Soll ich das Referendariat abbrechen?
Gefragt von: Ilka Ritter | Letzte Aktualisierung: 10. September 2026sternezahl: 4.4/5 (13 sternebewertungen)
Ob du das Referendariat abbrechen solltest, hängt von deinen persönlichen Gründen ab; es ist jederzeit möglich, erfordert aber eine gut überlegte Entscheidung, die Stress, Perfektionismus oder die Unzufriedenheit mit dem System betreffen kann, wobei professionelle Hilfe und Gespräche mit Seminarleitung und Kollegen ratsam sind, um die beste Strategie zu finden und mögliche Konsequenzen zu verstehen.
Was passiert, wenn man das Referendariat abbricht?
Wenn man das Referendariat abbricht, endet der Vorbereitungsdienst, man verliert den Beamtenstatus auf Widerruf, muss sich aber um Krankenversicherung und Arbeitslosigkeit kümmern; eine Wiederaufnahme ist oft möglich (je nach Bundesland und Zeitpunkt des Abbruchs), aber ein Abbruch im Prüfungszeitraum ist meist hinderlich, während eine Unterbrechung (z.B. wegen Krankheit) eine Option für späteres Wiedereinsteigen sein kann, wobei alle bisherigen Leistungen angerechnet werden können.
Wie hoch ist die Abbruchquote im Referendariat?
Die Abbrecherquote ist nach Angaben des baden-württembergischen Kultusministeriums gering: Beim Lehramt an Gymnasien schließen 90 Prozent den Vorbereitungsdienst ab, beim Lehramt an Grundschulen sind es 95 Prozent. In diesen Quoten sind auch Unterbrechungen, zum Beispiel durch Schwangerschaft, enthalten.
Wie viel Prozent schaffen das Referendariat nicht?
Denn von 29.500 Studienabsolventinnen und -absolventen, die den Vorbeitungsdienst beginnen, schließen ihn im Schnitt 28.000 ab – also relativ viele. „Die Schwundquote im Referendariat lag bei fünf Prozent“, so stellen die Autorinnen und Autoren fest.
Kann man REF abbrechen und neu anfangen?
Übrigens bedeutet ein Abbruch der Referendariats in der Regel nicht, dass du den Vorbereitungsdienst nicht zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufnehmen und dich neu bewerben kannst. Auch hier sind die Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.
Referendariat abbrechen? Das musst du wissen!
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Kann man sich nach dem Referendariat arbeitslos melden?
Deshalb reicht es für Referendare aus, wenn sie sich innerhalb von drei Tagen nach dem Ende des Referendariats, also der bestandenen mündlichen Prüfung, arbeitslos melden. Sollte euch das Arbeitslosengeld aufgrund einer zu späten Meldung als arbeitssuchend gekürzt werden, solltet ihr euch gegen die Kürzung wehren.
Was passiert, wenn man das Referendariat nicht schafft?
Referendare sind im Staatsexamen also durchgefallen, wenn sie sowohl im Erstversuch als auch im Zweitversuch nicht bestanden haben. Ausnahmsweise besteht allerdings die Möglichkeit, das Staatsexamen noch ein drittes Mal zu schreiben, der sog. "Gnadenversuch".
Welche Kritik gibt es am Referendariat?
Es gibt viel Kritik am Referendariat. Zu wenig Austausch und Verbindung zwischen Universität und Studienseminar, zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten für angehende Lehrkräfte, zu wenig Kompatibilität zwischen den Bundesländern.
Wie hoch ist die Abbruchquote im Lehramt?
Die Abbruchquote im Lehramt ist uneinheitlich, aber es brechen viele Studierende ab – Schätzungen reichen von rund 20 % im Bachelor (unter dem Gesamtdurchschnitt) bis zu 40 % und mehr, wenn auch der Weg durchs Referendariat betrachtet wird, wobei die Zahl 40-41 % im Fokus aktueller Diskussionen steht, da von 47.000 Studienanfängern nur ca. 28.000 das Referendariat abschließen. Ursachen sind oft mangelnder Praxisbezug, hohe Anforderungen, finanzielle Schwierigkeiten und die Erkenntnis, dass der Lehrerberuf doch nicht der richtige Weg ist, wobei die Zahlen je nach Bundesland und Studiengang stark schwanken.
Wie alt sind die meisten Referendare?
Wie immer haben die Referendare an Grundschulen das niedrigste Durchschnittsalter (26,3 Jahre). Schaut man sich den Anteil der weiblichen und männlichen Neueinstellungen an, haben die Männer leicht zugelegt: 33 Prozent der Referendare sind männlich (August 2020: 30 Prozent; Februar 2020: 29 Prozent).
Wie viele Leute brechen das Lehramtsstudium ab?
Die Analyse aus den Daten des Statistischen Bundesamts und der Kultusministerkonferenz zeigen, dass bei jährlich durchschnittlich rund 47.400 Studieneinsteigenden im Lehramt nur 27.800 die erste Phase erfolgreich abschließen. Das entspricht einem Verlust von rund 41 Prozent.
Kann man das Ref pausieren?
Ja, eine Pause im Referendariat ist möglich, aber meist nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit formalen Schritten, oft durch Unterbrechung oder Entlassung, abhängig von Gründen wie Krankheit, Elternzeit, Pflegefällen oder manchmal auch aus persönlichen Gründen mit Genehmigung, wobei Sie Ihre Seminare, Schulaufsicht und ggf. Personalräte kontaktieren sollten, da die Regeln je nach Bundesland variieren können.
Wird aus dem Lehrermangel ein Überfluss?
Bereits 2035 stünden danach etwa 45.000 Grundschullehrkräfte mehr bereit als nötig. Der Mangel an Lehrkräften an Grundschulen könnte sich einer Studie zufolge bald in einen Überschuss wandeln. Zwischen 2023 bis 2035 stehen insgesamt rund 96.250 fertig ausgebildete Fachkräfte für das Grundschullehramt zur Verfügung.
Wie viele Menschen brechen das Referendariat ab?
Im Referendariat hingegen liegt die Abbruchquote lediglich bei 5 Prozent. Die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte dazu am 15. Januar 2025: „Der immer wieder beschriebene außerordentliche ‚Praxisschock' sowie besonders hohe Abbruchquoten im Referendariat sind ein Mythos!
Warum fällt man im Referendariat durch?
Gründe für das Durchfallen im Referendariat sind oft eine Kombination aus mangelnder fachlicher Tiefe, unzureichender pädagogischer Kompetenz (Reflexion, Einfühlungsvermögen, Organisation), schlechter Vorbereitung, Überfrachtung der Lehrproben (zu viele Ziele) und organisatorischen Fehlern (Arbeitsblätter vergessen, Sicherheitsmängel) sowie fehlender Selbstorganisation und Eigeninitiative. Auch Stress, Angst und die Erkenntnis, dass der Lehrerberuf doch nicht das Richtige ist, können zum Abbruch führen, wobei das Scheitern meist auf gravierende Fehler in der Praxis, wie in Lehrproben, zurückzuführen ist.
Ist ein abgebrochenes Studium etwas wert?
„Wer sein Studium abgebrochen hat, legt in der Regel einen höheren Ehrgeiz an den Tag, erzielt einen erfolgreichen Abschluss und überträgt diesen Spirit auch auf die Mit-Azubis. Außerdem wissen Studienabbrecher die Vorteile einer dualen Ausbildung besser zu schätzen."
Welches Studienfach hat die höchste Abbruchquote?
Studiengänge mit den höchsten Abbruchquoten sind oft die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sowie einige Geisteswissenschaften und Ingenieurstudiengänge, wobei Mathematik häufig an der Spitze steht, gefolgt von Geowissenschaften, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Physik; auch Fächer wie Architektur, Chemie und Jura haben hohe Quoten, aber die genauen Zahlen variieren je nach Quelle und Universität, wobei Leistungsprobleme und die hohe Arbeitsbelastung im ersten Jahr die Hauptgründe sind.
Ist 1,7 eine gute Note Bachelorarbeit?
Die Notenskala für eine Bachelorarbeit reicht von 1 (sehr gut) bis 5 (nicht bestanden bzw. mangelhaft). Je nach Hochschule wird die volle Note oder ein Zwischenwert wie 1,7 oder 3,3 angegeben.
Was kann ich mit einem abgebrochenen Lehramtsstudium machen?
Welche Alternativen bieten sich nun aber nach der Lehramtsausbildung?
- Mit einem Lehramtsabschluss kannst du weiterhin in pädagogischen Bereichen tätig werden. ...
- Eine spannende Alternative ist die Arbeit in einem Verlag, insbesondere in Schulbuchverlagen oder Stiftungen.
Wie viele Referendare Lehramt fallen durch?
Nur elf Prozent der Referendare geben an, mit ihrem Gehalt im Vorbereitungsdienst auskommen zu können. Etwa jeder vierte Befragte würde den Lehrerberuf nicht wieder ergreifen (28 Prozent). Bei der letzten Gefährdungsbeurteilung im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 13 Prozent.
Wie stressig ist das REF?
Als wäre das nicht schon eine Herausforderung, gilt der Lehrberuf allgemein als sehr stressig. Das liegt nicht nur an dem hohen Arbeitspensum und den vielfältigen Aufgaben wie zum Beispiel der Unterrichtsvorbereitung, der Teilnahme an Konferenzen, dem Konfliktmanagement oder Schulausflügen.
Wie äußert sich Burnout bei Lehrern?
Lehrer-Burnout-Symptome zeigen sich durch körperliche Erschöpfung (Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen), emotionale Symptome (Reizbarkeit, Frustration, Zynismus, emotionale Taubheit), kognitive Probleme (Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit) und verändertes Verhalten (sozialer Rückzug, Verlust der Freude an der Arbeit, Leistungsabfall, das Gefühl, nichts mehr bewirken zu können). Diese Anzeichen entwickeln sich schleichend und führen oft zu einer tiefen Leere und dem Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, trotz hoher Motivation zu Beginn.
Was tun nach abgebrochenem Referendariat?
Wenn du dein Referendariat abbrichst, musst du dich um Krankenversicherung (ggf. Anwartschaftsversicherung) und Arbeitslosmeldung kümmern, aber keine Panik: Der Abbruch bedeutet nicht das Ende deiner beruflichen Möglichkeiten; dein Masterabschluss bleibt wertvoll und du kannst oft später neu starten oder in verwandte Berufe wechseln, wobei die genauen Regelungen je nach Bundesland variieren.
Wie oft kann man das REF wiederholen?
Sie dürfen sich insgesamt 3 Mal und nicht länger als 36 Monate zurückstellen lassen.
Was passiert, wenn man ein Modul endgültig nicht besteht?
Mit einer endgültig nicht bestandenen Prüfung in einem Modul ist zwangsläufig auch die Abschlussprüfung (zum Beispiel die Bachelor- oder Masterprüfung) des Studiengangs endgültig nicht bestanden. Dein Studium wird dadurch vorzeitig beendet und du wirst exmatrikuliert.
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