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Warum gibt es noch keine Kernfusion?

Gefragt von: Helge Springer  |  Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2026
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Kernfusion ist noch nicht kommerziell verfügbar, weil extrem hohe Temperaturen (Millionen Grad) und Drücke benötigt werden, um leichte Atomkerne zu verschmelzen, was massive technische Herausforderungen mit sich bringt: Die Erzeugung und Einspeisung von Energie muss effizienter werden, Materialien müssen extremen Bedingungen standhalten, und der Brennstoff Tritium muss zuverlässig im Reaktor selbst hergestellt werden können – alles Dinge, die derzeit noch in der Forschung stecken und nicht wirtschaftlich gelöst sind.

Warum gibt es noch keine Fusionsreaktoren?

Es gibt weltweit noch keinen Netzstrom erzeugenden Fusionsreaktor. Die technischen Hürden sind hoch, ein Fusionsreaktor muss extrem hohe Drücke und Temperaturen erzeugen, um die Fusion in Gang zu setzen.

Wann wird Kernfusion tatsächlich möglich sein?

Kernfusion ist noch nicht kommerziell nutzbar, aber es gibt große Fortschritte; erste Demonstrationsreaktoren könnten in den 2030er-Jahren Strom liefern, während marktreife, wirtschaftliche Kraftwerke wahrscheinlich erst in 25-35 Jahren oder sogar erst Mitte der 2040er-Jahre realistisch sind, mit großen technischen Herausforderungen wie der Aufrechterhaltung des Plasmas und der Wirtschaftlichkeit im Wettbewerb mit erneuerbaren Energien. 

Was ist das Problem bei der Kernfusion?

Die größten Probleme der Kernfusion sind die Erzeugung und das Halten extrem hoher Temperaturen (Millionen Grad Celsius) und Drücke, die das Plasma in einem stabilen Zustand zu halten, sowie Materialprobleme durch intensive Neutronenbestrahlung und die aufwendige Tritium-Produktion, weshalb großtechnische Fusionskraftwerke noch lange nicht marktreif sind und viele technische Hürden zu überwinden sind, um einen netztauglichen Betrieb zu erreichen. 

Was ist das Problem mit der Kernfusion?

Eine der größten Herausforderungen bei der Fusionsreaktion ist der Umgang mit Neutronenstrahlung . Die bei der Fusion entstehenden Neutronen können mehrere zehn Zentimeter weit in die Sicherheitszelle eindringen und die Bestandteile beschädigen.

Energie der Zukunft oder kompletter Reinfall? - Fusionsenergie erklärt

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Warum verfügen wir noch nicht über Fusionsenergie?

Auf der Erde benötigen wir Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius und einen extremen Druck, um Deuterium und Tritium zur Fusion zu bringen , sowie einen ausreichenden Einschluss, um das Plasma zu halten und die Fusionsreaktion lange genug aufrechtzuerhalten, damit ein Nettoenergiegewinn erzielt wird, d. h. das Verhältnis der erzeugten Fusionsenergie zu der Energie, die zum Erhitzen des Plasmas verwendet wurde.

Wie realistisch ist Kernfusion?

Ja, Kernfusion ist physikalisch möglich und wurde in Experimenten (wie am JET) nachgewiesen, aber eine kommerzielle Stromerzeugung ist noch nicht realisiert und steht vor großen technischen Herausforderungen, wobei große Forschungsprojekte wie ITER den Weg ebnen, aber noch Jahrzehnte bis zur ersten Stromerzeugung vergehen könnten, da mehr Energie hineinstecken muss, als herauskommt.
 

Wie lange noch bis zur Kernfusion?

Deutschland will erstes Fusionskraftwerk bauen

Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen mehr als zwei Milliarden Euro in die Fusionsforschung fließen. Bis Mitte der 2030er sollen technologische Ansätze weiterentwickelt und in der zweiten Hälfte der 2040er dann Fusionskraftwerke gebaut und in Betrieb genommen werden.

Welche drei Nachteile hat die Kernfusion?

Fusionsreaktoren haben jedoch andere schwerwiegende Probleme, die auch die heutigen Spaltreaktoren betreffen, darunter Schäden durch Neutronenstrahlung und radioaktiver Abfall, die mögliche Freisetzung von Tritium, die Belastung der Kühlmittelressourcen, überhöhte Betriebskosten und ein erhöhtes Risiko der Verbreitung von Kernwaffen.

Ist Kernfusion auf der Erde möglich?

Ende der 1990er-Jahre zeigten die Wissenschaftler der europäischen Versuchsanlage JET in Grossbritannien, dass die Kernfusion auf der Erde grundsätzlich möglich ist. Aufgrund dieses Erfolgs haben sich zahlreiche Länder zusammengefunden und im Jahr 2006 die ITER-Organisation gegründet.

Wie sieht die Zukunft der Kernfusion aus?

Fusionen werden künftig eine wichtige Rolle im Strommix spielen.

Im günstigsten Szenario mit Investitionskosten von 2.800 US-Dollar/kW im Jahr 2050 könnte der Anteil der Fusionsenergie an der Stromerzeugung bis 2100 bis zu 50 % erreichen . Selbst im teuersten Szenario mit 11.300 US-Dollar/kW wird prognostiziert, dass die Fusionsenergie bis 2100 10 % der globalen Stromerzeugung ausmachen wird.

Was ist das Gegenteil von Kernfusion?

Wenn die bei einer Nuklearreaktion entstehenden Atomkerne stärker gebunden sind als die Originale, dann kann Energie durch Kernfusion gewonnen werden. Für Kernspaltung gilt das Gegenteil. Es stellt sich heraus, dass Atomkerne von etwa der Größe des Eisens am stärksten gebunden sind.

Ist bei einem 12-Jährigen eine Fusion erreicht worden?

Der amerikanische Teenager Jackson Oswalt baute im Alter von nur 12 Jahren in seinem Schlafzimmer einen funktionierenden Kernfusionsreaktor . Mithilfe von Deuteriumgas und etwa 27 Millionen Volt Energie gelang ihm die erfolgreiche Kernfusion – und er wurde dafür von Guinness World Records als jüngster Mensch aller Zeiten anerkannt, dem dies gelungen ist.

Ist mit Kernfusion in Zukunft zu rechnen?

Experten sprechen von Zeiträumen von 25 bis 35 Jahren bis Kernfusion tatsächlich Energie liefern könnte. Und das ist eine Hoffnung mit vielen Fragezeichen. Ob Kernfusion jemals ein relevanter Energieträger wird, ist nicht absehbar und wird von einigen Experten auch in Frage gestellt.

Was spricht gegen Kernkraft?

Atomkraft wird abgelehnt wegen unkalkulierbarer Risiken wie Reaktorunfällen und radioaktivem Müll, der langfristige Lagerung erfordert. Zudem ist sie teuer, unwirtschaftlich im Vergleich zu erneuerbaren Energien, stellt Risiken für Proliferation von Atomwaffen dar und verursacht bei der gesamten Produktionskette Umweltschäden, auch wenn sie selbst wenig CO2 freisetzt. Unfälle wie Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die Folgen verheerend sein können.
 

Wo steht das modernste Atomkraftwerk?

Das Kernkraftwerk Brokdorf liegt in Schleswig-Holstein, nahe der Stadt Glückstadt, an der Elbe. Es wurde 1986 in Betrieb genommen und steht seitdem für einen ausnahmslos erfolgreichen Betrieb.

Ist Kernfusion eine Energiequelle der Zukunft?

Kernfusion ist eine vielversprechende, klimaneutrale Energiequelle der Zukunft mit dem Potenzial für nahezu unbegrenzte Energie, aber der Weg zur kommerziellen Stromerzeugung ist noch lang und voller Herausforderungen, mit realistischen Erwartungen an erste Kraftwerke frühestens in 20-25 Jahren und damit zu spät für die Klimaziele 2045, obwohl vielversprechende Forschungsprojekte wie Stellaris in Deutschland und der internationale ITER-Reaktor in Frankreich Fortschritte machen. Die Hauptprobleme liegen in der Erzeugung und Speicherung extremer Temperaturen, der Energiebilanz und der Entwicklung robuster Materialien, weshalb kurzfristig die erneuerbaren Energien entscheidend bleiben.
 

Was ist das Problem der Kernfusion?

Die größten Probleme der Kernfusion sind die Erzeugung und das Halten extrem hoher Temperaturen (Millionen Grad Celsius) und Drücke, die das Plasma in einem stabilen Zustand zu halten, sowie Materialprobleme durch intensive Neutronenbestrahlung und die aufwendige Tritium-Produktion, weshalb großtechnische Fusionskraftwerke noch lange nicht marktreif sind und viele technische Hürden zu überwinden sind, um einen netztauglichen Betrieb zu erreichen. 

Wie umweltfreundlich ist Kernfusion?

Ein Fusionskraftwerk erzeugt keine klimaschädlichen Emissionen. Sicherheitsüberlegungen sind nötig wegen des radioaktiven Tritiums und der energiereichen Fusionsneutronen, die die Wände des Plasmagefäßes aktivieren.

Wird Kernfusion jemals funktionieren?

Dezember 2022 ist es am National Ignition Facility (NIF) in den USA erstmals gelungen, mit Kernfusion eine positive Energiebilanz hinzubekommen. Konkret ist rund eineinhalbmal so viel Energie durch die Fusion entstanden, wie in das Plasma reingesteckt wurde. Rein waren es 2,05 Megajoule, raus 3,1 Megajoule.

Wann endet die Atomkraft in Deutschland?

Deutschland hat den Atomausstieg vollzogen: Die letzten drei Atomkraftwerke (AKWs) – Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 – wurden am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet, womit die zivile Kernenergienutzung beendet ist, ein Beschluss, der 2011 nach der Katastrophe von Fukushima gefasst wurde. Zuvor gab es bereits schrittweise Stilllegungen, beschleunigt durch das Atomgesetz. Die letzten verbliebenen Meiler wurden wegen der Energiekrise kurzzeitig verlängert, aber endgültig abgeschaltet, was zu einem Rückgang der Stromproduktion aus Kernkraft und einem Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien führte.
 

Kann sich Deutschland selbst mit Strom versorgen?

Kann Deutschland sich selbst mit Strom versorgen? Ja. Grundsätzlich gilt: Deutschland kann sich selbst mit Strom versorgen. Tatsächlich wurde 2024 in Deutschland weniger Strom erzeugt als verbraucht wurde: Der Bedarf lag mit 457,8 Milliarden kWh um rund 26 Milliarden kWh höher als die Produktion.

Hat Kernfusion Abfall?

Ja, Kernfusion erzeugt radioaktiven Abfall, aber im Gegensatz zur Kernspaltung handelt es sich hauptsächlich um schwach- bis mittelradioaktive Materialien, die durch die Aktivierung der Reaktorwände entstehen und eine viel kürzere Halbwertszeit haben (oft nur Jahrzehnte statt Jahrtausende), was ein Endlager überflüssig machen und ein schnelles Recycling ermöglichen könnte. Der entstehende Hauptabfall sind die aktivierten Strukturmaterialien, kein langlebiger Spaltmüll wie Plutonium, und das radioaktive Brennstoffisotop Tritium wird im Reaktor selbst erzeugt.
 

Welche Energiequelle ist unendlich?

Eine "unendliche Energiequelle" im Sinne eines Perpetuum Mobile, das Energie aus dem Nichts erzeugt, existiert nicht, da dies gegen die Gesetze der Thermodynamik verstößt; jedoch gelten erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser, Geothermie) als quasi unerschöpflich, weil sie sich natürlich regenerieren und große Potenziale für nachhaltige Energieversorgung bieten, während die Forschung auch neue Wege wie Kernfusion und Betavoltaik mit Atommüll erforscht, um langfristig Energie zu gewinnen.
 

Wie lange war die längste Kernfusion?

Welchen Rekord hat der WEST-Tokamak aufgestellt? Am 12. Februar 2025 haben die Forscher am französischen Fusionsreaktor WEST (Wolfram Environment in Steady-state Tokamak) einen neuen Weltrekord in der Plasmalaufzeit aufgestellt. Sie hielten ein Plasma eben jene 1337 Sekunden lang, also mehr als 22 Minuten, stabil.

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