Kann ein Arzt mich ablehnen?
Gefragt von: Diethelm Wolf | Letzte Aktualisierung: 26. September 2026sternezahl: 4.5/5 (43 sternebewertungen)
Ja, Ärzte dürfen Patienten ablehnen, aber nur unter bestimmten Bedingungen und nicht in Notfällen; Privatärzte haben mehr Freiheit, während Vertragsärzte bei Kassenpatienten eine eingeschränkte Behandlungspflicht haben, besonders wenn Überlastung, Fachmangel, gestörtes Vertrauensverhältnis oder unzumutbares Verhalten vorliegt, wobei ein Notfall immer eine sofortige Behandlungspflicht begründet.
Wann darf ein Arzt einen Patienten ablehnen?
Gestörtes Vertrauensverhältnis
Wenn das Verhältnis zu einer Patientin oder einem Patienten gestört ist – zum Beispiel durch wiederholte Beschwerden oder unangemessenes Verhalten – dürfen Sie eine Behandlung ablehnen oder beenden. Wichtig: Patient:innen dürfen keinen gesundheitlichen Nachteil haben.
Was tun, wenn kein Arzt mich aufnimmt?
Kein Arzt nimmt mich auf: Was tun? Bleibt eine medizinische Behandlung und Versorgung aus, da niemand einen aufnimmt, ist man zuerst einmal ratlos. In diesem Fall können sich Patient:innen zunächst an die kassenärztliche Vereinigung, das örtliche Gesundheitsamt oder die zuständige Ärztekammer wenden.
Kann mein Hausarzt mich rausschmeißen?
Ja, Ihr Hausarzt kann die Behandlung grundsätzlich kündigen oder Sie ablehnen, aber nicht willkürlich und nicht bei akuten Notfällen; es bedarf eines wichtigen Grundes wie gestörtem Vertrauen (z. B. Aggression, Missachtung von Anordnungen) oder Überlastung, und bei Kassenpatienten muss die Kündigung meist zum Quartalsende erfolgen, während Privatpatienten sofort entlassen werden können.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt die Behandlung verweigert?
Wenn ein Patient eine Behandlung verweigert, muss der Arzt ihn umfassend über die Risiken und Folgen aufklären und dies dokumentieren; bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht, ansonsten dürfen Ärzte in bestimmten Fällen (z.B. Unwirtschaftlichkeit) ablehnen, müssen aber Alternativen aufzeigen und können bei unzureichender Aufklärung auch rechtliche Probleme bekommen. Wichtig ist die Kommunikation: Bei Medikamenten verweigert man sie nicht einfach, sondern sucht nach alternativen Darreichungsformen oder Gründen, und bei Pflege verweigern Betreuer oder Angehörige, können Pflegende gemeinsam mit dem Team nach Lösungen suchen.
Behandlungspflicht - Muss ein Arzt einen Patienten behandeln?
15 verwandte Fragen gefunden
Sind Ärzte dazu verpflichtet, Patienten aufzunehmen?
Nein, Ärzte müssen nicht grundsätzlich neue Patienten aufnehmen, aber es gibt wichtige Ausnahmen: Bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht nach § 323c StGB (unterlassene Hilfeleistung). Auch Vertragsärzte dürfen gesetzlich versicherte Patienten nicht willkürlich ablehnen, wenn eine Kassenleistung möglich ist, aber Überlastung oder fehlende Fachkompetenz können eine Ablehnung rechtfertigen. Der Aufnahmestopp wird oft wegen hoher Arbeitsbelastung oder Kapazitätsgrenzen verhängt.
Was bringt eine Beschwerde bei der Ärztekammer?
Eine Beschwerde bei der Ärztekammer zielt darauf ab, mögliche Behandlungsfehler oder Verstöße gegen Berufspflichten aufzudecken. Der Prozess kann unterschiedliche Ergebnisse haben, von Vermittlung bis hin zu Gutachterverfahren.
Ist es strafbar, wenn ein Arzt die Behandlung verweigert?
Ein Arzt darf einen Notfall nicht ablehnen, da dies eine strafbare unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB) darstellen kann, er muss jedoch nur die unmittelbar notwendigen Maßnahmen ergreifen; in Nicht-Notfällen kann ein Arzt eine Behandlung ablehnen, etwa bei Überlastung oder gestörtem Vertrauensverhältnis, aber auch dann muss er ggf. auf die Pflicht zur Hilfeleistung hinweisen und darf den Patienten nicht einfach im Stich lassen, sondern sollte eine Weiterleitung an andere Ärzte oder Einrichtungen sicherstellen, andernfalls drohen Beschwerden bei der Ärztekammer oder Kassenärztlichen Vereinigung.
Wann darf ein Arzt einen Patienten kündigen?
In Ausnahmefällen kann die Behandlungspflicht durchbrochen werden, d. h., Sie können trotz des abgeschlossenen Behandlungsvertrags die Behandlung verweigern oder den Behandlungsvertrag kündigen. Liegt ein solcher Fall vor, berechtigt Sie dies grundsätzlich zur Kündigung.
Habe ich ein Recht auf einen Hausarzt?
Wenn Sie als gesetzlich Versicherte oder als gesetzlich Versicherter ärztliche Hilfe benötigen, haben Sie grundsätzlich freie Arztwahl und können jede Ärztin beziehungsweise jeden Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, der zur Behandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung berechtigt ist.
Wo gehe ich hin, wenn ich keinen Hausarzt habe?
Sie können entweder direkt eine geöffnete Bereitschaftspraxis in Ihrer Nähe aufsuchen oder die 116117 wählen. Die Mitarbeitenden der 116117 kennen Ärzte und Ärztinnen in Ihrer Nähe oder schicken bei Bedarf einen Arzt oder eine Ärztin zu Ihnen nach Hause.
Wie viel Geld bekommt ein Hausarzt pro Patient?
Ein Hausarzt erhält typischerweise zwischen 20 und 30 Euro pro Kassenpatient und Quartal. Fachärzte bekommen meist etwas mehr: Internisten liegen bei etwa 25 bis 40 Euro, Orthopäden bei 30 bis 50 Euro, und spezialisierte Fachrichtungen wie Radiologen können Quartalspauschalen von 50 bis 60 Euro erreichen.
Was tun, wenn kein Hautarzt mehr Patienten aufnimmt?
Falls du einen neuen findest, und immernoch keinen Termin bei einem Hautarzt hast, kann dieser dir auch eine Dringlichkeits-Überweisung ausstellen. Nennt sich Hausarztvermittlungsfall.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt keine Patienten mehr aufnimmt?
Ablehnung verboten: Hier besteht Behandlungspflicht
Hier besteht also eine Behandlungspflicht. Das gilt auch bei Überlastung der Arztpraxis. Sollte die Arztpraxis die Behandlung dennoch ablehnen, kann das laut § 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) Absatz 1 als unterlassene Hilfeleistung betrachtet werden und ist strafbar.
Was tun, wenn kein Arzt aufnimmt?
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist per Telefon unter der Rufnummer 116117, auf der Website www.116117.de sowie per 116117-App erreichbar.
Kann mein Hausarzt sehen, wenn ich bei einem anderen Arzt war?
Nein, Ihr Hausarzt kann nicht automatisch sehen, bei welchem anderen Arzt Sie waren, da dies dem Datenschutz unterliegt, aber er kann über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die elektronische Patientenakte (ePA) Einblick erhalten, wenn Sie dem zustimmen, oder über die e-Medikationsliste (vor allem in Österreich) und Abrechnungen Informationen bekommen; bei Fachärzten müssen Sie oft aktiv Befunde anfordern, damit Ihr Hausarzt Bescheid weiß, es sei denn, es gibt eine Überweisung oder eine Notwendigkeit zum Informationsaustausch.
Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?
Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze
- „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
- „Alles wird gut! “ ...
- „Sollen wir alles versuchen? “ ...
- „Wir können nichts anderes tun. “ ...
- „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “
Kann ein Arzt einen Patienten verweigern?
Ja, Ärzte dürfen Patienten ablehnen, aber nur unter bestimmten Bedingungen und nicht in Notfällen; Privatärzte haben mehr Freiheit, während Vertragsärzte bei Kassenpatienten eine eingeschränkte Behandlungspflicht haben, besonders wenn Überlastung, Fachmangel, gestörtes Vertrauensverhältnis oder unzumutbares Verhalten vorliegt, wobei ein Notfall immer eine sofortige Behandlungspflicht begründet.
Was muss ich tun, wenn ich den Arzt wechseln will?
Um den Arzt zu wechseln, suchen Sie sich einen neuen Arzt, der neue Patienten aufnimmt, und sprechen Sie mit dem alten Arzt über die Herausgabe Ihrer Krankenakte (als Kopie) oder lassen Sie diese vom neuen Arzt anfordern, idealerweise vor dem offiziellen Wechsel, um eine nahtlose Versorgung sicherzustellen. Informieren Sie Ihre Krankenkasse über den Wechsel, besonders wenn Sie in einer Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) sind, da hier spezielle Kündigungsfristen gelten können, um Lücken zu vermeiden.
Ist ein Arzt verpflichtet mir zu helfen?
Für den Arzt gilt auch die allgemeine Verpflichtung zur Hilfeleistung (§323c StGB). Auch aus § 7 Abs. 2 Satz 2 Muster Berufsordnung Ärzte (MBO-Ä) wird ersichtlich, dass Ärzte in einem Notfall zur Behandlung verpflichtet sind. Der Arzt muss jedoch nur die unaufschiebbaren Maßnahmen ergreifen.
Was passiert, wenn ein Patient eine Behandlung ablehnt?
Lehnt ein Patient eine Behandlung ab, so ist der zuständige Arzt oder die zuständige Pflegefachperson dazu verpflichtet, den Betroffenen nach den Regeln des Selbstbestimmungsrechts über die erforderlichen Maßnahmen aufzuklären.
Kann man zur Behandlung gezwungen werden?
Grundsätzlich können eine ärztliche Untersuchung und Behandlung nur durchgeführt werden, wenn Patientinnen und Patienten dieser zustimmen. Jeder Mensch hat das Recht, eine medizinische Behandlung zu verweigern – selbst dann, wenn sie lebensrettend für ihn ist.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt mir nicht hilft?
Wenn kein Arzt hilft, suchen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), die Notrufnummer 112 (bei Lebensgefahr) oder wenden Sie sich an die Kassenärztliche Vereinigung, das Gesundheitsamt, die Ärztekammer oder Selbsthilfegruppen (bei seltenen Krankheiten). Es gibt auch Arztsuchen (z.B. der AOK) oder Beschwerdemöglichkeiten bei Ärzten, wenn Sie sich nicht ernst genommen fühlen (siehe auch "Medical Gaslighting").
Was passiert, wenn ich mich bei der Krankenkasse über einen Arzt beschwere?
Bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler sollen gesetzliche Krankenkassen ihre Versicherten unterstützen. Ihre Krankenkasse hilft Ihnen, wenn der Schaden im Rahmen einer Kassenleistung entstanden und noch nicht verjährt ist. Die Krankenkasse kann den Medizinischen Dienst (MD) mit einem Gutachten beauftragen.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt unfreundlich ist?
Kassenärztliche Vereinigungen
Wenn eine Ärztin oder ein Arzt diese verletzt, können Beschwerden bei der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigung eingereicht werden. Gleiches gilt, wenn Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihre vertragsärztlichen Pflichten nicht einhalten.
Warum dürfen sich Ärzte nicht entschuldigen?
Wie starb Josef?