Zum Inhalt springen

Kann man sich vom Betriebsarzt krankschreiben lassen?

Gefragt von: Luise Hecht  |  Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026
sternezahl: 4.3/5 (12 sternebewertungen)

Nein, in der Regel kann man sich nicht beim Betriebsarzt krankschreiben lassen, da er primär die Arbeitsfähigkeit für den Arbeitsplatz beurteilt und keine klassischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) ausstellt, die für den Arbeitgeber bestimmt sind; hierfür ist Ihr Haus- oder Facharzt zuständig, der die AU ausstellt und die Diagnose vertraulich behandelt, wobei der Betriebsarzt nur bei speziellen betrieblichen Wiedereingliederungsmaßnahmen (BEM) eingebunden wird und eine Krankschreibung prüfen darf der Arbeitgeber nur über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Kann eine Betriebsärztin Krankschreibungen ausstellen?

Darf der Betriebsarzt Krankmeldungen prüfen oder Krankschreibungen ausstellen? Nein – das gehört nicht zu den Aufgaben eines Betriebsarztes oder einer Betriebsärztin.

Kann der Betriebsarzt die Arbeitsunfähigkeit überprüfen?

Betriebsarzt kann Arbeitsunfähigkeit nicht überprüfen

“Dem Arbeitgeber wird lediglich das Ergebnis mitgeteilt, soweit die Einschätzung des Medizinischen Dienstes von der des Arztes abweicht”, sagt Bredereck. “Mitteilungen über die Krankheit selbst erfolgen auch auf diesem Weg nicht.”

Was darf ein Betriebsarzt nicht?

Der Betriebsarzt darf nur solche Untersuchungen durchführen, die für die Beurteilung der gesundheitlichen Eignung für die spezifische Tätigkeit relevant sind. Allgemeine Gesundheitschecks oder Untersuchungen, die keinen direkten Bezug zur beruflichen Tätigkeit haben, sind nicht zulässig.

Welche Krankheiten muss man beim Betriebsarzt angeben?

Was macht der Betriebsarzt bei der Einstellungsuntersuchung?

  • Untersuchung von Herz, Lunge und Leber.
  • Messung des Blutdrucks und der Pulswerte.
  • Ggf. Blut- und Urinuntersuchung im Labor.
  • Ggf. Seh- und Hörtest.
  • Ggf. Farbenblindheit.
  • Ggf. Gleichgewichtssinn.

Was darf ich machen, wenn ich krank geschrieben bin? | Betriebsrat Video

23 verwandte Fragen gefunden

Was ist der beste Grund, sich krankschreiben zu lassen?

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Burn-out sind unangefochten die Spitzenreiter, wenn es um langfristige Krankschreibungen geht. Mit durchschnittlich 35 bis 50 Fehltagen pro Fall übertreffen sie andere Krankheitsbilder wie Muskel-Skelett-Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Probleme bei Weitem.

Was erfährt der Arbeitgeber vom Betriebsarzt?

So sind Arbeitgeber verpflichtet, sich bei der Gefährdungsbeurteilung und in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes von einem Betriebsarzt oder Arbeitsmediziner beraten zu lassen. Wenden sich nun Mitarbeiter an den Betriebsarzt, müssen sie sich keine Sorgen machen, dass der Chef davon erfährt.

Wie ehrlich muss man beim Betriebsarzt sein?

Der Betriebsarzt unterliegt - wie jeder Mediziner - der ärztlichen Schweigepflicht. Er darf dem Arbeitgeber nur mitteilen, was der Bewerber ihm erlaubt. In der Regel: arbeitsfähig oder nicht. Liegt zum Beispiel ein positiver Drogentest vor, bleiben die Befunde unter Verschluss.

Was fällt unter Schikane am Arbeitsplatz?

Der oder die Vorgesetzte könnte in ganz schlimmen Fällen auch Drohgebärden aussprechen, die bis hin zur potentiellen körperlichen Verletzung reichen. Andere Beispiele sind übertönen, sich über dich erheben, in einen Raum drängen oder einschüchternde Mimik und Blicke.

Hat der Betriebsarzt Einsicht in die Krankenakte?

4.6.2 Versagung der Einsicht in Patientenakte beim Betriebsarzt. Jeder Patient hat ein Recht, in die vom Arzt über ihn mit seinen Gesundheitsdaten geführte Akte Einsicht zu nehmen. Dies gilt auch für Akten beim Betriebsarzt.

Wer entscheidet, ob ich arbeitsunfähig bin?

Die Entscheidung, ob Beschäftigte arbeitsunfähig erkrankt sind, wird vom Arzt getroffen.

Bin ich verpflichtet mich vom Betriebsarzt untersuchen zu lassen?

Die Pflichtvorsorge ist Tätigkeitsvoraussetzung. Die Angebotsvorsorge muss vom Arbeitgeber selbst angeboten werden. Für Beschäftigte ist die Angebotsvorsorge freiwillig. Eine Ablehnung hat keine negativen Konsequenzen.

Wie weit darf mein Arbeitgeber mich kontrollieren?

Als Arbeitgeber dürfen Sie weder persönliche E-Mails noch private Anrufe oder Nachrichten Ihrer Angestellten ohne ausdrückliche Zustimmung überwachen. Tabu sind auch Video- und Tonaufnahmen in besonders geschützten Bereichen, wie z. B. in Toiletten, Waschräumen, Umkleiden und Aufenthaltsräumen.

Was muss ich dem Betriebsarzt erzählen?

Im Anschluss an eine Eignungsuntersuchung darf der Betriebsarzt dem Arbeitgeber lediglich mitteilen, ob der Betroffene für eine bestimmte Arbeitsaufgabe geeignet, eingeschränkt geeignet oder nicht geeignet ist.

Kann ein Arzt 4 Wochen am Stück krankschreiben?

Abgesehen von der telefonischen Krankschreibung gibt es keine feste Höchstgrenze für die Dauer der Krankschreibung. Nach der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie soll für höchstens zwei Wochen krankgeschrieben werden (§ 5 Abs. 4 AU-RL). In der Regel schreiben Dich Ärzte dementsprechend für eine oder zwei Wochen krank.

Wie viele Tage kann ich mich mit einem ärztlichen Attest krankschreiben lassen?

Sie benötigen möglicherweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, wenn Sie krank sind und länger als 7 Tage , einschließlich Wochenenden und Feiertagen, nicht arbeiten können. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 7 Tagen oder weniger ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erforderlich. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann Ihnen die Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz oder den Verbleib im Beruf erleichtern.

Was ist grobes Fehlverhalten am Arbeitsplatz?

Die Schwere der vom Arbeitnehmer begangenen Handlung kann die Beziehung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zerstören. Grobes Fehlverhalten kann Betrug, Gewalt, Diebstahl, Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, Gesundheitsverstöße, Trunkenheit und mehr umfassen.

Was ist psychische Belästigung am Arbeitsplatz?

Psychische Belästigung ist eine Form von schikanösem Verhalten, die wiederholte feindselige und unerwünschte Worte, Verhaltensweisen oder Handlungen umfasst, die schmerzhaft, verletzend, ärgerlich, demütigend oder beleidigend sind .

Ist es Körperverletzung, wenn ein Kollege krank zur Arbeit kommt?

Ist es Körperverletzung, wenn ein Kollege krank zur Arbeit kommt? Die Gesundheit einer anderen Person zu schädigen, kann tatsächlich als Körperverletzung geahndet werden. Allerdings gilt die Ansteckung mit Virusinfektionen als allgemeines Lebensrisiko.

Kann ein Betriebsarzt mich krankschreiben?

Ein Betriebsarzt darf keine Krankschreibung ausstellen. Wie alle anderen Ärzte auch unterliegen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte der Schweigepflicht. Auf der anderen Seite müssen sie auch loyal gegenüber ihrem Auftrags- oder Arbeitgeber sein.

Was ist keine Aufgabe des Betriebsarztes?

Es ist nicht Aufgabe des Betriebsarztes, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen! Der Betriebsarzt muss bestimmte Aufgaben nach § 3 des Arbeitssicherheitsgesetzes erfüllen (§ 3 ASiG).

Welche Fragen darf ein Betriebsarzt nicht stellen?

Informationen zu persönlichen Themen wie familiären Erkrankungen, sexueller Gesundheit, Suchtproblemen, Schwangerschaft oder psychischen Erkrankungen müssen nicht offengelegt werden. Diese Daten fallen unter den Schutz der Privatsphäre und dürfen vom Betriebsarzt nicht verlangt werden.

Kann der Betriebsarzt die Arbeitsunfähigkeit überprüfen?

Betriebsarzt kann Arbeitsunfähigkeit nicht überprüfen

“Dem Arbeitgeber wird lediglich das Ergebnis mitgeteilt, soweit die Einschätzung des Medizinischen Dienstes von der des Arztes abweicht”, sagt Bredereck. “Mitteilungen über die Krankheit selbst erfolgen auch auf diesem Weg nicht.”

Für was nimmt der Betriebsarzt Blut ab?

Diese Untersuchung bietet Einblicke in zahlreiche Gesundheitsparameter, darunter der allgemeine Gesundheitszustand, das Vorhandensein von Anämie (Blutarmut), Infektionen, Entzündungen, Stoffwechselstörungen sowie die Funktionen von Leber und Nieren.

Kann mich mein Arbeitgeber zwingen, zum Betriebsarzt zu gehen?

Doch kann ein Arbeitgeber die Mitarbeitenden zwingen, zum Betriebsarzt zu gehen? Nein, grundsätzlich kann der Arbeitgeber die Mitarbeitenden nicht zwingen, den Arzt aufzusuchen. Die Teilnahme an den Untersuchungen ist freiwillig.