Ist mein Kind psychisch krank?
Gefragt von: Frau Dr. Konstanze Wilhelm | Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2026sternezahl: 4.8/5 (52 sternebewertungen)
Ob ein Kind psychisch krank ist, lässt sich nicht pauschal sagen, aber anhaltende und deutliche Verhaltensänderungen wie starker sozialer Rückzug, extreme Ängste, plötzlicher Leistungsabfall, anhaltende Traurigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden (Kopf-, Bauchschmerzen) können Warnsignale sein, die professionelle Hilfe erfordern; entscheidend ist die Intensität und Dauer der Symptome und ob sie für das Alter des Kindes untypisch sind. Wichtig ist, auf Veränderungen zu achten, die man sich nicht erklären kann und die das Kind in seinem Alltag beeinträchtigen.
Was sind psychische Auffälligkeiten bei Kindern?
Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen treten häufig auf. Während Jungen eher zu ADHS, Verhaltensproblemen und Suchterkrankungen neigen, sind Mädchen häufiger von Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und Selbstverletzungen betroffen.
Wie erkennt man eine Persönlichkeitsstörung bei Kindern?
Persönlichkeitsstörungen bei Kindern zeigen sich durch tiefgreifende Verhaltens- und Gefühlsprobleme wie extreme Stimmungsschwankungen, Impulsivität, massive Wutausbrüche, soziale Schwierigkeiten (Rückzug, Konflikte), Angst vor Verlassenwerden, Empathiemangel, Selbstverletzungen oder riskantes Verhalten, oft schon vor dem 16. Lebensjahr, obwohl die Diagnose formal erst im Erwachsenenalter gestellt wird. Symptome sind auch chronische Leere, starke Ärgergefühle, mangelnde Impulskontrolle, intensive, instabile Beziehungen und eine selbstzentrierte Sichtweise. Erste Anzeichen können oppositionelles Verhalten, Aggressivität, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsprobleme oder emotionale Instabilität sein, die das Familienleben stark belasten.
Wie äußert sich psychischer Stress bei Kindern?
Symptome für Stress sind meist körperliche Beschwerden wie häufige Kopf- und Bauchschmerzen oder Einschlafstörungen. Manche Kinder werden auch lust- und antriebslos, können sich nicht konzentrieren oder haben keinen Appetit.
Was sind die häufigsten psychischen Probleme bei Kindern?
Viele psychische Störungen können bereits in der Kindheit beginnen. Beispiele hierfür sind Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Depressionen und andere affektive Störungen, Essstörungen und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) .
Kind psychisch krank: Sind die Eltern schuld? | Terra Xplore mit Leon Windscheid
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Wie erkenne ich emotionale Überforderung bei meinem Kind?
Was Überforderung bei Kindern wirklich bedeutet
Das kann schulischer Druck sein, soziale Konflikte, zu viele Termine – oder einfach zu wenig Erholung. Die Folgen sind Stress, Ängste, Rückzug oder körperliche Beschwerden. Kinder reagieren auf emotionale Belastungen oft anders als wir Erwachsene.
Wann sollte man mit seinem Kind zum Psychologen?
Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen ist ratsam, wenn Eltern das Gefühl haben, dass das Kind oder der*die Jugendliche unter einer psychischen Störung leidet und sie ihr Kind nicht angemessen oder ausreichend bei der Bewältigung der Probleme unterstützen können.
Was sind psychosomatische Symptome bei Kindern?
Manchmal zeigen Kinder mit psychosomatischen Problemen auffällige Verhaltensänderungen. Sie könnten sich zurückziehen, aggressiver reagieren oder plötzlich schulische Probleme haben. Solche sind oft ein Hinweis darauf, dass das Kind unter emotionalem Stress steht und Unterstützung benötigt.
Wie zeigt sich Borderline bei Kindern?
Borderline-Symptome bei Kindern zeigen sich oft durch extreme Stimmungsschwankungen, intensive Angst vor dem Verlassenwerden, instabile Beziehungen mit Idealisierung und Abwertung, impulsives Verhalten (wie Selbstverletzung oder riskantes Handeln), ein instabiles Selbstbild, chronische Leere und unkontrollierte Wutausbrüche, wobei die Symptome stark von Stress abhängen. Sie kämpfen mit Emotionsregulation und dem Alleinsein.
In welchem Alter entstehen psychische Störungen?
Etwa die Hälfte aller psychischen Störungen beginnen schon vor dem 14. Lebensjahr, wie Studien zeigen. Am häufigsten sind Ängste und Depressionen. Gibt es weitere Faktoren in der Phase des Heranwachsens, die später einen erwachsenen Menschen psychisch krank machen können?
Was macht die Psyche eines Kindes kaputt?
Wer seinen Kindern physisches Leid zufügt, schädigt ihre Psyche enorm. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass geschlagene Kinder häufig aggressiv und/ oder hyperaktiv werden, in der Schule stören und in Zukunft oft selbst ihre Kinder schlagen.
Wie erkennt man gestörte Kinder?
Kinder mit Verhaltensstörungen sind egoistisch und unsensibel gegenüber den Gefühlen anderer und machen sich oft des Mobbings, der Sachbeschädigung, des Lügens oder Stehlens schuldig, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Diagnose wird aufgrund des Verhaltens des Kindes in der Vergangenheit gestellt.
Wie merkt man, ob ein Kind unglücklich ist?
Wie kann ich erkennen, ob mein Kind einsam ist?
- Ernsthaftigkeit.
- Rückzug.
- Traurigkeit und Weinen.
- Unsicherheit, negative Selbstwahrnehmung.
- Anhänglichkeit, Trennungsangst.
- Gereiztheit, Verstimmtheit.
- Schlafstörungen.
Wie merke ich, ob mein Kind ernsthaft krank ist?
Woran erkennen Sie, dass Ihr Kind krank ist?
- ist quengelig und unruhig.
- ist schnell müde und weint schnell.
- fiebert, wenn es einen heißen Körper in Verbindung mit kalten Händen hat.
- hat Hautausschlag.
- möchte nichts essen oder trinken.
- wirkt abgeschlagen.
- hat glasige Augen.
Was sind die 7 psychosomatischen Erkrankungen?
Die klassischen psychosomatischen Erkrankungen („holy seven”). sind die Folgenden: Ulcus duodeni, Colitis ulcerosa, essentielle Hypertonie, Arthritis rheumatica, Hyperthyreose, Neurodermitis, Asthma bronchiale (F. Alexander). ihren unbewussten Erlebnissen isoliert zu sein; ✓ psychosomatische Regression.
Was sind die drei häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter?
Übersicht über psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Diverse schwere psychische Gesundheitsstörungen wie Depression, Angststörung und Essstörungen beginnen zumeist im Kindes- oder Jugendalter.
Welche Sätze sollte man nie zu seinem Kind sagen?
Man sollte niemals Sätze sagen, die das Kind abwerten, vergleichen, für die Gefühle der Eltern verantwortlich machen oder ihm seine eigene Wahrnehmung absprechen, wie: "Sei brav!", "Ich hab dich nicht lieb!", "Warum kannst du nicht so sein wie dein Bruder?", "Du machst mir das Leben schwer" oder "Hast du Angst?" sowie generelle Warnungen wie "Das geht kaputt", denn diese schaden dem Selbstwertgefühl und der Autonomieentwicklung des Kindes. Stattdessen sollten Eltern konstruktive, wertschätzende und situationsbezogene Formulierungen wählen, die die Gefühle des Kindes anerkennen und Selbstwirksamkeit fördern, wie "Ich sehe, du bist wütend" oder "Versuch es erst mal selbst".
Was sind Fangfragen von einem Psychologen?
Manchmal hat der Gutachter den Eindruck, dass man sich eine Antwort gerade erst ausgedacht hat. Dann kann es sein, dass er diese Frage zu einem späteren Zeitpunkt, mit einem anderen Wortlaut, noch mal stellt. Erhält er nun eine andere Antwort, kommen Zweifel auf. Das könnte man dann als Fangfrage bezeichnen.
Was besagt die 3-3-3-Regel für ängstliche Kinder?
Bitten Sie Ihr Kind, drei Dinge zu benennen, die es sieht, drei Geräusche zu identifizieren, die es hört, und drei verschiedene Körperteile zu bewegen . Diese Achtsamkeitsübung hilft Kindern, ihre Sinne zu schärfen und sich auf die Realität zu konzentrieren, anstatt sich Sorgen um die Zukunft zu machen.
Welches Alter prägt ein Kind am meisten?
Die ersten drei bis sieben Lebensjahre prägen ein Kind am stärksten, da in dieser Zeit das Gehirn extrem formbar ist und die Grundlagen für kognitive Fähigkeiten, emotionale Entwicklung und soziale Bindungen gelegt werden; besonders die ersten 1000 Tage (bis ca. 3 Jahre) sind entscheidend für die intensive Gehirnentwicklung, Sprache, Selbstwahrnehmung und das Gefühl, die Welt selbst zu gestalten. Während dieser sogenannten "Download-Jahre" werden grundlegende Glaubenssätze und Verhaltensmuster verankert, die das weitere Leben beeinflussen.
Was sind die Anzeichen einer gestörten Mutter-Kind-Bindung?
Kinder mit einer gestörten Beziehung zu ihren Eltern können oftmals auffällige Verhaltensweisen, wie einen sozialen Rückzug oder Aggressivität im Alltag, zeigen. Dies kann sich beispielsweise in Wutanfällen, übermäßigem Weinen oder selbst- und fremdverletzendem Verhalten äußern.
Wie zeigt sich Erschöpfung bei Kindern?
Körperliche Erschöpfung bei Kindern äußert sich oft schleichend durch anhaltende Müdigkeit, Schlafprobleme, Kopf- und Bauchschmerzen, Konzentrationsschwäche und Leistungseinbrüche in Schule oder Sport, begleitet von Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, sozialem Rückzug und Lustlosigkeit, oft bedingt durch zu viel Stress, Leistungsdruck oder Reizüberflutung. Es kann auch zu Appetitlosigkeit oder Frustessen kommen.
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