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Kann ein Bruch übersehen werden?

Gefragt von: Annegret Neumann-Langer  |  Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2026
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Ja, Brüche können definitiv übersehen werden, besonders Stressfrakturen, Kahnbeinbrüche oder kleine Brüche bei Kindern und wenn sie mit anderen Verletzungen wie Prellungen einhergehen, da die Symptome oft mild sind oder die Fraktur auf normalen Röntgenbildern nicht sofort sichtbar ist (okkulte Fraktur). Dies kann zu ernsthaften Komplikationen führen, weshalb eine sorgfältige Untersuchung bei anhaltenden Schmerzen wichtig ist, so Anwalt.de und medizinschadenanwalt.de.

Kann man einen Bruch übersehen?

Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn ein Arzt oder ein anderes medizinisches Fachpersonal eine Diagnose oder Behandlung nicht nach den geltenden Standards der Medizin durchführt und dies zu einem Schaden für den Patienten führt. Ein übersehener Knochenbruch ist ein typisches Beispiel dafür.

Was passiert, wenn sich ein Bruch verschiebt?

Wenn der Bruch kaum verschoben ist, kann eine Gipsbehandlung bis zur Knochenbruchheilung angelegt werden. Diese dauert meist 5 -6 Wochen. Wenn der Bruch verschoben ist, sollte zunächst eine geschlossene Einrichtung des Bruches durchgeführt werden. Anschließend kann ein Gips angelegt werden.

Kann ein Bruch unbemerkt bleiben?

Ja, ein Bruch kann unbemerkt bleiben, besonders bei kleinen Haarrissen (Stressfrakturen) oder Wirbelkörperbrüchen, die oft nur leichte oder unspezifische Schmerzen verursachen oder durch eine zugrunde liegende Erkrankung überdeckt werden, bis sie durch Zufall bei einer Bildgebung entdeckt werden; eine ausbleibende Behandlung kann aber zu Komplikationen führen. 

Was ist eine Impressionsfraktur?

Eine Impressionsfraktur ist ein Eindrückungsbruch, bei dem durch eine Gewalteinwirkung ein Teil eines Knochens nach innen gedrückt wird, oft in einen anderen Knochen oder in eine Gelenkfläche hinein, was eine muldenförmige Vertiefung verursacht. Diese Frakturart tritt häufig an flachen Knochen wie dem Schädel oder an Gelenkflächen wie dem Schienbeinkopf auf und führt zu einer unebenen Knochenkontur, die im Röntgenbild sichtbar ist. 

Knochen gebrochen? MUSS das OPERIERT werden?!

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Was tun bei Abrissfraktur?

Therapie

Die Behandlung erfolgt meist konservativ durch Ruhigstellung mit Schiene oder Gipsverband. In schwereren Fällen ist die Fixierung des abgerissenen Fragments mittels Schraubenosteosynthese oder Kirschner-Drähten angezeigt.

Wie sieht das klinische Bild einer offenen Fraktur aus?

Klinische Merkmale

Die Patienten weisen Schmerzen, Schwellungen und Deformitäten auf, oft mit einer darüberliegenden Wunde oder einem Punktum (in schweren Fällen kann das Knochenende aus der Wunde herausragen). Bei der Untersuchung ist der neurovaskuläre Status sowie die darüberliegende Haut auf Haut- oder Gewebeverlust zu überprüfen (Abb. 1).

Was ist ein stiller Bruch?

Ein stiller Bruch ist dasselbe wie ein Ermüdungsbruch oder eine Stressfraktur – ein schleichender Knochenbruch, der nicht durch ein einzelnes Trauma, sondern durch wiederholte, Mikrorisse verursachende Überlastung entsteht, oft bei Läufern oder Sportlern, die zu schnell trainieren, und tritt häufig in den Mittelfußknochen oder der Ferse auf, mit Schmerzen bei Belastung und möglichen Schwellungen als Hauptsymptomen. 

Kann ein Bruch nach Jahren weh tun?

Wenn es nach einem Jahr oder Jahren zu Schmerzen im Bereich des ehemaligen Knochenbruchs, kann das mehrere Gründe haben. Ein Grund wäre die Ausbildung einer sogenannten Pseudarthrose. Darunter versteht man einen inkompletten oder falsch zusammengeheilten Bruch.

Welche Symptome können nach einem Sturz auf einen Genickbruch hindeuten?

Im Anschluss an einen Sturz, einen Zusammenprall oder einen Verkehrsunfall können folgende Symptome auf einen Genickbruch hindeuten: Akute Nackenschmerzen. Schmerzen und Einschränkungen beim Bewegen des Halses. Schwierigkeiten, den Kopf aufrecht zu halten.

Was ist ein verschobener Bruch?

Unter einer Dislokation versteht man die Verschiebung oder Verdrehung von einzelnen Organen, Organteilen oder Implantaten. So können sich beispielsweise nach einem Knochenbruch (Fraktur) die Knochenfragmente gegeneinander verschieben. In diesem Fall hilft meist nur eine operative Reposition der Fragmente.

Wie merkt man, ob ein Knochen heilt?

Wenn ein Knochen heilt, fühlt es sich oft wie ein ziehender, drückender oder dumpfer Schmerz an der Bruchstelle an, der durch die Zellaktivität (Osteoblasten/Osteoklasten) entsteht, begleitet von Schwellung, Steifheit und Empfindlichkeit beim Bewegen, manchmal auch durch Muskelkrämpfe, aber nach den ersten Wochen werden die akuten Schmerzen oft besser und Physiotherapie hilft gegen die Steifheit.
 

Was ist eine okkulte Fraktur?

Ein okkulter Bruch (auch okkulte Fraktur oder Haarriss) ist ein feiner Knochenbruch, der auf dem normalen Röntgenbild zunächst nicht oder kaum sichtbar ist, aber Schmerzen verursacht, oft erst verzögert nach einer Gewalteinwirkung oder Überlastung. Diese verborgenen Brüche, wie bei Handgelenk oder Fuß, werden häufig erst durch fortschrittlichere Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder bei Verlaufskontrollen erkannt und erfordern oft eine Ruhigstellung zur Heilung, wobei der Knochenheilungsprozess selbst nach Wochen sichtbar werden kann.
 

Wie merke ich, ob sich ein Bruch verschoben hat?

Das Röntgenbild zeigt nur die Knochen, nicht aber die Weichteile (zum Beispiel Sehnen, Muskeln, Bänder). Es zeigt die Anzahl und Stellung der Bruchstücke, ob die Bruchstücke verschoben und ob zusätzlich Gelenke betroffen sind.

Was ist ein sicheres Frakturzeichen?

Sichere Frakturzeichen sind definitive Hinweise auf einen Knochenbruch und umfassen Achsenfehlstellungen (Deformität), pathologische Beweglichkeit (ungewöhnliche Beweglichkeit an einer Stelle, wo keine sein sollte), Krepitation (Knirschen beim Bewegen) und bei offenen Brüchen sichtbare Knochenfragmente. Diese Merkmale, zusammen mit einem radiologischen Nachweis (Röntgen), beweisen einen Bruch, während Schmerz und Schwellung nur unsichere Zeichen sind. 

Kann man einen gebrochenen Knochen bewegen?

Symptome eines Knochenbruchs

Blutergüsse: Blutergüsse können sich um die Verletzungsstelle bilden und auf die Zerstörung von Blutgefäßen hindeuten. Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Fähigkeit, das verletzte Gelenk zu bewegen, ist in der Regel stark beeinträchtigt oder sogar unmöglich.

Wie lange darf ein Knochenbruch Schmerzen?

Die Entzündungsphase, die normalerweise etwa 1 bis 2 Wochen dauert. Hier reagiert der Körper auf den Bruch, indem er eine Entzündungsreaktion auslöst, um den Bruch zu stabilisieren und die Heilung einzuleiten. Die Reparaturphase kann je nach Art des Bruchs und der Knochenqualität etwa 6 bis 8 Wochen dauern.

Was ist eine offene Fraktur?

Eine offene Fraktur (Knochenbruch) liegt vor, wenn der gebrochene Knochen die Haut durchdringt und eine Wunde entsteht, die den Knochen freilegt und eine Verbindung zur Außenwelt herstellt, was das Infektionsrisiko stark erhöht. Sie wird nach Schwere des Weichteilschadens klassifiziert (Grad 1-3, wobei Grad 3 umfangreiche Zerstörung bedeutet und Grad 4 Amputation ist) und erfordert meist eine Operation, um Infektionen zu verhindern und den Knochen zu stabilisieren. Bei der Ersten Hilfe muss die Wunde steril abgedeckt werden, und es muss auf Durchblutung sowie Nervenfunktion geachtet werden. 

Kann ein Rippenbruch nach Jahren noch Schmerzen?

Gerade wenn der Zwischenrippennerv durch den Rippenbruch verletzt wurde, kann man auch nach Jahren noch Schmerzen haben. Falls Sie nach langer Zeit immer noch Schmerzen haben, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel "Monate nach Rippenbruch immer noch Schmerzen".

Kann man mit einem Knochenbruch noch laufen?

Nein, bei einem frischen, unkomplizierten Knochenbruch, besonders im Bein, ist Laufen meist wegen starker Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit nicht möglich und sollte vermieden werden, da es den Bruch verschlimmern kann. Bei manchen Brüchen (z. B. Rippen, stabilen Brüchen) ist eine leichte Bewegung unter ärztlicher Anleitung erlaubt, aber eine Vollbelastung wie Joggen ist erst nach Wochen bis Monaten möglich, wenn die Heilung fortgeschritten ist und Physiotherapie das richtige Belasten lehrt. 

Wie spürt man einen Knochenbruch?

Knochenbruch Symptome umfassen starke Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse, Bewegungseinschränkung und oft eine Fehlstellung oder abnormale Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaße; sichere Zeichen sind hörbares Knirschen (Krepitation) oder das Heraustreten von Knochenstücken durch die Haut. Auch Taubheitsgefühle können auftreten, wenn Nerven verletzt sind. Bei Verdacht auf einen Bruch sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
 

Was ist ein Haarriss im Knochen?

Ein Haarriss im Knochen, auch Fissur oder Ermüdungsfraktur genannt, ist ein feiner Riss, bei dem der Knochen nicht vollständig durchbricht, aber instabil wird. Häufige Ursachen sind wiederholte Überlastung (Stressfraktur, z.B. durch Sport) oder eine leichte Traumafolgen. Symptome sind oft Schmerzen bei Belastung und Schwellung. Die Behandlung erfordert meist Schonung und Entlastung, damit der Riss (oft innerhalb von 4–12 Wochen) heilen kann, da er sich sonst zu einem vollen Bruch entwickeln kann.
 

Was sind typische Frakturzeichen?

Sichere Frakturzeichen

  • Achsenfehlstellung des Knochens (siehe auch: Frakturdislokation)
  • Krepitation ("Reibegeräusche")
  • pathologische Beweglichkeit.
  • sichtbare Knochenfragmente bei offener Fraktur.

Wie sieht eine Fraktur nach 3 Wochen aus?

Nach ca. 3 Wochen bei anhaltenden Beschwerden zeigt sich in der Kontrolle (rechts) die Fraktur jetzt mit leichtem Versatz. Man sieht jetzt auch mehr Schwellung des Weichteils. Auch in nach Tagen bis Wochen angefertigten Röntgenaufnahmen kann eine zunächst okkulte Fraktur sichtbar werden.

Was ist der Unterschied von einer Fraktur und einer Impression?

Definition

Eine Impressionsfraktur sind Eindrückungsfrakturen, die zu einer Verlagerung von Knochenteilen nach innen bzw. zu einer Eindrückung eines Knochenteils in ein anderes führen. Das Gegenteil der Impressionsfraktur ist die Expressionsfraktur.