Zum Inhalt springen

Wann kann man wegen Krankheit kündigen?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Selma Albert MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 9. September 2026
sternezahl: 4.8/5 (42 sternebewertungen)

Ein Arbeitgeber darf wegen Krankheit kündigen, wenn eine negative Gesundheitsprognose besteht (z.B. häufige Kurzerkrankungen oder Langzeiterkrankung), der Betrieb erheblich gestört ist und kein milderes Mittel (wie ein betriebliches Wiedereingliederungsmanagement) möglich ist – dies wird in einer Interessenabwägung geprüft, wobei strenge Voraussetzungen gelten und Kündigungen bei Fehlzeiten unter 30 Tagen pro Jahr oder bis zu sechs Wochen pro Jahr oft unwirksam sind. Eine Kündigung während einer Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt, aber nur unter diesen hohen Hürden.

Wann darf bei Krankheit gekündigt werden?

War der Beschäftigte in drei Jahren immer mehr als 30 Tage krank, so droht eine Kündigung. Hier spricht man von häufigen Kurzerkrankungen. Mit einer Kündigung rechnen muss man außerdem, wenn eine dauerhafte oder lang anhaltende Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

Wie teilt man mit, dass man aus gesundheitlichen Gründen kündigt?

Beschreiben Sie Ihren Gesundheitszustand kurz und prägnant.

Sie könnten beispielsweise sagen: „ Leider habe ich aufgrund meines aktuellen Gesundheitszustands die schwierige Entscheidung getroffen, meine Position als [Position] bei [Firmenname] aufzugeben .“ Mit dieser Formulierung können Sie Ihre Entscheidung mitteilen, ohne zu viele Details preiszugeben.

Ist es möglich, selbst wegen Krankheit zu kündigen?

Ja, Sie dürfen wegen Krankheit selbst kündigen, aber es ist oft nachteilig wegen einer drohenden Sperrzeit von bis zu 12 Wochen beim Arbeitslosengeld (ALG) durch die Agentur für Arbeit, da Sie die Arbeitslosigkeit selbst herbeiführen. Es ist ratsam, vor einer Eigenkündigung unbedingt anwaltliche oder ärztliche Beratung zu suchen, um die Kündigungsfristen (meist 4 Wochen zum Monatsende) einzuhalten und das Risiko einer Sperrzeit zu minimieren, da Sie meistens keinen Anspruch auf eine Abfindung haben. 

Welche Krankheiten kann ein Arzt nicht kontrollieren?

Ärzte können Krankheiten, die subjektiv sind, schwer objektivieren (z.B. Burnout-Symptome, Migräne, <Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen), psychische Erkrankungen (Depression, Angststörungen, Schizophrenie), chronische Leiden (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma) und seltene/genetische Störungen oft nicht vollständig "kontrollieren", sondern nur behandeln, lindern und managen, wobei die Patientenmitarbeit entscheidend ist; auch selbstverursachte/artifizielle Störungen sind schwer greifbar.
 

Kündigung wegen Krankheit: Das müssen Sie unbedingt beachten!

28 verwandte Fragen gefunden

Was ist der beste Grund, sich krankschreiben zu lassen?

Der "beste" Grund für eine Krankschreibung ist der, der deine tatsächliche Arbeitsunfähigkeit beschreibt; häufige medizinische Ursachen sind psychische Erkrankungen (Burnout, Depression), Muskel-Skelett-Probleme (Rückenschmerzen) und Atemwegserkrankungen (Infektionen), wobei psychische Ursachen oft zu längeren Ausfällen führen, während Atmungsprobleme die meisten Fehltage insgesamt verursachen. Arbeitgeber müssen den genauen Grund nicht wissen, nur dass du arbeitsunfähig bist (außer bei meldepflichtigen Krankheiten).
 

Welche Krankheit sollte man nicht nachweisen?

Krankheiten, die schwer nachweisbar sind, umfassen oft psychische Störungen (wie Depressionen, Angststörungen, Burn-out), chronische Schmerzzustände und "unsichtbare" chronische Leiden (z. B. Multiple Sklerose, Fibromyalgie, einige Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen), da Symptome subjektiv sind, schwer messbar und die Diagnostik komplex ist. Auch seltene genetische oder komplexe Systemerkrankungen (wie bestimmte Lysosomale Speicherkrankheiten) können lange ohne Diagnose bleiben.
 

Wie kann ich kündigen, ohne Sperre zu bekommen?

Um eine Sperre beim Arbeitslosengeld bei einer Eigenkündigung zu vermeiden, benötigen Sie einen triftigen, nachweisbaren Grund (z.B. gesundheitliche Probleme mit Attest, Mobbing, Umzug für Partner), einen neuen Job in Aussicht oder müssen sich in einer einvernehmlichen Trennung (Aufhebungsvertrag) mit klaren Regelungen einigen, idealerweise mit Abfindung. Melden Sie sich umgehend arbeitssuchend bei der Agentur für Arbeit, um Ihre Chancen zu wahren.
 

Kann ein Arzt 4 Wochen am Stück krankschreiben?

Ja, ein Arzt kann Sie ohne Probleme für vier Wochen am Stück krankschreiben, da es keine generelle Höchstgrenze gibt; die Dauer hängt von der Schwere der Erkrankung ab und wird individuell festgelegt, wobei bei Erstbescheinigungen oft maximal zwei Wochen (in Ausnahmefällen bis zu vier Wochen) attestiert werden und Verlängerungen durch Folgebescheinigungen möglich sind. 

Werde ich gesperrt, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen kündige?

Ja, bei einer Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen droht eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen beim Arbeitslosengeld (ALG I), wenn kein wichtiger Grund anerkannt wird; dieser wichtige Grund kann aber durch ein aussagekräftiges ärztliches Attest und Nachweis, dass eine Weiterbeschäftigung unzumutbar ist, sowie durch Dokumentation von Änderungsversuchen (BEM, Versetzung) oft vermieden werden, was eine rechtzeitige Meldung bei der Agentur für Arbeit erfordert. 

Ist es in Ordnung, aus gesundheitlichen Gründen zu kündigen?

Ein krankheitsbedingtes Kündigungsschreiben ist eine akzeptable Form der Benachrichtigung Ihres Arbeitgebers und ist hilfreich, wenn Sie ihm mitteilen müssen, dass Ihre gesundheitlichen Probleme Sie daran hindern, die alltäglichen Aufgaben Ihrer Arbeit zu erfüllen.

Wie formuliere ich eine Kündigung aus gesundheitlichen Gründen?

Um eine Kündigung aus gesundheitlichen Gründen zu formulieren, sollten Sie sachlich bleiben und die Kündigungsfrist einhalten, idealerweise mit dem Hinweis auf ärztlichen Rat, z.B.: „Hiermit kündige ich fristgerecht zum [Datum], da ich mich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sehe, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen“. Es ist ratsam, zuerst mit dem Arbeitgeber zu sprechen und einen Aufhebungsvertrag anzustreben, da dies oft besser ist als eine einseitige Kündigung und eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld vermeiden kann. 

Kann mein Arbeitgeber meine Kündigung ablehnen?

Sobald ein Mitarbeiter seine Kündigungsabsicht eindeutig mitgeteilt hat (idealerweise schriftlich und unter Einhaltung der Kündigungsfrist), ist diese Entscheidung endgültig. Das Unternehmen kann die Kündigung nicht ablehnen, selbst wenn dies unangenehm ist; Versuche in diese Richtung könnten den Arbeitgeber rechtlichen und Reputationsrisiken aussetzen.

Wann kann ich bei Krankheit kündigen?

Sperrfrist) nicht kündigen darf, wenn der Arbeitnehmer ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert ist. Diese Sperrfrist bezieht sich auf Kalendertage. Ist ein Arbeitnehmer noch nicht ein ganzes Jahr angestellt, gilt eine Sperrfrist von 30 Tagen.

Ist eine Kündigung wegen Krankheit bei einem unbefristeten Vertrag möglich?

Ja, auch ein unbefristeter Vertrag kann wegen Krankheit gekündigt werden, aber nur unter engen Voraussetzungen (personenbedingte Kündigung) nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG), falls es greift. Der Arbeitgeber muss eine negative Zukunftsprognose (häufige oder lang andauernde Fehlzeiten), eine erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen und eine Interessenabwägung nachweisen. Eine Kündigung während der Krankheit ist möglich, aber die Kündigung wegen der Krankheit ist strenger geregelt. 

Wie viele Krankheitstage sind vertretbar?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zahl, wie viele Krankheitstage man haben darf, aber als Faustregel gelten mehr als 30 Tage (ca. 6 Wochen) pro Jahr als problematisch für Arbeitgeber; wichtig sind auch die Art und Häufigkeit der Fehltage (viele kurze Episoden vs. wenige lange), wobei die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen pro neuer Erkrankung garantiert ist, bevor das Krankengeld der Krankenkasse einsetzt.
 

Welche Diagnose ist für lange krankgeschrieben?

Lange Krankschreibungen werden oft durch psychische Erkrankungen (Depressionen, Burnout), Muskel-Skelett-Probleme (Rücken, Bandscheiben), chronische Atemwegserkrankungen, Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes) und Krebs verursacht, wobei psychische Probleme und Muskel-Skelett-Erkrankungen die Hauptgründe für lange Fehlzeiten sind. Die Dauer hängt stark von der Schwere ab, aber Burnout und Depressionen führen typischerweise zu langen Ausfallzeiten, da die Behandlung komplex ist und lange dauern kann.
 

Wie bekomme ich 6 Wochen Krankschreibung?

Um sich 6 Wochen krankschreiben zu lassen, benötigen Sie eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), die Sie sich bei einem Arzt (auch digital) holen und die dann digital an Krankenkasse und Arbeitgeber übermittelt wird, wobei Sie die Meldung machen müssen; nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung zahlt die Krankenkasse bei Weiterführung der AU Krankengeld, wofür Sie einen Fragebogen der Kasse ausfüllen müssen. 

Wie lange kann ein Hausarzt auf Psyche krankschreiben?

Ein Hausarzt kann bei psychischen Problemen beliebig lange krankschreiben, es gibt keine gesetzliche Obergrenze, aber die Dauer wird individuell festgelegt und selten auf einmal sehr lang ausgestellt; meist beginnt man mit kurzen Intervallen (Tage/Wochen) und verlängert bei Bedarf, wobei die sechs Wochen Grenze für die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers wichtig ist, danach springt die Krankenkasse ein, und eine Überweisung zum Psychotherapeuten ist ratsam.
 

Kann ich meinen Job wegen Burnout kündigen?

Bei Burnout ist eine Kündigung schwierig, aber möglich, oft durch Aufhebungsvertrag mit Abfindung oder krankheitsbedingte Kündigung nach langen Fehlzeiten, wobei der Arbeitgeber strenge Auflagen erfüllen muss (Negative Gesundheitsprognose, betriebliche Beeinträchtigung). Wichtig ist, zuerst ärztliche Hilfe zu suchen, Überlastungsanzeigen zu machen und sich rechtlich (Anwalt, Betriebsrat) beraten zu lassen, um Nachteile wie Sperrzeit beim Arbeitslosengeld zu vermeiden. Gesundheit geht vor; eine sofortige Kündigung ist riskant, kann aber bei akuten Gefahren sinnvoll sein, erfordert aber Vorsicht. 

Kann ich meinen Chef darum bitten, mich zu kündigen?

Kann ich meine Arbeitgebenden bitten, mich zu kündigen? In der Regel ist die Kündigung eine Entscheidung, die ausschließlich von Arbeitnehmer:innen getroffen wird. Ein Chef oder eine Chefin kann nicht dazu gezwungen werden, ein Arbeitsverhältnis zu beenden.

Wie kann ich auf ärztlichen Rat kündigen?

Was ist eine Kündigung auf ärztlichen Rat? Kündigung auf ärztlichen Rat bedeutet, dass der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis eigenständig beendet, weil ein Arzt dies aus gesundheitlichen Gründen dringend empfiehlt. Die Kündigung basiert auf einer medizinischen Empfehlung.

Was kann ich meinem Arzt sagen, damit er mich krankschreibt?

Um eine Krankschreibung zu bekommen, beschreiben Sie Ihrem Arzt Ihre echten Beschwerden (z.B. starke Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Probleme, psychischen Stress) und bitten um eine Untersuchung; der Arzt stellt dann die Arbeitsunfähigkeit fest, die Diagnose bleibt geheim, nur Dauer und Ihr Name werden übermittelt. Wichtig ist, dass Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig informieren und mitteilen, wie lange Sie voraussichtlich fehlen werden. 

Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?

Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze

  1. „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
  2. „Alles wird gut! “ ...
  3. „Sollen wir alles versuchen? “ ...
  4. „Wir können nichts anderes tun. “ ...
  5. „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “

Welche Krankheiten sollte man sich für krankschreiben lassen?

Zu den häufigsten Krankheiten, die zu einer Krankschreibung führen, zählen Atemwegserkrankungen (Erkältungen, Grippe, Corona), Muskel-Skelett-Probleme (Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall) und psychische Erkrankungen (Depressionen, Burnout), die oft zu langen Ausfällen führen. Auch Magen-Darm-Infekte oder Verletzungen sind gängige Gründe, wobei die Krankschreibung bei leichten Fällen auch telefonisch erfolgen kann, wenn der Arzt bekannt ist. Der Grund der Krankheit ist Privatsache, außer bei ansteckenden Krankheiten.