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Kann man Rhesus-positiv werden?

Gefragt von: Herr Dr. Hans-Hermann Pohl B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 11. April 2026
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Nein, man kann nicht "Rhesus-positiv werden", da der Rhesusfaktor eine genetisch festgelegte Eigenschaft der roten Blutkörperchen ist, die von den Eltern vererbt wird; man erbt entweder das Gen für Rhesus-Positivität (Rh+) oder für Rhesus-Negativität (Rh-), und dies ändert sich im Laufe des Lebens nicht, es sei denn, es liegt ein extrem seltenes genetisches Phänomen vor. Wenn man Rhesus-negativ geboren wurde, bleibt man Rhesus-negativ.

Wie wird man Rhesus-positiv?

– Rhesus-positiv (Rh+) bedeutet, dass eine Person das Gen für den Rh-Faktor hat. Der Rh-Faktor wird durch ein dominantes und ein rezessives Gen bestimmt. Das dominante Gen (Rh+) führt dazu, dass die Person Rhesus-positiv ist, während das rezessive Gen (Rh-) dazu führt, dass die Person Rhesus-negativ ist.

Kann sich der Rhesusfaktor ändern?

Nein, der Rhesusfaktor ändert sich normalerweise nicht; er ist genetisch festgelegt, aber in sehr seltenen Fällen kann er sich durch spontane Mutationen oder, viel häufiger, nach einer Stammzelltransplantation ändern, wodurch man die Blutgruppe des Spenders annimmt. Ansonsten bleibt er ein Leben lang bestehen, obwohl es auch sehr seltene Phänomene geben kann, bei denen sich der Faktor durch Krankheiten oder im Alter vorübergehend verändern kann.
 

Können zwei Rhesus-positive Menschen ein Rhesus-negatives Kind bekommen?

Wenn ein Elternteil Rhesus-positiv (DD oder Dd) und der andere Rhesus-negativ (dd) ist, wird das Kind immer Rhesus-positiv sein. Wenn beide Eltern Rhesus-positiv sind, aber mischerbig (Dd, dD), kann das Kind sowohl Rhesus-positiv als auch Rhesus-negativ sein, abhängig von den vererbten Genen.

Kann eine Rhesus-negative Mutter ein Rhesus-positives Kind bekommen?

Bei Rhesus-negativen Müttern mit einem Rhesus-positiven Kind kann es bei Blutkontakt (z.B. bei vaginaler Blutung, Trauma, vorzeitigen Wehen oder während der Geburt) zur Entwicklung von Antikörpern gegen den Rhesusfaktor kommen. Diese Antikörper wandern durch die Plazenta zum Kind.

Blutgruppen - AB0- und Rhesus-System einfach erklärt

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Kann ein Rh-negatives Baby von Rh-positiven Eltern geboren werden?

Können also zwei Rh-positive Menschen ein Rh-negatives Kind bekommen? Die Antwort lautet ja – aber nur, wenn keiner der Elternteile Rhesus D weitergibt.

Wieso ist es gefährlich, wenn eine Frau rhesus-negativ ist und zum zweiten Mal schwanger wird?

Wird sie aber erneut schwanger und erwartet wieder ein rhesus- positives Kind, können die Antikörper dessen Entwicklung beeinträchtigen. Die soge- nannte Anti-D-Prophylaxe soll dies vermeiden: Dabei bekommen rhesus-negative Schwangere eine Spritze mit Anti-D-Immunglobulinen.

Wie entsteht ein Rhesus-negatives Kind?

Sind beide Eltern Rhesus-negativ (dd) ist auch das Kind in jedem Fall Rhesus-negativ, da es von beiden Eltern nur das d-Gen erben kann. Ein Rhesus-positives Kind kann also nicht von einem Elternpaar stammen, das Rhesus-negativ ist.

Welche beiden Blutgruppen sollten keine Kinder bekommen?

Der Rhesusfaktor ist ein Protein, das sich auf den roten Blutkörperchen mancher Menschen befindet. Die meisten Menschen besitzen dieses Protein und werden als Rhesus-positiv bezeichnet. Menschen ohne dieses Protein sind Rhesus-negativ. Wenn Sie Rhesus-negativ sind und Ihr Baby Rhesus-positiv ist , spricht man von Rhesus-Unverträglichkeit.

Welche Blutgruppe ist die goldene Blutgruppe?

Die goldene Blutgruppe, offiziell Rh-Null (Rhnull), ist die seltenste Blutgruppe der Welt, da roten Blutkörperchen alle 55 Antigene des Rhesus-Systems fehlen. Sie ist extrem wertvoll, da sie universell an jeden gespendet werden kann, aber Träger können nur Rh-Null-Blut empfangen, was Transfusionen sehr schwierig macht. Nur etwa 43 Menschen weltweit tragen diese Blutgruppe, die ihren Namen von ihrer Seltenheit (nicht Farbe) hat.
 

Welche Blutgruppe darf nicht spenden?

Wer die Gruppe AB- besitzt, darf auch nur Blutspenden von Rhesus-negativen Personen erhalten: AB-, A-, B- und 0-. Menschen mit der Gruppe 0+ können nur an Rhesus-positive Menschen spenden: AB+, A+, B+ und 0+. Sie selbst vertragen die Blutgruppen 0+ und 0-.

Hat der Sohn immer die Blutgruppe des Vaters?

Die Mutter hat Blutgruppe A (AA), der Vater B (BB). In diesem Fall haben beide Eltern nur jeweils ein Blutgruppenmerkmal, nämlich A (Mutter) und B (Vater). Werden diese miteinander kombiniert, entsteht immer Blutgruppe AB. Eine Ausnahme besteht, wenn beide Eltern Blutgruppe 0 haben.

Was passiert, wenn ein Rhesus positiver Mensch Rhesus negatives Blut bekommt?

Ob Blutgruppen kompatibel miteinander sind, ist auch vom Rhesusfaktor abhängig. Hat ein Empfänger einen negativen Rhesusfaktor, darf er nur Blut von Rhesus-negativen Spendern erhalten. Rhesus-positive Patienten hingegen dürfen sowohl Blut von Rhesus-positiven als auch Rhesus-negativen Spendern erhalten.

Welche Blutgruppe wird am häufigsten krank?

Je nach Blutgruppe sind die Menschen anfälliger für bestimmte Krankheiten. Laut dem Deutschen Roten Kreuz haben 43 Prozent der Deutschen die Blutgruppe A.

Was vererbt die Mutter an die Tochter?

Eine Tochter erbt von der Mutter das X-Chromosom (zusätzlich zum X-Chromosom vom Vater) und die gesamte mitochondriale DNA (mtDNA), welche Energieversorgung und Stoffwechsel beeinflusst, sowie Merkmale wie Haarfarbe, Augenfarbe, Gesichtszüge und Stoffwechselneigungen (z.B. Fettabbau), basierend auf der Kombination mütterlicher und väterlicher Gene. Die Vererbung ist eine Mischung aus beiden Elternteilen, wobei jedes Elternteil 50 % seines Erbmaterials weitergibt, die spezifischen Gene jedoch zufällig ausgewählt werden. 

Haben Geschwister die gleiche Blutgruppe?

Nein, Geschwister haben nicht zwangsläufig die gleiche Blutgruppe, da sie unterschiedliche Kombinationen der Gene ihrer Eltern erben, was zu verschiedenen Blutgruppen führen kann, außer wenn beide Eltern Blutgruppe 0 haben – dann sind auch alle Kinder 0. Die Blutgruppe wird nach Mendelschen Regeln vererbt, wobei Merkmale wie A und B dominant über 0 sind und es durch zufällige Kombination der elterlichen Allele zu Varianten kommt.
 

Hat ein Kind immer die selbe Blutgruppe wie die Mutter?

Nein, Kinder haben nicht automatisch die gleiche Blutgruppe wie die Mutter, aber sie erben ein Merkmal von der Mutter und eines vom Vater, was zu einer von vier Möglichkeiten führt (A, B, AB, 0), wobei die Kombination der elterlichen Gene die Blutgruppe des Kindes bestimmt. Es ist möglich, dass das Kind die Blutgruppe der Mutter erbt, aber es kann auch eine andere sein, abhängig davon, welche Allele (Genvarianten) von beiden Elternteilen weitergegeben werden, die nach den Mendelschen Regeln vererbt werden.
 

Bei welchen Blutgruppen sollte man keine Kinder bekommen?

Die klassischen AB0-Blutgruppen spielen keine Rolle für die Empfängnis oder Fruchtbarkeit. Allerdings gibt es vereinzelt Hinweise, dass bestimmte AB0-Kombinationen mit einer leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit für Immunreaktionen verbunden sein können.

Was passiert, wenn Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen haben?

Die Antikörperbildung der Mutter dauert eine gewisse Zeit, so dass die erste Schwangerschaft trotz unterschiedlicher Rhesus-Blut- gruppe zwischen Mutter und Kind in der Regel problemlos verläuft. Eine Rhesus-Prophylaxe wird nötig, wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist.

Was ist das Blutgruppensystem MAL?

System MAL

Im September 2024 entdeckte das Blood Group Reference Laboratory des NHS Blood and Transplant Service in Bristol ein neues Blutgruppensystem, das die Forscher MAL nannten. Es berücksichtigt ein auf der Oberfläche mancher roter Blutkörperchen nachgewiesenes bisher nicht näher bestimmtes Antigen namens AnWj.

Woher stammt rhesus-negativ?

Der Rhesusfaktor negativ (Rh-) ist eine genetische Eigenschaft, die durch das Fehlen des D-Antigens auf roten Blutkörperchen gekennzeichnet ist und rezessiv vererbt wird; seine Häufigkeit variiert weltweit, ist aber in europäischen Populationen (besonders im Baskenland) höher und könnte durch archaische menschliche Populationen beeinflusst worden sein, die Gene in den modernen Genpool einbrachten. Es ist keine ethnische Eigenschaft, sondern eine Vererbung, bei der beide Elternteile das rezessive Gen 'd' vererben müssen, damit das Kind Rh- ist (Genotyp 'dd'). 

Wer vererbt den Rhesusfaktor?

Die mendelschen Erbregeln bilden die Grundlage für die Rhesusfaktor-Vererbung. Je ein Elternteil vererbt dem Kind die Eigenschaft Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ. Erhält das Kind mindestens von einem Elternteil die Eigenschaft Rhesus-positiv, hat auch das Kind die Blutgruppe Rhesus-positiv.

Kann ein Kind Rhesus negativ Eltern positiv?

Nein, ein Kind kann nicht Rhesus-positiv sein, wenn beide Eltern Rhesus-negativ sind. Der Rhesusfaktor (Rh-Faktor) wird durch Gene bestimmt, die von den Eltern an das Kind weitergegeben werden. – Rhesus-negativ (Rh-) bedeutet, dass eine Person das Gen für den Rh-Faktor nicht hat.

Was passiert, wenn die Mutter rhesus negativ ist und das Kind positiv?

Wenn eine rhesus-negative Mutter ein rhesus-positives Kind erwartet, kann es zu einer Rhesusunverträglichkeit kommen: Bei Kontakt mit dem positiven Blut des Kindes (meist bei der Geburt, aber auch früher) bildet die Mutter Abwehrstoffe (Antikörper), die beim nächsten Kind mit positivem Rhesusfaktor dessen rote Blutkörperchen angreifen können, was zu Anämie oder schweren Schäden führen kann, aber durch eine vorbeugende Spritze (Anti-D-Prophylaxe) verhindert wird. 

Warum ist eine Spritze bei Rhesus negativ?

Nach der Geburt eines Rhesus-positiven Kindes wird Rhesus-negativen Müttern eine Injektion mit Anti-D Immunglobulin gegeben, um eine Antikörperbildung zu verhindern. Denn diese Antikörper könnten in einer zukünftigen Schwangerschaft die roten Blutkörperchen eines Rhesus-positiven Kindes angreifen.

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