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Kann Totschlag geplant sein?

Gefragt von: Samuel Müller  |  Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2026
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Ja, Totschlag kann geplant sein, denn die Unterscheidung zwischen Totschlag (§ 212 StGB) und Mord (§ 211 StGB) liegt nicht primär in der Planung, sondern in der Anwesenheit sogenannter Mordmerkmale (wie Heimtücke, niedrige Beweggründe, Habgier), die eine vorsätzliche Tötung zum Mord aufwerten; auch spontane Taten können Mordmerkmale erfüllen, während ein geplanter Totschlag ohne diese Merkmale als Totschlag eingestuft wird.

Kann ein Totschlag geplant sein?

Entgegen der landläufigen Meinung grenzt sich der Mord nicht etwa durch eine gezielte Planung der Tötung gegenüber einer solchen aus Affekt ab. Ein Mord kann genauso begangen werden, wenn der Täter aus Affekt handelt und andersherum kann auch ein Totschlag geplant verübt werden.

Wann zählt es als versuchter Totschlag?

Ein Versuch liegt immer dann vor, wenn der Totschlag nicht vollendet wurde, das Opfer also den Angriff überlebt. Voraussetzung der Strafbarkeit des versuchten Totschlags ist, dass der Beschuldigte den Vorsatz bezüglich der Tötung eines Menschen hatte und zu dieser Tat auch bereits unmittelbar angesetzt hat.

Ist die Planung einer Straftat strafbar?

Ja, die Planung einer Straftat kann strafbar sein, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen und bei bestimmten Delikten, da der Grundsatz lautet, dass nur Versuch und Vollendung strafbar sind. Strafbarkeit der Planung tritt ein, wenn es sich um eine verabredete Straftat (Verbrechen) handelt (§ 30 StGB) oder wenn die Vorbereitungshandlung bereits eine konkrete, gefährliche Stufe erreicht (z.B. bei terroristischen Taten oder der Bildung krimineller Vereinigungen). Auch die Nichtanzeige geplanter Verbrechen (§ 138 StGB) ist strafbar. 

Ist Einschüchterung strafbar?

Ja, Einschüchterung ist in Deutschland strafbar, vor allem im Rahmen der Nötigung (§ 240 StGB), wenn jemand durch Gewalt oder Drohung mit empfindlichen Übeln zu einem bestimmten Verhalten gezwungen wird, und der Bedrohung (§ 241 StGB), wenn ein Verbrechen angedroht wird, das aber nicht tatsächlich ausgeführt werden soll. Die Grenze liegt oft darin, ob der Täter das Mittel (Drohung) zur Erreichung des Ziels (Einschüchterung/Nötigung) einsetzt; einfache Warnungen mit indirekten Konsequenzen sind meist nicht strafbar, eine direkte Drohung aber schon, wie bei Stalking oder Droh-Nachrichten. 

Mord oder Totschlag: Was ist der Unterschied?

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Was sind die Voraussetzungen für kriminelle Einschüchterung?

Wer einen anderen mit einer Verletzung seiner Person, seines Rufs oder seines Eigentums oder der Person oder des Rufs einer Person, an der dieser andere ein berechtigtes Interesse hat, bedroht, um diesen anderen in Angst zu versetzen oder ihn zu einer Handlung zu veranlassen, zu der er rechtlich nicht verpflichtet ist, oder ihn zu veranlassen, eine Handlung zu unterlassen, zu der er rechtlich nicht verpflichtet ist, ...

Was ist Einschüchterung?

Einschüchterung ist das gezielte Erzeugen von Angst, um eine Person zu manipulieren, zu kontrollieren oder von Handlungen abzuhalten, oft durch Drohung, psychischen Druck oder Machtdemonstrationen. Obwohl es keinen eigenständigen Straftatbestand darstellt, ist es ein Teil von Nötigung (§ 240 StGB) oder Mobbing und kann durch strategische Klagen (SLAPPs) auch juristisch relevant werden, um Kritiker mundtot zu machen. Es kann durch verbale Drohungen, aggressive Gesten oder auch durch symbolische Mittel wie das Freilassen einer Spinne bei Spinnenangst geschehen. 

Ist die Planung eines Verbrechens strafbar?

Ja, die Planung einer Straftat kann strafbar sein, obwohl die Vorbereitung grundsätzlich straflos ist; Strafbarkeit beginnt meist erst beim Versuch. Ausnahmen sind spezifische Delikte wie die Verabredung eines Verbrechens (§ 30 StGB) oder die Nichtanzeige geplanter Straftaten (§ 138 StGB), wenn es sich um bestimmte schwere Verbrechen handelt und die Tat noch verhindert werden könnte. Strafbar ist auch die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Planung von Straftaten (z.B. Terror, Banküberfälle). 

Ist die Vorbereitung einer Straftat strafbar?

Die Vorbereitung einer Straftat ist grundsätzlich nicht strafbar, erst der Versuch beginnt mit dem „unmittelbaren Ansetzen“ zur Tat. Ausnahmen bestehen, wo der Gesetzgeber die Strafbarkeit vorverlagert hat, wie bei der Verabredung eines Verbrechens (§ 30 StGB) oder der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a StGB), die spezifische Handlungen wie das Beschaffen von Waffen oder Stoffen unter Strafe stellt, wenn diese für die Tat erforderlich sind. 

Ist es strafbar, jemanden ohne Einwilligung zu filmen?

Beim Filmen im öffentlichen Raum können Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Die Datenschutzgrundverordnung verbietet grundsätzlich das Filmen von Personen ohne deren Einwilligung. Nach dem KUG (§ 22 Kunsturhebergesetz) dürfen Bilder und Videos in der Regel nicht ohne Einwilligung verbreitet werden.

Was fällt alles unter Totschlag?

Totschlag (§ 212 StGB) hat als Hauptmerkmal die vorsätzliche Tötung eines Menschen, jedoch ohne die spezifischen Mordmerkmale wie Heimtücke, Habgier, niedrige Beweggründe oder Mordlust (§ 211 StGB). Objektiv sind eine Handlung, der Tod eines anderen Menschen und ein kausaler Zusammenhang notwendig; subjektiv muss der Täter den Tod vorsätzlich (mindestens bedingt) gewollt haben, ohne die besonderen Verwerflichkeiten des Mordes. Das Strafmaß liegt bei 5 bis 15 Jahren, kann aber in schweren Fällen lebenslang sein. 

Wann wird man wegen Totschlags verurteilt?

Die Strafe für einen begangenen Totschlag kann gemildert werden, wenn ein “minder schwerer Fall” im Sinne des § 213 StGB vorliegt. Das Gesetz nennt hierfür den Fall, dass der Täter durch das Opfer misshandelt oder schwer beleidigt und so zum Zorn gereizt, dass er auf der Stelle zur Tötung hingerissen wurde.

Wie lange dauert ein versuchter Totschlag?

Das bedeutet für das hier relevante Strafmaß: Ein versuchter Totschlag nach § 212 Absatz 2 StGB, also hinsichtlich eines besonders schweren Falles der Tatbegehung, die ohne Erfolg blieb, kann die lebenslange in eine zeitige Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren herabgesetzt werden.

Ist versuchter Totschlag strafbar?

Nach deutschem Strafrecht ist der versuchte Totschlag gemäß §§ 212 und 23 StGB strafbar, da das Gesetz die bloße Absicht, eine Tötung zu begehen, in Kombination mit einer ausführenden Handlung als ausreichend ansieht, um eine Strafe zu rechtfertigen.

Wann ist der Versuch einer Straftat strafbar?

Ein Versuch einer Straftat ist strafbar, wenn der Täter nach seiner Vorstellung unmittelbar zur Tatbestandsverwirklichung ansetzt, die Tat aber nicht vollendet wird und das Gesetz dies entweder explizit vorsieht (bei Vergehen) oder es sich um ein Verbrechen handelt (Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr). Es müssen also Vorsatz, Nichtvollendung und unmittelbares Ansetzen vorliegen, wobei bei Vergehen die ausdrückliche Strafbarkeit durch Gesetz entscheidend ist. 

Welche Beispiele gibt es für Totschlag?

Beispiele für Totschlag sind typischerweise Tötungen in einem spontanen Streit ohne Mordmerkmale wie Heimtücke, zum Beispiel durch einen heftigen Faustkampf mit tödlichem Ausgang, oder das Erstechen einer Person, die einen Diebstahl bezeugt hat, aber ohne die spezifischen Tötungsabsichten, die einen Mord ausmachen würden (z. B. nur um eine Straftat zu verdecken). Ein weiterer Fall wäre eine Tötung aus Wut, bei der eine Person die Kontrolle verliert und die andere erschlägt, ohne dass Heimtücke (Überraschungsmoment) oder andere Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe vorliegen.
 

Was wirkt sich strafmildernd aus?

Strafmildernd wirken sich typischerweise ein frühes Geständnis, Reue, Wiedergutmachungsbemühungen, eine untergeordnete Rolle, verminderte Schuldfähigkeit (z. B. durch psychische Probleme), jugendliches Alter, besondere Belastungen und eine lange Verfahrensdauer aus. Auch die Art der Tat (geringere kriminelle Energie, Spontaneität) oder eine Kooperation bei der Aufklärung können die Strafe mildern.
 

Ist es strafbar, eine Straftat zu planen?

Ja, die Planung einer Straftat kann strafbar sein, obwohl die Vorbereitung grundsätzlich straflos ist; Strafbarkeit beginnt meist erst beim Versuch. Ausnahmen sind spezifische Delikte wie die Verabredung eines Verbrechens (§ 30 StGB) oder die Nichtanzeige geplanter Straftaten (§ 138 StGB), wenn es sich um bestimmte schwere Verbrechen handelt und die Tat noch verhindert werden könnte. Strafbar ist auch die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Planung von Straftaten (z.B. Terror, Banküberfälle). 

Was sind Vorbereitungshandlungen?

Die Vorbereitungshandlung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich noch als so fern von einer konkreten Gefährdung des Rechtsguts darstellt, dass sie strafrechtlich grundsätzlich nicht relevant ist.

Ist einschüchtern strafbar?

Ja, Einschüchterung ist in Deutschland strafbar, vor allem im Rahmen der Nötigung (§ 240 StGB), wenn jemand durch Gewalt oder Drohung mit empfindlichen Übeln zu einem bestimmten Verhalten gezwungen wird, und der Bedrohung (§ 241 StGB), wenn ein Verbrechen angedroht wird, das aber nicht tatsächlich ausgeführt werden soll. Die Grenze liegt oft darin, ob der Täter das Mittel (Drohung) zur Erreichung des Ziels (Einschüchterung/Nötigung) einsetzt; einfache Warnungen mit indirekten Konsequenzen sind meist nicht strafbar, eine direkte Drohung aber schon, wie bei Stalking oder Droh-Nachrichten. 

Sind Vorbereitungshandlungen strafbar?

Ein häufiger Irrtum – auch bei Beschuldigten – ist, dass schon das Planen oder Reden über ein Drogengeschäft strafbar sei. Tatsächlich gilt: 👉 Die Vorbereitung einer Straftat ist grundsätzlich nicht strafbar – erst der Versuch ist strafbar.

Ist die Ankündigung einer Straftat strafbar?

Die Androhung von Straftaten nach § 126 StGB ist strafbar, wenn sie in einer Weise erfolgt, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. In solchen Fällen drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Was ist eine Einschüchterung?

Einschüchterung ist das bewusste Auslösen von Furcht, Unsicherheit oder Demotivation bei einer Person, um sie zu beeinflussen, zu entmutigen oder zu einem bestimmten Verhalten (Handlung, Duldung, Unterlassung) zu zwingen, oft durch Drohungen, psychischen Druck oder Machtdemonstrationen, wobei dies rechtlich unter Nötigung fallen kann, wenn konkrete Übel angedroht werden, wie z.B. in der Familie, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Diskurs. 

Ist eine Drohung strafrechtlich verfolgbar?

Strafgesetzbuch (StGB) § 241 Bedrohung

(2) Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Was bedeutet eingeschüchtert sein?

"Eingeschüchtert" bedeutet, dass jemand durch Furcht, Drohungen oder Druck den Mut verloren hat und sich unsicher, verängstigt, mutlos oder kleinlaut fühlt. Es beschreibt den Zustand, nachdem eine Person "einschüchtert" wurde, also Angst eingeflößt oder ihr der Mut genommen wurde. 

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