswärtigen Beschäftigungsort auf einen Zeitraum von längstens 3 Monaten begrenzt ist.

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