Zum Inhalt springen

Ist Kindergeld vom Wohnsitz abhängig?

Gefragt von: Lucie Pohl B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 25. Februar 2026
sternezahl: 5/5 (34 sternebewertungen)

Ja, der Wohnsitz ist entscheidend für den Kindergeldanspruch, sowohl für den Berechtigten (Elternteil) als auch für das Kind, wobei es innerhalb Deutschlands und bei Wohnsitz in der EU/EWR-Zone komplexe Regelungen gibt, die je nach Arbeitsort und Aufenthaltsort greifen, aber generell ist ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland oder einem EU-/EWR-Land Voraussetzung, um deutsche Familienleistungen zu erhalten.

Ist Kindergeld vom Wohnsitz des Kindes abhängig?

Kindergeld wird für Kinder gezahlt, die ihren ►Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland oder in einem Mitgliedstaat des ►Europäischen Wirtschaftsraumes oder in der Schweiz haben.

Kann ich Kindergeld bekommen, wenn mein Wohnsitz im Ausland ist?

Ja, man kann Kindergeld bekommen, wenn Eltern oder Kinder im Ausland leben, aber meist nur unter der Bedingung, dass die Eltern in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind (z. B. weil sie hier arbeiten) oder bestimmte andere Voraussetzungen erfüllen. Innerhalb der EU können Kinder auch im EU-Ausland leben, wenn die Eltern in Deutschland steuerpflichtig sind; der Antrag wird bei der deutschen Familienkasse gestellt, die mit dem ausländischen Träger koordiniert. Bei einem Wohnsitz im EU-/EWR-Ausland entscheidet oft der Beschäftigungsstaat, aber die deutsche Familienkasse zahlt die Differenz, wenn das deutsche Kindergeld höher ist. 

Hat man Anspruch auf Kindergeld, wenn man nicht zuhause wohnt?

Wenn ein Kind auszieht, haben Eltern meist weiterhin Anspruch auf Kindergeld, da sie unterhaltspflichtig bleiben und das Kindergeld mit dem Unterhaltsanspruch verrechnet wird (bis 25 Jahre bei Ausbildung). Zahlt man keinen Unterhalt, kann das Kind einen Abzweigungsantrag bei der Familienkasse stellen, damit das Kindergeld direkt an es ausgezahlt wird, um seinen eigenen Bedarf zu decken (z.B. Miete, Lebenshaltungskosten). Dies ist wichtig, um den Anspruch nicht zu verlieren und das Kind finanziell zu unterstützen, wenn die Eltern nicht zahlen können oder wollen, so die Bundesagentur für Arbeit. 

In welchen Fällen bekommt man kein Kindergeld mehr?

Man bekommt kein Kindergeld mehr, wenn das Kind 18 wird, es sei denn, es befindet sich in einer Ausbildung oder Arbeitssuche (bis 25). Auch bei Überschreiten bestimmter Einkommensgrenzen (bei volljährigen Kindern in Ausbildung), bei Verstoß gegen die Wochenarbeitszeit (über 20 Std. im Schnitt), bei Bezug vergleichbarer Leistungen aus dem Ausland oder wenn das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat, entfällt der Anspruch.
 

Child benefit when emigrating: These mistakes could cost you thousands! 🚨

22 verwandte Fragen gefunden

Wann fällt der Anspruch auf Kindergeld weg?

Kindergeld gibt es grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag, aber auch darüber hinaus, wenn das Kind sich in Schul- oder Berufsausbildung, Studium oder Freiwilligendienst befindet, meist bis maximal 25 Jahre, mit Ausnahmen bei Behinderung oder bestimmten Übergangszeiten. Nach dem 25. Geburtstag endet der Anspruch in der Regel, es sei denn, es liegt eine Behinderung vor, die den Lebensunterhalt beeinträchtigt. 

Wann wird Kindergeld abgelehnt?

Kindergeld wird oft abgelehnt, weil Änderungen in der Lebenssituation nicht gemeldet wurden (Umzug, Jobwechsel, Auslandsaufenthalt), das Kind die Altersgrenze erreicht, eine Ausbildung abbricht/keine neue beginnt, zu viel verdient (bei volljährigen Kindern) oder familiäre Leistungen aus dem Ausland bezogen werden, die dem deutschen Kindergeld entsprechen. Auch unvollständige oder falsche Angaben im Antrag sind häufige Gründe. 

Warum erhalten Kinder im Ausland Kindergeld?

Kindergeld wird ins Ausland gezahlt, weil EU-Recht und deutsche Gesetze dies vorsehen, wenn deutsche Steuerzahler im Ausland leben, aber weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sind oder wenn EU-Bürger in Deutschland arbeiten und ihre Kinder im Ausland leben, um das Prinzip der Gleichbehandlung (gleiches Geld für gleiche Steuerlast) zu wahren und Familien zu unterstützen. Oft werden Differenzzahlungen geleistet, falls das Wohnsitzland geringere Leistungen zahlt, um sicherzustellen, dass die Familie eine angemessene Unterstützung erhält. 

Wer hat kein Recht auf Kindergeld?

Man bekommt kein Kindergeld, wenn das Kind volljährig ist und sich nicht in einer Ausbildung, im Studium oder in einer anerkennungsfähigen Übergangszeit befindet (z. B. zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung), nicht als arbeitssuchend gemeldet ist oder wenn es eine Erwerbstätigkeit mit mehr als 20 Stunden pro Woche ausübt, die nicht als Ausbildung zählt, sowie bei Bezug vergleichbarer Leistungen aus dem Ausland oder von zwischenstaatlichen Einrichtungen. Auch wenn das Kind Bürgergeld bezieht, entfällt der Anspruch in der Regel.
 

Wer bekommt das Kindergeld, wenn das behinderte Kind nicht mehr zuhause wohnt?

Die Zahlung erfolgt in der Regel an die Eltern. Wenn das Kind aber nicht mehr im Haushalt lebt und keinen Unterhalt von den Eltern bekommt, kann das Kindergeld direkt an das Kind überwiesen werden – das geschieht über einen sogenannten Abzweigungsantrag (Formular KG11e bei der Familienkasse).

Warum gibt es ab 2025 kein Kindergeld mehr?

Die Bundesregierung hat eine Reform des Kindergeldes beschlossen, die ab 2025 in Form der Kindergrundsicherung umgesetzt wird. Diese Reform zielt darauf ab, bis zu 5,6 Millionen von Armut bedrohte Kinder und ihre Familien durch eine einfachere und schnellere Bereitstellung finanzieller Leistungen zu unterstützen.

Wie viel Kindergeld zahlt Deutschland für Kinder, die im Ausland leben?

Deutschland zahlt jährlich über 500 Millionen Euro Kindergeld ins Ausland, wobei der Großteil (rund 40 %) in ein einzelnes Nachbarland fließt (oft Polen), aber auch viele Fälle in anderen EU-Ländern auftreten, besonders wenn deutsche Eltern dort arbeiten oder leben und die Bedingungen für die Differenzzahlung erfüllt sind; es handelt sich um eine steigende Summe, die aktuell gesetzlich neu geregelt werden soll, um die Höhe zu begrenzen, insbesondere bei hohen Differenzbeträgen. 

Wann gibt es Kindergeld bis 27 Jahre?

Kindergeld gibt es grundsätzlich bis 25 für Kinder in Ausbildung (Schule, Studium, Lehre, Freiwilligendienste), aber auch in Übergangszeiten nach dem Schulabschluss für maximal 4 Monate oder wenn sich das Kind aktiv um einen Platz bemüht. Eine Ausweitung bis zum 27. Lebensjahr war bis 2007 möglich, wird aber von Verbänden gefordert, aktuell jedoch nicht gesetzlich festgeschrieben, außer bei bestimmten Fällen wie Behinderung oder bestimmten Freiwilligendiensten. 

Kann ich Kindergeld für mein Kind erhalten, obwohl ich im Ausland lebt?

Ja, auch für Kinder im Ausland kann Kindergeld gezahlt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, meistens wenn ein Elternteil in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist oder EU-Bürger in einem EU-Land arbeiten/wohnen; auch für Schuljahre oder Auslandssemester innerhalb der EU/EWR wird oft weitergezahlt, da der Wohnsitz in Deutschland als beibehalten gilt, solange die Ausbildung dort anerkannt wird. Die Auszahlung erfolgt oft an den Elternteil mit dem höheren Anspruch, aber es kann auch Differenzzahlungen geben, wenn das Kindergeld in dem Land, in dem das Kind lebt, geringer ist. Der Antrag wird bei der deutschen Familienkasse gestellt. 

Wie wird der Hauptwohnsitz des Kindes bestimmt?

Der Hauptwohnsitz entscheidet über den Bezug des Kindergeldes sowie auch über die Steuerklasse II. Für die Ummeldung des Kindes bedarf es der Zustimmung des anderen Elternteils (bei gemeinsamen Sorgerecht).

Können Kinder an zwei Adressen gemeldet sein?

Nein, ein Kind kann melderechtlich nur einen Hauptwohnsitz haben, auch wenn die Eltern sich das Sorgerecht teilen und das Kind im Wechselmodell betreuen; zwei Hauptwohnsitze sind gesetzlich nicht vorgesehen, aber bei Uneinigkeit muss eine Einigung getroffen werden, oft bleibt der bisherige Hauptwohnsitz bestehen oder es wird eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt, da die Zuordnung für Ämter wichtig ist.
 

Wann fällt der Kindergeldanspruch weg?

Ja, das Kindergeld wird bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt, unabhängig davon, ob das Kind sich in Ausbildung oder Studium befindet.

Wer bekommt das Kindergeld, wenn das Kind woanders wohnt?

Voraussetzungen für das Kindergeld, wenn Ihr Kind nicht zu Hause wohnt. Wohnt Ihr Kind nicht zu Hause? Sie können weiterhin Kindergeld bekommen, wenn Sie pro Quartal mindestens 540 € Unterhalt für Ihr Kind zahlen. Dies nennen wir Unterhaltskosten.

Wann wird Kindergeld nicht gezahlt?

Man bekommt kein Kindergeld mehr, wenn das Kind 18 wird, es sei denn, es befindet sich in einer Ausbildung oder Arbeitssuche (bis 25). Auch bei Überschreiten bestimmter Einkommensgrenzen (bei volljährigen Kindern in Ausbildung), bei Verstoß gegen die Wochenarbeitszeit (über 20 Std. im Schnitt), bei Bezug vergleichbarer Leistungen aus dem Ausland oder wenn das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat, entfällt der Anspruch.
 

Bin ich unterhaltspflichtig, wenn mein Kind im Ausland lebt?

Lebt das Kind in Deutschland, der Unterhaltspflichtige aber im Ausland, so richtet sich die Unterhaltsentscheidung vorrangig nach deutschem Unterhaltsrecht. Lebt das Kind dauerhaft im Ausland, so müssen seine Unterhaltsansprüche im Ausland nach ausländischem Recht geltend gemacht werden.

Kann ich den Kinderfreibetrag erhalten, wenn mein Kind im Ausland lebt?

Auch wenn Ihr Kind im Ausland lebt, können Sie den Kinderfreibetrag bekommen. Je nachdem, in welchem Land Ihr Kind lebt, bekommen Sie dann aber nur einen Teil des Freibetrags. Weiter Informationen zu diesem Thema erhalten bei einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater oder beim Finanzamt.

Wie hoch ist das Kindergeld ab 2025?

Das Kindergeld beträgt in Deutschland seit dem 1. Januar 2025 einheitlich 255 € pro Monat und Kind. Diese Erhöhung um 5 € gegenüber dem Vorjahr wird auch für 2026 beibehalten, bevor es eine weitere Anpassung auf 259 € gibt. Die Auszahlung erfolgt monatlich automatisch durch die Familienkasse, wobei die Höhe für alle Kinder gleich ist, unabhängig vom Einkommen der Eltern.
 

In welchen Fällen bekommt man kein Kindergeld?

Man bekommt kein Kindergeld mehr, wenn das Kind 18 wird, es sei denn, es befindet sich in einer Ausbildung oder Arbeitssuche (bis 25). Auch bei Überschreiten bestimmter Einkommensgrenzen (bei volljährigen Kindern in Ausbildung), bei Verstoß gegen die Wochenarbeitszeit (über 20 Std. im Schnitt), bei Bezug vergleichbarer Leistungen aus dem Ausland oder wenn das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat, entfällt der Anspruch.
 

In welchen Fällen muss Kindergeld zurückgezahlt werden?

Man muss Kindergeld zurückzahlen, wenn man es erhalten hat, obwohl die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt waren (z.B. Kind über 25, Umzug ins Ausland ohne Meldung, Aufnahme einer anspruchsschädlichen Arbeit), oder wenn man bei der Antragstellung Fehler gemacht hat, die zu einer Überzahlung führten; die Familienkasse fordert diese Beträge zurück und Sie sind zur Erstattung verpflichtet, auch bei einem Einspruch gegen die Forderung. 

Vorheriger Artikel
Warum sagt man gesalzene Preise?