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Warum kann man mit geschlossenen Augen nur unsicher stehen?

Gefragt von: Giesela Karl  |  Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2026
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Man steht mit geschlossenen Augen unsicher, weil das Gehirn beim Gleichgewicht entscheidend auf visuelle Informationen angewiesen ist; ohne den visuellen Fixpunkt fehlt eine wichtige Informationsquelle, wodurch das Nervensystem die nötigen kleinen Ausgleichsbewegungen schlechter steuern kann, da es sich stärker auf das Gleichgewichtsorgan und die Eigenwahrnehmung der Körperposition (Propriozeption) verlassen muss. Das Gehirn kann die fehlende visuelle Stabilität nicht vollständig kompensieren, was zu Schwanken führt, ein Symptom, das auch bei neurologischen Tests (Romberg-Test) überprüft wird.

Warum ist es schwierig, mit geschlossenen Augen auf einem Bein zu stehen?

Der Einbeinstand mit geschlossenen Augen (Romberg-Test) wird schwierig oder unmöglich, weil das Gehirn auf visuelle Informationen verzichtet, die normalerweise das Gleichgewicht unterstützen, und stattdessen stärker auf Propriozeption (Körperwahrnehmung) und den Vestibularapparat (Innenohr) angewiesen ist, wodurch Defizite in diesen Systemen sofort sichtbar werden und das Schaukeln zunimmt, bis man das Gleichgewicht verliert. 

Warum kann ich mit geschlossenen Augen nicht das Gleichgewicht halten?

Wenn wir mit offenen Augen auf einem Bein oder der Ferse an den Zehen stehen, können wir die Informationen unserer Augen sowie anderer Systeme nutzen, um das Gleichgewicht zu halten. Schließen wir die Augen, fällt diese primäre Informationsquelle weg , weshalb es deutlich schwieriger ist.

Was ist ein Romberg Stehversuch?

Der Romberg-Test ist ein einfacher, neurologischer Stehtest zur Beurteilung des Gleichgewichtssinns und der Koordination (Ataxie), bei dem eine Person mit geschlossenen Füßen und Augen (zuerst offen, dann geschlossen) steht, um zu prüfen, ob Schwankungen zunehmen, was auf eine Störung hinweisen kann, oft verursacht durch Probleme mit dem Innenohr, Rückenmark oder Kleinhirn. Er hilft Ärzten, zwischen verschiedenen Ursachen für Gleichgewichtsprobleme zu unterscheiden, indem er das Zusammenspiel von Sehen, Propriozeption (Körperwahrnehmung) und vestibulärem System prüft.
 

Woher kommt Unsicherheit beim Gehen?

Unsicherheit beim Gehen entsteht durch ein Zusammenspiel von neurologischen (Nerven, Gehirn), orthopädischen (Gelenke, Muskeln), internistischen (Kreislauf, Stoffwechsel), sensorischen (Augen, Gleichgewichtsorgan) und psychischen Ursachen, wobei Angst vor Stürzen die Unsicherheit oft verstärkt und das Gangbild verändert, was zu einem Teufelskreis führt. Häufige Auslöser sind auch Medikamentennebenwirkungen und altersbedingte Veränderungen. 

Carl Jung: Wiederhole das mit geschlossenen Augen diese Person kann nicht aufhören an dich zu denken

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Was fehlt bei Gangunsicherheit?

Ein Vitamin-B12-Mangel beginnt oft mit einem Kribbeln in den Füßen oder Gangunsicherheit. Unbehandelt können bleibende Schäden im Rückenmark entstehen“, warnt der Neurologe. Welche Folgen ein Mangel bei älteren Menschen haben kann, zeigt eine Fallstudie eines Forschungsteams aus den Niederlanden.

Was hilft gegen Gangunsicherheit?

Gegen unsicheres Gehen helfen Gleichgewichts- und Muskeltraining (z.B. Einbeinstand, Tandemstand, Kniebeugen), Physiotherapie zur Gangschulung, der Einsatz von Hilfsmitteln wie Gehstöcken und manchmal auch eine Anpassung der Medikation oder Psychotherapie bei psychogenen Ursachen, wobei eine ärztliche Abklärung der Ursache (neurologisch, orthopädisch) entscheidend ist.
 

Wie kann ich mit geschlossenen Augen Gleichgewicht halten?

Wenn dir das zu leichtfällt, gibt es diese Variante für Fortgeschrittene: Bleibe 20 Sekunden mit geschlossenen Augen im Tandemstand stehen. Schaffst du das auch ohne Probleme, ist dein Gleichgewicht bereits sehr ordentlich.

Was ist das Romberg-Syndrom?

Was ist das Parry-Romberg-Syndrom? Das Parry-Romberg-Syndrom, auch Romberg-Syndrom oder progressive faziale Hemiatrophie genannt, ist eine Erkrankung, bei der das Gewebe einer Gesichtshälfte allmählich abgebaut wird . Mit der Zeit schrumpft das Weichgewebe (Muskeln und Fettgewebe), die Gesichtsknochen können sich verändern und die Haut kann dünner werden.

Wann sollte man zu einem Neurologen gehen?

Sie sollten zum Neurologen gehen, wenn Sie anhaltende Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen, Zittern, Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Gangunsicherheit oder Sprachproblemen haben, um Erkrankungen des Nervensystems (Gehirn, Rückenmark, Nerven) abklären zu lassen, wobei ein akuter Schlaganfall ein Notfall (112) ist. Eine Überweisung erfolgt meist über den Hausarzt, der die ersten Anzeichen erkennt und die Notwendigkeit einer spezialisierten Untersuchung feststellt. 

Was kann man mit geschlossenen Augen sehen?

Wenn man die Augen schließt, sieht man Farbtupfer, Muster und Lichter (Phosphene) auf dunklem Grund, da die Netzhautzellen (Stäbchen und Zapfen) weiterhin Signale senden, was als Nachbilder und elektrische Aktivität des Gehirns interpretiert wird. Oft ist auch ein dominierendes Rot-Grau zu sehen, weil Licht durch die blutgefäßreiche Haut der Lider dringt. Diese harmlosen Phänomene können bei starkem Druck auch als helle Flecken erscheinen.
 

Welche Ursachen kann Schwindel bei geschlossenen Augen haben?

Schwindel bei geschlossenen Augen deutet oft auf eine Störung des Gleichgewichtsorgans (Innenohr) hin, da die visuellen Informationen fehlen, die normalerweise das Gleichgewichtssystem unterstützen, und eine Beeinträchtigung des Vestibularapparats deutlich wird, wie beim Romberg-Test sichtbar wird. Ursachen können harmloser Lagerungsschwindel (gutartig), aber auch HWS-Verspannungen oder seltenere neurologische Probleme sein, weshalb eine genaue Diagnose durch einen Arzt wichtig ist, um die Ursache zu finden und gezielt zu behandeln. 

Welche Krankheit beeinträchtigt das Gleichgewicht?

Möglich sind beispielsweise Stoffwechselstörungen, Unterzuckerung, ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, Flüssigkeitsmangel, Sonnenstich und Hitzeschlag, Kopfverletzungen, Hirnhautentzündungen, Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Nervenerkrankungen.

Wie lange sollte man auf einem Bein mit geschlossenen Augen stehen können?

Wie lange man mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen kann, hängt vom Alter ab; jüngere Erwachsene (18-39) sollten etwa 9 bis 15 Sekunden schaffen, während die Zeit mit zunehmendem Alter abnimmt – bei über 70-Jährigen sind es oft nur noch 2 bis 5 Sekunden, wobei bereits 10 Sekunden ein guter Indikator für langfristige Fitness sind. Der Flamingo-Test (Einbeinstand mit geschlossenen Augen) misst das Gleichgewicht und zeigt die altersgemäße Fitness an, wobei Zeiten unter dem Durchschnitt auf ein Training hinweisen. 

Wie äußert sich neurologischer Schwindel?

Neurologischer Schwindel äußert sich durch plötzliche Stand- und Gangunsicherheit, Schwanken, Drehschwindel, oft begleitet von ernsten neurologischen Symptomen wie Doppelbildern, Sprach-/Schluckstörungen, Gesichtslähmungen, Taubheit, Kribbeln oder Lähmungen in Armen/Beinen, sowie vegetativen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Herzrasen, was sofortige ärztliche Abklärung (Neurologe, HNO-Arzt) erfordert, da es auf Schlaganfall, MS, Parkinson oder Hirntumore hindeuten kann. 

Was ist der Flamingo Stand?

Der sogenannte Flamingo-Test ist das Ergebnis einer Studie, die im internationalen Wissenschaftsmagazin Plos One veröffentlicht wurde. Darin wird mit dem Einbeinstand eine simple Übung beschrieben, die zeigen soll, ob Muskelkraft, Gleichgewichtssinn und die körperliche Verfassung dem Alter entsprechen.

Was ist der Romberg-Stehversuch?

Der Romberg-Test ist ein einfacher, neurologischer Stehtest zur Beurteilung des Gleichgewichtssinns und der Koordination (Ataxie), bei dem eine Person mit geschlossenen Füßen und Augen (zuerst offen, dann geschlossen) steht, um zu prüfen, ob Schwankungen zunehmen, was auf eine Störung hinweisen kann, oft verursacht durch Probleme mit dem Innenohr, Rückenmark oder Kleinhirn. Er hilft Ärzten, zwischen verschiedenen Ursachen für Gleichgewichtsprobleme zu unterscheiden, indem er das Zusammenspiel von Sehen, Propriozeption (Körperwahrnehmung) und vestibulärem System prüft.
 

Was ist das Howship-Romberg-Syndrom?

Das Howship-Romberg-Zeichen ist ein Test zur Bestätigung der Diagnose einer Obturatorhernie. Ein positives Ergebnis liegt vor, wenn sich der Schmerz bei Abduktion, Extension oder Innenrotation des Knies über die mediale Seite des Oberschenkels erstreckt.

Wann ist der Romberg-Test positiv?

Wenn das Schließen der Augen zu einer signifikanten Abnahme der Stabilität führt, wird das Romberg-Zeichen positiv bewertet und ist ein Hinweis auf eine sensorische Dysfunktion. Ein negatives Romberg-Zeichen spricht für eine Kleinhirnkrankheit als Ursache der Ataxie.

Warum kann ich mit geschlossenen Augen nicht auf einem Bein stehen?

Der Einbeinstand mit geschlossenen Augen (Romberg-Test) wird schwierig oder unmöglich, weil das Gehirn auf visuelle Informationen verzichtet, die normalerweise das Gleichgewicht unterstützen, und stattdessen stärker auf Propriozeption (Körperwahrnehmung) und den Vestibularapparat (Innenohr) angewiesen ist, wodurch Defizite in diesen Systemen sofort sichtbar werden und das Schaukeln zunimmt, bis man das Gleichgewicht verliert. 

Kann man Sehschwäche wegtrainieren?

Allerdings sollten Sie die Übungen nicht als Wunderkur oder Allheilmittel verstehen, denn eine Sehschwäche „wegtrainieren“ ist nicht möglich. Schließlich lässt sich leider weder eine zunehmend verhärtende Augenlinse noch ein angeborener anatomischer Fehler im Auge durch gestärkte Muskulatur rückgängig machen.

Wie schaffe ich es, auf einem Bein zu stehen?

Um auf einem Bein zu stehen, starte an einer Wand oder einem Stuhl für Halt, hebe ein Bein leicht an (oder ziehe es zum Oberkörper), fixiere einen Punkt am Boden und halte die Position für 20-30 Sekunden, bevor du die Seite wechselst, und steigere die Schwierigkeit durch Armbewegungen oder das Schließen der Augen, wenn du sicherer wirst. 

Welche Krankheit steckt hinter Gangunsicherheit?

Neurologische Ursachen – Schädigungen oder Erkrankungen der Nerven, die zu einer Unsicherheit beim Gehen und Stehen führen, z.B. multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Demenz-Erkrankungen, funikuläre Myelose (Vitamin-B12-Mangel) etc.

Welche Symptome treten bei einer Nervenkrankheit in den Beinen auf?

Neuropathie in den Beinen, meist als Polyneuropathie, äußert sich durch Kribbeln, Brennen, Taubheit, Ameisenlaufen und Schmerzen, die oft in den Füßen beginnen und aufsteigen; typisch sind auch Muskelschwäche, Krämpfe, Gangunsicherheit und Fehl- oder Missempfindungen (Hitze/Kälte), da Nervenfasern geschädigt sind und die Informationsübertragung gestört ist, wobei Diabetes, Alkohol und Medikamente häufige Auslöser sind. Langfristig kann dies zu Muskelschwund und ernsten Verletzungen führen, eine genaue Diagnose und Behandlung der Ursache sind entscheidend.
 

Wann beginnt Altersschwindel?

Altersschwindel (multifaktorieller Schwindel) beginnt typischerweise ab ca. 65 Jahren, kann aber auch schon bei Menschen über 50 auftreten und nimmt mit dem Alter zu (ca. 30 % der über 70-Jährigen betroffen), wobei er selten eine normale Alterserscheinung, sondern oft ein Symptom für zugrundeliegende Probleme wie Innenohr- oder Durchblutungsstörungen ist, die behandelt werden können. 

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