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Warum soll es kein Bargeld mehr geben?

Gefragt von: Dieter Ahrens  |  Letzte Aktualisierung: 10. März 2026
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Die Diskussion um die Abschaffung von Bargeld dreht sich um die Bekämpfung von Schwarzgeld und Kriminalität, die Senkung von Transaktionskosten für die Wirtschaft und die Vereinfachung geldpolitischer Maßnahmen. Befürworter sehen Vorteile in Anonymität, die Schattenwirtschaft bekämpft, und effizientere Zahlungssysteme. Gegner warnen vor Freiheitsverlust, sozialer Ausgrenzung, Überwachung der Bürger und Abhängigkeit von Technologie, besonders bei Ausfällen.

Warum soll das Bargeld abgeschafft werden?

Die Abschaffung von Bargeld soll zum einen die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der Schwarzarbeit verbessern, zum anderen soll sie den Einsatz unorthodoxer Instrumente der Geldpolitik erleichtern. Weiterhin geht es darum, die Transaktionskosten des Zahlungsverkehrs zu senken.

Warum sollten wir nicht bargeldlos werden?

Zu viel Macht in zu wenigen Händen . Eine vollständig bargeldlose Gesellschaft setzt großes Vertrauen in Banken, Kreditkartenunternehmen und Technologiekonzerne. Sie sind die Wächter des Zahlungsverkehrs, und wenn etwas schiefgeht, beispielsweise die Sperrung Ihres Kontos oder ein Hackerangriff auf ein System, könnten Sie ohne schnelle Lösung von Ihrem Geld ausgeschlossen sein.

Welche Nachteile hat Bargeld?

Nachteile von Bargeld sind, dass es leicht gestohlen werden kann, bei Diebstahl oft nicht versichert ist, Infektionen übertragen kann, hohe Logistikkosten verursacht (Produktion, Transport), Kriminalität wie Steuerhinterziehung erleichtert und durch Inflation an Wert verliert, während digitale Zahlungen oft schneller und sicherer sind (Kartensperrung) und eine bessere Übersicht bieten. Zudem nehmen immer mehr Händler nur noch Kartenzahlung an, was den Zugang erschwert. 

Warum wird Bargeld niemals verschwinden?

Die Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen, bietet Zugang zu Bargeld für Menschen ohne Bankkonto und für Verbraucher, die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes im Zusammenhang mit Kredit- oder Debitkarten haben . Dieser Trend zum Erhalt der Bargeldnutzung liefert eine klare Antwort auf die Frage: „Wird Bargeld jemals verschwinden?“

No more cash from 2026: What they don't tell you – and why you'll regret it

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Wird Bargeld aussterben?

Könnte Bargeld abgeschafft werden? Dass Bargeld ganz verschwindet, ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Bargeld wird noch am häufigsten als Zahlungsmittel im Handel genutzt. Allerdings sinkt der Anteil der Barzahlungen in Deutschland.

Was passiert ohne Bargeld?

Wenn es kein Bargeld mehr gäbe, würden alle Transaktionen digital abgewickelt, was zu mehr Transparenz für Staaten (weniger Schwarzarbeit) und Zentralbanken (mehr Kontrolle) führt, aber die Privatsphäre der Bürger einschränkt und Risiken durch Cyberkriminalität erhöht, da jede Zahlung nachvollziehbar wäre und wir komplett auf Technik angewiesen wären, was ältere Menschen und ländliche Regionen besonders betreffen würde, die weiterhin alternative Zahlungsmöglichkeiten bräuchten. 

Was sind die Nachteile von Bargeld?

Was ein Glück! Bargeld ist nicht umweltfreundlich. Münzen zu prägen und Scheine zu drucken verbraucht massenhaft wertvolle Rohstoffe und enorme Energiemengen. Außerdem muss das Bargeld über weite Strecken transportiert und dabei ständig bewacht werden.

Was ist besser als Bargeld?

In der Regel ist die kontaktlose Zahlung mit Karte oder Smartphone heute deutlich schneller als die Bezahlung mit Bargeld. Im Alltag sind Karten meist praktischer zu handhaben als ein Geldbeutel voller Münzen und Scheine. Anders als bei Münzen und Scheinen lassen sich Giro-, Debit- und Kreditkarten sperren.

Ist es verboten, Bargeld zu sparen?

Die Antwort lautet: ja. Grundsätzlich ist es erlaubt, Bargeld zu Hause aufzubewahren. Auch die Höhe der Summe ist egal. Aber Achtung: Wer zu viel Geld zu Hause hortet, läuft auch Gefahr, es bei einem Diebstahl oder Brand zu verlieren.

Welches Land ist bargeldlos?

Anders als in Deutschland ist die schwedische Bevölkerung vom bargeldlosen Leben überzeugt, und das Land wird wohl das erste komplett bargeldlose Land der Welt werden. In Schweden hat sich die Kartenzahlung etabliert.

Warum ist Geld notwendig?

Es dient als Tauschmittel, als Recheneinheit und als Mittel zur Wertaufbewahrung (Deutsche Bundesbank, Frühjahr 2019, S. 10). Wer Geld als Tauschmittel akzeptiert, muss darauf vertrauen, dass er es an anderer Stelle auch wieder nutzen kann, denn pointiert formuliert: Geld kann man nicht essen.

Welche Nachteile hat das bargeldlose Bezahlen?

Nachteile bargeldloser Zahlungen sind unter anderem technische Ausfälle (Strom, Internet), das fehlende Gefühl für Ausgaben, was zu Überkonsum führen kann, sowie das Risiko von Datenmissbrauch und Überwachung, da jede Transaktion eine digitale Spur hinterlässt. Zudem sind Datenschutzbedenken und die Abhängigkeit von Systemen ein Problem, da nicht überall bargeldlose Zahlungen akzeptiert werden und bestimmte Bevölkerungsgruppen (Ältere, Obdachlose) benachteiligt werden können. 

Warum ist Bargeld so wichtig?

Bargeld ist mehr als ein Zahlungsmittel. Die Menschen können mit Bargeld sparen, ohne ein Ausfallrisiko einzugehen. Bargeld eignet sich auch für kleine Geschenke oder Zahlungen im privaten Bereich. So können Eltern ihren Kindern kleine Beträge für kleine Einkäufe mitgeben.

Was passiert 2027 mit Bargeld?

Insoweit wird kein Bargeld abgeschafft und insoweit gibt es kein Barzahlungsverbot. Aber Beträge ab 10.000 € sollen von Geschäftsleuten bzw. Unternehmern nicht mehr angenommen werden dürfen. Es gibt also kein vollständiges Barzahlungsverbot ab 10.000 € ab 2027.

Wann kommt digitales Geld?

Der digitale Euro wird nicht sofort eingeführt, sondern durchläuft Phasen: Nach der Vorbereitungsphase (bis Ende 2025) startet eine Pilotphase (voraussichtlich 2027) nach der gesetzlichen Regelung (hoffentlich 2026), mit dem Ziel einer möglichen ersten Ausgabe gegen Ende des Jahrzehnts, also frühestens 2029. Es ist noch nicht final entschieden, ob und wann er kommt, aber die EZB bereitet die technische Umsetzung vor, um eine Ergänzung zum Bargeld zu schaffen.
 

Was spricht gegen Bargeld?

Gegen Bargeld sprechen zunächst mal die Kosten: Bargeld muss erst produziert und dann transportiert werden, zum Beispiel zwischen Supermärkten und Banken. Außerdem begünstigt Bargeld Geldwäsche. Weniger Bargeld könnte illegale Geschäfte erschweren und damit die Kriminalitätsbekämpfung erleichtern.

Warum ist Bargeld gut?

Für sie ist Geld ein Medium, das drei Funktionen erfüllt: Es dient als Tauschmittel, als Recheneinheit und als Mittel zur Wertaufbewahrung. Und entsprechend kann alles, was diese drei Funktionen erfüllt, dann auch Geld sein, ob es Banknoten, Guthaben auf dem Bankkonto, Schnecken oder Zigaretten sind.

Welche Vor- und Nachteile hat Bargeld?

Bargeld: Vorteile und Nachteile

  • Vorteil: Anonymität. Bargeld ist anonymer als Kartengeld. ...
  • Vorteil: Unabhängigkeit von Banken. ...
  • Vorteil: Keine Negativzinsen. ...
  • Vorteil: Kein Online-Diebstahl. ...
  • Vorteil: Sparsames Konsumverhalten. ...
  • Vorteil: Geringe Gebühren für Händler. ...
  • Vorteil: Geld in Krisenzeiten. ...
  • Nachteil: Mangelnde Hygiene.

Wie hoch ist ein normaler Kontostand?

Ein "normaler" Mensch in Deutschland hat je nach Alter zwischen rund 1.400 € (16-24 Jahre) und 3.300 € (45-54 Jahre) auf dem Girokonto, wobei ältere Altersgruppen tendenziell mehr Guthaben haben. Das Durchschnittliche Bankguthaben (inkl. Sparen) pro Kopf kann auch deutlich höher sein, über 30.000 €, aber die meisten Menschen haben oft weniger als 2.000 € für Notfälle verfügbar, zeigt eine Studie zur Liquidität, so die Sparkasse und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). 

Ist Bargeld gefährlich?

Bundesbankvorstand Johannes Beermann hat darauf hingewiesen, dass die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus über Bargeld äußerst gering ist.

Soll man noch Bargeld zuhause haben?

Dennoch beruhigt es viele Menschen, wenn Sie für mögliche Notfälle zumindest ein wenig Bargeld im Haus haben – etwa, wenn bei einem Stromausfall Geldautomaten nicht funktionieren. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, eine Bargeldreserve zu Hause zu haben.

Hat Bargeld noch eine Zukunft?

Einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Banken aus dem Mai 2023 ist zu entnehmen, dass die Mehrheit noch sehr am Bargeld hängt: 56 Prozent der Befragten zahlen demnach in Geschäften lieber bar als mit einem digitalen Zahlungsmittel. Diese Einstellung herrscht vor allem bei älteren Menschen vor.

Warum sollten wir nicht bargeldlos werden?

Datenschutzbedenken in einer bargeldlosen Wirtschaft

Anders als Barzahlungen, die anonym erfolgen, hinterlassen digitale Zahlungsmethoden eine nachverfolgbare elektronische Spur. Diese Abkehr vom Bargeld bedeutet, dass Menschen keine Einkäufe mehr tätigen können, ohne überwacht zu werden.

Was ist die Bedeutung von Geld 🤑 💰?

Geld ist jedes allgemein anerkannte Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen . Es vereinfachte wirtschaftliche Transaktionen, indem es den Tauschhandel effizienter gestaltete. Oft werden Geld und Vermögen synonym verwendet, doch sie dienen unterschiedlichen Zwecken.

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