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Ist krank ein Kündigungsgrund?

Gefragt von: Gregor Bittner  |  Letzte Aktualisierung: 30. September 2026
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Ja, Krankheit kann ein Kündigungsgrund sein, aber nur unter sehr strengen Voraussetzungen: Es muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen, die betrieblichen Interessen müssen erheblich beeinträchtigt sein (oft > 30 Krankheitstage im Jahr oder langfristige Arbeitsunfähigkeit), und es darf keine zumutbare Alternative geben (Interessenabwägung), was eine Kündigung als letztes Mittel (Ultima Ratio) rechtfertigt. Eine Kündigung ist auch während der Krankheit möglich, schützt aber nicht vor Kündigungsschutzklagen, die innerhalb von drei Wochen eingereicht werden müssen, um die Wirksamkeit gerichtlich prüfen zu lassen.

Wann darf man wegen Krankheit gekündigt werden?

Man darf wegen Krankheit gekündigt werden, wenn eine negative Gesundheitsprognose besteht, die betrieblichen Interessen (z. B. hohe Kosten, Arbeitsausfall) erheblich gestört sind und die Kündigung nach Abwägung aller Umstände verhältnismäßig ist – also mildere Mittel wie ein BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) ausgeschöpft wurden. Dies gilt bei häufigen Kurzerkrankungen (oft über 30 Tage Fehlzeit pro Jahr in drei Jahren) oder langanhaltender Krankheit. 

Ist zu oft krank sein ein Kündigungsgrund?

Ja, eine Kündigung wegen zu häufiger Krankheit ist unter strengen Voraussetzungen möglich, wenn erhebliche Fehlzeiten die Betriebsabläufe stören und keine Besserung zu erwarten ist, aber sie ist rechtlich an hohe Hürden geknüpft, erfordert oft ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und darf nie nur eine Strafe sein, sondern muss auf zukünftige, erhebliche Ausfälle abzielen. Typische Richtwerte sind über 30 Arbeitstage (ca. 6 Wochen) pro Jahr über mehrere Jahre, wobei eine Kündigung meist erst nach Ausscheiden aller milderen Mittel (wie BEM) in Betracht kommt. 

Ist es ein Kündigungsgrund, wenn man krankgeschrieben ist?

Ja, eine Krankmeldung kann ein Kündigungsgrund sein, aber nur unter strengen Voraussetzungen: Es muss eine personenbedingte Kündigung vorliegen, meist bei häufigen Kurzerkrankungen oder einer Langzeiterkrankung mit negativer Gesundheitsprognose, die den Betrieb unzumutbar belastet, nachgewiesen werden muss, z.B. durch fehlende Aussicht auf Besserung, und die Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen abgewogen werden (BEM, Betriebszugehörigkeit). Eine einfache Krankschreibung während eines Konflikts rechtfertigt meist keine Kündigung, aber eine vorgetäuschte Krankschreibung (Krankfeiern) kann eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen. 

Wann darf gekündigt werden bei Krankheit?

Ein Arbeitgeber darf wegen Krankheit kündigen, wenn eine negative Gesundheitsprognose besteht (z.B. häufige Kurzerkrankungen oder Langzeiterkrankung), der Betrieb erheblich gestört ist und kein milderes Mittel (wie ein betriebliches Wiedereingliederungsmanagement) möglich ist – dies wird in einer Interessenabwägung geprüft, wobei strenge Voraussetzungen gelten und Kündigungen bei Fehlzeiten unter 30 Tagen pro Jahr oder bis zu sechs Wochen pro Jahr oft unwirksam sind. Eine Kündigung während einer Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt, aber nur unter diesen hohen Hürden. 

Kündigung wegen Krankheit: Das müssen Sie unbedingt beachten!

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Was ist der Krankheitsgrund für eine Kündigung?

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nur dann wirksam, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: (a) Der Arbeitnehmer leidet an einer Krankheit, die innerhalb von sechs Monaten nicht geheilt werden kann und dessen Weiterbeschäftigung gesetzlich verboten oder gesundheitsschädlich für ihn oder seine Kollegen ist ; und (b) es liegt eine ärztliche Bescheinigung vor, die …

Ist es möglich, selbst wegen Krankheit zu kündigen?

Eine Eigenkündigung wegen Krankheit ist möglich, sollte aber gut überlegt sein, da sie zu Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld führen kann und Sie in der Regel Ihre regulären Kündigungsfristen einhalten müssen, es sei denn, es gibt einen Aufhebungsvertrag, der die Bedingungen besser regelt, oft aber mit Sperrzeitrisiko verbunden ist; eine fristlose Kündigung ist meist nicht zulässig. Kündigen Sie, riskieren Sie eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, da Sie die Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt haben, was eine gründliche Prüfung durch die Agentur für Arbeit nach sich zieht, besonders wenn der Arzt die Kündigung ausdrücklich empfiehlt. Suchen Sie vorab rechtliche oder arbeitsrechtliche Beratung, um die Konsequenzen zu verstehen und gegebenenfalls einen Aufhebungsvertrag mit dem Arbeitgeber zu verhandeln, was oft vorteilhafter ist, aber auch Sperrzeiten verursachen kann, wenn die Gründe nicht anerkannt werden. 

Kann man trotz Krankschreibung fristlos gekündigt werden?

Ja, eine fristlose Kündigung während der Krankschreibung ist grundsätzlich möglich, aber nur in seltenen Ausnahmefällen, da eine Krankheit selbst selten einen wichtigen Grund darstellt; der Arbeitgeber braucht einen schwerwiegenden Grund, der eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht, wie z.B. vorgetäuschte Krankheit, aber Vorsicht: Umgehend Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen, da Kündigungsschutzgesetz und dreiwöchige Frist für Klage bestehen.
 

Was passiert, wenn ich im Krankenstand gekündigt werde?

Wenn Sie während der Krankschreibung gekündigt werden, ist die Kündigung grundsätzlich wirksam, da es keinen generellen Kündigungsschutz nur wegen Krankheit gibt; jedoch müssen bei Geltung des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) strenge Voraussetzungen (personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt) erfüllt sein, und Arbeitnehmer können mit einer Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen reagieren, um die Wirksamkeit prüfen zu lassen und ggf. eine Abfindung oder Weiterbeschäftigung zu erreichen. 

Was tun, wenn Mitarbeiter ständig krank sind?

Wenn Mitarbeiter ständig krank sind, suchen Sie zunächst das empathische Gespräch, um die Ursachen zu verstehen (Stress, Arbeitsbelastung, gesundheitliche Probleme) und bieten Sie Unterstützung an; bei mehr als sechs Wochen Krankheit innerhalb von 12 Monaten ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 Abs. 2 SGB IX verpflichtend, um die Wiedereingliederung zu planen; prüfen Sie arbeitsrechtliche Schritte wie eine Kündigung nur bei wiederholter krankheitsbedingter Fehlzeit (z. B. nach 30 Tagen in drei Jahren) und dokumentieren Sie alles gründlich, wobei eine Abmahnung wegen Krankheit nur bei Fehlverhalten (z. B. unentschuldigtes Fehlen) möglich ist. 

Ist eine Kündigung wegen Krankheit zulässig?

Wenn Sie während einer Erkrankung die Arbeitsstelle verloren haben, können Sie innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage einreichen. So veranlassen Sie eine gerichtliche Prüfung, ob die Kündigung in Ihrem Fall wirksam ist.

Wie viele Krankheitstage sind vertretbar?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zahl, wie viele Krankheitstage man haben darf, aber als Faustregel gelten mehr als 30 Tage (ca. 6 Wochen) pro Jahr als problematisch für Arbeitgeber; wichtig sind auch die Art und Häufigkeit der Fehltage (viele kurze Episoden vs. wenige lange), wobei die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen pro neuer Erkrankung garantiert ist, bevor das Krankengeld der Krankenkasse einsetzt.
 

Wie sage ich einem Mitarbeiter, dass er zu oft krank ist?

Das Gespräch kann dann folgendermaßen ablaufen:

  • Begrüßung / Freude zeigen, dass er oder sie wieder da ist.
  • Fragen, ob er oder sie wieder fit ist.
  • Fragen, ob die Erkrankung mit der Arbeit zu tun hat.
  • Informationen geben, was in der Abwesenheit im Betrieb passiert ist.
  • Erzählen, welche Aufgaben im Team anstehen.

Kann man wegen oft krank sein gekündigt werden?

Es existiert weder ein Kündigungsverbot im Krankenstand noch ein genereller Kündigungsschutz bei Krankheit.

Kann ein Arzt 4 Wochen am Stück krankschreiben?

Ja, ein Arzt kann Sie ohne Probleme für vier Wochen am Stück krankschreiben, da es keine generelle Höchstgrenze gibt; die Dauer hängt von der Schwere der Erkrankung ab und wird individuell festgelegt, wobei bei Erstbescheinigungen oft maximal zwei Wochen (in Ausnahmefällen bis zu vier Wochen) attestiert werden und Verlängerungen durch Folgebescheinigungen möglich sind. 

Wie oft im Jahr krank ist normal?

Normalerweise sind Erwachsene 2 bis 5 Mal pro Jahr erkältet, aber der Durchschnitt der tatsächlichen Krankheitstage lag 2023 bei etwa 15 Tagen pro Arbeitnehmer, wobei Kinder deutlich häufiger krank werden (8 bis 10 Infekte). Die Häufigkeit hängt stark von Stress, Schlaf, Immunsystem und Alter ab, wobei mehr als 30 Fehltage im Jahr arbeitsrechtlich als problematisch gelten können, auch wenn dies statistisch eher selten der Fall ist.
 

Was passiert, wenn ich wegen Krankheit gekündigt werde?

Wer krank ist, darf nicht gekündigt werden. Dieser Irrtum ist weitverbreitet, denn eine Kündigung ist auch wegen Krankheit möglich. Wenn du sehr häufig oder sehr lange wegen Krankheit fehlst, darf der Arbeitgeber sich unter bestimmten Voraussetzungen von dir trennen – und die Kündigung auch ans Krankenbett schicken.

Wie lange darf ein Hausarzt bei Depressionen krankschreiben?

Ihr Hausarzt darf Sie bei einer Depression so lange krankschreiben, wie es medizinisch notwendig ist, es gibt keine gesetzliche Obergrenze, aber nach sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber nicht mehr, die Krankenkasse übernimmt dann die Entgeltfortzahlung als Krankengeld. Die Dauer ist individuell und hängt vom Schweregrad ab, von wenigen Wochen bei leichteren Fällen bis zu längeren Zeiten bei schweren Verläufen, wobei oft eine Überweisung zum Facharzt (Psychotherapeut/Psychiater) folgt, wie auf praktischArzt.de berichtet wird.
 

Wie lange darf man krankgeschrieben sein, bis man gekündigt wird?

Eine Kündigung wegen Krankheit ist erst nach langer Fehlzeit und bei negativer Zukunftsprognose möglich, wobei 6 Wochen pro Jahr oft als unproblematisch gelten und eine Kündigung erst bei deutlich höheren und wiederkehrenden Fehlzeiten (z.B. über 30 Tage im Jahr über mehrere Jahre) droht. Entscheidend sind immer die Umstände: Der Arbeitgeber muss eine negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen und eine fehlende Möglichkeit, Sie auf einem anderen Posten zu beschäftigen, nachweisen. 

Kann man fristlos gekündigt werden, wenn man krank ist?

Ja, eine fristlose Kündigung während der Krankheit ist möglich, aber nur unter strengen Voraussetzungen, da Krankheit allein kein Kündigungsgrund ist; der Arbeitgeber braucht einen wichtigen Grund, wie z.B. Vortäuschung der Krankheit ("Krankfeiern") oder eine schwere Pflichtverletzung, und Betroffene sollten sofort rechtliche Hilfe suchen, da die Klagefrist nur drei Wochen beträgt.
 

Kann während Krankheit fristlos gekündigt werden?

Selbst unverschuldete Situationen, beispielsweise wenn der Arbeitnehmer wegen Krankheit oder Tod in der Familie aushelfen muss, können eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Ist krank mit Ansage fristlose Kündigung?

Ja, eine "Krank mit Ansage"-Drohung kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen, da sie als schwerwiegende Pflichtverletzung und Vertrauensbruch gewertet wird, auch wenn später eine Krankschreibung vorliegt oder die eigentliche Erkrankung nicht objektiv festgestellt wurde. Gerichte sehen darin oft eine Androhung von Arbeitsverweigerung und eine Umgehung von Pflichten, was dem Arbeitgeber einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung gibt, obwohl eine Krankheit allein normalerweise nur eine ordentliche Kündigung rechtfertigt. Es kommt jedoch auf die genauen Umstände an und ob dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung noch zumutbar ist.
 

Ist es möglich, während der Krankschreibung selbst zu kündigen?

Sie können während der Krankheit selbst kündigen, aber das führt oft zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld (ALG I) von 12 Wochen, weil Sie die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet haben; der Krankengeldbezug läuft zunächst weiter, endet aber mit dem Arbeitsverhältnis, und Sie müssen sich sofort arbeitslos melden, um Sperrzeiten zu vermeiden, wobei eine ärztlich attestierte, zwingende Kündigung die einzige Möglichkeit ist, eine Sperre zu verhindern, ansonsten drohen finanzielle Nachteile. 

Was passiert, wenn ich krankgeschrieben bin und kündige?

Kündigt der Arbeitnehmer selbst während einer Krankschreibung, besteht nach § 8 EntgFG grundsätzlich weiterhin ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung – unabhängig davon, ob es sich um eine fristgemäße oder fristlose Kündigung handelt. Im Fall einer fristlosen Kündigung muss jedoch ein wichtiger Grund vorliegen.

Was passiert, wenn ich im Krankenstand kündige?

Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen müssen Arbeitgeber:innen bei einer Kündigung im Krankenstand das Entgelt im Krankenstand auch nach Ende des Arbeitsverhältnisses weiterbezahlen, sofern die Arbeitnehmer:innen noch einen Anspruch darauf haben.

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