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Wann bin ich schuldenfrei?

Gefragt von: Peter Kern  |  Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2026
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Sie sind schuldenfrei, wenn alle Ihre Verbindlichkeiten beglichen sind, was bei einer Privatinsolvenz in der Regel nach drei Jahren durch die Restschuldbefreiung erreicht wird (bei Verfahren ab 1.10.2020), vorausgesetzt, Sie erfüllen die Auflagen; ansonsten hängt es vom individuellen Tilgungsplan ab, wie bei Immobilienkrediten, wo es Jahre dauern kann.

Wann ist man schuldenfrei?

Durch das Privatinsolvenzverfahren können überschuldete Verbraucher:innen in der Regel innerhalb von 3 Jahren schuldenfrei werden. Die dreijährige Dauer gilt für alle Verfahren, die seit dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden.

Wann gilt man als überschuldet?

Man gilt als überschuldet, wenn die eigenen finanziellen Verbindlichkeiten (Schulden) die verfügbaren Mittel (Vermögen und Einkommen) dauerhaft nicht mehr decken können, sodass fällige Zahlungen regelmäßig ausbleiben, Mahnungen eintreffen oder das Konto ständig überzogen ist, auch wenn keine akute Zahlungsunfähigkeit (noch) besteht, aber eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass laufende Kosten wie Miete, Strom oder Kreditraten nicht mehr beglichen werden können. 

Ist man nach 3 Jahren schuldenfrei?

Im Klartext: Schuldner sind nach 3 Jahren schuldenfrei. Denn nach 3 Jahren wird die Restschuldbefreiung erteilt . Für alle, die eine neue Perspektive, einen finanziellen Neuanfang wollen, lohnt sich also eine Insolvenz. Die Regelung gilt übrigens rückwirkend seit dem 01.10.2020.

Welche Schulden werden nicht erlassen?

Verbindlichkeiten aus Geldstrafen und Bußgeldern

Geldstrafen und Bußgelder, die im Rahmen von strafrechtlichen oder ordnungsrechtlichen Verfahren verhängt wurden, sind ebenfalls von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen. Diese Schulden müssen trotz einer erfolgreichen Privatinsolvenz weiterhin beglichen werden.

Gibt es eine optimale Tilgung? Wann bin ich schuldenfrei? Was habe ich für Tilgungen im Portfolio?

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Welche Schulden sind nicht erlassfähig?

Nicht erlassbare Schulden sind Schulden, die nicht durch ein Insolvenzverfahren getilgt werden können. Beispiele hierfür sind unter anderem die meisten Studentenkredite, die meisten Bundes-, Landes- und Kommunalsteuern, zur Zahlung dieser Steuern aufgenommene Kreditkartenschulden sowie Kindes- und Ehegattenunterhalt .

Wann werden Schulden erlassen?

Wann können Schulden erlassen werden? Der außergerichtliche Schuldenerlass hängt vom Wohlwollen des Gläubigers ab. Er kann die Schulden zum Beispiel erlassen, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist und auch in absehbarer Zeit nicht genügend Geld aufbringen kann, um die Forderung zu decken.

Wie hoch muss man verschuldet sein für eine Privatinsolvenz?

Grundsätzlich liegt der bei einer Privatinsolvenz anzusetzende Freibetrag für Personen, die keinen Unterhalt zahlen müssen, bei 1.559,99 Euro netto. Liegt der Lohn bzw. das Einkommen unter dieser Grenze für den Selbstbehalt, findet demnach keine Pfändung statt und der Schuldner muss kein Geld an die Gläubiger abgeben.

Wie wird man am schnellsten schuldenfrei?

Zahlen Sie mehr als den Mindestbetrag.

Wenn Sie schnell schuldenfrei werden möchten, sollten Sie jeden Monat so viel wie möglich zur Tilgung Ihrer Schulden verwenden. Denken Sie an die Schneeballmethode: Jede höhere Zahlung bringt Sie der Schuldenfreiheit näher.

Wann verfallen Schulden?

Schulden verfallen meist nach der dreijährigen regelmäßigen Verjährungsfrist (§ 195 BGB), die am Ende des Jahres beginnt, in dem der Anspruch fällig wurde und der Gläubiger davon wusste. Ausnahmen sind z. B. titulierte Forderungen (30 Jahre) oder Steuerschulden (5 Jahre). Wichtig: Verhandlungen, Zahlungen oder gerichtliche Schritte können die Verjährung hemmen oder neu beginnen lassen, sodass die Frist oft deutlich länger läuft. 

Was tun, wenn man finanziell am Ende ist?

Wenn Sie finanziell am Ende sind, müssen Sie sofort handeln: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben, suchen Sie professionelle Schuldnerberatung (z.B. Caritas, Diakonie) für konkrete Hilfe, prüfen Sie staatliche Hilfen wie Bürgergeld, und falls nötig, erwägen Sie einen Weg zur Restschuldbefreiung wie die Privatinsolvenz; sprechen Sie unbedingt mit Gläubigern über Stundungen oder Ratenpausen, bevor Zahlungen ausfallen. 

Wann ist es gut, Schulden zu haben?

Gute Schulden sind Investitionen, die Ihr zukünftiges Vermögen oder Einkommen steigern, wie z. B. Kredite für eine Immobilie (Vermögensaufbau), eine Ausbildung (höheres Einkommen) oder die Finanzierung eines Unternehmens (wirtschaftlicher Erfolg). Sie sind langfristig vorteilhaft, schaffen Werte und zahlen sich mit der Zeit aus, im Gegensatz zu "schlechten" Konsumschulden für kurzlebige Güter.
 

Wie viel Schulden hat jeder Deutsche im Durchschnitt?

Der durchschnittliche Deutsche hat je nach Berechnungsgrundlage unterschiedliche Schulden: Die Staatsverschuldung lag Ende 2024 bei rund 20.748 Euro pro Kopf (nur Bundesanteil), während eine umfassendere Berechnung der gesamten Staatsverschuldung (Bund, Länder, Gemeinden) sowie der verdeckten Lasten durch Experten eine Pro-Kopf-Belastung von etwa 230.000 Euro ergibt; bei Privathaushalten sprechen wir von deutlich weniger, aber auch hier variiert die Zahl stark, je nach Altersgruppe und Einkommen. 

Wie lange dauert es, bis man schuldenfrei ist?

Die Dauer der Privatinsolvenz beträgt in der Regel drei Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit kann die sogenannte Restschuldbefreiung beantragt werden, sodass die betroffene Person schuldenfrei ist.

Wie werde ich schuldenfrei?

Ordnen Sie Ihre Schulden nach Zinssatz, beginnend mit dem höchsten. Leisten Sie für jede Schuld die Mindestzahlung, außer für die mit dem höchsten Zinssatz. Verwenden Sie alle überschüssigen Gelder, um die Schuld mit dem höchsten Zinssatz zu tilgen. Wiederholen Sie diesen Vorgang, nachdem Sie jede Schuld mit dem höchsten Zinssatz abbezahlt haben.

Wann hat man zu viele Schulden?

Man ist hoch verschuldet, wenn die Einnahmen und das Vermögen dauerhaft nicht mehr ausreichen, um alle Zahlungsverpflichtungen (Raten, Rechnungen, Lebenshaltungskosten) zu decken – dies nennt man Überschuldung, die oft durch Mahnungen und Pfändungen spürbar wird. Während eine hohe absolute Zahl (z.B. über 30.000 € Durchschnittsschulden laut Statistik) ein Anzeichen sein kann, ist der entscheidende Faktor die Unfähigkeit, die Schulden zu bedienen, nicht nur die absolute Höhe. 

Wie werde ich am schnellsten Schulden los?

So können Sie Schulden schnell abbauen

  1. Sprechen Sie mit Ihren Gläubigern. ...
  2. Stellen Sie ein Budget auf und behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick. ...
  3. Versuchen Sie, nichts mehr zu leihen. ...
  4. Zahlen Sie mehr als das Minimum oder häufiger. ...
  5. Tätigen Sie Ihre Zahlungen pünktlich. ...
  6. Zahlen Sie die teuersten Schulden zuerst zurück.

Wie werde ich schnell schuldenfrei?

Beginnen Sie damit, die teuren Kredite zuerst abzubezahlen.

Priorisieren Sie die Rückzahlung von Krediten mit den höchsten Zinssätzen oder den ungünstigsten Konditionen. Da sich bei diesen Krediten die Zinsen schneller anhäufen, reduziert deren Tilgung die Gesamtzinsbelastung und hilft Ihnen, schneller schuldenfrei zu werden.

Bin ich nach 30 Jahren schuldenfrei?

Nach § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) verjähren Forderungen (Schulden) im Allgemeinen nach 3 Jahren (sog. regelmäßige Verjährungsfrist). Wenn die Forderung tituliert ist, verjähren die Schulden erst nach 30 Jahren (§ 197 BGB).

Wie viel Geld bleibt mir monatlich bei einer Privatinsolvenz?

Bei der Privatinsolvenz steht Ihnen monatlich ein unpfändbarer Grundbetrag zu, der sich nach Ihrem Nettoeinkommen und Unterhaltspflichten richtet; seit Juli 2025 sind das mindestens 1.559,99 € für eine Einzelperson ohne Unterhalt, mit Kind erhöht sich der Betrag, und bei höheren Einkommen gibt es gestaffelte Mehrbeträge. Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist essenziell, um diesen Betrag automatisch zu sichern. 

Welche Schulden werden trotz Privatinsolvenz nicht erlassen?

Bei einer Privatinsolvenz werden die meisten Schulden nach der Wohlverhaltensphase erlassen, aber Schulden aus vorsätzlichen Straftaten (z. B. Betrug, Steuerhinterziehung), vorsätzlich nicht gezahlten Unterhaltsschulden, Bußgeldern, Geldstrafen und Verfahrenskosten bleiben bestehen und müssen auch nach Insolvenzende beglichen werden. Neue Schulden, die nach der Eröffnung des Verfahrens entstehen, sind ebenfalls von der Restschuldbefreiung ausgenommen. 

Welche Schulden müssen zuerst bezahlt werden?

Bezahlen Sie immer existentiell wichtige Schulden zuerst. Dazu gehören vor allem die Miete und Strom. Danach können Sie die anderen Verbindlichkeiten erfüllen.

Welche Schulden können nicht erlassen werden?

Schulden aus Betrug, Diebstahl oder Veruntreuung . Gerichtlich angeordnete Geldstrafen, Bußgelder oder Entschädigungszahlungen. Die meisten Steuerschulden (einige ältere Steuerschulden können unter Umständen erlassen werden). Schulden, die nicht in Ihrem Insolvenzantrag aufgeführt sind (es sei denn, der Gläubiger erfährt von Ihrem Insolvenzverfahren).

Wann sind Schulden wirklich verjährt?

Die regelmäßige Verjährungsfrist für Schulden beträgt in Deutschland gemäß § 195 BGB drei Jahre. Die Frist beginnt am Ende des Jahres,unter der Bedingung, dass die Forderung im Laufe des Jahres fällig geworden ist, in dem die Leistung erbracht wurde.

Können Ihre Schulden erlassen werden?

Schuldenerlass bedeutet, dass ein Kreditgeber oder Gläubiger zustimmt, eine Schuld ganz oder teilweise zu erlassen. Sie können unter Umständen einen Antrag stellen, wenn Sie ungesicherte Schulden haben, wie beispielsweise Kreditkartenschulden, Studienkredite oder Steuerschulden . Auch Arztschulden und Hypotheken können unter bestimmten Voraussetzungen erlassen werden.