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Kann ein Vermieter für Ruhestörung seiner Mieter haftbar gemacht werden?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Gertrud Bader  |  Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026
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Ja, ein Vermieter kann unter bestimmten Umständen für Ruhestörung durch seine Mieter haftbar gemacht werden, wenn er trotz Kenntnis der Störung untätig bleibt und die Beeinträchtigung erheblich ist, da er die Pflicht hat, Mängel zu beseitigen und den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache zu gewährleisten. Er muss aktiv werden, etwa durch Abmahnungen oder Kündigungen, um gegen störende Mieter vorzugehen, da ansonsten die Nachbarn die Miete mindern können, was dem Vermieter finanziell schadet.

Ist der Vermieter für Lärm des Mieters haftbar?

Wenn der Lärm von anderen Mietern im Haus verursacht wird, kann der Vermieter unter bestimmten Umständen haftbar gemacht werden. Grundsätzlich ist der Vermieter verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Mietsache frei von Mängeln ist, die den vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigen.

Wann haftet der Vermieter für den Mieter?

Ein Vermieter haftet für vorsätzliche Handlungen seiner Mieter nur, wenn er sie dazu ermächtigt hat oder nachweislich über die konkrete Störung informiert war und untätig blieb.

Wie beweist man Ruhestörung?

Lärmprotokoll: Ein Lärmprotokoll ist eine detaillierte Aufzeichnung aller Lärmstörungen, die ein Mieter erlebt. Es enthält Datum, Uhrzeit, Art des Lärms und seine Dauer. Ein solches Protokoll dient als wichtiges Beweismittel vor Gericht, um die Lärmbelästigung nachzuweisen und den Unterlassungsanspruch zu stützen.

Welche Pflichten hat ein Vermieter bei Ruhestörungen?

Grundlegende Pflichten des Vermieters

Der Vermieter muss bei Beschwerden über Ruhestörungen umgehend tätig werden und für die Beseitigung der Lärmbelästigung sorgen. Dabei steht ihm eine angemessene Reaktionszeit zu, um die Situation zu prüfen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

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Was tun, wenn der Vermieter nicht hilft bei Lärmbelästigung?

Wenden Sie sich schriftlich an den Vermieter. Fordern Sie, dass er Maßnahmen ergreift, die für Ruhe sorgen. Mindern Sie Ihre Miete nur, wenn Sie ein Lärmprotokoll geführt haben. Schalten Sie einen Anwalt ein, wenn der Vermieter seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Was besagt der Paragraph 574 BGB?

(1) Der Mieter kann der Kündigung des Vermieters widersprechen und von ihm die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für den Mieter, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten ...

Was ist unzumutbare Lärmbelästigung?

Eine unzumutbare Belästigung anderer Menschen in Form von sogenannter Schallimmission wird Ruhestörung, Lärmstörung oder auch Lärmbelästigung genannt. Auch Immissionen wie beispielsweise Abgase, Licht oder Erschütterungen können eine Ruhestörung darstellen, selbst wenn sie keine hörbaren Geräusche abgeben.

Ist lautes Reden nachts eine Ruhestörung?

Ist lautes Reden nachts Ruhestörung? Auch lautes Reden kann als Ruhestörung gelten. Tagsüber sollten 40 Dezibel und nachts 30 Dezibel als angemessene Zimmerlautstärke eingehalten werden. In der Regel sollten alle aufeinander Rücksicht nehmen.

Wer muss Lärmbelästigung beweisen?

Beweislastverteilung: Der Mieter muss die Lärmbelästigung substantiiert darlegen und beweisen. Der Vermieter muss darlegen und beweisen, dass er keine Abwehr- oder Ausgleichsansprüche gegen den Störer hat (BGH, Urteil vom 29.04.2015, VIII ZR 197/14).

Wer ist in der Beweispflicht Mieter oder Vermieter?

Grundsätzlich hat der Vermieter zu beweisen, dass der Schaden vom Mieter verursacht und verschuldet wurde. Jedoch kehrt sich die Beweislast zu Ungunsten des Mieters um, wenn feststeht, dass der Schaden durch "Mietgebrauch" und damit im Obhuts- und Gefahrenbereich des Nutzungsberechtigten entstanden ist.

Ist ein Vermieter für das Verhalten seiner Mieter verantwortlich?

Zwar ist der Vermieter verpflichtet, ein Verhalten seines Mieters zu unterbinden, das zu Belästigungen der Hausbewohner und übrigen Wohnungseigentümer führt bzw. gegen die Hausordnung verstößt. Wie er seinen Mieter aber dazu bringt, sich gemeinschaftskonform zu verhalten, muss letztlich ihm überlassen bleiben.

Welche Beispiele gibt es für übermäßige Beanspruchung?

Unter übermäßiger Beanspruchung versteht man Veränderungen an Mietsachen bzw. Schäden, die über das gewohnte Maß hinausgehen. Zum Beispiel, wenn der ursprüngliche PVC-Boden mit selbstklebenden Teppichfliesen beklebt wurde.

Was tun gegen ständig lärmende Nachbarn?

Am besten den Lärm protokollieren und den Nachbarn melden, falls dieser uneinsichtig ist und es sich um andauernde Lärmbelästigung handelt. Gegebenenfalls kommt auch eine Mietminderung infrage. Besteht akuter Handlungsbedarf, kann das Ordnungsamt oder die Polizei gerufen werden.

Ist ein Lärmprotokoll ein Beweismittel?

Ein Lärmprotokoll ist ein Beweismittel: Vornehmlicher Zweck eines Lärmprotokolls ist es, den von einer Lärmbelästigung Betroffenen im Fall eines gerichtlichen Vorgehens gegen den Störer in die Lage zu versetzten, seiner Pflicht zur substanziierten Darlegung der Belästigung nachkommen zu können.

Kann mein Vermieter mich kündigen wegen Ruhestörung?

Eine fristlose Kündigung ist im Mietrecht immer dann möglich, wenn dem Vermieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn: Lärm in Häufigkeit und Intensität erheblich ist. Andere Mieter dauerhaft beeinträchtigt werden.

Ist lautes schreien eine Ruhestörung?

Dass man sich ab und an mal streitet und dabei auch etwas lauter wird ist ganz normal und muss hingenommen werden. Wenn Ihre Nachbarn aber stundenlang regelmäßig laut reden oder schreien, ist dies möglicherweise eine unzumutbare Lärmbelästigung.

Ist ab 20 Uhr Zimmerlautstärke?

Musik darf grundsätzlich nur in Zimmerlautstärke gespielt werden, zwischen 21 und 7 Uhr sollten Nachbarn sie gar nicht hören können.

Warum höre ich meine Nachbarn durch die Decke?

Hier handelt es sich um durch das Laufen/Trampeln ausgelösten Körperschall - also Schwingungen, die durch die Decke nach unten übertragen werden, sich wieder in Schallwellen umwandeln und als dumpfes Geräusch wahrnehmbar werden.

Welche Geräusche müssen Nachbarn hinnehmen?

Während der Ruhezeiten gilt, dass der Geräuschpegel in der Wohnung eures Nachbarn Zimmerlautstärke nicht überschreiten sollte. Wie laut diese allerdings genau ist, entscheiden Gerichte in der Regel im Einzelfall. Als Richtwerte gelten 40 Dezibel für tagsüber und 30 Dezibel für die Nacht.

Ist Ballspielen in Mietwohnungen erlaubt?

Es ist sogar von einigen Gerichten gestattet worden, dass Schaukeln und Sandkasten auf- gestellt werden dürfen, da dies zur vertrags- gemäßen Nutzung des Gartens zählt. Ballspiele, insbesondere Basketball- und Fuß- ballspielen auf einem Hof, kann der Vermieter aber untersagen.

Was passiert bei häufiger Ruhestörung?

Nichtbeachtung der Ruhezeiten kann zu polizeilichen Ermahnungen oder Bußgeldern führen. Bei wiederholten Ruhestörungen droht sogar eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses. Für Kinderlärm gilt: Es gibt keine gesetzlich geregelten Grenzwerte.

Was sagt der 242 BGB aus?

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 242 Leistung nach Treu und Glauben. Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

Wann ist ein Mieter unkündbar?

Ein Mieter ist unkündbar, wenn er an einer Wohnung oder an einem Wohnhaus ein lebenslanges Wohnrecht hat. Das gilt zumindest immer dann, wenn es sich um ein dingliches Wohnrecht handelt, dass im Grundbuch eingetragen ist und es keine besonderen vertraglichen Vereinbarungen zu einer Kündigungsmöglichkeit gibt.

Was bedeutet Paragraph 1369 BGB?

§ 1369 Verfügungen über Haushaltsgegenstände. (1) Ein Ehegatte kann über ihm gehörende Gegenstände des ehelichen Haushalts nur verfügen und sich zu einer solchen Verfügung auch nur verpflichten, wenn der andere Ehegatte einwilligt.