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Warum hat man bei Rheuma nachts Schmerzen?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Mechthild Jahn  |  Letzte Aktualisierung: 18. März 2026
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Rheuma verursacht nachts Schmerzen durch einen Teufelskreis aus Entzündung und Schlafstörung, da entzündungsfördernde Botenstoffe nachts aktiver sind, während das körpereigene Cortisol (entzündungshemmend) sinkt, was die Schmerzempfindlichkeit erhöht und die Gelenke steif macht. Diese nächtlichen Schmerzen führen zu schlechtem Schlaf, was wiederum die Entzündung verstärkt und den Schmerz weiter verschlimmert, besonders bei Morgensteifigkeit und in Ruhe.

Was will der Körper mit Rheuma sagen?

Was passiert bei Rheuma im Körper? Rheuma wird hauptsächlich durch Entzündungen verursacht, die zumeist die Gelenke betreffen. Die Entzündungen können sich aber auch auf Muskeln, Blutgefäße, Bindegewebe sowie andere Organe ausweiten und dabei leichte bis starke Schmerzen hervorrufen.

Warum sind Entzündungen nachts schlimmer?

Die Aktivität des Immunsystems wird u.a. durch das körpereigene entzündungshemmende Hormon Cortisol reguliert. Im Rahmen eines entzündlichen Prozesses kann es also dazu kommen, dass entzündungsfördernde Zytokine in der Nacht aktiver sind, die entzündungshemmenden Zytokine hingegen weniger aktiv.

Warum kann man bei Rheuma nicht schlafen?

Schlafstörungen gehören zum Krankheitsbild des rheumatischen Formenkreises, besonders bei Fibromyalgie dazu. „Das hat zum einen mit entzündungsfördernden Botenstoffen zu tun, die auch den Schlaf beeinflussen. Zum anderen sind es schlicht und einfach Schmerzen, die viele Rheumabetroffene um den Schlaf bringen.

Warum verschlimmern sich Schmerzen nachts?

Schmerzen sind nachts oft schlimmer, weil unser Hormonspiegel (weniger entzündungshemmendes Cortisol), die innere Uhr und die fehlende Ablenkung die Schmerzwahrnehmung verstärken; dazu kommen nächtliche Druckpunkte, schlechtere Durchblutung oder angestaute Verspannungen, die sich in Ruhe zeigen und die Schmerzsignale intensivieren.
 

Rheuma: 5 Anzeichen, die Du kennen solltest!

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Sind rheumatische Schmerzen nachts häufig?

Rheumaschmerzen nachts sind häufig und oft schlimmer, weil Entzündungen im Körper zunehmen, der entzündungshemmende Cortisolspiegel sinkt und die Schmerzwahrnehmung in Ruhephasen steigt, was Schlafstörungen verursacht und diese wiederum die Krankheit verstärken kann. Typisch sind Gelenkschmerzen (oft Finger- und Zehengelenke), Morgensteifigkeit und Bewegungsschmerzen, besonders bei entzündlichen Formen wie Rheumatoider Arthritis oder Polymyalgia rheumatica. Ein guter Bettenkomfort und die Therapie der Grunderkrankung sind wichtig.
 

Sind die Entzündungsschmerzen nachts stärker?

Entzündungen nehmen zu, wenn man sich ausruht

Entzündungen nehmen nachts tendenziell zu, da der Körper im Schlaf weniger entzündungshemmende Hormone wie Cortisol produziert . Fehlen diese Hormone, die die Entzündung normalerweise im Zaum halten, können Schwellungen, Steifheit und Gelenkschmerzen vor dem Schlafengehen verstärkt auftreten.

Was sollte man mit Rheuma nicht machen?

Verzichten sollten Rheuma-Patienten hingegen auf Kohlenhydrate wie Zucker und Weißmehl, auf Schweinefleisch, verarbeitete Lebensmittel und Omega-6-haltige Öle. "Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind oft entzündungsfördernd. Schweinefleisch enthält viel Arachidonsäure.

Hat man bei Rheuma Schmerzen im Ruhezustand?

Anfangs macht sich eine rheumatoide Arthritis meist in den kleinen Finger- und Zehengelenken bemerkbar. Mit häufig plötzlichem Beginn schwellen die entzündeten Gelenke an. Sie schmerzen in Ruhe und sind empfindlich auf Druck, häufig überwärmt, aber nur selten gerötet.

Wie zeigt sich ein Rheumaschub?

Ein Rheumaschub äußert sich durch verstärkte Gelenkschmerzen, Schwellungen, Rötungen, Überwärmung und Morgensteifigkeit, oft begleitet von allgemeiner Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Gewichtsverlust, da die Entzündung im Körper zunimmt, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt und eine ärztliche Anpassung der Therapie notwendig macht. 

Was tun, wenn man nachts vor Schmerzen nicht schlafen kann?

Wenn Schmerzen den Schlaf rauben, hilft oft eine Kombination aus Entspannungstechniken, Wärmeanwendungen wie Kirschkernkissen, pflanzlichen Mitteln (Baldrian, Hopfen), der richtigen Schlafhygiene (kühle, dunkle Umgebung, feste Zeiten) und bei Bedarf leichten Schmerzmitteln nach Rücksprache mit dem Arzt, um den Teufelskreis aus Schmerz und Schlafmangel zu durchbrechen. Wichtig ist, den Arzt bei anhaltenden Problemen zu konsultieren, da Schmerz die Schmerzwahrnehmung verstärkt.
 

Warum tun Gelenke nachts weh?

Wie entstehen Gelenkschmerzen nachts? Nächtliche Gelenkschmerzen zum Beispiel im Knie deuten meist auf eine Entzündung im betroffenen Gelenk hin. Eine rheumatoide Arthritis oder entzündlich aktivierte Arthrose kann für den Gelenkschmerz verantwortlich sein.

Wie erkenne ich, ob ich Rheuma oder Arthrose habe?

Um Rheuma von Arthrose zu unterscheiden, sind ärztliche Tests entscheidend, die Blutuntersuchungen (Entzündungswerte, Rheumafaktoren, Antikörper) und bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, Röntgen) umfassen; Online-Tests oder Fragebögen können erste Hinweise geben, ersetzen aber nie den Arztbesuch, da Rheuma oft mit morgendlicher Steifigkeit, Überwärmung und Schwellung einhergeht, während Arthrose eher belastungsabhängig ist und zu knöchernen Verdickungen führt.
 

Was passiert im schlimmsten Fall bei Rheuma?

Eine rheumatoide Arthritis kann in allen Gelenken des Körpers Probleme verursachen und den Gelenkknorpel sowie den Knochen schädigen. Im schlimmsten Fall zerstört die Krankheit das Gelenk. Die ersten Sypmptome zeigen sich meistens in den Finger- und Fußgelenken, manchmal auch an Ellenbogen, Knöcheln oder Knien.

Wo lebt man am besten mit Rheuma?

Am besten lebt man mit Rheuma an Orten mit mildem, konstantem Klima, die Kurorte mit Thermalbädern (wie Bad Kissingen, Aachen) oder Seeklimata (Ostsee, Mittelmeer) bieten, da Wetterwechsel und Kälte Schmerzen oft verschlimmern; wichtig sind auch ein angepasster, nicht-körperlich anstrengender Arbeitsplatz und die Nähe zu Rheuma-Spezialkliniken für optimale medizinische Versorgung. 

Was verwechselt man mit Rheuma?

Rheuma und Arthritis sind Begriffe, die oft miteinander verwechselt werden. Beides sind komplexe Krankheitsbilder, die den Bewegungsapparat betreffen und zu starken Einschränkungen und Schmerzen führen können.

Warum tut Rheuma so weh?

Die Schmerzen werden durch Entzündungsprozesse im Körper ausgelöst und treten überwiegend in Gelenken und Sehnen auf. Egal ob alt oder jung: Die Diagnose Rheuma kann Menschen aus jeder Altersgruppe treffen.

Wird Rheuma im Alter schlimmer?

„Bei älteren Menschen beginnt die Erkrankung plötzlicher und heftiger als bei jüngeren“, sagt Kiltz. Oft treten neben den Gelenkbeschwerden auch allgemeine Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen auf. Zudem seien häufiger als bei jüngeren Patienten auch die großen Gelenke betroffen.

Welches Rheuma ist nicht im Blut nachweisbar?

Es gibt mehrere rheumatische Erkrankungen, die oft nicht über typische Blutmarker wie den Rheumafaktor (RF) oder hohe Entzündungswerte (CRP, BSG) nachweisbar sind, darunter die Fibromyalgie, bestimmte Formen der Psoriasis-Arthritis (Gelenkbeschwerden bei Schuppenflechte) und Seronegative Spondylarthritiden (z.B. Morbus Bechterew) sowie die chronische Polyarthritis (Rheumatoide Arthritis) in frühen Stadien, die als seronegativ gilt. Auch Morbus Still des Erwachsenen (AOSD) zeigt oft keinen Rheumafaktor, aber andere spezifische Entzündungswerte. 

Was hilft sofort bei Rheuma?

Bei einem akuten Rheumaschub, der bereits mit Entzündungen einhergeht, können kühle Anwendungen helfen. Quark- oder Heilerdepackungen sind hier angenehm. Quark wird dabei fingerdick auf das betroffene Gelenk aufgetragen, sobald er zu trocknen beginnt, wird er entfernt.

Was verschlimmert rheumatoide Arthritis?

Zur Linderung der Symptome von RA ist es immer ratsam, die richtigen Lebensmittel zu essen und Lebensmittel zu vermeiden, die reich an Zucker, gesättigten Fettsäuren, Transfetten, Omega-6-Fettsäuren, MS, Gluten, Aspartam und Alkohol sind, da diese Entzündungen auslösen können.

Welches Vitamin fehlt häufig bei Rheuma?

Bei Rheuma fehlen oft Vitamin D (wichtig für Immunsystem & Gelenke), Vitamin E und C (Antioxidantien gegen Entzündungen), sowie manchmal B-Vitamine (B1, B12, Folsäure), da Medikamente deren Aufnahme beeinträchtigen können und der Körper durch Entzündungen mehr braucht. Ein Mangel kann Entzündungen verstärken und Schmerzen sowie Osteoporose-Risiko erhöhen, daher ist eine gezielte Zufuhr wichtig. 

Warum habe ich nachts so starke Schmerzen?

Es gibt viele Gründe, warum Muskelkrämpfe oder Körperschmerzen nur nachts auftreten können. Häufige Ursachen für nächtliche Schmerzen sind: Hormonelle Schwankungen – die Produktion des entzündungshemmenden Hormons Cortisol sinkt um Mitternacht auf ihren Tiefststand, was bei bestimmten Erkrankungen zu verstärkten Beschwerden führen kann.

Warum sind meine Schmerzen nachts schlimmer?

Schmerzen sind nachts oft schlimmer, weil unser Hormonspiegel (weniger entzündungshemmendes Cortisol), die innere Uhr und die fehlende Ablenkung die Schmerzwahrnehmung verstärken; dazu kommen nächtliche Druckpunkte, schlechtere Durchblutung oder angestaute Verspannungen, die sich in Ruhe zeigen und die Schmerzsignale intensivieren.
 

Wie kann ich Entzündungen in der Nacht reduzieren?

Schlafmangel kann Entzündungen im Körper auslösen . Für einen erholsamen Schlaf sollten Sie jeden Morgen zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen, vor dem Zubettgehen alle Bildschirme ausschalten und in einem dunklen, leicht kühlen Zimmer schlafen. Bewegen Sie sich regelmäßig. Schon 20 Minuten moderate Bewegung können Entzündungen vorbeugen.

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