Wann lohnt sich Riester-Rente nicht?
Gefragt von: Hans-Georg Thiele | Letzte Aktualisierung: 20. Juli 2026sternezahl: 4.7/5 (63 sternebewertungen)
Die Riester-Rente lohnt sich oft nicht bei hohen Kosten, niedrigen Zinsen, für Kinderlose oder Gutverdiener ohne Kinder, da die Rendite durch Gebühren geschmälert wird und die staatlichen Zulagen (vor allem für Kinder) den Hauptvorteil darstellen. Bei Neuverträgen ist sie wegen der niedrigen Garantiezinsen meist weniger attraktiv, und man muss sehr alt werden (oft 90+), um die eingezahlten Beiträge plus Inflation wieder „rauszuholen“. Sie kann sich auch nicht lohnen, wenn man einen Vertrag mit schlechten Konditionen hat und nicht von Zulagen profitiert.
Was spricht gegen die Riester-Rente?
Die Nachteile der Riester-Rente als Altersvorsorge im Überblick: Beitragsgarantie immer schwieriger für Riester-Anbieter. Nachgelagerte Besteuerung der Rente. Eingeschränkte Vererbbarkeit.
Wann rentiert sich eine Riester-Rente?
Riester lohnt sich, wenn Sie staatliche Zulagen (Grund- & Kinderzulagen) optimal nutzen, insbesondere bei geringem Einkommen, als Familien-Alleinverdiener (Zulagen für alle) oder um Eigennutzer für Immobilien zu werden, da die Förderung dann hohe Renditen bringt, auch wenn manche Kritiker die Effizienz bei hohem Einkommen oder bei sehr langer Laufzeit bezweifeln. Hauptvorteile sind die direkten Zulagen und der Steuervorteil für die eingezahlten Beiträge (bis 2.100 € absetzbar), wodurch die Förderquote steigt.
Welche Nachteile hat es, die Riester-Rente beitragsfrei zu stellen?
Eine Riester-Rente beitragsfrei zu stellen bedeutet, dass Sie keine Zahlungen mehr leisten, aber auch keine neuen staatlichen Zulagen oder Steuervorteile erhalten; die Hauptnachteile sind das Entfallen der Förderung, das langsame „Auffressen“ des Guthabens durch laufende Kosten, der mögliche Verlust des Pfändungsschutzes sowie die Gefahr, dass die spätere Rente durch geringere Renditen und Gebühren sehr niedrig ausfällt und die Versorgungslücke nicht schließt, während ältere Verträge mit hohem Garantiezins aber oft auch hohen Kosten bestehen bleiben.
Welches Einkommen ist für Riester relevant?
Bei einem Riester-Vertrag zahlst Du jedes Jahr grundsätzlich 4 Prozent Deines Bruttojahreseinkommens ein. Dabei ist immer das Vorjahresgehalt entscheidend. Hast Du beispielsweise letztes Jahr 35.000 Euro brutto verdient, dann musst Du im neuen Jahr 1.400 Euro auf Dein Riester Konto einzahlen.
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Wie viel Prozent vom Gehalt für Riester?
Möchten Sie insbesondere von den staatlichen Zuschüssen profitieren, dann müssen Sie tatsächlich einen Mindestbeitrag im Jahr einzahlen. Und zwar mindestens 4 % Ihres Jahresbruttoeinkommens. Diese 4 % zählen bis zur Höchstsumme von 2.100 € pro Jahr inklusive der Zulagen.
Wie sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?
Für die Auszahlung der Riester-Rente gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dir das gesamte Vorsorgevermögen als lebenslange Rente auszahlen lassen. Oder du lässt dir eine Einmalzahlung in Höhe von 30 % des Gesamtkapitals (20 % bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden) auszahlen.
Wie lange zahlt man in die Riesterte ein?
Ihre Riester-Rente: lebenslang und garantiert
Mit einem Riester-Vertrag können Sie sich auf eine lebenslange Rente in Form einer monatlichen Rentenzahlung verlassen. Lebenslang bedeutet, dass Ihnen die Riester-Rente nicht nur bis zu einem bestimmten Alter, sondern bis zu Ihrem Lebensende gezahlt wird.
Warum scheiterte die Riester-Rente?
Die Riester-Rente gilt oft als gescheitert wegen hoher Kosten, Intransparenz und niedriger Renditen, die den Nutzen schmälern, besonders bei Versicherungsverträgen. Kritisiert werden auch bürokratische Hürden, die vielen Sparern die volle staatliche Zulage verwehren und Verträge unattraktiv machen, wodurch viele Riester-Verträge stillgelegt oder gekündigt werden.
Wie alt muss man werden, damit Riester sich lohnt?
Ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, hängt von Deiner Lebenserwartung ab. Durchschnittlich musst Du rund 78 Jahre alt werden, damit Du mehr herausbekommst, als Du eingezahlt hast. Familien mit Kindern schaffen das oft schon früher, Gutverdiener brauchen meist länger.
Wie viel Steuervorteil hat man durch Riester?
Riester-Steuervorteil
Die geleisteten Beiträge zum Riester-Vertrag können jährlich bis zu einer Höhe von maximal 2.100 EUR steuerlich geltend gemacht werden. Die Beitragszahlungen eines Jahres werden in der Einkommensteuererklärung in der „Anlage AV“ unter Sonderausgaben aufgeführt.
Was passiert mit meiner Riester-Rente, wenn ich vor Rentenbeginn stirbe?
Stirbt ein Riester-Sparer vor Rentenbeginn, kann das angesparte Guthaben förderunschädlich an den Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner übertragen werden, wenn dieser einen eigenen Riester-Vertrag hat oder einen abschließt. Kinder können das Kapital unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Waisenrente) ebenfalls fördern-unschädlich erhalten. Bei Vererbung an andere Erben müssen meist die staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden.
Kann ich meine Riester-Rente im Ausland beziehen?
Grundsätzlich gilt, dass die Ansprüche aus einer Riester-Rente nicht an den Wohnort gebunden sind. Das bedeutet, dass Rentner ihre Riester-Rente auch im Ausland beziehen können.
Wann wird Riester abgeschafft?
Ab 2027 können allerdings keine Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden.
Ist die Riester-Rente ein Flop?
Die Riester-Rente gilt oft als „Flop“, weil sie trotz staatlicher Förderung wegen hoher Kosten, geringer Renditen, mangelnder Flexibilität und intransparenter Verträge viele Sparer enttäuscht hat, mit geringen Auszahlungen und vielen gekündigten oder ruhenden Verträgen. Die Kritik ist so groß, dass die Regierung plant, sie durch ein einfacheres, attraktiveres System zu ersetzen, aber bestehende Verträge weiterlaufen oder gewechselt werden können.
Ist es sinnvoll, die Riester-Rente zu kündigen?
Nein, eine Kündigung der Riester-Rente ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da Sie staatliche Zulagen und Steuervorteile komplett zurückzahlen müssen und oft sogar weniger herausbekommen, als Sie eingezahlt haben – ein sogenannter "förderschädlicher" Vorgang. Sinnvoller sind Alternativen wie Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen), Beitragsreduzierung oder ein Anbieterwechsel, um Verluste zu minimieren und die Altersvorsorge zu erhalten, meint Finanztip.
Warum macht Riester keinen Sinn?
Die Aussage "Riester-Rente lohnt sich nicht" ist pauschal falsch, aber die Kritikpunkte (hohe Kosten, niedrige Zinsen, Komplexität, Beitragsgarantie, Besteuerung) machen sie für viele unattraktiv, insbesondere für Gutverdiener; sie kann sich aber für Geringverdiener, Familien mit Kindern und Berufseinsteiger lohnen, wenn Zulagen voll ausgeschöpft werden und der richtige Vertrag gewählt wird. Die Rendite ist oft geringer als bei Alternativen wie ETFs, da die gesetzliche Garantie die Anbieter zu risikoarmer, zinsarmer Anlage zwingt.
Ist die Riester-Rente heute noch sinnvoll?
Wenn Sie gut verdienen, lohnt sich eine Riester-Rente besonders für Sie. Für die volle Riester-Zulage zahlen Sie höhere Sparbeiträge ein (4 Prozent aus dem Einkommen des Vorjahrs, begrenzt auf 2.100 Euro, abzüglich eventueller Zulagen). Dies wirkt sich aber auch positiv auf Ihren Steuervorteil aus.
Kann man bei Riester Geld verlieren?
Ihr Geld dient nicht mehr der Altersvorsorge und Sie verlieren Ihren Anspruch auf staatliche Förderung, in Form Ihrer vorhandenen Zulagen und Steuerermäßigungen. Bevor Sie sich also für diesen Schritt entscheiden, prüfen Sie zunächst, ob nicht eine der Alternativen für Sie infrage kommt.
Wie lange zahlt man in die Riester-Rente ein?
Man zahlt in die Riester-Rente ein, solange man möchte oder bis der Vertrag aufgebraucht ist, wobei die Auszahlung lebenslang erfolgt, aber frühestens mit 62 Jahren beginnt (bei alten Verträgen ab 60) und das angesparte Guthaben inklusive Zulagen und Erträgen lebenslang ausgezahlt wird, oft als monatliche Rente. Es gibt keine feste Einzahlungsdauer, aber je länger man einzahlt, desto besser ist die spätere Rente, wobei man auch die Beiträge pausieren und das Guthaben beitragsfrei stellen kann.
Wie viel muss ich in die Rente einzahlen, um 1000 € mehr zu bekommen?
Ranking 2025 50 Aktien fürs Leben – Dividenden-Champions für die langfristige Geldanlage. Damit Kai sich im Ruhestand monatlich 1000 Euro Zusatzrente auszahlen kann, muss er die 8000 Euro aus der Steuerrückzahlung einmalig anlegen und zusätzlich monatlich eine Sparrate einzahlen. Um bis zu seinem 67.
Sind die letzten 5 Jahre für die Rente wichtig?
Nein, die letzten 5 Jahre zählen nicht mehr als andere Jahre für die Rentenhöhe selbst (jedes Jahr zählt gleich viel), aber sie sind entscheidend für die Optimierung Ihrer Rente und den Übergang in den Ruhestand, da Sie hier noch Stellschrauben drehen können, um Rentenlücken zu schließen, Vermögen aufzubauen oder die Ausgaben anzupassen. Dieser Zeitraum ist das "finanzielle Finale", um alles für einen entspannten Ruhestand zu regeln.
Was bleibt von der Riester-Rente übrig?
Von der Riester-Rente bleibt nach Renteneintritt ein monatlicher Betrag übrig, der durch den sogenannten Grundfreibetrag und einen Teil der Rente steuerfrei ist (ca. 100 € Grundfreibetrag plus 30 % des Restbetrags). Bei vollständiger Auszahlung oder Kündigung vor Rentenbeginn müssen alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden, es bleibt meist nur das eingezahlte Kapital abzüglich hoher Kosten und Steuern übrig, weshalb eine Kündigung meist nicht sinnvoll ist.
Welche Nachteile hat es, die Riester-Rente ruhen zu lassen?
Die größten Nachteile, eine Riester-Rente ruhen zu lassen, sind der Wegfall staatlicher Zulagen und Steuervorteile, eine geringere Endrente durch fehlende Einzahlungen und die Tatsache, dass laufende Verwaltungskosten vom angesparten Kapital abgezogen werden, was die Rendite schmälert. Der Vertrag bleibt erhalten, aber das Kapital wächst langsamer, da keine neuen Förderungen fließen, aber Kosten weiter anfallen – eine Kündigung ist meist noch schädlicher.
Was passiert mit meiner Riester-Rente, wenn ich sterbe?
Bei Tod des Riester-Sparers geht das Guthaben an Ehepartner oder Kinder, wobei staatliche Förderungen nur bei Übertragung auf einen eigenen Riester-Vertrag des Ehepartners oder bei Auszahlung an kindergeldberechtigte Kinder erhalten bleiben; ansonsten müssen Zulagen zurückgezahlt werden, in der Rentenphase sichert eine Rentengarantiezeit die Zahlungen für den Partner ab.
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