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Wann kann mir mein Kind weggenommen werden?

Gefragt von: Ingrid Herrmann  |  Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2026
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Ein Kind kann das Jugendamt weggenommen werden, wenn eine dringende und erhebliche Kindeswohlgefährdung besteht (z.B. bei Gewalt, schwerer Vernachlässigung, Misshandlung, fehlender medizinischer Versorgung, Drogen-/Alkoholsucht der Eltern) und eine sofortige Schutzmaßnahme nötig ist, oft bei Gefahr im Verzug, bis eine gerichtliche Entscheidung getroffen wird, oder wenn das Kind selbst um Hilfe bittet; das Ziel ist immer der Schutz des Kindes, nicht die Bestrafung der Eltern, aber die Hürde ist sehr hoch und es gibt Widerspruchsmöglichkeiten.

In welchem Fall nimmt das Jugendamt das Kind weg?

Nach § 42 Absatz 1 SGB VIII kann und muss das Jugendamt Kinder und Jugendliche in Obhut nehmen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen gegeben ist: Das Kind bittet selbst um Obhut (freiwillige Inobhutnahme). Es besteht dringende Gefahr für das Kindeswohl und die Personensorgeberechtigten widersprechen nicht.

Wann kann ein Kind den Eltern weggenommen werden?

Kinder werden aus der Familie genommen, wenn eine dringende Gefahr für ihr Wohl besteht, wie bei Vernachlässigung, Misshandlung (körperlich oder psychisch), sexueller Gewalt oder wenn Eltern mit der Erziehung völlig überfordert sind und Hilfe ablehnen; auch wenn Kinder selbst um Schutz bitten oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen, kann eine Inobhutnahme durch das Jugendamt erfolgen. Dies ist eine vorübergehende Maßnahme zum Schutz, die oft durch das Jugendamt eingeleitet wird, bis eine sichere Lösung gefunden ist, wie z.B. die Rückkehr in die Familie, Unterbringung in einer Pflegefamilie oder einer Einrichtung.
 

Wann ist Kindesentzug strafbar?

Wann mache ich mich wegen Kindesentziehung nach § 235 StGB strafbar? Wer eine Person unter achtzehn Jahren mit Gewalt, durch Drohung oder durch List den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder einem Pfleger entzieht oder vorenthält, macht sich der Kindesentziehung nach § 235 StGB strafbar.

Wann kann einem das Sorgerecht entzogen werden?

Gründe für den Entzug des Sorgerechts sind immer eine ernsthafte Gefährdung des Kindeswohls, typischerweise durch Gewalt, Misshandlung, sexuellen Missbrauch oder grobe Vernachlässigung (fehlende Pflege, Ernährung, medizinische Versorgung). Auch Suchterkrankungen, schwere psychische Probleme, Verweigerung notwendiger Behandlungen, Veruntreuung von Kindesvermögen oder das Verhindern des Umgangsrechts sind häufige Gründe, die das Familiengericht zum Handeln veranlassen können, um das Kind zu schützen.
 

Jugendamt hat Dein Kind weggenommen ohne vorherige gerichtliche Erlaubnis! So wehrst Du Dich!

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Wie verliert Vater das Sorgerecht?

Vater oder Mutter kann alleiniges Sorgerecht beantragen

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, kann einem Elternteil das Sorgerecht komplett entzogen werden. Der andere Elternteil muss dazu einen Antrag beim Familiengericht stellen.

Wann verliere ich mein Sorgerecht?

Überblick: 7 Gründe um die Obsorge zu entziehen

  • Gewalt und Misshandlung des Kindes.
  • Entzug der elterlichen Sorge bei Kindeswohlgefährdung.
  • Verweigerung einer notwendigen medizinischen Behandlung (Gefahr der Grundversorgung).
  • Veränderung der Lebensumstände.
  • Vernachlässigung der Sorgepflicht.

Was zählt unter Kindesentzug?

Kindesentziehung ist das unrechtmäßige Wegnehmen oder Zurückhalten eines Kindes durch eine Person, die nicht die alleinige Sorgeberechtigung hat, oft durch einen Elternteil, der das Kind ohne Zustimmung des anderen gegen dessen Willen an einen anderen Ort (Inland oder Ausland) bringt, was eine Straftat nach § 235 StGB darstellt und rechtliche Schritte erfordert, insbesondere im internationalen Kontext durch das Haager Übereinkommen. 

Wie lange dauert eine Rückführung der Kinder?

Die Dauer einer Kinderrückführung ist nicht pauschal festgelegt, sondern hängt stark vom Einzelfall ab: Sie kann von wenigen Monaten bei intensiver Begleitung durch das Jugendamt (ca. 6-8 Monate) bis zu mehreren Jahren dauern, wenn es um internationale Fälle (Haager Übereinkommen) oder komplexe Verfahren geht, die stark von der Justiz des jeweiligen Landes abhängen. Der Prozess umfasst meist eine Phase der Risikobewertung, gefolgt von schrittweiser Wiedereingliederung mit begleitender Unterstützung.
 

Was ist eine grenzüberschreitende Kindesentziehung?

Von einer grenzüberschreitenden Kindesentziehung wird immer dann gesprochen, wenn ein Dritter oder – häufiger – ein Elternteil ein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils aus dem Land des gewöhnlichen Aufenthaltes in ein anderes Land verbringt oder dort zurückhält.

Wann kommt das Jugendamt zu einem nach Hause?

Wenn eine Fachkraft in einer Meldung gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung sieht, erfolgt in der Regel die Beratung mit einer Kollegin oder einem Kollegen, teilweise in Vorbereitung auf einen gemeinsamen Hausbesuch.

Wann ist eine Mutter nicht erziehungsfähig?

Nach der durch das Gericht im Rahmen des hiesigen Hauptsacheverfahrens und aus den verschiedenen Umgangs- und sonstigen Verfahren gewonnenen Überzeugung des Gerichts, ist die Kindesmutter nicht hinreichend erziehungsfähig, um die elterliche Sorge für das Kind E verantwortlich auszuüben.

Was sieht das Jugendamt als Kindeswohlgefährdung an?

Das Jugendamt sieht eine Kindeswohlgefährdung als eine gegenwärtige oder unmittelbar bevorstehende erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls eines Kindes an, die durch Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch, Entwürdigung oder die Verweigerung notwendiger Hilfe (z. B. ärztliche Versorgung) verursacht wird. Anzeichen sind körperliche Gewalt, Mangelernährung, schlechte Hygiene, Drogenmissbrauch der Eltern, verwahrloste Wohnverhältnisse oder die Verweigerung von Heileingriffen.
 

Wann werden der Mutter die Kinder weggenommen?

Ein Kind wird einer Mutter nur dann weggenommen, wenn eine ernsthafte und unmittelbare Kindeswohlgefährdung besteht, die durch mildere Maßnahmen nicht abgewendet werden kann, typischerweise bei körperlichem Missbrauch, schwerer Vernachlässigung (z.B. medizinische Versorgung, Hygiene, Ernährung) oder psychischer Gewalt, oft durch eine Anzeige beim Jugendamt ausgelöst, welches dann prüft, ob das Kind in Obhut genommen werden muss, um es zu schützen.
 

Ist eine psychische Erkrankung Kindeswohlgefährdung?

Eine psychische Erkrankung ist gleichzusetzen mit einer Kindeswohlgefährdung. Bei Fachkräften der Jugendämter bestehen oft Unsicherheiten hinsichtlich der Besonderheiten in der Gefährdungseinschätzung und Planung von Schutzkon- zepten, wenn psychische Erkrankungen bei den Eltern eine Rolle spielen.

Wie kann ich mein Kind beim Jugendamt abgeben?

Sie können Ihr Kind freiwillig in Obhut geben, wenn Sie die Betreuung nicht mehr gewährleisten können, indem Sie einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung beim Jugendamt stellen; das Jugendamt prüft dann, ob und welche Unterstützung nötig ist, wie z.B. eine vorübergehende Unterbringung (Inobhutnahme), die auch bei dringender Kindeswohlgefährdung möglich ist, wenn das Kind oder der Jugendliche selbst darum bittet oder eine akute Gefahr besteht, wobei das Jugendamt das Familiengericht einbezieht. Es ist keine einfache "Abgabe", sondern ein Prozess, der die Familiensituation klären und Hilfe anbieten soll, wobei das Wohl des Kindes im Vordergrund steht. 

Wann nimmt das Jugendamt einem das Kind weg?

Dies kann durch das Jugendamt veranlasst werden, wenn das Kindeswohl in der Familie gefährdet ist, oder auf Wunsch des Kindes oder Jugendlichen selbst. Die Gründe für eine Inobhutnahme können Misshandlungen, Vernachlässigung oder Überforderung der Eltern sein. Die rechtliche Grundlage bildet § 42 SGB VIII.

Wie läuft eine Rückführung ab?

Eine Rückführung funktioniert, indem eine Person mithilfe von Hypnose oder Meditation in einen tiefen Entspannungszustand (Trance) versetzt wird, um in Erinnerungen vergangener Leben oder Lebensabschnitte zu reisen, wobei ein Therapeut durch gezielte Fragen hilft, unbewusste Blockaden zu finden, zu verstehen und aufzulösen, um dadurch Heilung und neue Erkenntnisse für das aktuelle Leben zu gewinnen, was oft mit Gefühlen von Verbundenheit oder karmischen Zusammenhängen verbunden ist. 

Wie bekomme ich meine Kinder wieder zurück?

Um Ihre Kinder zurückzubekommen, wenn sie durch das Jugendamt oder bei einem Elternteil sind, müssen Sie die Gründe für die Trennung angehen, oft durch Hilfen zur Erziehung beantragen, mit dem Jugendamt kooperieren und bei rechtlichen Problemen einen Fachanwalt für Familienrecht hinzuziehen, um die Situation zu klären und dem Familiengericht positive Veränderungen aufzuzeigen. Bei Entfremdung helfen Familientherapie und Mediation, um Vertrauen aufzubauen und die Kommunikation zu verbessern. 

Ist Kindesentzug eine Straftat?

Ja, Kindesentzug ist in Deutschland strafbar nach § 235 Strafgesetzbuch (StGB) und wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet, insbesondere wenn ein Elternteil das Kind gegen den Willen des anderen entzieht oder ins Ausland verbringt, um das Sorgerecht zu verletzen, wobei hier oft auch das Haager Übereinkommen greift; die Verfolgung erfordert meist einen Antrag des geschädigten Elternteils, kann aber auch von Amts wegen erfolgen.
 

Kann das Jugendamt entscheiden, wo das Kind lebt?

Nein, das Jugendamt entscheidet nicht grundsätzlich, wo ein Kind lebt, das ist primär Sache der sorgeberechtigten Eltern (Aufenthaltsbestimmungsrecht). Das Jugendamt wird nur dann aktiv und kann Entscheidungen treffen, wenn das Kindeswohl gefährdet ist und ein Familiengericht Maßnahmen anordnet, etwa wenn das Kind bei einem Elternteil nicht sicher ist, oder wenn es um die Unterbringung in einer Einrichtung geht, wobei das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern (und des Kindes) zu berücksichtigen ist. 

Warum hat Christina Block das Sorgerecht verloren?

Christina Block verlor das Sorgerecht, weil ein dänisches Gericht die Kinder als psychisch stark belastet ansah, wiederholt äußerten, keinen Kontakt zur Mutter zu wollen, und eine akute Sicherheitsgefahr bestand, nachdem sie im Verdacht stand, die Entführung ihrer Kinder aus Dänemark organisiert zu haben. Die Gerichte in Dänemark berücksichtigten die strafrechtlichen Entwicklungen und die Angst der Familie vor weiteren Entführungsversuchen, weshalb die Kinder beim Vater verblieben und Block jegliche Rechte entzogen wurden. 

Wann verliert eine Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

Damit die Behörde den Entzug rechtswirksam aussprechen darf, muss: das Kindeswohl gefährdet sein sowie kein milderes Mittel in Frage kommen, um dem Problem entgegenzuwirken. Bedenken Sie dabei stets, dass die Kindeswohlgefährdung mehr oder weniger direkt mit dem Aufenthaltsort zusammenhängen muss.

Wie hoch sind die Anwaltskosten für ein Sorgerechtsverfahren?

Anwaltskosten für Sorgerechtsverfahren richten sich nach dem Streitwert (oft 3.000 € oder mehr pro Kind) und dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), können aber auch per Zeithonorar abgerechnet werden, was oft 1.000 € bis 2.000 € oder mehr für das Verfahren bedeutet, abhängig von Aufwand und Komplexität, wobei oft die Regel gilt: Jeder trägt seine eigenen Anwaltskosten, Gerichtskosten werden geteilt. Eine Rechtsschutzversicherung oder Prozesskostenhilfe (PKH) kann helfen, diese Kosten zu decken.
 

Wann ist ein Kind gefährdet?

Das Kindeswohl ist also als gefährdet anzusehen, wenn Straftaten an einem Kind begangen werden. Zu nennen sind hier Tötungsversuche, erhebliche körperliche Misshandlungen, seelische Misshandlungen sowie massive körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Eltern.