Warum ist Riester gescheitert?
Gefragt von: Susanna Berg | Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026sternezahl: 4.7/5 (57 sternebewertungen)
Die Riester-Rente gilt als gescheitert, weil sie wegen hoher Kosten, intransparenter Strukturen und niedriger Renditen für viele unattraktiv wurde, was zu millionenfachen Kündigungen und mangelnder Neuabschlüsse führte, obwohl sie ursprünglich die Rentenlücke schließen sollte und durch staatliche Zulagen gefördert wurde, aber oft am Ende wenig Ertrag brachte und sogar die Inflation nicht schlug.
Was ist das Problem mit Riester?
Die größten Probleme der Riester-Rente sind hohe Kosten (Abschluss- und Verwaltungskosten), die Renditeschwäche durch die gesetzliche Beitragsgarantie, die zu konservativen Investments zwingt, und die Komplexität der Verträge, die zu Fehlern bei der Zulagenbeantragung führt. Dies resultiert oft in einer niedrigen Nettorendite, bei der die staatlichen Förderungen die hohen Kosten kaum ausgleichen, sowie in einer nachträglichen Besteuerung der Renten im Alter. Auch die eingeschränkte Vererbbarkeit und die Intransparenz sind Kritikpunkte, weshalb die Verträge tendenziell sinken.
Warum kein Riester mehr?
Kritikpunkte: Niedrige Zinsen, hohe Kosten und komplizierte Vertragsbedingungen machen die Riester-Rente für viele unattraktiv. Die Rendite ist oft gering. Alternativen: ETFs, Fonds oder andere flexible Anlageformen bieten oft höhere Renditen und geringere Kosten als die Riester-Rente.
Warum werden so viele Riester-Verträge gekündigt?
Hohe Kosten und niedrige Renditen machen diese Option zunehmend unattraktiv. Bestehende Verträge werden zudem vielfach nicht mehr bespart. Für Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu ist das Vorhaben, eine verlässliche Altersvorsorge durch die staatlich geförderte Riester-Rente zu ermöglichen mittlerweile gescheitert.
Warum ist die Riester-Rente ein Flop?
Die Hauptnachteile der Riester-Rente sind hohe Kosten, niedrige Renditen aufgrund der Beitragsgarantie (die zu zinsarmen Anlagen zwingt), komplexe Verträge, die volle Besteuerung der Rentenzahlungen im Alter und eingeschränkte Verfügbarkeit des Kapitals, was die Attraktivität gegenüber Alternativen wie ETFs mindert. Auch Geringverdiener haben oft wenig Vorteil, da die Grundsicherung ihre „Aufstockung“ mindert.
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Warum gilt die Riester-Rente als gescheitert?
Die Riester-Rente gilt oft als gescheitert wegen hoher Kosten, Intransparenz und niedriger Renditen, die den Nutzen schmälern, besonders bei Versicherungsverträgen. Kritisiert werden auch bürokratische Hürden, die vielen Sparern die volle staatliche Zulage verwehren und Verträge unattraktiv machen, wodurch viele Riester-Verträge stillgelegt oder gekündigt werden.
Ist die Riester-Rente heute noch sinnvoll?
Wenn Sie gut verdienen, lohnt sich eine Riester-Rente besonders für Sie. Für die volle Riester-Zulage zahlen Sie höhere Sparbeiträge ein (4 Prozent aus dem Einkommen des Vorjahrs, begrenzt auf 2.100 Euro, abzüglich eventueller Zulagen). Dies wirkt sich aber auch positiv auf Ihren Steuervorteil aus.
Wie alt muss man werden, damit sich Riester lohnt?
Die Riester-Rente sieht abgesehen von wenigen Ausnahmen die Zahlung einer lebenslangen Rente durch einen Versicherer vor. Die rechnet sich oft nur, wenn man 95 Jahre und älter wird. Ein Riester-Vertrag muss auch Ihrem Bedarf entsprechen. Es gibt oft passendere Optionen, für das Alter vorzusorgen.
Soll man die Riester-Rente stilllegen?
Ja, eine Riester-Rente stillzulegen (beitragsfrei zu stellen) ist oft sinnvoller als eine Kündigung, da Sie das angesparte Guthaben und die staatlichen Zulagen nicht zurückzahlen müssen und das Kapital weiter verzinst wird, auch wenn keine neuen Zulagen fließen und Sie die Beiträge pausieren können. Eine Kündigung führt fast immer zu Verlusten, da erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden, was sie zur schlechtesten Option macht, besonders bei Verträgen mit langer Laufzeit.
Welche Alternativen gibt es zur Riester-Rente?
Alternativen zur Riester-Rente sind unter anderem die Rürup-Rente (Basisrente) (Steuervorteile), die betriebliche Altersvorsorge (bAV) (oft mit Arbeitgeberzuschuss), private Rentenversicherungen (klassisch oder fondsgebunden), ETFs und Fonds-Sparpläne (flexibel) sowie für Selbstständige die freiwillige gesetzliche Rentenversicherung, je nach individueller Situation und Bedürfnissen. Auch eine Kombination verschiedener Modelle ist sinnvoll, wobei die Regierung plant, die Riester-Rente durch eine flexiblere, staatlich geförderte Alternative zu ersetzen.
Was ändert sich 2025 bei Riester-Rente?
Bei Einführung der Riester-Rente lag der gesetzliche Garantiezins, der generell für die gesamte Dauer eines Vertrags gilt, noch bei 3,25 Prozent. Nach jahrelangem Sinkflug bis auf 0,25 Prozent wurde er zu Jahresbeginn 2025 auf 1 Prozent angehoben.
Ist es sinnvoll, die Riester-Rente zu kündigen?
Nein, eine Kündigung der Riester-Rente ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da Sie staatliche Zulagen und Steuervorteile komplett zurückzahlen müssen und oft sogar weniger herausbekommen, als Sie eingezahlt haben – ein sogenannter "förderschädlicher" Vorgang. Sinnvoller sind Alternativen wie Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen), Beitragsreduzierung oder ein Anbieterwechsel, um Verluste zu minimieren und die Altersvorsorge zu erhalten, meint Finanztip.
Was ändert sich 2026 bei der Rente?
2026 steigt der Steuergrundfreibetrag auf 12.348 Euro. Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente ebenfalls: Menschen, die 2026 in Rente gehen, müssen diese zu einem Anteil von 84 Prozent versteuern. Die übrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei.
Wann wird Riester abgeschafft?
Ab 2027 können allerdings keine Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden.
Warum hat die Riester-Rente einen schlechten Ruf?
Wenig Rente nach einer langen Phase des Ansparens: Die Riester-Rente leistet Experten zufolge keine ausreichende private Zusatzvorsorge fürs Alter. Sie bemängeln, dass hohe Gebühren einen Gutteil des Kapitals schon vor Rentenantritt aufzehren.
Kann man bei Riester Geld verlieren?
Ihr Geld dient nicht mehr der Altersvorsorge und Sie verlieren Ihren Anspruch auf staatliche Förderung, in Form Ihrer vorhandenen Zulagen und Steuerermäßigungen. Bevor Sie sich also für diesen Schritt entscheiden, prüfen Sie zunächst, ob nicht eine der Alternativen für Sie infrage kommt.
Wann sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?
Die Riester-Rente wird normalerweise mit dem Eintritt in die Regelaltersrente ausgezahlt, aber frühestens mit 62 Jahren (Verträge vor 2012: ab 60 Jahren), wobei eine vollständige Einmalauszahlung von bis zu 30 % des Guthabens möglich ist, der Rest wird lebenslang monatlich gezahlt. Eine frühere Auszahlung ist möglich, führt aber zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen.
Was passiert mit der Riester-Rente, wenn man vorher stirbt?
Bei Tod des Riester-Sparers geht das Guthaben an Ehepartner oder Kinder, wobei staatliche Förderungen nur bei Übertragung auf einen eigenen Riester-Vertrag des Ehepartners oder bei Auszahlung an kindergeldberechtigte Kinder erhalten bleiben; ansonsten müssen Zulagen zurückgezahlt werden, in der Rentenphase sichert eine Rentengarantiezeit die Zahlungen für den Partner ab.
Wie komme ich aus Riester raus?
Eine Riester-Rente kann man kündigen, muss aber mit finanziellen Verlusten rechnen, da Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, was den Rückkaufswert mindert. Die Kündigung erfolgt schriftlich mit Vertragsnummer, Widerruf der Einzugsermächtigung und Angabe der Bankdaten, meist mit 6 Wochen Frist zum Monatsende. Alternativen sind Beitragsfreistellung, Pausieren oder Anbieterwechsel, was oft vorteilhafter ist, da die Kündigung wegen der "schädlichen Verwendung" meist nicht ratsam ist.
Wird die Riester-Rente von der Altersrente abgezogen?
Nein, die Riester-Rente wird nicht von der gesetzlichen Rente abgezogen, sondern beide Rentenarten werden addiert und ergeben Ihr Gesamteinkommen im Alter, wobei die Riester-Rente später nachgelagert versteuert wird. Sie erhalten also sowohl Ihre gesetzliche Rente als auch Ihre ausgezahlte Riester-Rente zusätzlich, was Ihr Einkommen im Alter erhöht, auch wenn die Riester-Zahlungen zur Besteuerung herangezogen werden.
Wie viel Rente braucht man, um gut leben zu können?
Um einen guten Lebensstandard im Alter zu halten, braucht man meist 70 bis 80 % des letzten Nettogehalts, da die Ausgaben sinken, aber auch neue Kosten wie Pflege entstehen können. Ein guter Richtwert sind mindestens 1.800 € netto pro Monat für einen Single-Haushalt, um die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland zu decken. Für ein sorgenfreies Leben mit mehr Freiraum sollten Sie jedoch deutlich mehr einplanen, da die gesetzliche Rente oft nicht ausreicht, um den gewohnten Standard zu sichern.
Ist die Riester-Rente für Gutverdiener sinnvoll?
Attraktiv ist die Riester-Rente für Gutverdiener vor allem aufgrund der damit möglichen Steuervorteile. Je höher der Steuersatz des Riesternden, desto lukrativer sind die dadurch erzielten Steuervorteile. Eine Kombination mit der Rürup-Rente ist möglich und kann sich zusätzlich lohnen.
Warum macht Riester keinen Sinn?
Die Aussage "Riester-Rente lohnt sich nicht" ist pauschal falsch, aber die Kritikpunkte (hohe Kosten, niedrige Zinsen, Komplexität, Beitragsgarantie, Besteuerung) machen sie für viele unattraktiv, insbesondere für Gutverdiener; sie kann sich aber für Geringverdiener, Familien mit Kindern und Berufseinsteiger lohnen, wenn Zulagen voll ausgeschöpft werden und der richtige Vertrag gewählt wird. Die Rendite ist oft geringer als bei Alternativen wie ETFs, da die gesetzliche Garantie die Anbieter zu risikoarmer, zinsarmer Anlage zwingt.
Warum scheiterte die Riester-Rente?
Die Riester-Rente gilt oft als gescheitert wegen hoher Kosten, Intransparenz und niedriger Renditen, die den Nutzen schmälern, besonders bei Versicherungsverträgen. Kritisiert werden auch bürokratische Hürden, die vielen Sparern die volle staatliche Zulage verwehren und Verträge unattraktiv machen, wodurch viele Riester-Verträge stillgelegt oder gekündigt werden.
Ist die Riester-Rente ein Flop?
Die Riester-Rente gilt oft als „Flop“, weil sie trotz staatlicher Förderung wegen hoher Kosten, geringer Renditen, mangelnder Flexibilität und intransparenter Verträge viele Sparer enttäuscht hat, mit geringen Auszahlungen und vielen gekündigten oder ruhenden Verträgen. Die Kritik ist so groß, dass die Regierung plant, sie durch ein einfacheres, attraktiveres System zu ersetzen, aber bestehende Verträge weiterlaufen oder gewechselt werden können.
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