Ist man mit Schilddrüsenunterfunktion chronisch krank?
Gefragt von: Katja Gross | Letzte Aktualisierung: 28. September 2026sternezahl: 4.9/5 (24 sternebewertungen)
Ja, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist meist eine chronische und in der Regel nicht heilbare Erkrankung, die eine lebenslange Hormonersatztherapie erfordert, um die Beschwerden zu kontrollieren. Die häufigste Ursache ist die autoimmune Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Entzündung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und schädigt.
Ist eine Schilddrüsenunterfunktion eine chronische krankheit?
Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel chronisch. Patienten werden lebenslang mit Medikamenten behandelt. Ist der Patient jedoch einmal richtig eingestellt, kann dieser ein nahezu normales Leben führen. Auch die Lebenserwartung sinkt nicht.
Wie viel Prozent Behinderung bei Schilddrüsenunterfunktion?
Der Grad der Behinderung (GdB) bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) variiert stark und liegt meist zwischen 10 und 50, abhängig von der Schwere der Symptome, der Hormonlage und den Auswirkungen auf den Alltag, da eine gut eingestellte Schilddrüse oft nur einen geringen GdB (z.B. 10-20) bedingt, während starke Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder psychische Probleme einen höheren GdB (bis 50 oder mehr) rechtfertigen können. Eine Bewertung erfolgt nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) durch einen Gutachter, wobei auch Folgeerscheinungen (z.B. Stimmbandlähmung) berücksichtigt werden.
Ist es schlimm, wenn man Schilddrüsenunterfunktion hat?
Ja, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann gefährlich werden, wenn sie unbehandelt bleibt, da der verlangsamte Stoffwechsel den ganzen Körper schädigt und im Extremfall zu lebensbedrohlichen Zuständen wie einem Myxödem-Koma führen kann; besonders gefährlich ist sie in der Schwangerschaft und bei Kindern wegen Entwicklungsstörungen, aber mit lebenslanger Hormonersatztherapie ist die Prognose in der Regel sehr gut und ein normales Leben möglich.
Gilt eine Schilddrüsenunterfunktion als Behinderung?
Um Anspruch auf eine Behinderung zu haben, muss die Beeinträchtigung schwerwiegend und von langer Dauer sein (mindestens 12 Monate) . Während eine unkontrollierte Schilddrüsenunterfunktion sehr belastend sein kann, ist eine kontrollierte Schilddrüsenunterfunktion eine behandelbare Erkrankung, die die Arbeits- und Lebensqualität in der Regel nicht beeinträchtigt.
Leben mit Hashimoto (Schilddrüsenunterfunktion): Die 5 wichtigsten Schritte als Therapie & Besserung
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Kann man mit einer Schilddrüsenunterfunktion Anspruch auf Erwerbsminderungsrente haben?
Voraussetzungen für den Bezug von Leistungen
Wenn Ihre Schilddrüsenunterfunktion Herzerkrankungen verursacht, können Sie einen Antrag gemäß Liste 4.00 (Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems) stellen . Wenn Ihre Schilddrüsenunterfunktion Depressionen, Angstzustände oder andere kognitive Störungen verursacht, können Sie einen Antrag gemäß Liste 12.00 (Affektive Störungen) stellen.
Ist man schwerbehindert, wenn man keine Schilddrüse mehr hat?
In dem Fall, in dem die Schilddrüsenentfernung komplikationslos erfolgt ist, beträgt der GdB im Rahmen der Heilungsbewährung 50.
Wie schlimm ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Ja, Schilddrüsenerkrankungen können gefährlich sein, wenn sie unbehandelt bleiben, da sie den gesamten Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System massiv belasten können, was in seltenen Extremfällen zu Herzversagen oder Koma führen kann; sowohl eine Überfunktion (Hyperthyreose) mit Symptomen wie Herzrasen als auch eine Unterfunktion (Hypothyreose) mit Symptomen wie Müdigkeit sind ernst zu nehmen und erfordern ärztliche Behandlung, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Auch Knoten können Probleme verursachen, sind aber meist gutartig.
Welche Warnsignale gibt es bei Schilddrüsenunterfunktion?
Die häufigsten Symptome bei Schilddrüsenunterfunktion im Überblick
- Leistungsschwäche.
- Konzentrationsschwäche.
- dauerhafte Müdigkeit.
- erhöhte Kälteempfindlichkeit.
- Haarausfall.
- depressive Verstimmungen.
- Gewichtszunahme.
- geschwollene Glieder.
Kann Schilddrüsenunterfunktion zu Tod führen?
Ja, eine schwere, unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann in extrem seltenen Fällen zum Tod führen, insbesondere durch ein sogenanntes Myxödem-Koma oder durch schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen, aber bei korrekter Diagnose und lebenslanger, gut eingestellter Hormonersatztherapie ist die Lebenserwartung normal und die Prognose sehr gut.
Wie viel Schlaf benötige ich bei einer Schilddrüsenunterfunktion?
Sieben oder mehr Stunden Schlaf pro Nacht : Eine gesundheitliche Notwendigkeit für Erwachsene. Amerikanische Akademie für Schlafmedizin.
Wie lange ist man krankgeschrieben bei Schilddrüsenunterfunktion?
Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Schilddrüsen-OP wegen einer gutartigen Erkrankung liegt in einer Größenordnung von insgesamt etwa 2 Wochen, manche Patienten gehen aber auch schon 3 Tage nach der OP wieder arbeiten.
Was muss man haben, um 50 GdB zu bekommen?
Um einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 zu erreichen, müssen Sie dauerhafte (mindestens 6 Monate) gesundheitliche Einschränkungen haben, die Ihre Teilhabe am Leben erheblich beeinträchtigen, was durch ärztliche Gutachten belegt wird und einen Schwerbehindertenausweis ermöglicht. Beispiele sind schwere Migräne, chronische Schmerzen (Fibromyalgie), schwere Depressionen, COPD (Gold 3), Diabetes Typ 1 (schwer einstellbar) oder der Verlust einer kompletten Hand. Der GdB wird vom Versorgungsamt festgelegt, das die konkreten Auswirkungen im Alltag bewertet.
Wie hoch ist die Lebenserwartung bei einer Schilddrüsenunterfunktion?
Eine gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hat keine negative Auswirkung auf die Lebenserwartung, Betroffene können ein normales Leben führen, da die lebenslange Hormonersatztherapie (z. B. mit L-Thyroxin) die Beschwerden beseitigt und die Funktion wiederherstellt. Unbehandelt kann eine Schilddrüsenunterfunktion jedoch schwerwiegende Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben und die Lebenserwartung senken, weshalb eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie entscheidend sind.
Ist man chronisch krank, wenn man keine Schilddrüse mehr hat?
Ein Leben ohne Schilddrüse bedeutet kein Leben voller Einschränkungen. Mit der richtigen medikamentösen Einstellung und einer normalen, ausgewogenen Ernährung können Sie gesund und normal leben.
Welche Erkrankung löst Schilddrüsenunterfunktion aus?
Die autoimmunbedingte, chronische Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis, benannt nach dem Erstbeschreiber, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881-1934), gehört in Deutschland zu den häufigsten Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Wie sieht das Gesicht bei Schilddrüsenunterfunktion aus?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wirkt das Gesicht oft aufgedunsen, teigig und geschwollen, besonders um die Augen, während die Haut trocken, kühl, rau und blass aussieht, manchmal mit gelblicher Tönung. Hinzu kommen ein stumpfer Gesichtsausdruck, erschlaffte Augenlider, trockene Haare, Haarausfall und eine tiefe, heisere Stimme, da der Stoffwechsel verlangsamt ist.
Wo tut es weh bei Schilddrüsenunterfunktion?
Sie haben Schmerzen im Bereich der Schilddrüse, die bis zu den Ohren, zum Unterkiefer, in den ganzen Kopf oder in den Brustbereich ausstrahlen können.
Welche Lebensmittel verschlimmern eine Schilddrüsenunterfunktion?
Neben einem ausgeprägten, chronischen Jodmangel kann auch ein Mangel an den Spurenelementen Eisen, Selen und Zink die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Der TSH-Spiegel ist bereits erhöht, die Hormonkonzentrationen liegen jedoch gerade noch im normalen Bereich.
Was passiert, wenn man nichts gegen Schilddrüsenunterfunktion macht?
Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion unbehandelt bleibt, verlangsamt sich der Stoffwechsel, was zu Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depressionen und Konzentrationsproblemen führt; langfristig drohen ernste Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie koronare Herzkrankheit), Bewusstseinsstörungen und sogar ein gefährliches Koma, insbesondere bei Kindern kann es zu schweren Entwicklungsstörungen (geistig und körperlich) kommen, weshalb eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung so wichtig ist.
Wie hoch ist der Behinderungsgrad nach einer Schilddrüsenentfernung?
Auch ohne Schilddrüse kann ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden, typischerweise zwischen 20 und 50 (oder höher bei starken Folgeschäden), abhängig von der Notwendigkeit der lebenslangen Hormonersatztherapie und den daraus resultierenden Alltagseinschränkungen wie Stoffwechselstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder operationsbedingten Folgen wie Stimmbandlähmungen, die den GdB erhöhen können. Die Einstufung erfolgt nach den Richtlinien der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) und berücksichtigt die tatsächlichen Funktionseinschränkungen, oft nach einem Widerspruch.
Wie fühlt man sich bei Unterfunktion der Schilddrüse?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) fühlt man sich oft müde, schlapp, antriebslos und leistungsgeschwächt, selbst nach ausreichend Schlaf, und friert leicht, da der Stoffwechsel verlangsamt ist, was auch zu Gewichtszunahme, trockener Haut, Haarausfall, Konzentrationsproblemen, Verstopfung und depressiven Verstimmungen führen kann. Die Symptome entwickeln sich oft schleichend und können auch als Depression missverstanden werden, da der Körper insgesamt herunterfährt.
Wie viel GdB bei Schilddrüsenunterfunktion?
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann je nach Schwere und Auswirkungen auf den Alltag einen Grad der Behinderung (GdB) zwischen 10 und 50 oder sogar höher rechtfertigen, wobei häufiger Werte um 20 bis 50 anerkannt werden, wenn Stoffwechselstörungen und Einschränkungen vorliegen. Die Bewertung hängt stark von den tatsächlichen Funktionseinschränkungen und der Notwendigkeit einer lebenslangen Hormonersatztherapie ab, wobei auch Folgeerscheinungen wie bei einer Schilddrüsenentfernung (nach Heilungsbewährung) berücksichtigt werden.
Kann man abnehmen, wenn man keine Schilddrüse mehr hat?
seitens des Herz-Kreislauf-Systems kommen kann. Bei guter medikamentöser hormoneller Einstellung der Schilddrüsenhormone verläuft eine Gewichtsreduktion bei Patienten ohne Schilddrüse grundsätzlich nach den gleichen Prinzipien wie bei Menschen mit einer gesunden Schilddrüse.
Auf welche Organe hat die Schilddrüse Einfluss?
Die Schilddrüse beeinflusst nahezu alle Organe und Körperfunktionen, da ihre Hormone den gesamten Stoffwechsel regulieren, einschließlich Herz-Kreislauf-System (Herzschlag, Blutdruck), Gehirn & Nervensystem (Psyche, Konzentration, Reflexe), Verdauung, Wachstum, Temperaturregulierung sowie den Stoffwechsel von Fett, Eiweiß und Zucker. Sie wirkt sich auch auf Haut, Haare, Knochen und die Funktion der Leber aus, was Energieverbrauch, Vitalität und emotionales Wohlbefinden stark prägt.
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