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Warum kostet ein Medikament 2 Millionen?

Gefragt von: Herr Prof. Ekkehard Huber  |  Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2026
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Ein Medikament kostet so viel (z.B. 2 Millionen Euro), weil es sich oft um eine einmalige Gentherapie für eine sehr seltene Krankheit (Orphan Drug), wie die spinale Muskelatrophie (SMA), handelt, bei der die Entwicklungskosten (Forschung, klinische Studien) extrem hoch sind, der Patent- und Monopolschutz hohe Preise ermöglicht und die Firma die Kosten für die wenigen Patienten decken muss. Das Medikament wie Zolgensma repariert den Gendefekt, was eine Heilung oder deutliche Verbesserung bewirken kann, aber nur wenige Kinder betrifft und eine einmalige Behandlung darstellt.

Warum ist das teuerste Medikament der Welt so teuer?

Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung seltener Krankheiten wie SMA kann Jahre dauern und Milliarden von Dollar kosten. Die Unternehmen verkaufen sie schliesslich zu hohen Preisen, um ihre Investitionen zu amortisieren und die geringen Verkaufszahlen auszugleichen.

Warum ist die Markteinführung eines Medikaments so teuer?

Pharmaunternehmen investieren große Summen in Forschung und Entwicklung, bevor ein Medikament auf den Markt kommt. Die Kosten lassen sich weiter in drei Hauptbereiche unterteilen: die Entdeckung des spezifischen medizinischen Anwendungsgebiets des Medikaments, klinische Studien und gescheiterte Medikamente.

Warum Kosten Medikamente so viel?

Medikamente sind teuer wegen der enormen Kosten und Risiken von Forschung & Entwicklung, dem Patentschutz, der die Hersteller für eine Zeit Monopolpreise verlangen lässt, und weil die Preise für neue, innovative Medikamente oft stark vom Hersteller festgelegt werden, um Investitionen zu refinanzieren und Gewinne zu erzielen, was das Solidarsystem belastet. Komplexe Herstellungsverfahren, aufwendige Zulassungen und Marktdynamiken tragen ebenfalls dazu bei.
 

Welche Spritze kostet 1 Million?

Hinzu kommen die enormen Kosten: Mit 1,9 Millionen Euro für eine Spritze gilt Zolgensma als teuerstes Arzneimittel weltweit.

2,1 Millionen Euro für eine Spritze: Teuerstes Medikament der Welt rettet Baby das Leben

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Was ist das teuerste Medikament in Deutschland?

Das teuerste Medikament in Deutschland ist eine Gentherapie wie Libmeldy oder Zolgensma, die bei seltenen Erbkrankheiten wie spinaler Muskelatrophie (SMA) eingesetzt wird und Preise von deutlich über 2 Millionen Euro pro Einmalgabe erreicht, wobei Libmeldy mit rund 2,88 Millionen Euro an der Spitze steht, dicht gefolgt von Zolgensma. Diese extrem hohen Kosten resultieren aus der neuartigen, einmaligen Gentherapie, die direkt an der genetischen Ursache ansetzt.
 

Wer bekommt Zolgensma?

Zolgensma ist in Deutschland für Säuglinge und Kinder mit SMA Typ 1 und bis einschließlich 3 Kopien des SMN2-Gens ohne Altersbeschränkung und ohne Gewichtsbeschränkung zugelassen.

Welches Land hat die höchsten Medikamentenpreise?

USA zahlen weltweit höchste Preise für Medikamente. Laut einer aktuellen Studie des US-amerikanischen Think-Tanks »RAND Corporation« verlangen Pharmaunternehmen in den USA 278 Prozent höhere Preise für Medikamente als in anderen wohlhabenden Ländern.

Was verdient die Apotheke an einem Rezept?

Eine Apotheke verdient an einem Rezept eine feste Grundpauschale (ca. 8,35 €), 3 % vom Apothekeneinkaufspreis (nach Abzug eines gesetzlichen Rabatts an die Kasse) sowie einen Teil der Mehrwertsteuer, wobei die Spanne von wenigen Euro bei günstigen Medikamenten bis zu Hunderten bei Hochpreisern reicht, was durch die prozentuale Vergütung bei teureren Medikamenten stark variiert und die eigentliche Haupteinnahme darstellt. 

Wer zahlt sehr teure Medikamente?

Bei einer Entscheidung für das teurere Arzneimittel zahlt die Patientin oder der Patient in der Apotheke den Differenzbetrag plus normaler Zuzahlung grundsätzlich selbst. Die Festbeträge werden vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen regelmäßig angepasst.

Warum kosten manche Medikamente nichts?

Für welche Medikamente gibt es keinen Festbetrag? Für Medikamente, die unter Patentschutz stehen und eine neuartige Wirkungsweise haben oder die nachweislich besser als andere Medikamente wirken, wird kein Festbetrag festgelegt. Außerdem können Reserve-Antibiotika von den Festbeträgen ausgenommen werden.

Warum sind meine Medikamente so teuer?

Manche Pharmaunternehmen erwerben Patente für ältere Medikamente und erhöhen anschließend deren Preise . Andere haben andere Arzneimittelhersteller aufgekauft oder mit ihnen fusioniert, um dem Preiswettbewerb zu entgehen. Direktwerbung an Verbraucher: Pharmaunternehmen geben Milliarden für Werbung aus (fast 8,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022).

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein neues Medikament auf den Markt kommt (1 zu 1)?

EINLEITUNG. Der Prozess der Arzneimittelforschung und -entwicklung umfasst die Entwicklung eines Arzneimittels, die Durchführung präklinischer und klinischer Studien sowie die Erlangung der Marktzulassung nach behördlicher Prüfung. Dieser Prozess ist mit einer extrem niedrigen Erfolgsquote von etwa 1 zu 20.000–30.000 verbunden.

Wie entstehen Medikamentenpreise?

Die Preisbildung bei Arzneimitteln in Deutschland ist komplex: Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten herrscht Preisbindung, Hersteller legen den Preis fest, aber Großhandel und Apotheken haben gesetzlich geregelte Aufschläge und Rabatte für Krankenkassen, während OTC-Präparate (frei verkäuflich) frei kalkuliert werden, da sie nicht preisgebunden sind und Apotheken ihre Preise selbst festsetzen dürfen. Für neue, erstattungsfähige Medikamente gibt es zudem eine Nutzenbewertung und Verhandlungen über den Erstattungspreis mit den Krankenkassen.
 

Was ist das meistverkaufte Medikament der Welt?

Humira® ist Spitzenreiter

Im vergangenen Jahr erreichte er einen Nettoumsatz von 908 Millionen Euro bei 206 000 verordneten Packungen.

Sind Krebsmedikamente teuer?

Von den 50 Milliarden Euro Arzneimittelausgaben im Jahr 2021 entfielen 9 Milliarden auf den onkologischen Bereich, jede Verordnung für Krebsmedikamente koste im Schnitt 1 400 Euro, so Aulitzky nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aus dem Jahr 2022 (1).

Wie viel verdient ein Apotheker im Monat netto?

Ein Apotheker verdient netto monatlich unterschiedlich, aber oft liegt das Netto-Gehalt zwischen ca. 3.000 € und 4.500 €, abhängig von Berufserfahrung und Tarifvertrag, wobei das Brutto-Gehalt (z.B. nach Tarifvertrag) bei 4.000 € bis über 5.000 € liegt, woraus sich je nach Steuerklasse und Abzügen ein Netto-Betrag ergibt, der um die 3.000 € bis 4.000 € liegt. 

Wie viel verdient ein Apotheker pro Rezept?

Die Apotheke erhält vom NHS einen kleinen Betrag ( 1,38 £ ) pro Rezept und zusätzlich eine Erstattung der Arzneimittelkosten gemäß einem Dokument namens Arzneimitteltarif.

Wie viel verdient eine Apotheke an teuren Medikamenten?

Apotheken verdienen an teuren Medikamenten durch eine Kombination aus einem prozentualen Aufschlag (ca. 3%) auf den Einkaufspreis und einem festen Fixzuschlag (ca. 8,35 €) pro Packung, zuzüglich Notdienstpauschalen, wobei der absolute Gewinn (z.B. €80+ anstatt €6-8 an günstigeren Medikamenten) zwar höher ist, die Marge aber durch hohe Vorfinanzierungskosten, Zinsen und den gesetzlichen Apothekenabschlag stark reduziert wird, sodass der Nettogewinn an Hochpreisern oft nur einen kleinen Prozentsatz ausmacht und der Staat durch die Mehrwertsteuer deutlich mehr verdient. 

Welches Land zahlt am wenigsten für Medikamente?

Frankreich und Japan weisen im Vergleich zu anderen Ländern generell die niedrigsten Preise für alle Arzneimittel sowie für Originalpräparate, Biologika und nicht-biologische Arzneimittel auf. Kanada, Deutschland und das Vereinigte Königreich hingegen haben tendenziell höhere Preise in allen Arzneimittelkategorien.

In welchem Land sind Medikamente am billigsten?

In Polen sind die meisten Medikamente günstiger

Alle untersuchten Präparate, die dem Auswärtigen Amt zufolge in keiner Reiseapotheke fehlen sollten, lassen sich auch vor Ort beziehen.

Welches ist das teuerste Gesundheitssystem der Welt?

Die USA haben das teuerste Gesundheitssystem der Welt, gemessen an den Pro-Kopf-Ausgaben und dem Anteil am BIP, gefolgt von Ländern wie der Schweiz und Deutschland (im europäischen Vergleich führend), wobei die USA durch hohe Medikamentenpreise, administrative Kosten und mangelnde Preisregulierung auffallen, während in Europa oft ein höherer BIP-Anteil durch umfassendere Sozialsysteme bedingt ist, aber die Kosten pro Kopf in den USA am höchsten sind. 

Wie lange kann man mit Zolgensma leben?

Zolgensma (Onasemnogen-Abeparvovec) ist eine Gentherapie gegen Spinale Muskelatrophie (SMA), die die Lebenserwartung drastisch verbessert, besonders bei der schweren Typ-1-Form, wo Kinder unbehandelt oft nur 1-2 Jahre leben; die Therapie stoppt die Krankheitsprogression und kann das Überleben sichern, indem sie das fehlende SMN1-Gen ersetzt und so eine normale Entwicklung ermöglicht, auch wenn sie bereits bestehende Schäden nicht rückgängig macht, aber Hoffnung auf eine langfristige Lebensqualität gibt.
 

Welche Impfung ist die teuerste?

4,0 Millionen verordneten Impfdosen im Jahr 2022 sticht die Herpes-zoster-Impfung als größte Brutto-Kostenkategorie innerhalb der Impfstoffe besonders heraus und löst die Gruppe der Influenza-Impfstoffe mit 478 Millionen Euro (dabei aber 17,4 Millionen verordnete Impfdosen) als teuerste Impfstoffgruppe ab.

Wie viel kostet Nusinersen?

Der Preis für Nusinersen (Markenname Spinraza) ist sehr hoch: Im ersten Jahr liegen die Therapiekosten in Deutschland bei rund 620.000 €, danach bei etwa 310.000 € jährlich. Dies sind Kosten für das Medikament selbst, da es sich um eine lebenslange Behandlung handelt, die das Wachstum des Medikaments beeinflusst. Es gibt auch Gentherapien gegen spinale Muskelatrophie (SMA) wie Zolgensma, die als Einmaldosis über 2 Millionen Euro kosten, aber Nusinersen ist ein kontinuierliches Medikament, das gespritzt wird und das SMN2-Gen beeinflusst, um die Symptome zu lindern.