Wann zahlt die Krankenkasse eine Therapie?
Gefragt von: Herr Prof. Rafael Gärtner B.A. | Letzte Aktualisierung: 8. Juni 2026sternezahl: 4.9/5 (55 sternebewertungen)
Die Krankenkasse zahlt eine Therapie, wenn eine seelische Erkrankung mit Krankheitswert vorliegt (z.B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Süchte), die den Alltag erschwert und eine Behandlung bei einem approbierten (staatlich zugelassenen) Psychotherapeuten erfordert. Nach Psychotherapeutischen Sprechstunden wird entschieden, ob Akut-, Kurzzeit- oder Langzeittherapie nötig ist und ein Antrag bei der Kasse gestellt, der die Kosten für die anerkannten Verfahren (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse, Systemische Therapie) übernimmt.
Wie bekommt man Therapie von der Krankenkasse bezahlt?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Psychotherapie, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die psychotherapeutische Praxis muss über eine Kassenzulassung verfügen und bei den gesetzlich Versicherten muss eine psychische Störung mit Krankheitswert festgestellt werden.
Wann wird die Therapie von der Krankenkasse übernommen?
Psychotherapie wird nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn sie dazu dient, eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Für andere Therapien übernehmen die Kassen die Kosten nur im Einzelfall.
Wann habe ich Anspruch auf eine Therapie?
Eine Psychotherapie kann notwendig sein, wenn Gedanken, Gefühle und Verhalten Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Die Beeinträchtigung kann direkt durch die Symptome der Störung, zum Beispiel durch gedrückte Stimmung oder Antriebsminderung, entstehen oder durch die Folgen der psychischen Störung.
Wann muss die Krankenkasse die Kosten für eine private Therapie übernehmen?
In anderen Worten gilt nach § 13.3 SGB V: Die gesetzliche Krankenversicherung wird dazu angehalten, die Kosten für eine Behandlung in einer Privatpraxis zu übernehmen, sofern innerhalb eines zumutbaren Zeitrahmens (3 Monate) kein Therapieplatz bei einem/einer Vertragsbehandler:in angeboten werden kann.
Psychotherapie Krankenkasse- Mit nur einem Video den vollen Durchblick!
44 verwandte Fragen gefunden
Kann ich als Kassenpatient zu einer Privatpraxis gehen?
Ja, als Kassenpatient können Sie eine Privatpraxis besuchen, müssen dann aber die Kosten vollständig selbst tragen, da die GKV nur in Ausnahmefällen (z.B. Notfall) zahlt. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), was oft teurer ist und Sie vorher einen Kostenvoranschlag einholen sollten, um das Kostenrisiko zu kennen. Eine Zusatzversicherung kann helfen, diese Kosten zu decken.
Was sollte man dem Psychotherapeuten nicht sagen?
Man sollte dem Psychotherapeuten nichts verheimlichen, was die Therapie behindert, wie eigene Fehler, Überreaktionen oder Gefühle, die man als beschämend empfindet, denn gerade diese "negativen" Aspekte sind für Fortschritte entscheidend; es gibt kaum etwas, das man nicht sagen sollte, außer vielleicht banale Alltagsdetails, die keine tiefere Bedeutung haben, während der Therapeut umgekehrt keine unrealistischen Versprechungen machen oder das Vertrauen ausnutzen darf.
Was muss ich tun, um eine Therapie zu bekommen?
In 7 Schritten zur passenden Psychotherapie
- Abklären des Versicherungsstatus. ...
- Praxissuche. ...
- Kontaktaufnahme zur Therapiepraxis. ...
- Ohne Umwege, ohne Überweisung zur Psychotherapiepraxis. ...
- Die ersten Probesitzungen. ...
- Ärztliche Untersuchung. ...
- Bewilligung der Therapie.
Wann genehmigt die Krankenkasse Psychotherapie?
Die Krankenkasse muss die Psychotherapie genehmigen, bevor mit der Behandlung begonnen werden kann. Das notwendige Antragsformular sowie weitere Informationen erhalten Sie von Ihrer Psychotherapeut*in. In der Regel hilft Ihnen Ihre Psychotherapeut*in dabei, diese verwaltungstechnischen Angelegenheiten zu erledigen.
Bin ich krank genug für eine Psychotherapie?
Sobald du das Gefühl hast, dass deine Sorgen deinen Alltag bestimmen und du dadurch anhaltende Einschränkungen, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsverlust oder Übellaunigkeit erfährst, kann eine Psychotherapie helfen.
Wie lässt man die Krankenkasse die Therapie übernehmen?
Einen Antrag auf Kostenerstattung dürfen Sie dann stellen, wenn Sie nachweislich dringend eine Psychotherapie benötigen und keinen Therapieplatz mit einer zumutbaren Wartezeit und in einer zumutbaren Entfernung zum Wohnort bei einem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung gefunden haben.
Wie viele Stunden Therapie zahlt die Krankenkasse?
Krankenkassen zahlen je nach Therapieverfahren unterschiedlich viele Stunden: Für eine Kurzzeittherapie gibt es meist bis zu 12 (manchmal bis 24) Stunden, die in zwei Schritten beantragt werden; für Langzeittherapien sind es bei Verhaltenstherapie bis zu 60 (verlängerbar bis 80) und bei tiefenpsychologisch fundierter Therapie ebenfalls bis zu 60 Stunden (verlängerbar bis 100), während die Analytische Psychotherapie bis zu 160 Stunden (bei Kindern/Jugendlichen bis 180) umfassen kann, plus Probesitzungen. Die genaue Anzahl hängt vom Bedarf ab und wird über Anträge bei der Kasse genehmigt, beginnend mit bis zu sechs Probesitzungen.
Kann die Krankenkasse Therapie ablehnen?
Grundsätzlich hat eine Krankenkasse drei Wochen Zeit, um über einen Antrag zu entscheiden. Hält sie eine gutachterliche Stellungnahme für notwendig, muss sie erst fünf Wochen nach Antragseingang entscheiden. Gegen eine Ablehnung kann der Versicherte Widerspruch einlegen.
Wie viel kostet eine Therapie gegen Depressionen?
die Kosten für eine 50-minütige Therapiesitzung belaufen sich bei einem 2,3-fachen Satz zwischen 134,07 Euro und 167,58 Euro (GOP-Ziffer 812a; 870; 801a) – je nach Therapierahmen (Akut-, Kurzzeit-, Langzeittherapie) bzw. Sitzungsform (psychotherapeutische Sprechstunde, Probatorik, Akut-, Kurzzeit-, Langzeittherapie).
Ist Therapie von der Krankenkasse bezahlt?
Seit dem 1. Juli 2022 übernimmt die Grundversicherung die Kosten für psychotherapeutische Behandlungen. Was erfüllt sein muss: Eine Ärztin mit entsprechender Weiterbildung verordnet die Psychotherapie. Der Psychotherapeut ist von der Grundversicherung anerkannt.
Welche Therapie muss man selber zahlen?
Dazu gehören beispielsweise:
- Verhaltenstherapie.
- Gestalttherapie.
- Musik- und Kunsttherapie.
- klassische Psychoanalyse.
- Paartherapie.
- systemische Psychotherapie.
Wie viele Therapiestunden werden von der Krankenkasse bewilligt?
Seit Einführung der neuen Psychotherapierichtlinie kann die Kurzzeittherapie bis zu 24 Stunden umfassen, die in zwei Schritten zu je 12 Stunden bei der Krankenkasse beantragt werden müssen. Zuvor umfasste eine Kurzzeittherapie bis zu 25 Stunden.
Wann wird Psychotherapie von der Kasse bezahlt?
Bei Vorliegen einer krankheitswertigen Störung (Diagnose nach ICD 10 bzw. ICD 11) haben Patient:innen die Möglichkeit, Kassenleistung für Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkassen erstatten in diesen Fällen einen Teil der Kosten der Psychotherapie-Sitzungen.
Welche Therapien übernimmt die Krankenkasse?
Krankenkassen übernehmen die Kosten für Psychotherapien bei psychischen Störungen mit Krankheitswert, die von approbierten Therapeuten mit Kassenzulassung durchgeführt werden, und zwar in den anerkannten Richtlinienverfahren wie Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie und Systemische Therapie. Die Anzahl der Sitzungen ist begrenzt, aber in Sonderfällen verlängerbar, und es wird oft mit einer Probatorischen Phase begonnen, bevor die eigentliche Therapie startet.
Was sind die 7 Schritte der Therapie?
Die sieben Phasen. Empathie, Wertschätzung und Bestätigung, Kongruenz und Authentizität, Zielübereinstimmung und Zusammenarbeit sind entscheidend für den Erfolg. Als Klienten helfen uns diese Elemente, genügend Vertrauen zu unserem Therapeuten aufzubauen, um den oft beängstigenden Schritt aus unserem Problem heraus und in eine therapeutische Beziehung mit ihm zu wagen.
Wie merkt man, dass man psychisch kaputt ist?
Wenn Sie sich psychisch angeschlagen fühlen, äußert sich das oft durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit und sozialen Rückzug. Hinzu kommen können körperliche Symptome wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen und Verspannungen. Auch Angst, Panik, Gedankenkreisen und eine erhöhte Infektanfälligkeit sind häufige Anzeichen.
Übernimmt die deutsche Krankenversicherung die Kosten für eine Therapie?
Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für Kurzzeittherapien bis zu 24 Sitzungen und für Langzeittherapien 60-80 Sitzungen (bis zu 300 Sitzungen bei Psychoanalyse), gegebenenfalls mit Verlängerungen, sofern medizinisch notwendig.
Was sind Warnsignale bei einem Therapeuten?
Jegliche Bitte um persönliche Gefälligkeiten, anzügliche Bemerkungen, unangemessene Berührungen oder Versuche, außerhalb des professionellen Kontextes Kontakte zu knüpfen, sind nicht nur Warnsignale gegenüber Therapeuten – sie stellen einen eindeutigen Verstoß gegen die ärztliche Ethik und das Vertrauensverhältnis dar. Diese Beziehung ist einzigartig und ausschließlich Ihrer psychischen Gesundheit gewidmet.
Was sind Fangfragen von einem Psychologen?
Manchmal hat der Gutachter den Eindruck, dass man sich eine Antwort gerade erst ausgedacht hat. Dann kann es sein, dass er diese Frage zu einem späteren Zeitpunkt, mit einem anderen Wortlaut, noch mal stellt. Erhält er nun eine andere Antwort, kommen Zweifel auf. Das könnte man dann als Fangfrage bezeichnen.
Warum schreiben Therapeuten während der Sitzung mit?
Während der Sitzung mitzuschreiben kann Vorteile haben, weil man die Informationen ordnen kann. Durch das Mitschreiben können sich manche Therapeuten besser konzentrieren. Beim Patienten kann dadurch das Gefühl entstehen, dass das, was er sagt, gut gehalten wird und einen Platz findet.
Wann brauche ich eine rodungsbewilligung?
Was kostet eine Tonne Rhodium?