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Kann man angezeigt werden wenn man jemanden beleidigt?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Helmuth Kuhn  |  Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2026
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Ja, man kann jemanden wegen Beleidigung anzeigen, aber es ist ein sogenanntes Antragsdelikt, was bedeutet, dass der Geschädigte innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von Tat und Täter einen Strafantrag stellen muss, damit die Staatsanwaltschaft ermitteln kann. Eine Anzeige kann bei der Polizei, Staatsanwaltschaft oder online über die Internetwache erstattet werden, aber nur der formelle Strafantrag löst die Verfolgung aus.

Wann ist eine Beleidigung strafbar?

Eine Beleidigung ist strafbar, wenn jemand durch eine nach außen gerichtete Äußerung (mündlich, schriftlich, durch Gesten, etc.) die Ehre einer anderen Person verletzt, indem er seine Missachtung oder Nichtachtung ausdrückt – dies muss von einem objektiven Dritten als ehrverletzend empfunden werden können und durch den Täter mit mindestens bedingtem Vorsatz erfolgen, wobei der „beleidigungsfreie Raum“ im engsten Familienkreis eine Ausnahme bildet. 

Kann ich jemanden anzeigen, wenn er mich beleidigt?

Du kannst aber auch eine Strafanzeige gegen denjenigen, der dich beleidigt hat, stellen. Allerdings bedeutet das, dass der Staat von diesem Moment an die Kontrolle über das Strafverfahren hat und du gegebenenfalls sogar als Zeuge aussagen musst, auch wenn die Sache für euch vielleicht schon längst wieder erledigt ist.

Wie viel kostet eine Anzeige wegen Beleidigung?

Eine Anzeige wegen Beleidigung kostet grundsätzlich nichts, aber es können erhebliche Geldstrafen (in Tagessätzen, oft 30 bis 90 Tagessätze) für den Täter entstehen, abhängig von Schwere der Beleidigung (z.B. "Idiot" vs. "Wichser"), Situation (Straßenverkehr vs. Privat) und Einkommen des Täters, wobei hohe Strafen von mehreren hundert bis zu tausenden Euro möglich sind; bei Einschaltung eines Anwalts fallen zusätzlich Anwaltskosten an.
 

Kann man jemanden melden, der einen beleidigt?

Anzeige bei der Polizei

Sie können missbräuchliches Verhalten der Polizei melden, indem Sie die 101 anrufen oder eine Online-Anzeige erstatten . Die Kontaktdaten Ihrer örtlichen Polizeidienststelle finden Sie ebenfalls dort, falls Sie die Anzeige persönlich erstatten möchten. Wenn Sie glauben, dass sich jemand in unmittelbarer Lebensgefahr befindet, wählen Sie bitte den Notruf 999.

Wie hoch ist die Strafe für Beleidigung? EIn Blick aus der Praxis der Strafverteidigung

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Was kann ich tun, wenn jemand beleidigt ist?

Auf Beleidigungen reagiert man am besten souverän, indem man Ruhe bewahrt, klare Grenzen setzt („Ich möchte nicht, dass du mich so nennst.“), die Situation deeskaliert (z.B. durch Distanz oder Siezen) oder die Beleidigung mit Humor kontert (z.B. „Danke für das Kompliment.“), während man bei schwerwiegenden Fällen rechtliche Schritte wie eine Anzeige in Betracht zieht. Wichtig ist, nicht direkt aggressiv zurückzuschlagen, sondern die Beleidigung zu neutralisieren, ohne die Machtposition des Angreifers zu stärken. 

Gelten Beleidigungen als Belästigung?

Formen verbaler Belästigung

Es gibt fünf Hauptformen verbaler Belästigung : Beleidigungen und Beschimpfungen – persönliche Angriffe auf Ihr Aussehen, Ihre Intelligenz oder Ihre Fähigkeiten. Drohungen und Einschüchterungen – Äußerungen, die Ihnen Angst um Ihre Sicherheit oder Ihr Wohlbefinden einjagen.

Wie beweise ich eine Beleidigung?

Um eine Beleidigung zu beweisen, müssen Sie die Äußerung dokumentieren (z. B. Screenshots, Chat-Verläufe), Zeugen suchen und sich den genauen Wortlaut merken, da meist Sie beweisbelastet sind. Bei digitalen Nachrichten sichern Sie den Kontext, bei mündlichen Vorfällen im Straßenverkehr oder öffentlichen Raum sind Zeugen entscheidend. Bei schriftlichen Beleidigungen oder digitalen Nachrichten sind Screenshots und gesicherte Verläufe starke Beweise.
 

Wie viel Geld bekomme ich, wenn jemand mich beleidigt?

Bei Beleidigungen gibt es keine pauschale Summe; die Höhe des Geldes (Geldstrafe/Tagessätze) oder ob sogar eine Freiheitsstrafe droht, hängt von der Schwere ab – von einigen hundert Euro (z.B. „Pappnase“, „Holzkopf“ auch 750 €) bis zu über 1.000 € (z.B. „Wichser“, Mittelfinger, auch 4.000 €) oder mehr, wobei sich die Strafe oft nach dem Einkommen des Täters richtet, aber auch Schmerzensgeld möglich ist, das bis zu 10.000 € gehen kann, besonders bei öffentlichen oder digitalen Beleidigungen. 

Welche Wörter gelten als Beleidigung?

Beleidigende Wörter sind beschimpfende Ausdrücke, die Menschen herabsetzen oder beleidigen, wie z.B. „Arschloch“, „Idiot“ oder „Drecksack“, sowie abwertende Begriffe wie „Honk“, „Halunke“ oder „Hohlkopf“; sie zielen oft auf die Ehre ab und können je nach Kontext stark variieren, von vulgären bis zu subtileren Formen, die aus dem Ursprung von Begriffen wie „Spast“ (ursprünglich medizinisch) entstehen. 

Was zählt alles als Beleidigung?

Eine Beleidigung ist ein Angriff auf die Ehre einer Person durch die Äußerung von Missachtung, was durch beleidigende Worte (z.B. „Idiot“), herabsetzende Gesten (z.B. Mittelfinger), entzweiende Handlungen (z.B. Anspucken) oder ehrverletzende Tatsachenbehauptungen (auch unwahre) geschehen kann und muss für Dritte wahrnehmbar sein. Es kommt nicht nur darauf an, ob sich die Person beleidigt fühlt, sondern ob eine objektive dritte Person dies als ehrverletzend einstuft und der Täter dies auch so meint. 

Wann lohnt sich eine Anzeige wegen Beleidigung?

Eine Anzeige wegen Beleidigung kann sich besonders dann lohnen, wenn die Beleidigung öffentlich und schwerwiegend ist, die Beweislage klar und überzeugend ist und das Persönlichkeitsrecht des Opfers erheblich verletzt wurde.

Gilt es als Belästigung, jemanden zu beschimpfen?

Hier einige Beispiele für Verhaltensweisen, die als Mobbing und Belästigung eingestuft werden können. Diese Liste ist nicht vollständig: Aggressives oder einschüchterndes Verhalten wie Fluchen, Schreien oder Einschüchterung durch Androhung von Gewalt . Verbreitung falscher Anschuldigungen gegen eine Person.

Welche Beleidigung ist nicht strafbar Beispiel?

Allgemeine beleidigende Äußerungen über „Homosexuelle“, „Schwule“ oder „Lesben“ stellen nach der Rechtsprechung deshalb keine strafbare Beleidigung dar.

Ist es illegal, jemanden zu beschimpfen?

Wenn jemand beispielsweise eine andere Person mit einem beleidigenden Namen belegt, ist das nur ein Name und keine Straftat . Auch wenn man den Namen als hasserfüllt und beleidigend empfindet, fällt er unter die Meinungsfreiheit.

Wo fängt Beleidigung an?

Eine strafbare Beleidigung liegt vor, wenn der Täter durch seine Äußerung Missachtung oder Geringschätzung zum Ausdruck bringt. Entscheidend ist nicht, ob die betroffene Person sich tatsächlich beleidigt fühlt. Es genügt, dass eine neutrale, objektive Drittperson die Äußerung als ehrverletzend einstuft.

Was ist die teuerste Beleidigung?

Mittelfinger ist per Gesetz verboten

Bis zu 4.000 € kann das kosten. Sogar eine Haftstrafe (Gefängnis) ist möglich. Der Mittelfinger ist eine der teuersten Beleidigungen im Straßenverkehr.

Wie viel kostet eine Anzeige, wenn man beleidigt?

Eine Anzeige wegen Beleidigung kostet grundsätzlich nichts, aber es können erhebliche Geldstrafen (in Tagessätzen, oft 30 bis 90 Tagessätze) für den Täter entstehen, abhängig von Schwere der Beleidigung (z.B. "Idiot" vs. "Wichser"), Situation (Straßenverkehr vs. Privat) und Einkommen des Täters, wobei hohe Strafen von mehreren hundert bis zu tausenden Euro möglich sind; bei Einschaltung eines Anwalts fallen zusätzlich Anwaltskosten an.
 

Wann muss eine Beleidigung angezeigt werden?

Ein Unterfall der Beleidigung ist die üble Nachrede § 186 StGB: Der Täter stellt dabei eine Tatsachenbehauptung über das Opfer auf, deren Wahrheit nicht bewiesen ist. Außerdem muss die relevante Äußerung ebenfalls geeignet sein, den Betroffenen schlecht zu machen oder öffentlich herabzuwürdigen.

Wann werden Anzeigen fallen gelassen?

Eine Anzeige wird fallen gelassen, wenn kein hinreichender Tatverdacht besteht (mangelnde Beweise) oder bei Geringfügigkeit des Falls (§ 153 StPO), oft gegen Auflagen wie Geldzahlungen oder Sozialstunden (§ 153a StPO), auch bei Verjährung oder wenn die Tat nicht strafbar ist, aber eine Anzeige kann nicht einfach "zurückgenommen" werden – vielmehr stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. 

Ist Schwachsinn eine Beleidigung?

Ja, Schwachsinn gilt je nach Kontext als Beleidigung, da der Begriff abwertend eine Intelligenzminderung impliziert, auch wenn er umgangssprachlich oft als Synonym für „Unsinn“ genutzt wird. Gerichte sehen die Verwendung als strafbare Beleidigung (§ 185 StGB), wenn die Äußerung eine herabwürdigende Missachtung ausdrückt, die über bloßen Unsinn hinausgeht, insbesondere in ernsten Situationen oder gegenüber Amtsträgern, wie verschiedene Urteile bestätigen. 

Welche Art von Beweisen benötigt man für eine Belästigungsanzeige?

Dieser Standard bedeutet, dass das Gericht Fotos, Textnachrichten, E-Mails oder sonstige Beweismittel einsehen muss, die die Behauptungen des Antragstellers stützen. Ein bloßer Austausch von Anschuldigungen genügt nicht. Der Antragsteller muss konkrete Belästigungen, Bedrohungen oder körperliche Übergriffe als Beweismittel vorlegen.

Ist es schlimm, schlecht über jemanden zu reden, der belästigt wird?

Belästigung hingegen wird als unerwünschtes Verhalten definiert, das ein feindseliges oder einschüchterndes Arbeitsumfeld schafft. Sie kann sich in abfälligen Bemerkungen, beleidigenden Witzen oder der Verbreitung falscher und schädlicher Informationen äußern. Wenn Gerüchte das Arbeitsumfeld oder das Wohlbefinden einer Person beeinträchtigen, kann dies als Belästigung gelten.

Wie sollte man auf Beleidigungen reagieren?

Auf Beleidigungen reagiert man am besten souverän, indem man Ruhe bewahrt, klare Grenzen setzt („Ich möchte nicht, dass du mich so nennst.“), die Situation deeskaliert (z.B. durch Distanz oder Siezen) oder die Beleidigung mit Humor kontert (z.B. „Danke für das Kompliment.“), während man bei schwerwiegenden Fällen rechtliche Schritte wie eine Anzeige in Betracht zieht. Wichtig ist, nicht direkt aggressiv zurückzuschlagen, sondern die Beleidigung zu neutralisieren, ohne die Machtposition des Angreifers zu stärken. 

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