Zum Inhalt springen

Wann lohnt sich ein nebengewerbe?

Gefragt von: Rosmarie Henning  |  Letzte Aktualisierung: 19. März 2026
sternezahl: 4.1/5 (57 sternebewertungen)

Ein Nebengewerbe lohnt sich, wenn Sie eine Geschäftsidee mit geringem Risiko testen, zusätzliches Einkommen generieren und dabei von der Absicherung Ihres Hauptberufs profitieren wollen, etwa um die Sozialversicherungskosten zu sparen und die Zeit flexibel zu gestalten, aber es erfordert auch eine sorgfältige Planung, um die Grenzen zu beachten (zeitlich/finanziell zum Hauptjob) und die zusätzliche Belastung zu bewältigen. Es ist ideal für den Start in die Selbstständigkeit, zum "Hineinschnuppern", bei geringem Kapital und für Personen, die eine sichere Basis benötigen, wie Studenten, Eltern in Teilzeit oder Ruheständler.

Wann lohnt es sich, ein Kleingewerbe anzumelden?

Ein Kleingewerbe lohnt sich, wenn Sie eine Geschäftsidee risikominimiert testen, ein Nebeneinkommen aufbauen oder nebenberuflich starten wollen, insbesondere bei geringen Umsätzen (< 25.000 €/Jahr) und vorwiegend Privatkunden, da Sie dann die Kleinunternehmerregelung nutzen können, die den Buchhaltungsaufwand durch Wegfall der Umsatzsteuerpflicht reduziert. Es ist ideal für den sanften Einstieg, um die Selbstständigkeit zu erproben, ohne hohe Investitionen und mit weniger bürokratischem Aufwand. 

Wie viel darf ich mit einem Nebengewerbe verdienen?

Für ein Nebengewerbe gibt es keine starre Verdienstgrenze, aber entscheidend sind das Verhältnis zum Hauptberuf (Zeitaufwand muss geringer sein) und die steuerlichen Grenzen wie der Grundfreibetrag (ca. 11.784 €/Jahr 2024) für die Einkommensteuer, der Gewerbesteuerfreibetrag (24.500 € Gewinn/Jahr) und die Umsatzsteuer-Kleinunternehmergrenze (25.000 € Umsatz/Jahr 2025). Die Krankenkasse prüft, ob die Tätigkeit noch als Nebengewerbe gilt, basierend auf Zeit und Einkommen im Verhältnis zum Hauptberuf, wobei Einkommen und Arbeitszeit im Nebengewerbe niedriger sein müssen.
 

Ist ein Nebengewerbe sinnvoll?

Ein Nebengewerbe ist ideal, um neue Marktchancen mit begrenztem Risiko zu testen. Es erfordert weniger Startkapital als ein Vollzeitunternehmen und bietet Flexibilität in der Zeitgestaltung. Zudem können Sie von steuerlichen Vorteilen profitieren, da bestimmte Betriebsausgaben absetzbar sind.

Welche Steuerklasse gilt für ein Nebengewerbe?

Für Ihren Nebenjob gilt nun die Steuerklasse 6, wenn Sie noch einer Haupttätigkeit nachgehen. Und Sie müssen Ihren Verdienst in die Steuererklärung mit aufnehmen. Wenn Sie neben Ihrer Haupttätigkeit nicht als Arbeitnehmer angestellt sind, sondern gewerblich oder selbstständig tätig werden, gelten andere Regeln.

Why You Should Have a SIDE BUSINESS! | Start a Part-Time Job & Become Self-Employed

34 verwandte Fragen gefunden

Wie viel Geld darf ich verdienen, ohne Gewerbe anzumelden?

Es gibt keine feste Verdienstgrenze, ab der ein Gewerbe angemeldet werden muss, sondern die Regel ist: Jede selbstständige, wiederholte und auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit ist anmeldepflichtig, auch wenn es sich nur um ein kleines Nebengewerbe handelt, betont. Kleinere, gelegentliche Verkäufe aus dem Privatbesitz sind steuerfrei (oft bis 600 € Gewinn pro Jahr), aber sobald du planvoll und mit Gewinnerzielungsabsicht agierst (z.B. Kunsthandwerk verkaufen), musst du ein Gewerbe anmelden, wobei es bei Freiberuflern (z.B. Journalisten, Ärzte) entfällt. Bei der Gewerbesteuer gilt ein Freibetrag von 24.500 € Gewinn für Einzelunternehmen, aber die Gewerbeanmeldung ist trotzdem vorher nötig. 

Welche Steuerklasse gilt für Kleingewerbe?

Für dein Kleingewerbe spielt die Steuerklasse keine Rolle – die gilt nur für dein Einkommen als Angestellter. Gewinne aus dem Gewerbe werden in deiner Einkommensteuererklärung zusätzlich berücksichtigt und zum übrigen Einkommen addiert.

Wie viel Gewinn gibt es bei Nebengewerbe?

Für Gewinne aus Nebengewerben gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro. Solange Dein Gewinn darunter bleibt, musst Du keine Gewerbesteuer zahlen. Erst wenn Dein Gewinn diese Grenze überschreitet, wird die Gewerbesteuer fällig.

In welcher Branche lohnt es sich selbstständig zu machen?

Eine Selbstständigkeit lohnt sich, wenn sie zu Ihren Fähigkeiten, Interessen und den aktuellen Marktanforderungen passt, wobei digitale Dienstleistungen (Webdesign, IT, virtuelle Assistenz), spezialisiertes Handwerk (Reparaturen, Smarthome), Gesundheitsdienstleistungen (Coaching, Telemedizin) sowie E-Commerce (Dropshipping, Amazon) hohe Chancen bieten, besonders wenn Sie eine Nische bedienen und sich durch Qualität oder Spezialisierung abheben. Die Wahl hängt stark von Ihrem Startkapital, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Engagement ab.
 

Was passiert, wenn ich im Nebengewerbe mehr verdiene als im Hauptjob?

Wenn Sie im Nebengewerbe mehr verdienen als im Hauptjob, müssen Sie die Überschüsse versteuern (Einkommensteuer) und können Ihre Sozialversicherungspflicht ändern, da Ihre Krankenkasse Ihre Tätigkeit als hauptberufliche Selbstständigkeit einstufen kann, was zu deutlich höheren Beiträgen führt; das Einkommen wird insgesamt versteuert, die wichtigste Grenze ist die für die Krankenversicherung, nicht unbedingt die für Steuern. 

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Was muss ich als Kleingewerbe beim Finanzamt abgeben?

Als Kleingewerbetreibender müssen Sie zur Berechnung Ihrer Einkommensteuer eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) beim Finanzamt einreichen und je nach Höhe Ihrer Umsätze nach dem Umsatzsteuergesetz Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen.

Was ist der Unterschied zwischen Kleingewerbe und Nebengewerbe?

Der Hauptunterschied: Kleingewerbe ist eine steuerliche und handelsrechtliche Definition (Umsatzgrenzen, BGB statt HGB), die auch hauptberuflich ausgeübt werden kann; Nebengewerbe beschreibt die Tätigkeit neben einer Hauptbeschäftigung (z. B. als Angestellter) und ist oft ein Kleingewerbe, aber nicht zwingend. Ein Kleingewerbe ist also eine umsatzschwache Form, die als Neben- oder Hauptgewerbe betrieben wird, während ein Nebengewerbe einfach die zeitliche Einordnung (nebenbei) definiert.
 

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer keinen Umsatz mache?

Vermerken Sie aber keine Ausgaben und haben auch keinen Umsatz, hat dies keine Konsequenzen. Sie sind lediglich verpflichtet, weiter eine Steuererklärung einzureichen.

Wann muss ich mein Hobby als Gewerbe anmelden?

Ein Hobby wird zum Gewerbe, sobald Sie regelmäßig mit Gewinnerzielungsabsicht handeln, also nicht nur gelegentlich oder mit Verlust, sondern systematisch am Wirtschaftsverkehr teilnehmen (z.B. durch Werbung, stetigen Verkauf auf Plattformen wie Etsy, Herstellung zum Verkauf). Es gibt keine feste Umsatzgrenze, aber sobald Sie mit Außenwirkung agieren (z.B. Verträge schließen, online verkaufen), müssen Sie anmelden. Bei Unsicherheiten hilft das Gewerbeamt. 

Wie hoch ist die Gewerbesteuer für ein Nebengewerbe?

Die Steuerlast beginnt bei 14 Prozent und steigt parallel zur Einkommenshöhe bis auf 45 Prozent. Wenn der Umsatz Ihres Kleingewerbes unter 500.000 Euro und außerdem der Gewinn unter 50.000 Euro im Jahr liegen, können Sie die vereinfachte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) für die Gewinnermittlung vornehmen.

Kann ich Vollzeit arbeiten und Kleingewerbe anmelden?

Kann ich Vollzeit arbeiten und ein Kleingewerbe anmelden? Wie viel Zeit Sie für Ihren Hauptjob aufwenden, ist für die Anmeldung eines Nebengewerbes unerheblich.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mehr als 22.000 verdiene?

Lag Ihr steuerpflichtiger Jahresumsatz im Gründungsjahr unter 22.000 Euro und erwarten Sie im zweiten Jahr nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz, bleibt es bei der Kleinunternehmer-Regelung. Überschreiten Sie im zweiten Jahr die 22.000-Euro-Grenze, unterliegen Sie ab dem dritten Jahr automatisch der Regelbesteuerung.

Wird Kleingewerbe auf Gehalt angerechnet?

Wenn du neben deinem Hauptberuf noch ein Kleingewerbe betreibst und dabei Gewinn erzielst, erhöht sich dein „zu versteuerndes Einkommen“. Dann zahlst du im Folgejahr Einkommensteuer nach. Falls du mit deinem Nebengewerbe Verlust machst, sinkt dein steuerpflichtiges Gesamteinkommen.

Ist ein Kleingewerbe im Jahr 2025 steuerfrei?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Welche Steuervorteile gibt es für Kleingewerbe?

Bei der Einkommensteuer haben Kleingewerbe die gleichen Regeln wie jedes gewöhnliche Gewerbe. Hier gilt ein Grundfreibetrag, der jedes Jahr neu festgelegt wird. Der Grundfreibetrag im Jahr 2024 liegt bei 11.604 Euro für Alleinstehende und 23.208 Euro für Verheiratete – und könnte sogar nochmal erhöht werden!

Welche Tipps gibt es für Kleingewerbe, um Steuern zu sparen?

Als Kleingewerbe Steuern sparen: unsere 5 Tipps

  1. Erkenne versteckte Betriebsausgaben, um im Kleingewerbe Steuern zu sparen.
  2. Mache Fahrten mit dem Privatauto geltend.
  3. Setze auch die zu Hause genutzten Arbeitsmittel ab.
  4. Lege Privatgegenstände in den Betrieb ein.
  5. Stelle deinen Partner 2025 als 556-Euro-Kraft ein.

Ist es möglich, zwei Kleingewerbe zu haben?

Ja, man kann mehrere Kleingewerbe betreiben, aber alle Umsätze werden für die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) zusammengezählt; solange der Gesamtumsatz aller Tätigkeiten die Grenze von 22.000 € nicht überschreitet, kann man die Regelung in Anspruch nehmen, muss aber jede Tätigkeit separat beim Gewerbeamt anmelden und dokumentieren, um den Überblick zu behalten. 

Was darf ich zuhause herstellen und verkaufen?

Sie können viele Dinge selbst machen und verkaufen, darunter physische Produkte wie Schmuck, Kerzen, Seifen, handgemachte Deko (Makramee, Töpferwaren), personalisierte Geschenke, Kleidung (Merch, genähte Taschen) und Haustierbedarf sowie digitale Produkte wie E-Books, Kunstdrucke, Online-Kurse oder Musik, wobei Trends wie Personalisierung, Upcycling und Nachhaltigkeit gut funktionieren und Sie Plattformen wie Etsy oder Ihren eigenen Shop nutzen können.