Warum eidesstattliche Versicherung für Erbschein?
Gefragt von: Frau Wendelin Horn | Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2026sternezahl: 4.3/5 (36 sternebewertungen)
Die eidesstattliche Versicherung beim Erbschein dient dazu, dem Nachlassgericht zu versichern, dass alle Angaben im Antrag wahrheitsgemäß und vollständig sind, besonders bei Tatsachen, die sich nicht durch Urkunden belegen lassen (z.B. das Fehlen weiterer Erben oder Testamente), um die Richtigkeit der Erbfolge zu gewährleisten und Missbrauch zu verhindern, da eine falsche Versicherung strafbar ist.
Kann ich auf die eidesstattliche Versicherung für den Erbschein verzichten?
Ja, ein Verzicht auf die eidesstattliche Versicherung (EV) beim Erbschein ist möglich, aber nur in Ausnahmefällen, wenn das Nachlassgericht (§ 2356 Abs. 2 BGB) dies für entbehrlich hält, etwa bei völlig klaren Verhältnissen (z.B. eindeutiges Testament), wenn der Antragsteller keine eigenen Kenntnisse hat oder der Sachverhalt bereits geklärt ist. Oft ist ein Antrag auf Erlass sinnvoll, um Kosten zu sparen, aber das Gericht entscheidet im Ermessen – eine ablehnende Entscheidung ist nicht immer fehlerhaft, auch wenn es „nur“ eine Formalität erscheint.
Welche Unterlagen werden benötigt, um einen Erbschein zu beantragen?
Für den Antrag brauchen Sie in der Regel folgende Unterlagen:
- Angabe, dass Sie das Erbe annehmen und Höhe des Erbteils.
- eidesstattliche Versicherung.
- Sterbeurkunde.
- Testament in beglaubigter Kopie.
Wie hoch sind die Kosten für die eidesstattliche Versicherung für einen Erbschein?
Die Kosten für einen Erbschein inklusive der eidesstattlichen Versicherung richten sich nach dem Gesamtwert des Nachlasses und steigen mit diesem an; sie beinhalten eine Gebühr für den Erbschein selbst und eine weitere, meist gleich hohe, für die eidesstattliche Versicherung (z.B. 75 € bei 10.000 € Wert, 165 € bei 50.000 € Wert), wobei die Gesamtkosten für beide Teile zusammen oft das Doppelte der einfachen Erbschein-Gebühr betragen, wie die Tabellen von Sparkasse, Allianz und Afilio zeigen.
Wann ist eine eidesstattliche Versicherung notwendig?
Eine eidesstattliche Versicherung gibt man ab, wenn andere Beweismittel fehlen oder unverhältnismäßig wären, typischerweise bei Zwangsvollstreckungen (Vermögensauskunft), Gerichtsverfahren (Glaubhaftmachung), Behördenangelegenheiten (z.B. Dokumentenverlust) und in bestimmten Erbfällen, um die Wahrheit einer Tatsache zu bestätigen, oft wenn es um die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit oder um den Verlust von Dokumenten geht, und die Aussage strafrechtliche Konsequenzen bei Falschangaben hat.
Vermögensauskunft, Offenbarungseid, Eidesstattliche Erklärung - Was ist was? 😵💫
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Was ist die Bedeutung einer eidesstattlichen Versicherung im Erbschein?
Mit der eidesstattlichen Versicherung bekräftigt derjenige, der diese abgibt, dass bestimmte Erklärungen von ihm der Wahrheit entsprechen. Diese Bekräftigung spielt im Erbrecht insbesondere bei der Erteilung der Auskunft zu nachlassrelevanten Informationen eine Rolle.
Was passiert, wenn man keine eidesstattliche Versicherung abgibt?
Der Schuldner ist daher verpflichtet, bei der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung alle Vermögenswerte vollständig anzugeben. Angaben, die nicht fahrlässig vergessen oder fälschlich abgegeben wurden, können bis zu drei Jahren Haft bedeuten.
Wer zahlt den Erbschein bei einer Erbengemeinschaft?
Bei einer Erbengemeinschaft zahlen die Kosten für den Erbschein grundsätzlich die Erben anteilig nach ihren Erbquoten, idealerweise durch eine vorherige Vereinbarung, damit der Antragsteller nicht allein vorfinanziert und auf den Kosten sitzen bleibt, besonders wenn der Erbschein zwingend notwendig war. Bei einem gemeinschaftlichen Erbschein trägt oft zunächst der Antragsteller die Kosten, hat aber Anspruch auf Erstattung, wenn eine Vereinbarung besteht oder der Schein zwingend nötig war (z.B. bei gesetzlicher Erbfolge). Bei einzelnen Teilerbscheinen zahlt jeder Miterbe nur seinen Anteil der Kosten.
Wo finde ich eine Vorlage für die eidesstattliche Versicherung für den Erbschein?
Ein Muster für die eidesstattliche Versicherung (EV) im Erbscheinsverfahren beinhaltet die Versicherung an Eides statt, dass alle Angaben zum Erblasser (Todestag, letzte Wohnadresse, Familienstand, Kinder) und zum eigenen Erbrecht (z.B. keine Testamente bekannt, keine Miterben, die den Anteil mindern) wahrheitsgemäß und vollständig sind, oft mit dem Zusatz, dass man sich der strafrechtlichen Folgen falscher Angaben bewusst ist. Solche Muster finden sich bei Notaren, Anwaltsportalen oder Verbraucherseiten (z.B. Allianz), wobei die EV meist beim Gericht oder Notar beglaubigt werden muss und der Antragstellung beiliegt, wobei konkrete Vordrucke und Muster für den Antrag selbst verfügbar sind.
Was ist die Kraftloserklärung eines Erbscheins durch das Nachlassgericht?
Die Kraftloserklärung eines Erbscheins ist ein gerichtliches Verfahren, das vom Nachlassgericht eingeleitet wird, wenn sich herausstellt, dass ein erteilter Erbschein unrichtig ist, z. B. weil ein neuer Erbe auftaucht oder ein Testament entdeckt wird. Der Erbschein wird entweder eingezogen (wenn er sofort beschafft werden kann) oder durch einen gerichtlichen Beschluss für kraftlos erklärt. Diese Kraftloserklärung wird öffentlich bekannt gemacht (im Bundesanzeiger) und wird erst einen Monat nach Veröffentlichung wirksam, um anderen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, einen neuen Erbschein zu beantragen oder Einspruch zu erheben.
Was prüft das Nachlassgericht bei Erbschein?
Das Nachlassgericht prüft beim Erbscheinantrag die Erbenstellung des Antragstellers, die formelle Gültigkeit von Testamenten oder Erbverträgen, die Erbfolge (gesetzlich oder testamentarisch), ob die Erbschaft angenommen wurde und ob potenzielle andere Erben oder Enterbte zu berücksichtigen sind. Es werden Originalurkunden (z.B. Geburts-/Heiratsurkunden) und Testamente auf Echtheit und Inhalt geprüft, um sicherzustellen, dass der Antragsteller berechtigt ist.
Warum Geburtsurkunde für Erbschein?
Bei einer fehlenden Geburtsurkunde besteht jedoch das Problem, dass das Nachlassgericht die Erbberechtigung nicht eindeutig feststellen kann. Dies kann zu Verzögerungen bei der Erteilung des Erbscheins führen und im schlimmsten Fall dazu, dass der Antrag auf einen Erbschein abgelehnt wird.
Wie lange dauert es, bis ein Erbschein ausgestellt wird?
Ein Erbschein dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen, kann aber je nach Komplexität des Falls, Auslastung des Gerichts und Vollständigkeit der Unterlagen mehrere Monate dauern. Einfache Fälle sind schneller, während Streitigkeiten, unbekannte Erben oder fehlende Dokumente den Prozess erheblich verzögern können, sodass auch Wartezeiten von drei Monaten oder länger möglich sind.
Welche Konsequenzen hat eine eidesstattliche Erklärung?
Wenn Sie eine eidesstattliche Erklärung abgeben, versprechen Sie unter Androhung rechtlicher Konsequenzen die Wahrheit Ihrer Angaben; bei falschen Angaben drohen Ihnen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen (bis zu 3 Jahre), da dies strafbar ist (§ 156 StGB), und im Vollstreckungsfall folgt oft eine Eintragung ins Schuldnerverzeichnis und SCHUFA, was zu Pfändungen, erschwertem Kredit- und Vertragsabschluss führt.
Was muss man vorlegen, wenn man einen Erbschein beantragt?
Um den Antrag für einen Erbschein beim Nachlassgericht stellen zu können, benötigen Sie in der Regel folgende Dokumente:
- Ihren Ausweis oder Reisepass,
- die Sterbeurkunde,
- das Familienstammbuch zur Dokumentation der Verwandtschaft,
- Informationen dazu, ob es einen Prozess zu Ihrem Erbrecht gibt,
Was kostet ein Erbschein bei 300.000 €?
Die Kosten für einen Erbschein. Mehr erfahren bei einer Immobilie richten sich nach dem Verkehrswert des Objekts. Bei einem Immobilienwert von 300.000 € betragen die reinen Gerichtsgebühren für den Erbschein 635 €. Beauftragen Sie einen Notar, kommen dessen Gebühren hinzu.
Wann braucht man beim Erbschein eine eidesstattliche Versicherung?
Die eidesstattliche Versicherung ist für den Erbschein im Wesentlichen hinsichtlich der Umstände abzugeben, die durch öffentliche Urkunden nicht nachgewiesen werden können und betrifft demnach vor allem negative Tatsachen, wie z.B. das Fehlen weiterer erbberechtigter Personen oder einer Verfügung von Todes wegen, der ...
Wann wird eine eidesstattliche Versicherung verlangt?
Eine Versicherung an Eides statt soll nur gefordert werden, wenn andere Mittel zur Erforschung der Wahrheit nicht vorhanden sind, zu keinem Ergebnis geführt haben oder einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern.
Wie viel kostet eine eidesstattliche Versicherung beim Nachlassgericht?
Beispiele für die Berechnung des Erbscheins
Zusätzlich entstehen Kosten für die eidesstattliche Versicherung beim Nachlassgericht. Diese belaufen sich nochmal auf eine einfache Gebühr, also 535 €. Zusammen genommen belaufen sich die Kosten für den Erbschein also auf 1070 €.
Welche Nachteile hat ein gemeinschaftlicher Erbschein?
Nachteile eines gemeinschaftlichen Erbscheins sind weniger seine Existenz, sondern die typischen Probleme einer Erbengemeinschaft: Uneinigkeit über Nachlassverwaltung und -verteilung, Streitigkeiten bei Testamentsauslegung, unbekannte Nachlassschulden, sowie die Tatsache, dass ein einzelner Miterbe die hohen Kosten zunächst alleine tragen kann, wenn er vorprescht, ohne vorherige Absprache. Der Erbschein selbst erleichtert zwar die Verwaltung, er zwingt die Gemeinschaft aber zur gemeinsamen Entscheidung (Grundsatz der Gesamtverfügung).
Wer regelt den Nachlass bei einer Erbengemeinschaft?
Wenn jemand stirbt und mehrere Personen erben, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Ihre Aufgabe ist es, das Erbe so lange gemeinsam zu verwalten, bis es ordnungsgemäß verteilt ist. Das sollten Sie über den Ablauf wissen. Eine Erbengemeinschaft verwaltet den Nachlass grundsätzlich gemeinsam.
Wie geht es weiter, wenn der Erbschein da ist?
Nach Erhalt des Erbscheins geht es weiter mit der Grundbuchberichtigung, Kontenauflösung, Nachlassverteilung und der Meldung beim Finanzamt; der Erbschein dient als offizieller Nachweis für Banken, Grundbuchämter und Behörden, um z.B. Immobilien umzuschreiben oder Konten aufzulösen, wobei auch Schulden beglichen und Wertgegenstände verkauft werden können.
Welche Bedeutung hat die eidesstattliche Versicherung im Erbrecht?
Eine eidesstattliche Versicherung im Erbrecht ist eine offizielle, unter Eid abgegebene Bestätigung des Erben, dass er das Nachlassverzeichnis nach bestem Wissen vollständig erstellt hat, um Nachlassgläubiger oder Pflichtteilsberechtigte zu schützen und die Richtigkeit der gemachten Angaben zu bekräftigen, wobei falsche Angaben strafbar sind. Sie wird auf Verlangen eines Gläubigers vor dem Nachlassgericht abgegeben und kann auch bei einem notariellen Nachlassverzeichnis gefordert werden, um Missstände zu klären oder Auskunftspflichten zu erfüllen.
Wann brauche ich eine eidesstattliche Erklärung?
Eine eidesstattliche Versicherung gibt man ab, wenn andere Beweismittel fehlen oder unverhältnismäßig wären, typischerweise bei Zwangsvollstreckungen (Vermögensauskunft), Gerichtsverfahren (Glaubhaftmachung), Behördenangelegenheiten (z.B. Dokumentenverlust) und in bestimmten Erbfällen, um die Wahrheit einer Tatsache zu bestätigen, oft wenn es um die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit oder um den Verlust von Dokumenten geht, und die Aussage strafrechtliche Konsequenzen bei Falschangaben hat.
Wie hoch sind die Kosten für eine eidesstattliche Versicherung beim Notar?
Die Kosten für eine eidesstattliche Versicherung beim Notar hängen vom Geschäftswert (meist dem Nachlasswert) ab und werden nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) berechnet; typischerweise fallen Gebühren an, die denen eines Erbscheins ähneln, oft als 1,0-Gebühr berechnet (z.B. 165 € bei 50.000 € Nachlass), zuzüglich USt. und Auslagen, wobei die Kosten auch leicht mehrere Hundert Euro betragen können, wenn der Nachlasswert hoch ist.
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