Kann man Endometriose erben?
Gefragt von: Isabelle Moritz | Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2026sternezahl: 4.2/5 (67 sternebewertungen)
Ja, Endometriose ist teilweise vererbbar; es gibt eine familiäre Häufung, und nahe weibliche Verwandte haben ein erhöhtes Risiko, aber Gene sind nur ein Faktor neben Hormonen und Umwelt, sodass die Krankheit multifaktoriell ist und nicht jede Tochter betroffener Mütter erkranken muss. Studien zeigen eine starke genetische Komponente, insbesondere bei schwereren Formen, mit bis zu 51 % Erblichkeit in Zwillingsstudien.
Ist Endometriose immer vererbt?
Vererbung und Umwelt
Auch erbliche Faktoren dürften für das Auftreten von Endometrioseherden mitverantwortlich sein. So weisen Geschwister und Töchter von Betroffenen ein achtmal höheres Erkrankungsrisiko auf.
Wird Endometriose vererbt?
Da eine Reihe von Studien ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung der Krankheit bei Müttern und/oder Schwestern von Patientinnen nachgewiesen hat, hat die Endometriose wahrscheinlich eine genetische Grundlage [2-6].
Ist Endometriose familiär bedingt?
"Frühere Studien haben nachgewiesen, dass Endometriose vererbbar ist, sie haben aber nicht die Auswirkungen der genetischen Faktoren auf die verschiedenen Krankheitsstadien untersucht", kommentierte Professor Montgomery.
Welche Frauen bekommen Endometriose?
Die höchste Wahrscheinlichkeit zum Auftreten einer Endometriose liegt im Alter von 35 bis 45 Jahren [1, 2]. Schätzungsweise sind zwischen 8 und 15 Prozent aller Mädchen* und Frauen* betroffen – das sind in Deutschland ca. 2 Millionen Menschen.
Wir müssen über Endometriose sprechen | Quarks
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Was ist der Auslöser für Endometriose?
Die genauen Ursachen von Endometriose sind noch unklar, aber man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus, darunter die retrograde Menstruation (Blut fließt zurück in Bauchraum), eine familiäre Veranlagung, ein fehlgesteuertes Immunsystem und hormonelle Ungleichgewichte. Auch frühe erste Menstruation, kurze Zyklen und Kaiserschnitte gelten als Risikofaktoren.
Wie verhalten sich Endometriose-Herde im Körper?
Endometriose-Herde sind Gewebe, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln und außerhalb der Gebärmutter wachsen, z.B. an Eierstöcken, Eileitern, Darm oder Bauchfell. Diese Herde reagieren zyklisch auf Hormone, bauen sich auf und ab, wobei das Blut nicht abfließen kann, was zu Entzündungen, Schmerzen, Verwachsungen und Narben führt. Sie können stark schmerzhaft sein, aber auch symptomlos auftreten und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Wie hoch ist die Lebenserwartung mit Endometriose?
Endometriose ist in der Regel nicht direkt lebensbedrohlich, beeinflusst aber die Lebensqualität und kann die Lebenserwartung durch Begleiterkrankungen oder starke Einschränkungen leicht verkürzen, wie neue Studien zeigen, während sie oft erst in den Wechseljahren nachlässt. Es gibt keine einfache Prognose, da der Verlauf individuell ist, aber Symptome bessern sich oft durch Behandlung, kehren aber häufig zurück.
Wie fängt Endometriose an?
Die ersten Symptome einer Endometriose sind oft starke, krampfartige Schmerzen vor oder während der Periode (Dysmenorrhoe), die auch in den Rücken und Beine ausstrahlen können, sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Stuhlgang oder Wasserlassen, oft begleitet von starken Blutungen, Blähungen, Müdigkeit und unerfülltem Kinderwunsch; diese Beschwerden können aber auch unabhängig vom Zyklus auftreten. Die Symptome sind sehr individuell und können von leichten bis zu sehr starken Beeinträchtigungen reichen, manchmal bleibt die Endometriose sogar unbemerkt, bis eine Kinderlosigkeit auftritt.
Wer leitet am häufigsten an Endometriose?
Die Endometriose ist eine hormonabhängige Erkrankung, die extrem selten bei präpubertären Mädchen und selten bei postmenopausalen Frauen vorkommt. Sie wird am häufigsten bei Frauen zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr diagnostiziert. Die Patientinnen sind bei Diagnosestellung im Mittel 28 Jahre alt.
Kann ich trotz Endometriose Kinder bekommen?
Ja, man kann trotz Endometriose schwanger werden, aber es kann schwieriger sein, da die Fruchtbarkeit oft um etwa 50 % verringert ist. Viele Frauen werden auf natürlichem Wege schwanger, andere benötigen Unterstützung durch Kinderwunschbehandlungen wie IVF, oft nach einer Operation zur Entfernung der Herde. Die Chancen hängen vom Schweregrad, den betroffenen Stellen und dem Alter ab, und eine spezialisierte Kinderwunschklinik kann den besten Weg finden.
Ist Endometriose ein Gendefekt?
Bei etwa der Hälfte der Endometriose-Patientinnen ist ein Gendefekt die Ursache für die Schmerzen. Genauer gesagt sind es Varianten des Gens NPSR1 das den Rezeptor des Neuropeptid S codiert. Britische Forscher haben nun einen Hemmstoff für diesen Rezeptor entwickelt.
Kann man Endometriose erst im Alter bekommen?
Ja, Endometriose ist auch im Alter (z.B. in den Wechseljahren oder danach) möglich, auch wenn der Höhepunkt der Erkrankung zwischen 35 und 45 Jahren liegt und sich die Symptome nach der Menopause oft bessern oder verschwinden, da der Östrogenspiegel sinkt. Viele Frauen leben mit Beschwerden, die schon in jungen Jahren begannen, und die Krankheit kann bis über die Wechseljahre hinaus bestehen bleiben, insbesondere wenn die Herde tief infiltrieren oder es zu Verwachsungen gekommen ist.
Warum keine Tomaten bei Endometriose?
Du findest es in Lebensmitteln wie Wurst, einigen Käsesorten und sogar in einigen Gemüsesorten wie Tomaten und Spinat. Da ein Überschuss an Histamin zu Entzündungsreaktionen führen kann, lohnt es sich, histaminhaltige Lebensmittel zu meiden, wenn du Endometriose hast.
Kann Endometriose durch Stress entstehen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Endometriose, Depression und Angsterkrankungen eine gemeinsame genetische Ursache haben können. Somit sind Endometriose und psychische Gesundheit offenbar nicht nur über Schmerzbelastung, Stress und Hormonbehandlung (Gestagen) miteinander verknüpft.
Kann sich Endometriose zurückbilden?
Ja, Endometriose kann sich tatsächlich zurückbilden, oft spontan bei milden Verläufen, aber zuverlässig und meist vollständig erst mit den Wechseljahren durch den Hormonabfall; während der reproduktiven Phase kann die Krankheit aber auch weiter fortschreiten, wobei Behandlungen die Herde oft nur hemmen, aber nicht vollständig auslöschen.
Welche Frauen neigen zu Endometriose?
Bei etwa 18 Prozent aller Frauen wird Endometriose diagnostiziert. Der Prozentsatz der Frauen, die an Endometriose leiden, ist höher bei Frauen, die unfruchtbar sind (30 %) und bei Frauen mit chronischen Unterleibsschmerzen (40 %).
Wie teste ich, ob ich Endometriose habe?
Es gibt verschiedene Endometriose-Tests: Den Goldstandard bildet die Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Gewebeprobe, aber zunehmend verfügbar ist der nicht-invasive Speicheltest (Ziwig Endotest®), der Mikro-RNAs analysiert, sowie Online-Selbsttests, die Symptome abfragen, jedoch keine ärztliche Diagnose ersetzen können. Bluttests sind ebenfalls in Entwicklung.
Was ist Auslöser für Endometriose?
Die genauen Ursachen von Endometriose sind noch unklar, aber man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus, darunter die retrograde Menstruation (Blut fließt zurück in Bauchraum), eine familiäre Veranlagung, ein fehlgesteuertes Immunsystem und hormonelle Ungleichgewichte. Auch frühe erste Menstruation, kurze Zyklen und Kaiserschnitte gelten als Risikofaktoren.
Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Endometriose?
Eine Studie zeigt, dass Frauen mit Endometriose ein erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod haben. Eine US-amerikanische Studie analysierte Daten von mehr als 110.000 Frauen seit 1993 und fand heraus, dass Frauen mit Endometriose in der Vorgeschichte ein um 31 % höheres Risiko für einen vorzeitigen Tod ( vor dem 70. Lebensjahr) aufwiesen.
Was man bei Endometriose vermeiden sollte?
Vermeiden Sie entzündungsfördernde Lebensmittel wie Milchprodukte, verarbeitete Lebensmittel, raffinierten Zucker, Koffein und raffinierte Kohlenhydrate (vor allem Weißmehlprodukte!). Soja und, wenn möglich, Alkohol sollten ebenfalls gemieden werden, da beides östrogenreiche Lebensmittel sind, die östrogene Wirkungen hervorrufen können. Denken Sie daran: Östrogen fördert die Endometriose!
Was passiert, wenn Endometriose unbehandelt bleibt?
Wenn Endometriose unbehandelt bleibt, kann sie sich verschlimmern und zu chronischen Schmerzen, Unfruchtbarkeit, Verwachsungen (Adhäsionen) zwischen Organen, Organschäden (Nieren, Darm, Eileiter), erschwerter Lebensqualität (Müdigkeit, Depression, Sexualprobleme) und selten sogar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, da die Endometriose-Herde wachsen und Entzündungen verursachen können.
Was ist das Schlimme an Endometriose?
Die starken Schmerzen, die eine Endometriose oft verursacht, kommen durch Blut, das nicht abfließen kann und zu Verklebungen führt. Im Anschluss an die Regelblutung bilden sich Narben, die zyklusabhängig wieder aufbrechen. Zudem reagiert das Immunsystem auf das wuchernde Gewebe. Dadurch kommt es zu Entzündungen.
Wie schnell wachsen Endometriose-Herde?
Innerhalb von fünf Jahren bilden sich bei gut der Hälfte aller betroffenen Frauen neue Endometrioseherde aus. Ein natürlicher Stillstand der Endometriose tritt mit den Wechseljahren aufgrund der nachlassenden Funktion der Eierstöcke ein.
Welches Hormon fehlt bei Endometriose?
Bei einer Endometriose wird ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt beobachtet. Zu viel Östrogen und zu wenig Progesteron sind ein klassischer Fall.
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