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Ist Wundstarrkrampf und Tollwut das gleiche?

Gefragt von: Ludwig Fritsch MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2026
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Nein, Wundstarrkrampf (Tetanus) und Tollwut sind nicht dasselbe, obwohl beide zu gefährlichen Muskelkrämpfen und Lähmungen führen und oft verwechselt werden, aber sie werden durch unterschiedliche Erreger (Bakterien vs. Viren) verursacht und über verschiedene Wege übertragen, weshalb sie separate Impfungen erfordern. Wundstarrkrampf wird durch Bakterien ausgelöst, die ins Wundgebiet gelangen, während Tollwut ein Virus ist, das meist durch Bisse infizierter Tiere übertragen wird und das Nervensystem befällt.

Sind Tollwut und Starrkrampf das Gleiche?

Tetanus wird oft mit Tollwut verwechselt, da beide Erkrankungen zu Krämpfen führen. Doch der Krankheitserreger und der Übertragungsweg sind unterschiedlich. Bei schweren Verletzungen und unzureichendem Impfschutz kann neben der normalen aktiven Impfung auch eine passive Impfung eingesetzt werden.

Ist Tollwut dasselbe wie Tetanus?

A: Nein, es handelt sich um unterschiedliche Krankheiten, die jeweils separate Maßnahmen erfordern: Tollwut (die durch eine Infektion mit dem Tollwutvirus verursacht wird) und Tetanus (der durch ein vom Bakterium C. tetani produziertes Neurotoxin verursacht wird).

Wie wird Wundstarrkrampf noch genannt?

Ohne Impfung kann Tetanus, die umgangssprachlich auch Wundstarrkrampf genannt wird, tödlich enden. Ein Gegenmittel gegen den Giftstoff des Tetanus-Erregers gibt es nicht. Etwa ein Drittel der Patienten versterben dann an Tetanus. Wie bei vielen Krankheiten, sind ältere Patienten besonders von Tetanus gefährdet.

Wie nennt man Tollwut noch?

Rabies, oder auch Tollwut, ist eine durch RNA-Viren ausgelöste meldepflichtige Viruserkrankung, die das Nervensystem befällt. Sie verläuft in fast allen Fällen tödlich. Die einzige lebensrettende ärztliche Maßnahme ist die präexpositionelle oder postexpositionelle Immunisierung.

Was muss ich bei Tollwut beachten? | Dr. Johannes Wimmer

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Wie lautet der zweite Name für Tollwut?

Tollwut wurde im Laufe ihrer Geschichte gelegentlich auch als Hydrophobie („Angst vor Wasser“) bezeichnet. Damit ist eine Reihe von Symptomen im späteren Stadium einer Infektion gemeint, bei denen die betroffene Person Schluckbeschwerden hat, in Panik gerät, wenn ihr Flüssigkeiten zum Trinken angeboten werden, und ihren Durst nicht stillen kann.

Hat jemals jemand Tollwut überlebt?

Ja, es gibt sehr wenige Fälle von Menschen, die eine symptomatische Tollwut-Erkrankung überlebt haben, was als medizinisch extrem unwahrscheinlich gilt; bekannteste Beispiele sind die junge US-Amerikanerin Jeanna Giese (durch eine experimentelle Therapie) und indigene Völker im Amazonas, die eine natürliche Resistenz zu besitzen scheinen. Normalerweise führt Tollwut fast immer zum Tod, sobald Symptome auftreten, da es keine zuverlässige ursächliche Behandlung gibt.
 

Welche zwei Arten von Tetanus gibt es?

Formen. Es gibt drei klinische Formen von Tetanus: generalisierten Tetanus (einschließlich Neugeborenentetanus) , lokalisierten Tetanus und zephalen Tetanus. Sie äußern sich durch unterschiedliche Anzeichen und Symptome.

Sind Wundstarrkrampf und Blutvergiftung das Gleiche?

Nein, Wundstarrkrampf (Tetanus) und Blutvergiftung (Sepsis) sind nicht dasselbe, obwohl beide durch Bakterien verursacht werden und oft miteinander verwechselt werden; Tetanus ist eine spezifische Krankheit durch Tetanus-Bakterien, die Muskelkrämpfe auslöst, während eine Sepsis eine lebensbedrohliche, allgemeine Reaktion des Körpers auf eine Infektion ist, die durch viele verschiedene Bakterien ausgelöst werden kann und zu Organversagen führen kann. Die Tetanus-Impfung schützt nur vor Tetanus, nicht vor einer Sepsis.
 

Wie lautet ein anderes Wort für Tetanus?

Tetanus (Clostridium tetani, „Wundstarrkrampf“)

Wenn diese Bakterien in den Körper gelangen, produzieren sie ein Toxin, das schmerzhafte Muskelkrämpfe verursacht. Tetanus wird auch als Wundstarrkrampf bezeichnet. Er führt häufig zu einer Blockade der Nacken- und Kiefermuskulatur, wodurch das Öffnen des Mundes oder das Schlucken erschwert wird. Tetanus kann durch Impfung verhindert werden.

Kann man Tetanus und Tollwut gleichzeitig impfen?

Ja, Tollwut- und Tetanus-Impfungen können gleichzeitig verabreicht werden, oft sogar zusammen mit anderen Impfungen (wie Diphtherie), entweder als Kombinationsimpfstoff oder getrennt, da beides Totimpfstoffe sind und keine zeitlichen Abstände erfordern, besonders bei dringender Indikation nach Verletzungen. Wichtig ist die getrennte Injektion an verschiedenen Körperstellen (z.B. unterschiedliche Arme/Beine). 

Welche Arten von Tollwut gibt es?

Bezüglich Übertragung, Epidemiologie und Reservoirwirten wird unterschieden zwischen der von Haustieren (meist Hunden) übertragenen urbanen Tollwut, der von Wildtieren (je nach Ort beispielsweise Füchse, Waschbären, Stachelschweine, Wölfe) übertragenen sylvatischen Tollwut und der durch Fledermäuse übertragenen ...

Kann ein Hundekratzer ohne Blutung Tollwut auslösen?

Kann Tollwut auch dann übertragen werden, wenn es nach einem Hundekratzer nicht blutet? Ja, wenn die Haut verletzt ist, auch ohne sichtbare Blutung .

Bei welcher Wunde tritt Tetanus auf?

die Sporen des Bakteriums kommen weltweit in Erde und Tierkot vor und gelangen in der Regel über Verletzungen in die Haut. Dabei reichen schon kleinste, kaum sichtbare Bagatellverletzungen (z. B. Kratzer, Schürfwunden) für eine Tetanus-Infektion aus.

Welche Symptome zeigen Menschen mit Tollwut?

Tollwut beim Menschen beginnt oft mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein, gefolgt von Schmerzen oder Juckreiz an der Bissstelle. Später treten neurologische Symptome wie Verwirrung, Halluzinationen, Angstzustände und schmerzhafte Krämpfe beim Schlucken (Hydrophobie) auf, oft verbunden mit starkem Speichelfluss. Es gibt zwei Hauptformen: die „rasende Wut“ (enzephalitische) mit Erregung und Krämpfen und die „stille Wut“ (paralytische) mit fortschreitender Lähmung. Beide Formen enden unbehandelt fast immer tödlich durch Atemlähmung.
 

Welche Impfungen werden mit Tetanus kombiniert?

Moderne Kombinationsimpfstoffe wie Boostrix erleichtern heute die Auffrischimpfung zusammen mit Diphtherie und Tetanus. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die erste Auffrischimpfung gegen Pertussis bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres.

Wie wird Wundstarrkrampf auch genannt?

Medizinisch heißt Wundstarrkrampf Tetanus, eine gefährliche Infektionskrankheit, verursacht durch das Bakterium Clostridium tetani, das ein starkes Nervengift produziert, welches zu schmerzhaften Muskelstarren und Krämpfen führt, bis hin zu Atemlähmung und Tod. Die Prävention erfolgt durch Impfung; bei einer Infektion sind intensivmedizinische Behandlung mit Muskelrelaxantien, künstlicher Beatmung und Wundversorgung notwendig, da das Toxin das Nervensystem angreift und das Bewusstsein erhalten bleibt.
 

Kann man trotz Tetanus-Impfung Blutvergiftung bekommen?

Ja, man kann trotz Tetanus-Impfung eine Blutvergiftung (Sepsis) bekommen, denn die Impfung schützt nur vor den spezifischen Tetanus-Bakterien (Clostridium tetani), nicht aber vor den vielen anderen Bakterienarten, die eine Sepsis auslösen können. Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion, und die Tetanus-Impfung ist wichtig, aber nicht gegen die allgemeine Gefahr einer Blutvergiftung durch andere Keime, betonen Experten. 

Was ist ein roter Strich auf einer Wunde?

Ein roter Strich, der von einer Wunde ausgeht, ist meist eine Lymphangitis (Entzündung der Lymphbahnen) und ein Warnsignal, das sofort ärztlich abgeklärt werden muss, da unbehandelt eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) | AOK entstehen kann. Er zeigt, dass Bakterien über die Hautverletzung (z. B. Stich, Schürfwunde) in das Lymphsystem eingedrungen sind und sich dort ausbreiten. Der Strich ist oft begleitet von Schwellung, Schmerz, Wärme und eventuell Fieber, und wandert zum Herzen hin, da die Lymphgefäße Richtung Lymphknoten (Achsel, Leiste) verlaufen.
 

Wie fängt Tetanus an?

Tetanus-Bakterien nisten sich in kleinsten Wunden ein und sondern ein Gift ab, das die Krankheit verursacht. Nach drei Tagen bis drei Wochen treten die ersten Krankheitszeichen auf. Typisch sind Krämpfe der Gesichtsmuskulatur. Der Mund ist verzerrt und kann oft nicht richtig geöffnet werden.

In welcher Impfung ist Tetanus dabei?

Tdap (Tetanus-Diphtherie-Pertussis) für Personen ab 7 Jahren (meistens Jugendliche und Erwachsene)

Wie wird Tetanus umgangssprachlich genannt?

Umgangssprachlich wird Tetanus meist als Wundstarrkrampf bezeichnet, weil die Krankheit durch Muskelstarre und Krämpfe, oft ausgehend von einer Wunde (daher "Wund-"), gekennzeichnet ist und durch Bakterien verursacht wird, die im Erdreich lauern. Gelegentlich wird es auch einfach als Starrkrampf umschrieben. 

Ist Tollwut 100% tödlich?

Alles andere als harmlos: Tollwut endet in fast 100 Prozent der Fälle tödlich. Die Tollwut ist eine seit der Antike bekannte und gefürchtete Erkrankung des Nervensystems, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird – und zwar durch einen Biss oder Speichelkontakt.

Warum hat man bei Tollwut Angst vor Wasser?

Die Wasserangst (Hydrophobie) bei Tollwut entsteht durch das Virus, das Schluckkrämpfe (Spasmen) im Rachen und Kehlkopf verursacht, wenn versucht wird zu trinken oder sogar Luft einzuatmen. Da der Speichelfluss bei Tollwut stark zunimmt, kann der Betroffene den eigenen Speichel nicht mehr schlucken und hat starken Durst, aber die Angst vor den schmerzhaften Krämpfen (auch "Schlucken" genannt) führt zur Vermeidung von Wasser und lässt es wie eine echte Phobie wirken. Das Virus greift das zentrale Nervensystem an und löst diese schmerzhafte Reaktion aus, die nicht nur Wasser, sondern alles betrifft, was geschluckt werden muss.
 

Wann ist der letzte Mensch an Tollwut gestorben?

In Deutschland sind seit dem Jahr 2001 insgesamt 6 Tollwuterkrankungen an das RKI übermittelt worden. Zuletzt verstarb im Jahr 2007 ein Mann an der Krankheit, nachdem er von einem streunenden Hund in Marokko gebissen worden war.

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