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Wann bekommt man ein sehr gutes Arbeitszeugnis?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Ursula Fischer  |  Letzte Aktualisierung: 23. Mai 2026
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Ein sehr gutes Arbeitszeugnis bekommt man, wenn die Formulierungen eine durchgehende, herausragende Leistung mit Superlativen und dreifachen Steigerungen wie „stets zur vollsten Zufriedenheit“ oder „hat unsere Erwartungen stets in höchstem Maße übertroffen“ beschreiben, was Leistung, Fachwissen und Sozialverhalten (Vorgesetzte, Kollegen, Kunden) gleichermaßen positiv hervorhebt, ohne Einschränkungen oder negative „Geheimcodes“ zu nutzen. Man erhält es durch exzellente Arbeit, Eigeninitiative und positive Erfolge, die der Arbeitgeber durch proaktive Kommunikation und Feedback aktiv würdigt.

Wann ist ein Arbeitszeugnis sehr gut?

Faustformel: Dreifache Steigerungen bedeuten sehr gute Leistungen, zweifache Leistungen entsprechen guten Leistungen, Auslassungen sind negativ. Beispiele: Sehr gut: Hat die übertragenen Aufgaben „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" erfüllt.

Hat man ein Recht auf ein sehr gutes Arbeitszeugnis?

Grundsätzlich hat ein Arbeitnehmender keinen Anspruch auf ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Zeugnis, sondern nur einen Anspruch auf ein leistungsgerechtes Zeugnis. Es kommt insofern darauf an, wie der Arbeitgebende mit den Leistungen und dem Verhalten des Arbeitnehmenden zufrieden gewesen ist.

Woher weiß ich, ob ich ein gutes Arbeitszeugnis habe?

Prüfen Sie Ihr Arbeitszeugnis gründlich. Denn ein gutes Arbeitszeugnis erkennt man daran, dass die beruflichen Aufgaben und Tätigkeiten ausführlich beschrieben werden. Weiter ist die Gesamtnote "gut" oder "sehr gut". Keinesfalls darf der Kündigungsgrund im Schlussabsatz missverständlich sein.

Welche Sätze sollten nicht im Arbeitszeugnis stehen?

In ein Arbeitszeugnis gehören keine Geheimcodes, versteckte Kritik, Angaben zum Privatleben, Krankheiten, Schwangerschaft, Elternzeit, Gewerkschafts- oder Parteizugehörigkeit, Straftaten oder der genaue Kündigungsgrund (außer auf Wunsch), da diese die Arbeitssuche erschweren können. Auch widersprüchliche Aussagen oder fehlende Standardformulierungen wie der Dank sind unzulässig und werden negativ interpretiert, wie die IG Metall und der Händlerbund berichten. 

Arbeitszeugnis einfach erklärt - Formulierungen, Geheimcode, Aufbau

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Wann ist ein Arbeitszeugnis nicht gut?

Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen. “ Außerdem muss das Arbeitszeugnis wohlwollend formuliert sein.

Was sind Geheimcodes im Arbeitszeugnis?

Geheimcodes in Arbeitszeugnissen sind versteckte, oft negative Bedeutungen hinter scheinbar positiven oder neutralen Formulierungen, die nach § 109 GewO eigentlich verboten sind. Sie verraten durch subtile Sprache, Ironie oder die Reihenfolge der genannten Eigenschaften (z.B. zuerst Vorgesetzte, dann Kollegen), ob die Leistung wirklich gut war, wie z.B. „er zeigte Verständnis für seine Aufgaben“ = faul. Ziel ist es, eine versteckte Kritik zu äußern, was durch das Gebot der Zeugnisklarheit und Wohlwollen eigentlich untersagt ist.
 

Wie sieht ein sehr gutes Zeugnis aus?

Sehr gut: „Er/Sie verfügt über ein hervorragendes Fachwissen, das er/sie mit äußerster Effizienz und größter Genauigkeit einsetzte. “ Gut: „Er/Sie verfügt über ein gutes Fachwissen, das er/sie mit großer Effizienz und Genauigkeit einsetzte. “

Nennen Sie drei Beispiele für eine gute Referenz.?

Wählen Sie Personen, die Sie gut kennen und Ihre Fähigkeiten und Ihre Arbeitsmoral bestätigen können. Eine Kombination aus Vorgesetzten und Hochschulangehörigen bietet eine gute Grundlage. Weitere Möglichkeiten sind Universitätsmitarbeiter, Gemeindevertreter und Leiter von Bürgerorganisationen, für die Sie ehrenamtlich tätig waren.

Wie finde ich heraus, ob mein vorheriger Arbeitgeber mir ein schlechtes Arbeitszeugnis ausstellt?

Um herauszufinden, wie Ihre Referenzperson über Ihre berufliche Laufbahn berichtet hat, können Sie sich Hilfe holen. Ein Freund oder ehemaliger Kollege kann Ihren früheren Arbeitgeber anrufen und um eine Referenz bitten und Ihnen anschließend deren Inhalt mitteilen . Alternativ gibt es auch professionelle Referenzprüfungsunternehmen, die diesen Service für Sie anbieten.

Wie bitte ich um ein besseres Arbeitszeugnis?

Stellt man fest, dass wesentliche Angaben im Arbeitszeugnis unvollständig oder gar falsch sind, kann man eine Zeugnisänderung beim Arbeitgeber einfordern. In diesen Fällen kann der Arbeitnehmer sein Zeugnis ändern lassen: Schreibfehler, falsche Daten oder Bezeichnungen müssen vom Arbeitgeber berichtigt werden.

Wie bittet man einen Arbeitgeber um ein Arbeitszeugnis?

Ich bin überzeugt, dass ein Empfehlungsschreiben von Ihnen, angesichts unserer gemeinsamen Arbeit bei [Ihr Unternehmen], meine Bewerbungen deutlich aufwerten würde. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen könnten, das meine Beiträge zu [spezifisches Projekt oder Verantwortungsbereich] und meine Kompetenzen in [spezifische Kompetenzen nennen] hervorhebt.

Auf was muss man bei einem Arbeitszeugnis achten?

Beim Arbeitszeugnis sollten Sie auf Wahrheit, Vollständigkeit, Klarheit und Wohlwollen achten: Prüfen Sie, ob alle Tätigkeiten und Qualifikationen genannt sind (auch die wichtigsten), ob die Leistungs- und Verhaltensbewertung positiv formuliert ist (keine negativen Codes oder Relativierungen wie "stets bemüht" für eine schlechte Note) und ob die Formalitäten stimmen (Firmenbriefkopf, Datum, Unterschrift). Die Schlussformel (Dank, Bedauern, Zukunftswünsche) ist entscheidend für die Gesamtnote.
 

Wie hört sich ein gutes Arbeitszeugnis an?

Sehr gut: stets/immer zu unserer vollsten Zufriedenheit; Übertraf jederzeit unsere Erwartungen; in jeder Hinsicht sehr gut; … Gut: stets zu unserer vollen Zufriedenheit; waren jederzeit gut; … Befriedigend: zu unserer vollen Zufriedenheit.

Hat man ein Anrecht auf ein gutes Arbeitszeugnis?

Nein, es gibt keinen automatischen Anspruch auf ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Arbeitszeugnis, sondern nur auf ein leistungsgerechtes und wohlwollendes Zeugnis, das die Tatsachen widerspiegelt und das berufliche Fortkommen nicht unbillig erschwert. Ein „befriedigendes“ Zeugnis (Note 3) gilt als Durchschnitt; für bessere Noten (2, 1) muss der Arbeitnehmer die entsprechenden Leistungen beweisen, während der Arbeitgeber die Beweislast für eine schlechtere Bewertung trägt. 

Was heißt "stets zu unserer vollen Zufriedenheit"?

"Stets zu unserer vollen Zufriedenheit" ist eine Bewertungsfloskel in Arbeitszeugnissen und bedeutet eine gute Leistung (Note 2), vergleichbar mit "gut" in der Schule. Während "zu unserer vollen Zufriedenheit" noch "befriedigend" (Note 3) bedeutet, signalisiert das hinzugefügte "stets" eine durchgehende, verlässliche gute Leistung. Die Bestnote (sehr gut) wird mit "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" ausgedrückt, wobei das "vollsten" entscheidend ist. 

Was sind gute Referenzen?

Gute Referenzen sind: Chefs und Vorgesetzte – je höher in der Hierarchie, desto besser. Auftraggeber aus selbstständiger Tätigkeit – je umfangreicher das Projekt und je länger die Zusammenarbeit, desto besser.

Welche vier Arten von Referenzen gibt es?

Zitierstile. Es gibt vier weit verbreitete Zitierstile bzw. Konventionen. Sie heißen MLA (Modern Language Association), APA (American Psychological Association), Harvard und MHRA (Modern Humanities Research Association) .

Warum sind Sie eine gute Referenz?

Die besten Referenzen stammen von Personen, die den Kandidaten beruflich direkt betreut oder eng mit ihm zusammengearbeitet haben. Sie sollten mit den Fähigkeiten, Leistungen und Arbeitsweisen des Kandidaten vertraut sein, idealerweise in einem ähnlichen Kontext wie der Position, auf die sich der Kandidat bewirbt.

Ist ein sehr gutes Arbeitszeugnis glaubwürdig?

Aber auch hier gilt: "Sehr gut" ist glaubwürdig, permanent aneinandergereihte Superlative sind es nicht.

Welche Sätze sind negativ im Arbeitszeugnis?

In Arbeitszeugnissen gibt es viele versteckte negative Formulierungen, die auf mangelnde Leistung, Eigeninitiative oder schlechtes Verhalten hinweisen, wie z.B. „Er/Sie zeigte Interesse“ (statt Ergebnisse), „Arbeitete nach Anleitung“ (mangelnde Selbstständigkeit), „War den Anforderungen gewachsen“ (nur Durchschnitt), oder „Stets bemüht“ (war nicht erfolgreich), da explizit Negative verboten sind, aber die Wahrheit durch Codes transportiert werden muss, um die berufliche Zukunft nicht zu blockieren. 

Wie erkenne ich, ob ein Arbeitszeugnis gut ist?

Ein gutes Arbeitszeugnis ist wohlwollend, wahrheitsgemäß und vollständig, enthält eine klare Leistungs- und Verhaltensbeurteilung und nutzt eine spezielle "Geheimsprache", die von Superlativen ("stets zu unserer vollsten Zufriedenheit") für sehr gute Leistungen bis zu Abschwächungen ("zu unserer Zufriedenheit" für "befriedigend") reicht, um die tatsächliche Bewertung zu vermitteln, wobei stets der Wohlwollensgrundsatz zu beachten ist. Es muss die Art der Tätigkeit, Beschäftigungsdauer, eine Leistungs- und Verhaltensbewertung sowie den Schlussabsatz mit Bedauern über den Weggang und Zukunftswünschen enthalten. 

Welche Wörter dürfen nicht im Arbeitszeugnis stehen?

Das Zeugnis muss wahrheitsgemäß, klar verständlich und wohlwollend formuliert werden. Wörter wie faul, langsam, aufmüpfig, unpünktlich etc. sollten nicht in einem Arbeitszeugnis stehen. Verwenden Sie stattdessen versteckte Formulierungen, um auf negative Arbeitsleistungen oder Verhalten hinzuweisen.

Was bedeutet "sehr beliebt" in einem Arbeitszeugnis?

Beliebt, geschätzt und anerkannt 🔗

Im Vordergrund stehen klar erkennbar Fachwissen, Verlässlichkeit und Anerkennung. Viel wichtiger als "beliebt" sind in Zeugnissen daher "anerkannt", "respektiert", "geachtet", "kollegial und "Loyalität".

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