Zum Inhalt springen

Kann man mit einer chronischen Analfissur leben?

Gefragt von: Jeannette Funk-Pietsch  |  Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2026
sternezahl: 4.2/5 (15 sternebewertungen)

Ja, man kann mit einer chronischen Analfissur leben, aber die Lebensqualität ist oft stark eingeschränkt durch starke Schmerzen, Krämpfe und Juckreiz, weshalb eine gezielte Behandlung wichtig ist, die von konservativen Methoden (Salben, Sitzbäder, Ernährung) bis hin zu Operationen reicht, die meist sehr gute Heilungschancen bieten und den Leidensdruck deutlich senken können, um eine dauerhafte Heilung zu erreichen und wieder ein normales Leben führen zu können.

Kann man mit Analfissur leben?

In vielen Fällen heilt eine Analfissur ohne Therapie von selbst ab. Was Betroffene selbst tun können ist, auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung zu achten und bei Beschwerden nicht zu lange zu warten, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Eine gesunde Verdauung kann das Risiko für Analfissuren senken.

Kann eine chronische Analfissur vollständig heilen?

Ja, eine chronische Analfissur kann heilen, aber oft erst durch intensivere Maßnahmen wie Medikamente (Salben, Botox) oder chirurgische Eingriffe, da sie sich von allein oft nicht schließt wie eine akute Fissur. Eine Operation bietet oft die besten Heilungschancen, es gibt aber auch gute konservative Ansätze und eine gute Prognose bei adäquater Behandlung. 

Was tun gegen chronische Analfissur?

Die Behandlung einer chronischen Analfissur kombiniert oft konservative Maßnahmen (Stuhlregulation, spezielle Salben mit Nifedipin/Nitroglycerin, Physiotherapie, Analdehner) und bei Versagen dieser Methoden operative Verfahren wie die Fissurektomie (Entfernung des entzündeten Gewebes) oder Botulinumtoxin-Injektionen, um den Schließmuskel zu entspannen und die Heilung zu fördern. Bei komplizierten Fällen mit Fisteln oder Abszessen ist eine Operation oft unumgänglich, um eine Heilung zu erzielen. 

Welches Risiko besteht, wenn man eine chronische Analfissur nicht behandelt?

Unbehandelt kann eine Analfissur chronisch werden. Dadurch steigt das Risiko für Komplikationen wie Infektionen, Analfisteln oder dauerhafte Schmerzen. Auch eine Verkrampfung des Schließmuskels kann die Heilung erschweren.

Wie wird eine Analfissur behandelt?

43 verwandte Fragen gefunden

Was passiert, wenn eine chronische Fissur unbehandelt bleibt?

Unbehandelte Analfissuren sind zahlreichen Bakterien der Darmflora ausgesetzt. Dies kann zu einer Infektion führen, die sich durch verstärkte Schmerzen, Rötung und Ausfluss äußert . Breitet sich die Infektion aus, kann sie Fieber verursachen und eine schwerwiegendere Gesundheitsgefahr darstellen, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordert.

Warum geht meine Analfissur immer wieder auf?

Wenn eine Analfissur immer wieder aufreißt, ist sie meist chronisch geworden (länger als 8 Wochen), oft durch einen Teufelskreis aus Schmerzen, Stuhlverhalt und Schließmuskelkrampf, was die Heilung erschwert. Um das zu durchbrechen, sind eine ballaststoffreiche Ernährung, viel Flüssigkeit, weicher Stuhl, Sitzbäder, Vermeidung von Pressen und eventuell spezielle Salben (z.B. mit Nifedipin/Botox) wichtig. Bleibt die Heilung aus, können Injektionen (Botox) oder kleine Operationen (z.B. nach Gabriel) notwendig werden, um den Muskel zu entspannen und die Wunde zu "frischen".
 

Wie fühlt sich chronische Analfissur an?

Bei der chronischen Analfissur sind die Schmerzen beim Stuhlgang zwar weniger ausgeprägt, aber an der betroffenen Stelle bildet sich ein juckendes, nässendes Geschwür. Typisch ist eine Hautverdickung, die „Vorpostenfalte“. In schwereren Fällen kommt es auch zur Bildung einer Fistel im Schließmuskel.

Kann man eine chronische Analfissur zu Hause heilen?

Die Behandlung von Analfissuren zu Hause mit Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, sorgfältiger Hygiene und Sitzbädern kann in vielen Fällen wirksam sein, insbesondere bei akuten Fissuren. Wenn die Symptome jedoch anhalten oder sich verschlimmern oder wenn chronische oder wiederkehrende Fissuren vorliegen, ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen .

Wie lange dauert eine chronische Analfissur?

Während akute Analfissuren oft innerhalb weniger Wochen von selbst oder durch konservative Therapie heilen, bleibt eine chronische Analfissur oft über Monate oder Jahre bestehen.

Wann sollte man sich bei einer Analfissur operieren lassen?

Zu einer primären Operation sollte auch geraten werden, wenn ein sehr langer Krankheitsverlauf vorliegt. Ebenfalls operiert werden sollte, wenn zusätzlich eine Analfistel oder gar eine Entzündung die Analfissur komplizieren. In solchen Fällen ist eine Abheilung der Analfissur nur durch eine Operation zu erzielen.

Ist man bei einer Analfissur arbeitsunfähig?

Ja, eine Analfissur kann arbeitsunfähig machen, besonders bei akuten Schmerzen oder nach einer Operation. Bei konservativer Behandlung hängt die Arbeitsunfähigkeit vom Schmerzlevel ab (oft keine), nach einer OP liegt die Krankschreibung meist für 1-2 Wochen bei 100% vor, kann aber je nach Tätigkeit und Heilungsverlauf variieren, wobei leichte Bewegung wie Spaziergänge erlaubt sind, aber langes Sitzen und starke Belastung vermieden werden sollten.
 

Ist Bewegung gut bei Analfissur?

Sie sollten langes Sitzen vermeiden und versuchen sich mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum zu bewegen, wie z.B. Spaziergänge, gesunde sportliche Aktivitäten (Radfahren, Schwimmen). Sie können also selbst erheblich zur Heilung einer Analfissur beitragen!

Warum heilt meine Analfissur nicht ab?

Durch reflektorische Erhöhung des Dauertonus des Schließmuskels kommt es zu einem Circulus vitiosus, da es hierbei zu einer schmerzbedingetr Verengung des Afters und folglich zu einer gestörten Wundheilung mit nicht-heilung der Analfissur kommt.

Ist eine Analfissur sehr schlimm?

Eine Analfissur ist normalerweise nicht gefährlich und heilt oft spontan ab, kann aber unbehandelt chronisch werden, was zu starken Schmerzen, Infektionen, Abszessen oder Fisteln führen kann. Chronische Fissuren sind schwerer zu behandeln, aber auch sie haben meist eine gute Prognose, oft durch konservative Methoden oder Operationen. Gefährlich wird es, wenn sie zu Komplikationen führt oder eine zugrundeliegende Krankheit (wie Morbus Crohn) vorliegt. 

Wie ist die Prognose einer Analfissur?

Prognose. Eine akute Analfissur heilt meist nach wenigen Wochen spontan und ohne Folgeschäden ab. Chronische Analfissuren haben nach konservativer Behandlung oder chirurgischer Intervention ebenfalls eine gute Prognose.

Was tun bei ständiger Analfissur?

Bei der chronischen Analfissur ist in der Regel eine kleine Operation notwendig. Das chronisch entzündete Gewebe wird dabei bis zur Muskulatur entfernt und die Wunde somit angefrischt. Diese frische Wunde heilt in der Regel unter einer angepassten Schmerztherapie und Stuhlregulation reizlos aus.

Kann chronische Analfissur ohne OP heilen?

Operative Behandlung

Greift die Therapie aber nicht, kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Vor allem bei chronisch entzündlichen Fissuren mit Fistelbildung ist eine Heilung oft nicht ohne Operation möglich.

Welche Salbe bei chronischer Analfissur?

Bei starkem Juckreiz und Schmerzempfinden am After ist eine Salbe mit Lidocain das Mittel der Wahl. Der Wirkstoff Lidocain ist bewährt, zuverlässig und wirkt schnell. Posterisan akut ist auch geeignet, um das Schmerzempfinden vor einer proktologischen Untersuchung zu betäuben.

Warum reißt eine Analfissur immer wieder auf?

Wenn eine Analfissur immer wieder aufreißt, wird sie chronisch (länger als 8 Wochen bestehen) und steckt oft in einem Teufelskreis fest: Schmerzen führen zu verhaltenem Stuhlgang, der Stuhl wird härter und verursacht neue Risse, der Schließmuskel verkrampft sich, die Durchblutung leidet, was die Heilung verhindert. Wichtig sind weicher Stuhl (Ballaststoffe, Trinken), gute Analhygiene, Sitzbäder und die Unterbrechung des Teufelskreises, oft durch ärztliche Maßnahmen wie Salben, Botox oder bei Bedarf eine kleine Operation.
 

Ist eine Darmspiegelung bei einer Analfissur notwendig?

Ja, eine Darmspiegelung ist trotz Analfissur möglich, aber der Arzt wird vorsichtig vorgehen, um die Fissur nicht zu verletzen. Oft wird zunächst eine kleinere Untersuchung (Enddarmspiegelung/Proktoskopie) oder eine vollständige Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt, um Blutungsquellen auszuschließen, wobei die Fissur selbst meist konservativ behandelt wird (Stuhlgangregulierung, Salben). Wenn eine Operation der Fissur nötig ist, kann diese oft direkt im Anschluss an die Darmspiegelung unter derselben Narkose erfolgen, um einen zweiten Eingriff zu vermeiden. 

Ist eine Analdusche bei Analfissuren sinnvoll?

Die Analdusche sorgt für hygienische Sauberkeit und wird insbesondere bei der Behandlung einer chronischen Analfissur in Verbindung mit der Verwendung des Analfissurstiftes besonders empfohlen. Auf Wunsch ist sie auch mit Schlauchverlängerung erhältlich.

Wie lange braucht eine chronische Analfissur zum Heilen?

akuter Analfissur: heilt häufig spontan aus. chronischer Analfissur: über 6–8 Wochen anhaltend und ggf. mit morphologischen Veränderungen einhergehend.

Wie viele Menschen haben eine Analfissur?

Der Defekt geht typischerweise mit stechenden Schmerzen während des Stuhlgangs und Brennen danach einher. Die Analfissur zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Enddarms. Ungefähr eine von zehn Personen ist im Lauf des Lebens davon betroffen.

Wie sieht eine chronische Analfissur aus?

Eine chronische Analfissur sieht man oft als länglichen Riss mit verdickten Rändern, oft begleitet von einer Vorpostenfalte (einer Hautfalte) außen und einer hypertrophen Analpapille (einem knötchenartigen Wulst) innen am Fissurende, manchmal mit freiliegenden Muskelfasern, und kann auch zu Jucken, Nässen oder Abszessen führen.