Zum Inhalt springen

Warum sagt man sich die Kante geben?

Gefragt von: Herr Prof. Oskar Kirchner B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 9. Oktober 2026
sternezahl: 4.2/5 (68 sternebewertungen)

Man sagt „sich die Kante geben“, weil es um exzessiven Konsum geht, meist Alkohol, und die „Kante“ bildlich eine Grenze oder ein Limit darstellt, das man bewusst überschreitet, also sich so stark betrinkt, dass man sich „voll laufen lässt“ oder „abschießt“, ähnlich wie bei der alten Redewendung, Geld auf die hohe Kante zu legen, aber hier im Sinne von „exzessiv konsumieren“. Es bedeutet, sich gründlich zu betrinken oder Drogen zu nehmen.

Was bedeutet sich die Kante geben?

"Die Kante geben" (oder korrekter "sich die Kante geben") ist eine umgangssprachliche Redewendung und bedeutet, sich heftig zu betrinken oder Drogen zu konsumieren, also sich zu berauschen, bis man stark alkoholisiert ist. Der Ursprung liegt vermutlich in der Redewendung "sich die Kanne geben", wobei die "Kanne" ein Gefäß für Alkohol darstellte und sich später zu "Kante" wandelte. 

Woher kommt der Ausdruck "etwas auf die hohe Kante legen"?

Die Redewendung „auf die hohe Kante legen“ bedeutet „sparen“ und stammt vermutlich aus dem Mittelalter, wo reiche Menschen Geld sicher auf einem erhöhten Brett im Baldachin eines Himmelbettes oder in speziellen Fächern oberhalb von Truhen versteckten, um es vor Dieben zu schützen, oder es lag bei Bäckern hoch gestapelt vor Mäusen sicher. Auch andere Theorien, etwa zur Lagerung von Münzrollen oder Segelbegriffen, existieren, doch die Verbindung zu Möbeln ist am verbreitetsten. 

Woher kommt die Redewendung?

Redewendungen stammen oft aus dem Alltag, der Geschichte, dem Handwerk oder dem Militär und haben sich über die Zeit entwickelt, um Situationen bildhaft zu beschreiben, wie z.B. „den Löffel abgeben“ vom Generationswechsel auf dem Hof oder „08/15“ vom Maschinengewehr. Ihre Herkunft ist manchmal überraschend konkret und spiegelt frühere Lebenswelten wider, wobei die ursprüngliche Bedeutung oft metaphorisch oder sogar wörtlich war, bevor sie sich veränderte. 

Woher kommt der Ausdruck "jemandem einen Korb geben"?

Die Redewendung „einen Korb geben“ kommt wahrscheinlich aus dem Mittelalter und der Brautwerbung, wo eine Frau einen Freier ablehnen konnte, indem sie ihm einen Korb mit gelockertem Boden aus dem Fenster hinunterließ, durch den er dann fiel – oder sie ihn mit einem stabilen Korb hochzog, wenn sie ihn mochte. Alternativ wurde der Korb auch am Hofeingang platziert, um dem Freier die Ablehnung zu signalisieren, noch bevor er das Haus betrat, was bedeutete, er „bekam einen Korb“. 

Was bedeutet 'Sich die Kante geben'? | Galileo Lunch Break

37 verwandte Fragen gefunden

Woher stammt die Redewendung "Der Hahn im Korb"?

Die Redewendung „Hahn im Korb“ stammt aus der bäuerlichen Lebenswelt des Mittelalters, wo Hähne mit mehreren Hennen in Körben oder Gehegen gehalten wurden. Der Hahn nahm eine dominante Rolle ein, was auf menschliche Konstellationen übertragen wurde.

Was bedeutet Korb geben in der Jugendsprache?

Denn der bedeutet nichts anderes als eine deutliche Absage - meistens in Liebesdingen - zu erhalten. Ursprünglich zurückführen lässt sich dieser Ausspruch auf einen mittelalterlichen Brauch: Wollte ein Mann um eine Frau werben, musste er sich von ihr in einem Korb zum Fenster heraufziehen lassen.

Woher kommt der Begriff "den Löffel abgeben"?

Die Redewendung „den Löffel abgeben“ (sterben) stammt aus dem Mittelalter, als Löffel persönliche, wertvolle Werkzeuge waren, die man stets bei sich trug; nach dem Tod des Besitzers wurde der Löffel symbolisch abgegeben und oft an die nächste Generation weitergegeben, da er zum Überleben nicht mehr gebraucht wurde. Auch die Weitergabe von Verantwortung oder Macht, wie z.B. der Abschied vom Hofleben einer Bäuerin, wird damit verbunden.
 

Warum sagt man auf 180 sein?

Mit der Redewendung "auf 180 sein" drücken Menschen aus, dass sie besonders wütend sind. Wut kann man nicht in Zahlen messen – die 180 wurde aus einem anderen Zusammenhang genommen, dem Autofahren.

Warum sagt man Schwamm drüber?

Die Redewendung „Schwamm drüber!“ stammt aus der Geschichte der Wirtshäuser, wo Gäste ihre Schulden mit Kreide an eine Tafel schrieben und diese nach Bezahlung mit einem Schwamm weggewischt wurden, was so viel bedeutet wie „vergessen wir das“ oder „Lass uns nicht mehr darüber reden“, um eine Sache abzuschließen und zu vergeben.
 

Woher stammt der Ausdruck "mein lieber Scholli"?

Die Herkunft von „Mein lieber Scholli“ ist nicht eindeutig geklärt, aber die häufigsten Theorien führen sie entweder auf den hugenottischen Dichter Ferdinand Joly (eine Verballhornung seines Namens) oder auf die französische Wendung „ma chère jolie“ (meine liebe Schöne) zurück, die von Soldaten in Norddeutschland übernommen wurde. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie bezieht sich auf den badischen Politiker Julius Jolly. 

Woher kommt der Spruch "Der Kunde ist König"?

Zurückzuführen ist “Der Kunde ist König” auf den Unternehmer Harry Gordon Selfridge, der diesen Spruch als Leitsatz für sein Kaufhaus prägte und durch das Erfüllen aller Kundenwünsche den Absatz erhöhen wollte.

Warum sagt man volle Lotte?

"Volle Lotte" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der maximalen Einsatz, volle Intensität oder volle Kraft bedeutet, ähnlich wie "volle Kanne" oder "volle Pulle". Es beschreibt etwas, das mit ganzer Wucht, ohne Einschränkungen, oder sehr stark ausgeführt wird, aber es gibt auch den spezifischen Bezug zum Würfelspiel "Tutto Volle Lotte", wo es das Erreichen einer maximalen Punktzahl mit allen Würfeln meint. 

Woher kommt die Redewendung "auf die hohe Kante legen"?

Die Redewendung „auf die hohe Kante legen“ bedeutet „sparen“ und stammt vermutlich aus dem Mittelalter, wo reiche Menschen Geld sicher auf einem erhöhten Brett im Baldachin eines Himmelbettes oder in speziellen Fächern oberhalb von Truhen versteckten, um es vor Dieben zu schützen, oder es lag bei Bäckern hoch gestapelt vor Mäusen sicher. Auch andere Theorien, etwa zur Lagerung von Münzrollen oder Segelbegriffen, existieren, doch die Verbindung zu Möbeln ist am verbreitetsten. 

Woher kommt der Ausdruck "um die Ecke bringen"?

Die Herkunft der Redewendung „jemanden um die Ecke bringen“ (töten, beseitigen) ist nicht eindeutig geklärt, aber zwei Haupttheorien sind verbreitet: Eine erklärt es bildlich durch das plötzliche Verschwinden hinter einer Ecke, während die andere auf eine historische Bedeutung der „Ecke“ als Schneide einer Waffe (Klinge) zurückgeht, was das Töten durch einen Hieb beschreibt. Eine dritte Variante bezieht sich auf das Erbeuten oder Verschwenden von Geld. 

Was ist das bekannteste Sprichwort?

Am Ende haben wir die fünf der 20 beliebtesten Sprichwörter gekürt. Hier das Ergebnis: 1. Kommt Zeit, kommt Rat.

Woher kommt der Ausspruch "klappe zu Affe tot"?

"Klappe zu, Affe tot" stammt wahrscheinlich aus dem Zirkusmilieu, wo ein kleiner Affe in einer Kiste an der Kasse als Lockmittel diente; wenn der Affe starb, blieb die Kiste dauerhaft geschlossen (die Klappe zu), was das Ende der Vorstellung bedeutete. Heute bedeutet der Spruch, dass eine Sache endgültig und unwiderruflich abgeschlossen ist, auch wenn manche Theorien einen Ursprung im Niederdeutschen ("Apel" = offen) vermuten, was "ganz zu" bedeuten würde. 

Warum sagt man "Ich geh auf 17"?

„Auf 17 gehen“ bedeutet umgangssprachlich „auf die Toilette gehen“, vor allem im Einzelhandel und unter Kollegen, wobei die Zahl 17 ein verdeckter Code für die Pause ist. Der genaue Ursprung ist unklar, aber es gibt Theorien, dass es mit „Trick 17“ (eine clevere Lösung) oder dem französischen „Plan 17“ im Ersten Weltkrieg zusammenhängt, während die 17 als Code auch in anderen Kontexten wie bei „00“ für Toiletten in Hotels auftaucht. 

Woher kommt der Spruch "wo der Barthel den Most holt"?

Die Herkunft der Redewendung „Wo der Bartel den Most holt“ ist nicht eindeutig geklärt, es gibt mehrere Theorien, die von Gaunersprache (Brecheisen/Geld), einem sächsischen Schankwirt namens Bartholomäus (Bartel) bis hin zum Storch (niederdeutsch „Bartheld“) reichen, aber die häufigste Verbindung besteht zum Bartholomäustag (24. August), an dem Wirte schon Most ausschenken mussten, was auf findige Wirte wie den „Bartel“ hindeutet, oder der Heilige Michael (Schwaben), der als Versorger galt. Die Bedeutung ist, zu wissen, woher etwas kommt, aufgedeckt zu sein oder jemanden zu zeigen, wie man etwas erreicht (oft im Sinne von „wo der Hammer hängt“), wie ARD alpha. 

Woher kommt der Spruch "Ich habe die Nase voll"?

Der genaue Ursprung der Redewendung „die Nase voll haben“ (genug von etwas haben, genervt sein) ist unklar, aber es gibt mehrere Theorien, die von der Gaunersprache (Gefangene, die „die Nase“ voll hatten) bis zur Vorstellung reichen, dass eine überfüllte, volle Nase eine Überdruss-Situation darstellt, ähnlich wie bei der umgangssprachlichen Variante „die Schnauze voll haben“. Es wird auch ein Zusammenhang mit der körperlichen Empfindung einer verstopften Nase gesehen, die unangenehm ist. 

Was bedeutet aus dem letzten Loch pfeifen?

„Aus dem letzten Loch pfeifen“ bedeutet, dass jemand völlig erschöpft, am Ende seiner Kräfte oder am absoluten Limit seiner Möglichkeiten ist, oft verbunden mit schlechter Verfassung, Not oder Überforderung. Es beschreibt einen Zustand, in dem man nur noch mit Mühe durchhält, und die Redewendung hat ihren Ursprung in Blasinstrumenten, wo das „letzte Loch“ den höchsten Ton erzeugt, der viel Kraft kostet.
 

Woher kommt der Ausdruck "da steppt der Bär"?

Die Redewendung „Da steppt der Bär“ kommt wahrscheinlich von Jahrmärkten und Wanderzirkussen im Mittelalter, wo dressierte, tanzende Bären eine beliebte Attraktion waren und für Stimmung sorgten, was zu der Vorstellung einer ausgelassenen Feier führte. Die Herkunft ist nicht hundertprozentig geklärt, aber die Assoziation mit tanzenden Bären, die Kunststücke aufführten, gilt als plausibelste Erklärung für den Ausdruck einer lebhaften Party.
 

Woher stammt der Ausdruck „gib es auf“?

Die erste Erwähnung des Ausdrucks im OED stammt aus einer Usenet-Newsgroup in einem Beitrag vom März 1990 : „Hey Leute, lasst uns Andy feiern! Ein riesiger Applaus bitte!“

Was bedeutet "gekorbt"?

"Gekorbt" bedeutet umgangssprachlich, dass jemand eine deutliche Absage oder Zurückweisung erhalten hat, meistens im Zusammenhang mit einer Bewerbung, einem Liebesinteresse oder einem Vorschlag – man hat sozusagen "einen Korb bekommen" oder "wurde abblitzen gelassen". Die Redewendung stammt ursprünglich von einem mittelalterlichen Brauch, bei dem um eine Frau geworben wurde, die einen Korb anbot, wenn sie nicht interessiert war, so Geo.de und Wikipedia. 

Wie gibt man höflich einen Korb?

Für deine Kommunikation gilt dann:

  1. Schreibe direkt, aber freundlich. Kommuniziere in deiner Nachricht klar, dass du kein weiteres Kennenlernen möchtest. ...
  2. Vermeide Phrasen. Typische Phrasen wie „Es liegt nicht an dir“ wirken abgedroschen. ...
  3. Begründe deine Absage wenn möglich kurz. Kurz vorweg: Eine Begründung ist kein Muss.