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Sind minusstunden schlimm?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Marko Kolb MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 31. August 2026
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Nein, Minusstunden sind nicht grundsätzlich schlimm, aber ihre Folgen hängen stark von der Ursache ab: Unverschuldete Minusstunden (z.B. durch fehlende Arbeit vom Chef) sind kein Problem und dürfen nicht zu Lohnabzug führen, während selbstverschuldete Minusstunden (z.B. zu wenig gearbeitet) nachgeholt werden müssen und bei Nichtausgleich zu Gehaltskürzungen, Abmahnungen oder sogar Kündigung führen können. Wichtig ist ein Arbeitszeitkonto und klare Vereinbarungen, wobei Minusstunden durch Krankheit oder Mutterschutz nicht angerechnet werden dürfen.

Ist es schlimm, wenn man Minusstunden hat?

In der Regel trägt der Arbeitgeber das Risiko für Auftragsflauten und Co. Unter ganz bestimmten Umständen kann es aber vorkommen, dass Minusstunden dem Arbeitnehmer zum Verhängnis werden. Im schlimmsten Fall sind Lohnkürzungen oder sogar eine Kündigung möglich.

Bin ich verpflichtet Minusstunden nacharbeiten?

Ob Sie Minusstunden nacharbeiten müssen, hängt vom Grund ab: Verschulden Sie die Minusstunden (z.B. durch zu späten Start), müssen Sie sie in der Regel nacharbeiten. Verursacht der Arbeitgeber die Minusstunden (z.B. wegen Auftragsmangels), besteht keine Nacharbeitspflicht, und der Arbeitgeber muss Lohn zahlen (§ 615 BGB), es sei denn, Arbeits-, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung regeln etwas anderes. 

Wie viele Minusstunden sind maximal?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Minusstunden. Jedoch dürfen Arbeitgeber nicht willkürlich Minusstunden anordnen. Häufig legen Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge maximale zulässige Minusstunden fest. Arbeitnehmer sollten darauf achten, dass diese Regelungen schriftlich festgehalten sind.

Was passiert, wenn mein Arbeitgeber keine Arbeit für mich hat?

Wenn der Arbeitgeber keine Arbeit hat, der Arbeitnehmer aber seine Arbeitsleistung anbietet, gerät der Arbeitgeber in Annahmeverzug (§ 615 BGB), muss also den vollen Lohn zahlen, ohne dass der Arbeitnehmer nacharbeiten muss; das Risiko für Arbeitsausfälle (z.B. Auftragsmangel, technische Probleme) trägt der Arbeitgeber, nicht der Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer sollte seine Arbeitsbereitschaft dokumentieren (z.B. durch Anwesenheit), Gespräche suchen und Lösungen vorschlagen, um Minusstunden oder eine Kündigung zu vermeiden.
 

Drei Dinge zu Minusstunden im Arbeitsverhältnis - Das musst Du als Arbeitnehmer wissen!

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Sind Minusstunden ein Kündigungsgrund?

Ja, Minusstunden können unter bestimmten Umständen ein Kündigungsgrund sein, insbesondere wenn sie beharrlich entstehen, nicht ausgeglichen werden und der Arbeitsvertrag dies regelt, was zu einer Abmahnung und im Extremfall sogar zu einer fristlosen Kündigung führen kann, weil der Arbeitnehmer seine vertraglichen Pflichten verletzt. Wichtig ist, dass Minusstunden nur bei einem vertraglich vereinbarten Arbeitszeitkonto entstehen und der Arbeitgeber das Risiko für Auftragsflauten trägt, solange der Arbeitnehmer die Minusstunden nicht verschuldet hat. 

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, für Arbeit zu sorgen?

Ja, der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, für Arbeit zu sorgen, da er eine gesetzliche Fürsorgepflicht hat, die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und ihnen eine vertragsgemäße Beschäftigung anzubieten; wenn betrieblich zu wenig Arbeit anfällt, muss er den Arbeitnehmer trotzdem bezahlen, darf keine Minusstunden schreiben und hat die Pflicht, für eine sinnvolle Auslastung zu sorgen. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer ihren Lohn erhalten, auch wenn sie wegen fehlender Arbeit nach Hause geschickt werden, so die Arbeiterkammer. 

Was sind unverschuldete Minusstunden?

Beispiel für vom Arbeitnehmer unverschuldete Minusstunden

Der Arbeitnehmer wird krank und fehlt daher einen Tag ohne Krankenschein oder eine Woche mit Krankenschein bei der Arbeit und hat somit keine Minusstunden verschuldet. Ähnliches gilt für Urlaube oder Feiertage.

Kann mich mein Arbeitgeber nach Hause schicken, wenn keine Arbeit da ist?

Merke: Arbeitgeber dürfen nicht einseitig Arbeitszeitkonten mit Minusstunden belasten. Zur Erinnerung: Schickt der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter nach Hause, weil es keine Arbeit gibt, muss er ihn voll bezahlen.

Ist es erlaubt, Minusstunden im Dienstplan zu haben?

Sind im Dienstplan Minusstunden erlaubt? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Prinzipiell gilt jedoch, dass nur dann Minusstunden gesammelt werden können, wenn ein vertraglich geregeltes Arbeitszeitkonto besteht. Ist dies nicht der Fall, gibt es keine Minusstunden.

Kann ich mich gegen Minusstunden wehren?

Kann mein Arbeitgeber mich zu Minusstunden zwingen? Nein, der oder die Arbeitgeber kann Arbeitnehmer nicht einfach zu Minusstunden zwingen. Angeordnete Minusstunden sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und müssen klar durch den Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarungen geregelt sein.

Warum bekomme ich Minusstunden, wenn ich krank bin?

Krank im Zeitkonto

Ist die regelmäßige Arbeitszeit längere Zeit ungleichmäßig verteilt worden und hätte ein Arbeitnehmer Zusatzschichten oder längere Schichten leisten müssen, wenn er nicht krank geworden wäre, dann müssen ihm diese Zeiten im Krankheitsfall auf dem Zeitkonto gutgeschrieben werden.

Was passiert mit Minusstunden am Jahresende?

Minusstunden am Jahresende verfallen meist nicht, sondern werden in der Regel in ein neues Arbeitszeitkonto übertragen, wenn dies vertraglich geregelt ist; ansonsten müssen sie innerhalb eines vereinbarten Ausgleichszeitraums nachgearbeitet oder bei Vertragsende verrechnet werden, oft als Lohnvorschuss, wobei der Arbeitgeber nur bei selbstverschuldeten Minusstunden kürzen darf und eine Verrechnung mit dem Urlaub nicht erlaubt ist. 

Wer ist schuld an Minusstunden?

Wenn der Arbeitgeber nicht ausreichend Arbeit für den Arbeitnehmer hat, befindet er sich nach § 615 BGB im Annahmeverzug. Demnach trägt er die Verantwortung für die Minusstunden. Allerdings muss der Arbeitnehmer arbeitswillig sein und seine Arbeitskraft anbieten. Damit hat er seine vertragliche Pflicht erfüllt.

Wie werden Minusstunden mit dem Gehalt verrechnet?

Ja, Minusstunden dürfen vom Gehalt abgezogen werden, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Es muss eine klare vertragliche Vereinbarung (Arbeits- oder Tarifvertrag) existieren, der Abzug darf die Pfändungsfreigrenze nicht unterschreiten und muss verhältnismäßig sein, und Minusstunden, die vom Arbeitgeber verursacht wurden (z.B. durch Arbeitsmangel), dürfen nicht abgezogen werden. Bei Kündigung können sie verrechnet werden, wenn der Arbeitnehmer sie nicht ausgleicht, solange die rechtlichen Grenzen eingehalten werden.
 

Was darf der Arbeitgeber nicht?

Ein Arbeitgeber darf Arbeitnehmer nicht diskriminieren (wegen Geschlecht, Herkunft, Religion etc.), grundlos in die Privatsphäre eingreifen (z.B. Fragen nach Familienplanung, Gesundheit), persönliche Beleidigungen aussprechen, Pausen streichen, Urlaub widerrufen, unerlaubt Überstunden anordnen oder die Krankheit eines Mitarbeiters hinterfragen. Er muss sich an Gesetze halten und das Weisungsrecht hat Grenzen, insbesondere bei Gesetzesverstößen oder dem Verbot privater Aktivitäten wie Nebenjobs, sofern diese nicht die Arbeitsleistung beeinträchtigen. 

Ist lästern über den Chef ein Kündigungsgrund?

Ja, Lästern über den Chef kann ein Kündigungsgrund sein, vor allem wenn es sich um ehrverletzende Äußerungen, Schmähkritik oder Verleumdungen handelt, die das Betriebsklima nachhaltig stören oder den Ruf schädigen; während harmloser Klatsch in vertraulichen Gesprächen oft toleriert wird, führen öffentliche Lästereien oder solche in sozialen Medien schnell zu Abmahnung oder Kündigung, da sie eine erhebliche Pflichtverletzung darstellen. 

Was ist, wenn der Arbeitgeber keine Arbeit für mich hat?

Wenn der Arbeitgeber keine Arbeit hat, der Arbeitnehmer aber seine Arbeitsleistung anbietet, gerät der Arbeitgeber in Annahmeverzug (§ 615 BGB), muss also den vollen Lohn zahlen, ohne dass der Arbeitnehmer nacharbeiten muss; das Risiko für Arbeitsausfälle (z.B. Auftragsmangel, technische Probleme) trägt der Arbeitgeber, nicht der Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer sollte seine Arbeitsbereitschaft dokumentieren (z.B. durch Anwesenheit), Gespräche suchen und Lösungen vorschlagen, um Minusstunden oder eine Kündigung zu vermeiden.
 

Ist es möglich, den Dienstplan ohne zu fragen?

Nein, ein Arbeitgeber darf einen veröffentlichten Dienstplan nicht einfach ohne Grund und ohne Vorankündigung ändern; dies ist nur in echten Notfällen (z.B. plötzliche, massive Krankheitswelle) zulässig. Normalerweise müssen Änderungen mit einer Frist (oft 4 Tage) angekündigt werden und erfordern die Zustimmung der Mitarbeitenden, da sie das Privatleben betreffen. Mitarbeiter müssen kurzfristige Änderungen in der Freizeit nicht akzeptieren und haben ein Recht auf Nichterreichbarkeit, aber ein Gespräch über eine Lösung ist ratsam. 

Was passiert bei zu viel Minusstunden?

In der Regel trägt der Arbeitgeber das Risiko für Auftragsflauten und Co. Unter ganz bestimmten Umständen kann es aber vorkommen, dass Minusstunden dem Arbeitnehmer zum Verhängnis werden. Im schlimmsten Fall sind Lohnkürzungen oder sogar eine Kündigung möglich.

Bin ich verpflichtet, Minusstunden nachzuarbeiten?

Vertraglich ist festgelegt, wie lange Arbeitnehmer haben, angestaute Minusstunden abzuarbeiten. Passiert das nicht, können Arbeitgeber das Gehalt entsprechend kürzen. Bin ich verpflichtet Minusstunden nachzuarbeiten? Ja, sind die Minusstunden durch dein Verschulden (z.B. früher Feierabend, verschlafen, etc.)

Sind Arztbesuche Minusstunden?

Sind Arztbesuche Minusstunden? Laut Paragraf 616 BGB sind Arztbesuche nicht automatisch Minusstunden. Wenn Arbeitnehmer die Fehlzeiten nicht selbst zu verantworten haben, der Arbeit nur für unerhebliche Zeit fernbleiben und der Arztbesuch notwendig ist, können sie nicht als Minusstunden gewertet werden.

Ist es erlaubt, Kollegen zu kontrollieren, dass sie arbeiten?

Nein, ein Kollege darf deine Arbeit nicht einfach so kontrollieren, da dies einen Eingriff in deine Persönlichkeitsrechte darstellt und meist unzulässig ist. Eine Kontrolle ist nur unter sehr strengen Voraussetzungen erlaubt, etwa durch den Arbeitgeber bei begründetem Verdacht auf schwerwiegende Pflichtverletzungen (z.B. Straftaten) und nach Verhältnismäßigkeitsgrundsätzen, aber nicht durch Kollegen im Alleingang oder zur allgemeinen Überwachung. 

Was ist eine unzumutbare Arbeitsbelastung?

Die Unzumutbarkeit kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel gesundheitliche Belastungen oder psychische Überlastung. Wenn die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, dass sie die Gesundheit oder das Wohlbefinden des Arbeitnehmers ernsthaft gefährden, dann kann die Arbeitsleistung verweigert werden.

Was darf ich als Arbeitnehmer verweigern?

Wann darf ich die Arbeit verweigern?

  1. Arbeitsverweigerung aus gesundheitlichen Gründen. ...
  2. Arbeitsverweigerung bei Lohnrückstand. ...
  3. Arbeitsverweigerung wegen Überstunden. ...
  4. Arbeitsverweigerung bei Streik. ...
  5. Arbeitsverweigerung wegen Mobbing am Arbeitsplatz. ...
  6. Arbeitsverweigerung aus religiösen Gründen. ...
  7. Zustimmung des Betriebsrates fehlt.

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