Kann man bei längerer Krankheit gekündigt werden?
Gefragt von: Franziska Springer B.A. | Letzte Aktualisierung: 1. Februar 2026sternezahl: 4.2/5 (12 sternebewertungen)
Ja, man kann bei längerer Krankheit gekündigt werden, aber nur unter sehr strengen Voraussetzungen, da eine krankheitsbedingte Kündigung eine besondere Form der personenbedingten Kündigung ist und das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) strenge Regeln vorsieht, wie eine negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und Verhältnismäßigkeit, wobei Kündigungen oft angreifbar sind und eine Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen nötig ist, wenn das KSchG greift.
Wie lange kann man krank sein, ohne gekündigt zu werden?
Sie können nicht unbegrenzt krank sein, ohne gekündigt zu werden; in Deutschland müssen Arbeitgeber nach 6 Wochen Krankheit Lohnfortzahlung leisten, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld (max. 78 Wochen), und eine Kündigung wird ab ca. 6 Wochen Fehlzeit pro Jahr (30 Tage) oder bei anhaltender, schwerer Arbeitsunfähigkeit möglich, besonders wenn ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nicht greift, wobei die Gerichte immer eine Interessenabwägung vornehmen.
Wann darf gekündigt werden bei Krankheit?
Ein Arbeitgeber darf wegen Krankheit kündigen, wenn eine negative Gesundheitsprognose besteht (z.B. häufige Kurzerkrankungen oder Langzeiterkrankung), der Betrieb erheblich gestört ist und kein milderes Mittel (wie ein betriebliches Wiedereingliederungsmanagement) möglich ist – dies wird in einer Interessenabwägung geprüft, wobei strenge Voraussetzungen gelten und Kündigungen bei Fehlzeiten unter 30 Tagen pro Jahr oder bis zu sechs Wochen pro Jahr oft unwirksam sind. Eine Kündigung während einer Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt, aber nur unter diesen hohen Hürden.
Wann darf der Arbeitgeber während Krankheit kündigen?
Ja, ein Arbeitgeber darf auch während einer Krankheit kündigen, da eine Krankschreibung allein nicht vor Kündigung schützt. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist aber nur unter strengen Voraussetzungen wirksam, wenn eine negative Gesundheitsprognose, eine erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und eine verhältnismäßige Interessenabwägung vorliegen. Besonders hohe Hürden bestehen bei häufigen Kurzerkrankungen (über 30 Tage pro Jahr in 3 Jahren) oder bei langfristigen schweren Erkrankungen, aber auch hier muss der Arbeitgeber die speziellen Voraussetzungen nachweisen.
Ist eine Kündigung bei dauerhafter Krankheit möglich?
Eine Kündigung wegen Langzeiterkrankung ist möglich, aber nur unter strengen Voraussetzungen: Es muss eine negative Gesundheitsprognose (z.B. über 2 Jahre keine Besserung), eine erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und eine Interessenabwägung vorliegen. Der Arbeitgeber muss prüfen, ob Alternativen bestehen, und formalitäten wie Schriftform und ggf. Betriebsratsbeteiligung einhalten. Eine Kündigungsschutzklage kann sich lohnen, da oft Abfindungen oder Weiterbeschäftigung möglich sind.
Kündigung während der Krankheit? Kann man während der Arbeitsunfähigkeit gekündigt werden?
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Kann man wegen oft krank sein gekündigt werden?
Es existiert weder ein Kündigungsverbot im Krankenstand noch ein genereller Kündigungsschutz bei Krankheit.
Wie lange muss der Arbeitsplatz bei Krankheit erhalten bleiben?
Einen Arbeitsplatz muss man bei Krankheit so lange freihalten, wie eine gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorliegt, die der Arbeitgeber unverzüglich erhalten muss; bei mehr als drei Kalendertagen ist ein ärztliches Attest erforderlich, das bei längerem Fehlen (oft über 6 Wochen) regelmäßig erneuert wird, da dann die Krankenkasse Krankengeld zahlt, aber auch das Risiko einer Kündigung wegen Krankheit steigt, weshalb Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbieten müssen, wenn über 6 Wochen pro Jahr gefehlt wurde.
Was passiert, wenn ich im Krankenstand gekündigt werde?
Wenn Sie während der Krankschreibung gekündigt werden, ist die Kündigung grundsätzlich wirksam, da es keinen generellen Kündigungsschutz nur wegen Krankheit gibt; jedoch müssen bei Geltung des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) strenge Voraussetzungen (personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt) erfüllt sein, und Arbeitnehmer können mit einer Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen reagieren, um die Wirksamkeit prüfen zu lassen und ggf. eine Abfindung oder Weiterbeschäftigung zu erreichen.
Kann nach 6 Wochen Krankheit irgendwann gekündigt werden?
Nun hat ein LAG als Faustformel ausgegeben: Fehlzeiten, die sechs Wochen pro Kalenderjahr nicht übersteigen, sind „noch nicht kündigungsrelevant". Arbeitnehmer können im Krankheitsfall "beruhigt" bis zu sechs Wochen pro Jahr fehlen, ohne deswegen eine krankheitsbedingte Kündigung fürchten zu müssen.
Wie hoch ist die Abfindung bei Kündigung wegen Krankheit?
Die Höhe der Abfindung ist Verhandlungssache. Als Richtwert kann man 0,5 Bruttomonatslöhne pro Beschäftigungsjahr heranziehen. Der Betrag kann auch darunter oder weit darüber liegen. Sie sollten darauf achten, dass die Abfindung Ihr Arbeitslosengeld nicht schmälert.
Kann ich trotz Krankschreibung gekündigt werden?
Ja, eine Kündigung trotz Krankschreibung ist in Deutschland grundsätzlich möglich, da es keine automatische Kündigungssperre gibt; allerdings muss der Arbeitgeber die gesetzlichen Regeln des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) beachten, wenn es anwendbar ist, was oft bei länger bestehenden Arbeitsverhältnissen (über 6 Monate) und größeren Betrieben der Fall ist, und eine Kündigung wegen der Krankheit selbst ist nur unter strengen Voraussetzungen zulässig. Arbeitnehmer sollten bei einer Kündigung schnell handeln und innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage einreichen, um die Wirksamkeit gerichtlich prüfen zu lassen.
Was bedeutet 50 arbeitsunfähig?
Im Normalfall, sofern nichts anderes auf dem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vermerkt ist, bedeutet eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit = 50 Prozent Leistung bei voller Präsenzzeit.
Werde ich gesperrt, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen kündige?
Ja, bei einer Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen droht eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen beim Arbeitslosengeld (ALG I), wenn kein wichtiger Grund anerkannt wird; dieser wichtige Grund kann aber durch ein aussagekräftiges ärztliches Attest und Nachweis, dass eine Weiterbeschäftigung unzumutbar ist, sowie durch Dokumentation von Änderungsversuchen (BEM, Versetzung) oft vermieden werden, was eine rechtzeitige Meldung bei der Agentur für Arbeit erfordert.
Was passiert, wenn ich krank bin und gekündigt werde?
Wenn Sie während der Krankschreibung gekündigt werden, ist die Kündigung grundsätzlich wirksam, da es keinen generellen Kündigungsschutz nur wegen Krankheit gibt; jedoch müssen bei Geltung des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) strenge Voraussetzungen (personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt) erfüllt sein, und Arbeitnehmer können mit einer Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen reagieren, um die Wirksamkeit prüfen zu lassen und ggf. eine Abfindung oder Weiterbeschäftigung zu erreichen.
Wie lange kann man sich maximal am Stück krankschreiben lassen?
Eine Krankschreibung gilt maximal zwei Wochen (14 Tage) am Stück, kann aber in Ausnahmefällen vom Arzt auf bis zu einen Monat verlängert werden. Die genaue Dauer hängt von der Krankheit ab, und bei längerer Krankheit wird die Bescheinigung regelmäßig erneuert; auch eine telefonische Krankschreibung ist für bis zu fünf Tage möglich.
Wie lange gilt der Kündigungsschutz bei Krankheit?
Der Kündigungsschutz beginnt am ersten Tag der Er- krankung und endet spätestens nach Ablauf der 30, 90 oder 180 Tage. Samstage, Sonntage und anerkannte Feiertage werden mitgezählt. Der Kündigungsschutz dauert aber nur so lange wie die tatsächliche Erkran- kung anhält.
Wann darf der Arbeitgeber bei langer Krankheit kündigen?
War der Beschäftigte in drei Jahren immer mehr als 30 Tage krank, so droht eine Kündigung. Hier spricht man von häufigen Kurzerkrankungen. Mit einer Kündigung rechnen muss man außerdem, wenn eine dauerhafte oder lang anhaltende Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
Was darf man nicht machen, wenn man krankgeschrieben ist?
Wenn Sie krankgeschrieben sind, dürfen Sie alles tun, was Ihrer Genesung nicht schadet; verboten sind Aktivitäten, die den Heilungsprozess behindern oder verzögern, wie anstrengender Sport (z.B. Fußball), wilde Partys, exzessiver Alkoholkonsum oder Reisen, die nicht der Erholung dienen, da dies arbeitsrechtliche Konsequenzen haben kann. Grundsätzlich erlaubt sind Aktivitäten des täglichen Lebens wie Einkaufen oder Spaziergänge, aber bei Unsicherheiten sollte immer der Arzt konsultiert werden, da die Regeln je nach Krankheit variieren.
Wie funktioniert eine Kündigung auf ärztlichen Rat?
Was ist eine Kündigung auf ärztlichen Rat? Kündigung auf ärztlichen Rat bedeutet, dass der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis eigenständig beendet, weil ein Arzt dies aus gesundheitlichen Gründen dringend empfiehlt. Die Kündigung basiert auf einer medizinischen Empfehlung.
Wie lange darf ein Hausarzt bei Depressionen krankschreiben?
Ihr Hausarzt darf Sie bei einer Depression so lange krankschreiben, wie es medizinisch notwendig ist, es gibt keine gesetzliche Obergrenze, aber nach sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber nicht mehr, die Krankenkasse übernimmt dann die Entgeltfortzahlung als Krankengeld. Die Dauer ist individuell und hängt vom Schweregrad ab, von wenigen Wochen bei leichteren Fällen bis zu längeren Zeiten bei schweren Verläufen, wobei oft eine Überweisung zum Facharzt (Psychotherapeut/Psychiater) folgt, wie auf praktischArzt.de berichtet wird.
Wie weit darf man wegfahren, wenn man krankgeschrieben ist?
Wenn Sie krankgeschrieben sind, dürfen Sie verreisen, solange die Reise Ihre Genesung nicht gefährdet, sondern sogar fördert – es gibt keine gesetzliche Kilometergrenze. Ein Ausflug ans Meer bei Atemwegsproblemen ist erlaubt, aber ein Party-Trip bei Grippe nicht. Die Entscheidung hängt stark vom Einzelfall ab; bei Unsicherheit oder längerer Abwesenheit ist es ratsam, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, da genesungswidriges Verhalten zu Abmahnung oder Kündigung führen kann.
Ist eine fristlose Kündigung während der Krankschreibung möglich?
Ja, eine fristlose Kündigung während der Krankschreibung ist grundsätzlich möglich, aber nur in seltenen Ausnahmefällen, da eine Krankheit selbst selten einen wichtigen Grund darstellt; der Arbeitgeber braucht einen schwerwiegenden Grund, der eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht, wie z.B. vorgetäuschte Krankheit, aber Vorsicht: Umgehend Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen, da Kündigungsschutzgesetz und dreiwöchige Frist für Klage bestehen.
Kann man trotz Krankschreibung gekündigt werden?
Ja, man kann trotz Krankschreibung gekündigt werden, da die Krankschreibung keinen generellen Kündigungsschutz bietet, aber der Arbeitgeber muss einen triftigen Grund haben (z.B. häufige Fehlzeiten, langanhaltende Arbeitsunfähigkeit) und die Kündigung muss verhältnismäßig sein, insbesondere wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) gilt. Eine Kündigung wegen Krankheit ist ein personenbedingter Grund, der strengen Regeln unterliegt und oft rechtlich angreifbar ist, vor allem wenn der Arbeitnehmer unter dem Kündigungsschutz steht.
Ist langzeitkrank ein ruhendes Arbeitsverhältnis?
Nein, bei einer normalen Langzeiterkrankung ruht das Arbeitsverhältnis nicht; es besteht rechtlich fort, bis es gekündigt wird, der Arbeitnehmer wieder arbeitsfähig ist oder eine Erwerbsminderungsrente eintritt. Ruhen kann es jedoch unter bestimmten Voraussetzungen, wie etwa bei einer befristeten Erwerbsminderungsrente oder wenn dies tarif- oder vertraglich vereinbart ist.
Wie lange kann man maximal im Krankenstand sein?
Krankengeld bekommen Sie grundsätzlich bis zu 26 Wochen lang.
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