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Wann fällt eine Lebensversicherung nicht in den Nachlass?

Gefragt von: Ulrich Büttner  |  Letzte Aktualisierung: 5. Juni 2026
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Eine Lebensversicherung fällt nicht in den Nachlass, wenn ein konkreter Bezugsberechtigter (eine bestimmte Person oder Organisation) im Vertrag benannt wurde, da die Leistung dann direkt an diesen geht und nicht Teil der Erbmasse wird; dies gilt auch, wenn "die Erben" als Bezugsberechtigte genannt sind, da diese die Leistung separat vom Erbe erhalten, was bei einer Erbausschlagung von Vorteil sein kann. Fällt kein Bezugsberechtigter unter den Vertrag, fällt die Versicherungssumme hingegen in den Nachlass und wird wie übriges Vermögen verteilt.

Wird eine Lebensversicherung auf das Erbe angerechnet?

Eine Lebensversicherung gehört grundsätzlich nicht direkt zum Erbe, wenn ein Bezugsberechtigter (z.B. Ehepartner, Kind) benannt wurde, da die Auszahlung direkt an diese Person geht, nicht an den Nachlass. Fällt die Versicherung jedoch in den Nachlass, weil kein Begünstigter bestimmt wurde (oder dieser vorverstorben ist), wird sie Teil der Erbmasse und unterliegt den normalen Erbschaftsregeln und -steuern. 

Welche Lebensversicherungen fallen in den Nachlass?

Eine Lebensversicherung fällt grundsätzlich nicht in den Nachlass, weil die Versicherungssumme erst mit dem Tod des Erblassers fällig wird und daher nicht mehr in sein Vermögen gelangt, sondern unmittelbar in das Vermögen des Bezugsberechtigten.

Welche Vermögenswerte gehören nicht zum Nachlass?

Was gehört nicht zum Nachlass?

  • Nicht vererbbare Rechte und Pflichten, wie das Nießbrauchrecht oder höchstpersönliche Rechte:
  • Versicherungen mit Bezugsberechtigten:
  • Bestimmte Rentenansprüche:
  • Vermögenswerte mit Übertragungsregeln außerhalb des Erbrechts:
  • Freistellungen oder spezielle Regelungen:

Was bedeutet Bezugsrecht außerhalb des Nachlasses?

Der Bezugsberechtigte erlangt die Versicherungsleistung(en) unmittelbar, also außerhalb des Nachlasses. Dies hat Auswirkungen auf Pflichtteilsrechte und testamentarische Beschränkungen, die grundsätzlich nur den Nachlass erfassen. Versicherungsleistungen zählen nicht dazu.

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Wann kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden?

Das Bezugsrecht kann ausnahmsweise ausgeschlossen werden. So ist beispielsweise der Ausschluss des Bezugsrechts dann zulässig, wenn der Anstieg des Grundkapitals durch die Kapitalerhöhung geringer als zehn Prozent ist und der Emissionspreis den aktuellen Börsenkurs nicht wesentlich unterschreitet.

Muss ich eine Lebensversicherung im Erbfall versteuern?

Ja, Auszahlungen aus Lebensversicherungen unterliegen grundsätzlich der Erbschaftsteuer, wenn sie an Bezugsberechtigte gezahlt werden, aber die Steuerpflicht hängt stark von den Freibeträgen und dem Verwandtschaftsgrad ab; um Steuerfreiheit zu erreichen, kann der Bezugsberechtigte selbst Versicherungsnehmer sein, was die Police als Schenkung statt Erbe behandelt, oder es werden Verträge vor 2005 abgeschlossen, die steuerbefreit sein können. 

Was sind positive Vermögenswerte im Nachlass?

Alle positiven Vermögenswerte des Nachlasses nennt man auch Aktiva. Gleichzeitig mit den Vermögenswerten übernimmt der Erbe aber auch alle vertraglichen Verpflichtungen und Verbindlichkeiten des Erblassers, die sogenannten Erblasserschulden.

Was sind Nachlassverbindlichkeiten, die nicht den Nachlass belasten?

Nicht abzugsfähige Verbindlichkeiten sind u.a. die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses, die vom Erwerber selbst zu entrichtende Erbschaftsteuer und Auflagen, die dem Beschwerten selbst zugute kommen.

Welche Verträge gehen auf Erben über?

Nach dem Tod eines Menschen gehen Dauerschuldverhältnisse wie Miet-, Strom-, Gas-, Telefon-, Internet- und Versicherungsverträge (Kranken-, Hausrat-, KFZ-Versicherung), Abonnements (Zeitungen, Streaming-Dienste) und oft auch Vereinsmitgliedschaften automatisch auf die Erben über und müssen von diesen gekündigt werden, wobei die Erben die Erbschein oder ein ähnliches Dokument vorlegen müssen; Ausnahmen können sich aus dem Vertrag oder Kulanz der Anbieter ergeben, aber es gibt keinen automatischen Anspruch auf vorzeitige Beendigung.
 

Ist eine Lebensversicherung ein Vermögen?

Reine Risikolebensversicherungen oder Rentenversicherungen ohne Kapitalbildung stellen kein einzusetzendes Vermögen dar. Ferner darf es sich nicht um eine staatlich geförderte Altersvorsorge gem. § 5 Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) zertifizierte Versicherung (sog. Riester-Rente) i.S.d. § 90 Abs.

Was geht nicht in die Erbmasse?

Zur Erbmasse gehören nicht direkt vererbliche, rein persönliche Rechte wie Nießbrauch oder Wohnungsrecht, Guthaben aus Lebensversicherungen mit benanntem Begünstigten, Geldstrafen und bestimmte vertraglich geregelte Ansprüche Dritter, die direkt an diese ausbezahlt werden, sowie die Erbschaftssteuer selbst (sie wird vom Erben gezahlt, nicht vom Nachlass abgezogen). 

Was passiert mit der Lebensversicherung bei Tod?

Nach dem Tod zahlt die Lebensversicherung eine festgelegte Summe an die Bezugsberechtigten (Partner, Kinder, etc.) oder, falls niemand benannt wurde, an die Erben (in den Nachlass). Die Auszahlung erfolgt direkt aus dem Vertrag, nicht über den Nachlass, und umgeht oft die gesetzliche Erbfolge. Wichtig ist die schnelle Benachrichtigung des Versicherers und die Vorlage der Sterbeurkunde sowie weiterer Dokumente. 

Wird eine Lebensversicherung auf den Pflichtteil angerechnet?

Die Auszahlung von Risikolebensversicherungen unterliegen nicht der Pflichtteilsergänzung.

Wie erfährt man, ob ein Verstorbener eine Lebensversicherung hatte?

Erste Anhaltspunkte für eine bestehende Lebensversicherung können sich aus Kontoauszügen des Erblassers ergeben. Vom Erblasser geleistete Beitragszahlungen können dort unschwer identifiziert und so Rückschlüsse auf das betroffene Versicherungsunternehmen gezogen werden.

Was zählt nicht zum Nachlass des Erblassers?

So fallen beispielsweise Rentenansprüche des Erblassers grundsätzlich ebenso wenig in den Nachlass wie etwaige Unterhaltsansprüche.

Was kann alles vom Nachlasswert abgezogen werden?

Maßgeblich ist der Wert des Nachlasses am Todestag. Dabei werden alle sog. positiven Vermögenswerte addiert und davon werden die Verbindlichkeiten des Erblassers und die Erbfallkosten abgezogen. Dies gilt natürlich auch für die Beerdigungskosten.

Sind Entrümpelungskosten Nachlassverbindlichkeiten?

Die Kosten für einen Steuerberater oder ein Entrümpelungsunternehmen können aber als sogenannte Nachlassverbindlichkeiten die Erbschaftsteuer senken.

Wie wird der Hausrat bei der Nachlassbermittlung bewerten?

Um den Wert von Hausrat bei einer Erbschaft zu schätzen, erstellt man eine detaillierte Liste aller Gegenstände mit realistischen Werten (Anschaffungspreis, Alter, Zustand), da der Verkehrswert zum Todeszeitpunkt zählt und Luxusgüter gesondert zu bewerten sind; für die Erbschaftsteuer gibt es hohe Freibeträge (41.000 € für nahen Angehörigen), aber bei Streit oder für Pflichtteilsansprüche kann ein Sachverständiger sinnvoll sein, um den tatsächlichen Wert zu ermitteln. 

Welche Schulden können nicht vererbt werden?

Nicht vererbbar sind vor allem persönliche Verpflichtungen, die untrennbar mit der Person des Erblassers verbunden sind, wie z.B. bestimmte Unterhaltsforderungen (für Zeit nach dem Tod), Geldstrafen und Bußgelder sowie Ansprüche aus persönlichen Dienstleistungsverträgen, die durch den Tod erlöschen. Auch Ansprüche, die dem Erblasser aufgrund einer Persönlichkeitsrechtsverletzung zustanden (Schmerzensgeld), sind nicht vererbbar.
 

Welcher Kontostand zählt beim Nachlass?

Der Erbe erhält das Vermögen automatisch

Alles was am Todestag an Vermögen vorhanden war, steht dem Erben zu. Entscheidend ist damit der Kontostand des Bankkontos am Todestag des Erblassers.

Wann fällt eine Lebensversicherung in den Nachlass?

Wann fällt die Lebensversicherung in den Nachlass? Die Lebensversicherung kann entweder als solche in den Nachlass fallen, wenn der Erblasser Versicherungsnehmer ist und eine dritte Person die versicherte Person ist. In diesem Fall fällt der Lebensversicherungsvertrag wie ein Sparkonto in den Nachlass.

Wie viel Steuern muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € Erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Wird die Auszahlung einer Lebensversicherung dem Finanzamt gemeldet?

Sofern der Vertrag nicht vor 2005 geschlossen wurde, erhebt das Finanzamt auf diese Auszahlung eine Steuer. Welche das ist und wie hoch sie ausfällt, hängt von den Rahmenbedingungen ab. In jedem Fall gilt aber: Versteuert wird nur der sogenannte Ertragsanteil. Das ist quasi dein Gewinn.

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