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Kann jeder Arzt abtreiben?

Gefragt von: Claus-Peter Lechner-Kruse  |  Letzte Aktualisierung: 30. März 2026
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Nein, nicht jeder Arzt darf abtreiben, aber jeder Arzt darf grundsätzlich selbst entscheiden, ob er einen Schwangerschaftsabbruch durchführt; es ist jedoch gesetzlich vorgeschrieben, dass der Eingriff von einem Arzt vorgenommen wird, der nicht die vorgeschriebene Konfliktberatung durchgeführt hat, und es gibt immer weniger Ärzte, die dies anbieten, da es ethische und Gewissensgründe gibt. Ärzte sind nicht zur Durchführung verpflichtet, aber es gibt Listen von Einrichtungen, die Abbrüche durchführen, wobei die Aufnahme freiwillig ist.

Kann jeder Arzt eine Abtreibung durchführen?

Für die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ist grundsätzlich jede Ärztin und jeder Arzt berechtigt.

Wer darf alles abtreiben?

“. Der Schwangerschaftsabbruch muss von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen werden. Die Ärztin oder der Arzt, die oder der den Abbruch vornimmt, darf nicht die Schwangerschaftskonfliktberatung durchgeführt haben.

Was muss ich tun, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch möchte?

Wenn Sie über eine Abtreibung nachdenken, müssen Sie sich zuerst an eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle wenden, um einen Beratungsschein zu erhalten, der für den Eingriff innerhalb der ersten 12 Wochen gesetzlich vorgeschrieben ist. Dort erhalten Sie Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, Informationen zu den Methoden (medikamentös oder operativ) und können auch Hilfe bei der Kostenerstattung (z.B. durch das Bundesland) beantragen, wenn Sie wenig Einkommen haben. Nach der Beratung mit mindestens drei Tagen Wartezeit suchen Sie eine Ärztin oder Klinik auf, die den Eingriff durchführt. 

Wie sage ich meiner Frauenärztin, dass ich abtreiben möchte?

Wenn Sie beraten werden möchten, kontaktieren Sie bitte eine Beratungsstelle. Dort können Sie einen Termin vereinbaren. Den für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch erforderlichen Beratungsschein stellen nur staatlich anerkannte Beratungsstellen aus, die nach §§ 5 und 6 SchKG beraten.

Abtreibung - wie funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten?

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Wie schnell ist der Abtreibungstermin?

Ein Abtreibungstermin kann sehr schnell vergeben werden, oft innerhalb weniger Tage nach der ersten Kontaktaufnahme, abhängig vom Bundesland und der gewählten Methode (medikamentös oder operativ), wobei gesetzlich eine 3-tägige Bedenkzeit nach der verpflichtenden Beratung einzuhalten ist; die Frist für einen Abbruch liegt meist bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) bzw. 14. SSW (nach letzter Periode), mit unterschiedlichen Fristen für Medikamente (oft bis 9. SSW) und Operationen (oft bis 12. SSW). 

Kann ein Arzt eine Abtreibung verweigern?

Ohne Ärzte, die bereit sind, Schwangerschaften zu beenden, keine Abbrüche – so einfach ist das. Gar nicht so einfach ist die persönliche Entscheidung jeder Gynäkologin, ob sie den Eingriff machen möchte. Das Gesetz stellt es Ärztinnen und Ärzten frei, ob sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen oder nicht.

Wo melde ich mich, wenn ich abtreiben will?

Die Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO sind gesetzlich anerkannte Beratungsstellen nach § 219 Strafgesetzbuch (StGB) und § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen lassen möchten, brauchen Sie einen Beratungsschein von einer solchen staatlich anerkannten Beratungsstelle.

Wie viel kostet ein Abtreiben?

Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs

Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Die von Ihnen zu tragenden Kosten belaufen sich auf ungefähr 300 bis 800 € je nach Praxis, Methode und Versicherung.

Wie läuft ein früher Schwangerschaftsabbruch ab?

Operativer Schwangerschaftsabbruch

Hinweis: Früher wurde ein operativer Schwangerschaftsabbruch meist mittels Ausschabung (Kürettage) durchgeführt - also mit einem löffelartigen Instrument, mit dem der Arzt die Gebärmutterhöhle ausgeschabt hat. Das Komplikationsrisiko ist hierbei aber höher als bei der Absaugung.

Kann man einfach so abtreiben lassen?

Man kann eine Schwangerschaft in Deutschland abbrechen, aber nicht „einfach“ so, da es gesetzliche Fristen (bis 12 Wochen nach Empfängnis), eine verpflichtende Beratung und die Durchführung durch einen Arzt braucht – es gibt medizinische (medikamentös oder operativ) oder kriminologische Gründe, aber Selbstabtreibung mit Hausmitteln ist gefährlich und verboten. Der Ablauf beinhaltet eine Erstberatung, eine Wartezeit und die Entscheidung zwischen Pillenmethode (medikamentös) oder Absaugung (instrumentell), beides unter ärztlicher Begleitung.
 

Was ist, wenn ich kein Baby möchte, aber schwanger bin?

Wenn Sie die Schwangerschaft nicht fortsetzen möchten , können Sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden . Wenn Sie sich unsicher sind und darüber sprechen möchten, können Sie einen Termin bei Ihrer örtlichen Beratungsstelle für Schwangerschaftsabbrüche oder Ihrem Hausarzt vereinbaren. Dort erhalten Sie Unterstützung und können alles mit Ihnen besprechen.

Kann man im 4. Monat abtreiben?

Das bedeutet, dass eine Schwangerschaft innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate ohne Vorliegen eines medizinischen Grundes abgebrochen werden kann. Voraussetzung ist, dass vor dem Abbruch ein Aufklärungsgespräch stattfindet und der Abbruch von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt wird.

Was tun, wenn der Arzt die Behandlung verweigert?

Was können Sie tun, wenn der Arzt die Behandlung verweigert? Handelt es sich um eine Notfallsituation und Ihr Arzt lehnt die Behandlung trotzdem ab, verstößt er gegen die Behandlungspflicht. Sie haben hier die Option, eine Beschwerde bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung bzw. Ärztekammer einzureichen.

Wie lange kann man beim Frauenarzt abtreiben?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei, wenn Sie zuvor eine Beratung in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle in Anspruch genommen haben.

Kann ein Schwangerschaftsabbruch abgelehnt werden?

Ja, eine Abtreibung kann in Deutschland abgelehnt werden – sowohl von der schwangeren Person selbst (die Entscheidung liegt bei ihr) als auch von Ärzten oder Einrichtungen aus Gewissensgründen, obwohl es gesetzliche Vorgaben gibt, die den Zugang sicherstellen sollen, aber auch eine Pflicht zur Beratung und Fristen (meist 12 Wochen nach Empfängnis) gelten. Ärzte können den Eingriff ablehnen, aber Einrichtungen müssen oft andere Ärzte vermitteln, um die Versorgung zu gewährleisten. 

Welche Strafe droht bei Abtreibung?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist. 

Ist die erste Abtreibung gratis?

Nein, eine erste Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich nicht automatisch kostenlos, aber die Kosten können für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden; die ärztliche Beratung und Nachsorge zahlt die Krankenkasse immer. Die Kosten für den Eingriff selbst (ca. 300–800 €) trägt man selbst, wenn das Einkommen über einer bestimmten Grenze liegt (oft < 1.500 € netto/Monat), aber man kann eine Übernahme beantragen, wenn man bedürftig ist, wobei dann das Bundesland oder die Krankenkasse zahlt. 

Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?

In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht. 

Wie lange wartet man auf einen Termin für eine Abtreibung?

Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in Deutschland müssen mindestens drei volle Kalendertage zwischen der obligatorischen Schwangerschaftskonfliktberatung (mit Beratungsschein) und dem Eingriff liegen; der Termin selbst hängt dann von der Verfügbarkeit der Arztpraxis oder Klinik ab, wobei der Abbruch nach der Beratungsregelung bis zur 12. Schwangerschaftswoche (ca. 14. Woche nach letzter Periode) möglich ist, medikamentös aber meist früher (bis 9. Woche). Eine frühe Terminvereinbarung bei Beratungsstelle und Arzt/Klinik ist wichtig, da Wartezeiten für die Beratung und den Eingriff selbst entstehen können. 

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Wem soll ich von meiner Abtreibung erzählen?

Studien von MSI Reproductive Choices ergaben, dass nur jede dritte Person ihrer Familie von einem Schwangerschaftsabbruch erzählt und etwa 62 % ihrem Sexualpartner davon berichten. Ob Sie Ihrem Partner, Ihrer Familie und Ihren Freunden davon erzählen, ist ganz allein Ihre Entscheidung.

Wie geht man mit einer ungewollten Abtreibung um?

Es kann hilfreich sein , diese Gefühle in einem sicheren und unterstützenden Umfeld äußern zu können . Betroffene benötigen möglicherweise die Bestätigung, dass sie angesichts der damaligen Umstände die richtige Entscheidung getroffen haben. Eine Beratung nach dem Schwangerschaftsabbruch kann ihnen helfen, sich daran zu erinnern, dass sie in einer schwierigen Situation die bestmögliche Entscheidung getroffen haben.

Wie lange muss man auf einen Abtreibungstermin warten?

Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in Deutschland müssen mindestens drei volle Kalendertage zwischen der obligatorischen Schwangerschaftskonfliktberatung (mit Beratungsschein) und dem Eingriff liegen; der Termin selbst hängt dann von der Verfügbarkeit der Arztpraxis oder Klinik ab, wobei der Abbruch nach der Beratungsregelung bis zur 12. Schwangerschaftswoche (ca. 14. Woche nach letzter Periode) möglich ist, medikamentös aber meist früher (bis 9. Woche). Eine frühe Terminvereinbarung bei Beratungsstelle und Arzt/Klinik ist wichtig, da Wartezeiten für die Beratung und den Eingriff selbst entstehen können. 

Was tun, wenn der Arzt einem nicht glaubt?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beschwerden von einem Arzt oder einer Ärztin nicht ernst genommen werden oder Sie die Äußerungen als herablassend und sogar als Beleidigung empfunden haben, können Sie sich offiziell beschweren. Entsprechende Beschwerden nimmt die zuständige Landesärztekammer an.