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Kann der Frauenarzt abtreiben?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Wanda Miller B.Sc.  |  Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2026
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Der operative Schwangerschaftsabbruch wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Frauenarztpraxis durchgeführt. Nach dem Eingriff und einer kurzen Ruhephase kann die Patientin wieder nach Hause gehen. Voraussetzung ist natürlich eine häusliche Betreuung zumindest am Operationstag.

Wie sage ich meiner Frauenärztin, dass ich abtreiben möchte?

Wenn Sie beraten werden möchten, kontaktieren Sie bitte eine Beratungsstelle. Dort können Sie einen Termin vereinbaren. Den für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch erforderlichen Beratungsschein stellen nur staatlich anerkannte Beratungsstellen aus, die nach §§ 5 und 6 SchKG beraten.

Welcher Arzt darf Abtreibungen durchführen?

Allerdings erfolgt dies überwiegend in theoretischer Form durch Vorlesungen und Seminare. Beratungsgespräche werden dabei eher weniger geübt. Für die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ist grundsätzlich jede Ärztin und jeder Arzt berechtigt.

Was muss ich tun, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch möchte?

Die Schwangere muss den Schwangerschaftsabbruch verlangen. Sie muss mindestens drei Tage vor dem Eingriff eine Schwangerschaftskonfliktberatung durch eine staatlich anerkannte Beratungsstelle wahrgenommen und von dort den für einen Abbruch vorgeschriebenen Beratungsschein erhalten haben.

Wie lange kann man beim Frauenarzt abtreiben?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei, wenn Sie zuvor eine Beratung in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle in Anspruch genommen haben.

Abtreibung - wie funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten?

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Wie schnell ist der Abtreibungstermin?

Bei den meisten Frauen kommt es in den nächsten drei Stunden zum Abbruch, bei jeder vierten Frau aber erst nach mehr als 24 Stunden.

Bis wann ist die Spättabtreibung?

„Vor allem fiel jedoch die Grenze, jenseits derer ein Abbruch nicht mehr möglich ist – die 22. Schwangerschaftswoche.

Wie viel kostet ein Abtreiben?

Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Wo melde ich mich, wenn ich abtreiben will?

Die Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO sind gesetzlich anerkannte Beratungsstellen nach § 219 Strafgesetzbuch (StGB) und § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen lassen möchten, brauchen Sie einen Beratungsschein von einer solchen staatlich anerkannten Beratungsstelle.

Wie läuft ein früher Schwangerschaftsabbruch ab?

Operativer Schwangerschaftsabbruch

Hinweis: Früher wurde ein operativer Schwangerschaftsabbruch meist mittels Ausschabung (Kürettage) durchgeführt - also mit einem löffelartigen Instrument, mit dem der Arzt die Gebärmutterhöhle ausgeschabt hat. Das Komplikationsrisiko ist hierbei aber höher als bei der Absaugung.

Kann ein Frauenarzt eine Abtreibung ablehnen?

Das Gesetz stellt es Ärztinnen und Ärzten frei, ob sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen oder nicht. So steht es in Paragraf 12 Absatz 1 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes: "Niemand ist verpflichtet, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken."

Welche Gründe gibt es für eine Abtreibung?

Gründe für eine Abtreibung

  • Persönliche Gründe. Ungeplante Schwangerschaft. Kein Partner oder instabile Partnerschaft. Belastung durch bereits vorhandene Kinder. Instabiles Lebensumfeld.
  • Medizinische Gründe. Körperliche Behinderung des Embryo. Gefährdung der Gesundheit der Frau.
  • Kriminologische Gründe.

Ist ein Schwangerschaftsabbruch mit der Pille möglich?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich. Es werden dazu zwei Medikamente in Tablettenform eingesetzt: eines mit dem Wirkstoff Mifepriston und eines mit einem Prostaglandin.

Kann jeder Frauenarzt die Abtreibungspille verschreiben?

Das Medikament zum Schwangerschaftsabbruch ist rezept- und apothekenpflichtig und darf nur an Spitäler und niedergelassene Fachärztinnen bzw. Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe abgegeben werden. Die Einnahme des Medikamentes darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Was tun bei ungewollter Schwangerschaft?

Eine erste Anlaufstelle kann das kostenlose zentrale Hilfetelefon Schwangere in Not 0800 40 40 020 sein. Hier finden Sie weitere Informationen zur Bundeskampagne und zum Beratungsangebot. Wichtig und hilfreich sind auch die Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen in Ihrer Nähe .

Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Frauen fühlen sich nach dem Abbruch erleichtert. Viele erleben aber nebeneinander ganz unterschiedliche oder wechselnde Gefühle – zum Beispiel Trauer, Verlust oder Befreiung. All dies ist völlig normal. Eine dauerhafte Belastung ist ein Abbruch für die meisten Frauen jedoch nicht.

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Auch in der Realität scheinen nur wenige Frauen ihren Abbruch zu bereuen. So zeigt zumindest eine Studie aus den USA, dass fünf Jahre nach dem Eingriff mehr als 95 Prozent der Frauen sagen, es sei die richtige Entscheidung gewesen.

Ist ein Schwangerschaftsabbruch meldepflichtig?

Schwangerschaftsabbruch (Art. 119 Abs. 5 StGB): «Unter Wahrung des Berufsgeheimnisses und der Anonymität der Patientin ist jeder Schwangerschaftsabbruch zu statistischen Zwecken der Gesundheitsbehörde zu melden».

Wird vor der Abtreibung noch Ultraschall gemacht?

Vor dem Eingriff erfolgt ein Ultraschall, der die Lage der Gebärmutter, die Lokalisation und Größe der Schwangerschaft bestimmt. Meist wird ein sogenanntes 'Priming' mit einem Prostaglandin durchgeführt, dass den Gebärmuttermund weicher und leichter dehnbar macht.

Welche Strafe droht bei Abtreibung?

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

Ist die erste Abtreibung gratis?

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind privat zu zahlen. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten nur bei medizinischen Gründen und bei Mädchen unter 14 Jahren. In einem privaten Ambulatorium kostet ein Schwangerschaftsabbruch zwischen 490 und 660 Euro (Stand: Juni 2025).

Kann man in der 3. SSW abtreiben?

Der Schwangerschaftsabbruch muss von einem Arzt vorgenommen werden; diesem ist die schriftliche Bescheinigung über die Beratung vorzulegen. Seit der Empfängnis dürfen nicht mehr als 12 Wochen vergangen sein, d. h., ein Schwangerschaftsabbruch kann nach der Beratungsregelung bis 11 + 6 SSW post conceptionem (p.c.) bzw.

Wie schnell kann man abtreiben?

Der Schwangerschaftsabbruch erfolgt durch Medikamente oder eine Operation. Der medikamentöse Abbruch ist bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche seit Beginn der letzten Menstruation möglich. Die Schwangere nimmt zwei Medikamente (Mifepriston und Misoprostol) im Abstand von 36 bis 48 Stunden ein.

Bei welchen Behinderungen darf man abtreiben?

In der Praxis heißt es, dass ein Kind mit Behinderung abgetrieben werden darf, sofern es die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter gefährdet. Egal, ob im zweiten, im fünften oder im neunten Monat.

Ist eine Abtreibung im 7. Monat möglich?

Nach der neuen Rechtslage ist ein Abbruch auch im 7. Bis 8. Monat möglich. Dadurch entsteht die Gefahr, daß auch ein ungewolltes, behindertes Kind eine Abtreibung überlebt.