Kann Schwindel auch von der Halswirbelsäule kommen?
Gefragt von: Frau Prof. Jasmin Reuter B.A. | Letzte Aktualisierung: 9. Juli 2026sternezahl: 4.9/5 (49 sternebewertungen)
Ja, Schwindel kann definitiv von der Halswirbelsäule (HWS) kommen, dies wird als zervikogener Schwindel bezeichnet und entsteht durch Verspannungen, Fehlhaltungen, degenerative Veränderungen oder Bandscheibenvorfälle, die das Gleichgewichtssystem und die Nervenbahnen stören. Diese Probleme können das Zusammenspiel zwischen Nackenmuskulatur, Wirbelgelenken und dem Gleichgewichtsorgan beeinträchtigen und zu Schwankschwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus und Sehstörungen führen.
Wie trainiere ich die HWS bei Schwindelgefühl?
Gegen HWS-Schwindel helfen sanfte Dehn-, Mobilisations- und Gleichgewichtsübungen, um Verspannungen zu lösen und das Zusammenspiel von Augen, Kopfgelenken und Gleichgewichtsorgan zu verbessern, z. B. durch langsame Kopfneigungen mit Blickfixierung, gezieltes Dehnen von Nackenmuskeln (Trapez) und das Training auf einer Linie oder Einbeinstand. Wichtig ist, langsam und nur bis zur Wohlfühlschmerzgrenze zu arbeiten, um den Schwindel nicht zu verstärken.
Wie äußert sich Schwindel durch HWS?
HWS-Schwindel (Halswirbelsäulen-Schwindel) äußert sich oft als Schwankschwindel, Benommenheit oder das Gefühl, der Boden wanke, begleitet von Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen, die in Arme ausstrahlen können, sowie Sehstörungen, Tinnitus und Kribbeln/Taubheitsgefühle; er wird durch Fehlhaltungen oder Traumata ausgelöst und kann bei Kopfbewegungen verstärkt werden.
Was macht man gegen Schwindelgefühl im Kopf?
Bei Schwindel im Kopf hilft oft Hinsetzen/Hinlegen mit Beine hochlagern, langsames Atmen, Trinken (Wasser, Ingwertee), Fixieren eines Punktes oder Traubenzucker bei niedrigem Blutzucker; wichtig sind auch Stressreduktion, genug Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung, aber bei starken, anhaltenden oder neurologischen Symptomen (Sprach-, Koordinationsprobleme) sofort zum Arzt, da dies ein Ernstfall sein kann. Spezielle Physiotherapie-Übungen (Lagerungsübungen, Gleichgewichtstraining) sind auch sehr wirksam.
Wie fühlt sich Schwindel an, der von der Halswirbelsäule kommt?
Schwindel durch die Halswirbelsäule (HWS) fühlt sich oft wie Schwankschwindel, Benommenheit oder Gangunsicherheit an, begleitet von Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen, und verschlimmert sich oft durch Kopfbewegungen wie Drehen oder Überstrecken; es kann sich anfühlen, als würde man auf einem schwankenden Untergrund stehen, mit dem Gefühl des "Fahrstuhl- oder Kippschwindels", oft verbunden mit Tinnitus, Sehstörungen oder Übelkeit, da Nerven und Blutgefäße im Nackenbereich gereizt werden.
Nackenschmerzen und Schwindel - Diese Übungen können bei Schwindel und HWS Schmerzen helfen
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Woran merke ich, ob mein Schwindel mit der Nackenmuskulatur zusammenhängt?
Wichtig ist, dass der Schwindel mit Nackenschmerzen oder Nackenbewegungen einhergeht. Bestimmte Nackenbewegungen können tatsächlich Schwindel oder Drehschwindel auslösen. Tritt Schwindel hingegen ohne Nackenschmerzen oder Nackenbewegungen auf, leidet die betroffene Person wahrscheinlich nicht an zervikalem Schwindel.
Wann geht HWS Schwindel wieder weg?
Die Beschwerden eines akuten HWS-Syndroms bessern sich normalerweise innerhalb von 6 Wochen.
Was ist das stärkste Mittel gegen Schwindel?
Krankengymnastik hat sich in der Behandlung von Schwindel, besonders des anhaltenden Drehschwindels, als sehr wirksam erwiesen. Die Übungen verbessern ganz gezielt die Gleichgewichtsreaktionen, indem beim Patienten bewusst Stand- und Gangunsicherheiten ausgelöst werden.
Welche Erkrankung beginnt mit Schwindel?
Ursache sind in erster Linie Durchblutungsstörungen im Gehirn (Arteriosklerose, TIA, Schlaganfall), Entzündungen (wie Multiple Sklerose) oder auch Tumoren. Auch eine Migräne kann mit Schwindel einhergehen und wird dann vestibuläre Migräne genannt.
Was fehlt dem Körper bei Schwindelanfällen?
Wenn Ihnen schwindelig ist, fehlt es oft an Flüssigkeit (Dehydrierung), Blutzucker (Unterzuckerung), Sauerstoff (z.B. bei Eisenmangel), oder es gibt Probleme mit dem Kreislauf, dem Innenohr (z.B. Lagerungsschwindel), der Halswirbelsäule, Stress, Medikamenten, Migräne oder Vitaminmangel (wie B12). Schwindel ist ein vielfältiges Symptom, das von harmlosen Ursachen wie zu wenig Trinken bis zu ernsteren Problemen wie Herzleiden reichen kann, weshalb bei wiederkehrendem oder starkem Schwindel ein Arztbesuch wichtig ist, um die genaue Ursache zu klären.
Welches Medikament bei Schwindel durch HWS?
Bei Schwindel durch die Halswirbelsäule (HWS) helfen oft Medikamente, die den Schwindel direkt dämpfen (wie Dimenhydrinat in Präparaten wie Vertigo-Vomex), Schmerzmittel und Entzündungshemmer (z.B. Ibuprofen) bei Verspannungen sowie spezifische homöopathische Mittel wie Cocculus D12 oder Vertigoheel. Wichtig ist, dass der Arzt die Ursache klärt und eine individuelle Therapie (z.B. mit Physiotherapie) einleitet, da Medikamente oft nur die Symptome lindern.
Was sind die Warnzeichen der Halswirbelsäule?
Warnzeichen. Fieber, Nachtschweiß oder unerklärlicher Gewichtsverlust . Unerträgliche Schmerzen, zervikale Lymphadenopathie, therapieresistente nächtliche Schmerzen, zunehmende Schmerzen, extreme Druckempfindlichkeit über dem Wirbelkörper oder allgemeine Nackensteifigkeit.
Was tun gegen Schwindel vom Nacken?
Gegen Nackenschwindel helfen Wärme (Kirschkernkissen), sanfte Dehn- und Mobilisationsübungen für die Halswirbelsäule, Massagen zur Lösung von Verspannungen sowie regelmäßige Bewegung, um Fehlhaltungen zu korrigieren, wobei ruckartige Bewegungen vermieden werden sollten. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt die Ursache abklären, da auch Physiotherapie oder Medikamente sinnvoll sein können.
Wie lange dauert Schwindel durch Nackenverspannung?
Die meisten Patienten empfinden den Schwindel als schwankend (siehe: Schwankschwindel) oder schildern Unsicherheiten beim Gehen. Die Symptome dauern wenige Minuten bis zu mehreren Stunden – letzteres ist dann der Fall, wenn eine nicht unfallbedingte Zwangshaltung schon über einen längeren Zeitraum besteht.
Wo massieren gegen Schwindel?
Akupressurpunkte, die in Zusammenhang mit Schwindel gebracht werden, liegen beispielsweise im Nackenbereich, direkt unter dem Schädelansatz und seitlich der Wirbelsäule oder unter beiden Ohren, leicht verschoben in Richtung Wirbelsäule.
Was tun gegen Schwindelgefühl Hausmittel?
Bei Schwindel helfen Hausmittel wie Ruhe und Hinlegen mit hochgelagerten Beinen, tiefes Atmen, ausreichend Trinken (Wasser), Traubenzucker bei niedrigem Blutzucker sowie Ingwer (Tee) oder Pfefferminzöl bei Übelkeit, auch leichte Bewegung an der frischen Luft kann den Kreislauf stabilisieren, während Massagen im Nacken Verspannungen lösen können.
Welche Symptome treten bei Schwindel durch die HWS auf?
Schwindel durch die Halswirbelsäule (HWS) äußert sich oft als Schwankschwindel, Benommenheit oder Gangunsicherheit, häufig begleitet von Nacken-, Kopf- und Schulterschmerzen, Tinnitus, Sehstörungen und Kribbeln/Taubheitsgefühlen. Typisch sind Gefühle von Instabilität, die sich durch bestimmte Kopfbewegungen verstärken können und Alltag und Beruf stark beeinträchtigen. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt ist wichtig, da die Ursachen von Verspannungen bis hin zu Verletzungen (Schleudertrauma) reichen können, betont der Orthopädie-Spezialist Lumedis.
Welche 3 Arten von Schwindel gibt es?
Schwindel - die häufigsten Formen
Lagerungsschwindel. Anfallartiger Drehschwindel (u.a. bei Morbus Menière) Anhaltender Drehschwindel. Schwankschwindel / Psychogener Schwindel.
Welche neurologische Störung verursacht Schwindel?
Die häufigsten Erkrankungen sind gutartiger Lagerungsschwindel (BPPV), vestibuläre Migräne, Morbus Menière und Vestibularneuritis/Labyrinthitis . Leider können all diese Erkrankungen Symptome hervorrufen, die denen eines Schlaganfalls oder einer TIA sehr ähnlich sind, weshalb auf die Details der Symptome genau geachtet werden muss.
Was macht der Arzt bei Schwindel?
Neurologische Diagnoseverfahren bei Schwindel
Ein Internist kann hinzugezogen werden und das Herz, den Kreislauf, die Gefäße, das Blutbild und auch die inneren Organe bei Verdacht auf einen nicht-vestibulären Schwindel noch eingängiger untersuchen.
Was tun, wenn einem jeden Tag schwindelig ist?
Wenn Ihnen ständig schwindelig ist, sollte zunächst der Gang zum Hausarzt erfolgen, der Sie an spezialisierte Kollegen überweisen wird. Um die Schwindelbeschwerden abzuklären, erfolgt eine Untersuchung beim HNO-Arzt, beim Internisten oder beim Neurologen.
Was ist Altersschwindel?
Altersschwindel (auch multifaktorieller Schwindel) ist ein häufiges Phänomen bei älteren Menschen, bei dem oft mehrere Ursachen zusammenwirken, wie altersbedingte Probleme des Innenohrs, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Halswirbelsäulen-Beschwerden, Medikamenten-Nebenwirkungen oder auch Stress, die zu Schwindelgefühlen, Gangunsicherheit und einem erhöhten Sturzrisiko führen, wobei man ihn nicht einfach als „normales“ Altern abtun sollte, da oft behandelbare Erkrankungen dahinterstecken.
Welcher Arzt bei Schwindel HWS?
Grundsätzlich können verschiedene Fachärzte ein HWS Syndrom diagnostizieren. Der erste Arzt ist in der Regel der Hausarzt. Dieser kann entscheiden, ob eine Überweisung zum Neurologen oder Orthopäden notwendig ist.
Welche Bewegungen helfen bei Schwindel?
Arm ausstrecken, dann Zeigefinger langsam in Richtung Nase bewegen – dabei den Finger mit den Augen fixieren – Arm wieder ausstrecken. Kopf nach vorne anheben, innehalten, dabei bis 5 zählen, danach den Kopf wieder auf das Kissen legen. Kopf nach rechts und links drehen (anfangs langsam, später schneller).
Was darf man bei HWS-Syndrom nicht machen?
Bandscheibenvorfall HWS: Das darf man nicht!
Bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) solltest du vor allem Fehlbelastungen vermeiden. Damit sind unter anderem Bewegungen gemeint, bei denen die Wirbelsäule im Bereich des Bandscheibenvorfalls abgerundet oder einseitig belastet wird.
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