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Ist es schlimm zu lästern?

Gefragt von: Lothar Gerber  |  Letzte Aktualisierung: 8. April 2026
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Ja, Lästern ist oft schlimm, weil es das Vertrauen zerstört, das Betriebsklima vergiftet, Lager bildet und Menschen ausgrenzt, während es gleichzeitig dem, der lästert, ein kurzfristiges Gefühl der Überlegenheit verschafft, aber langfristig zu Schuldgefühlen und einem schlechten Ruf führen kann. Allerdings kann Lästern auch als soziales Schmiermittel dienen, um Frust abzubauen und Zugehörigkeit zu stärken, wenn es nicht bösartig und destruktiv ist, sondern positive oder neutrale Informationen teilt und die Gruppendynamik fördert, so Psychologen.

Ist Lästern gut oder schlecht?

Die Psychologie und Sozialwissenschaft definiert als "Lästern" zunächst einmal nichts anderes als das Reden über eine abwesende dritte Person - ein informeller Austausch von Informationen und Meinungen. Lästern ist nicht immer negativ, sondern hat auch positive Aspekte.

Warum sollte man nicht lästern?

Die Person, über die gelästert wird, ist aber nicht einzige:r Leidtragende:r, denn Lästern kann sich auch negativ auf das soziale Miteinander auswirken. Es sorgt dafür, dass sich Lager bilden und es zur Ausgrenzung von Menschen kommt.

Was macht lästern mit der Psyche?

Aus psychologischer Sicht erfüllt Lästern mehrere Funktionen: die Regulation von Affekten zum Beispiel, wie Neid, Ärger und Frustration. Außerdem stärkt es das eigene Selbstwertgefühl, aktiviert das Belohnungssystem und kreiert dabei ein Gefühl der Überlegenheit – zumindest kurzfristig.

Was sagt lästern über einen aus?

Der Duden beschreibt Lästern als „sich über jemanden, über etwas abfällig, mit kritischen oder ein wenig boshaften Kommentaren äußern“, typische Synonyme sind für viele Verhöhnen oder Schlechtmachen.

Schadet uns Lästern? Vorsicht bei übler Nachrede!

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Warum lästern Menschen so gerne?

Viel öfter lästern Menschen, weil es ihnen Spaß macht. Oder sie wollen wertvolle soziale Informationen austauschen. Das kommt zum Beispiel vor, wenn Mitarbeiter:innen neuen Kolleg:innen Insider-Informationen zur Kultur am Arbeitsplatz verraten.

Wie geht man mit Menschen um die Lästern?

Wenn jemand schlecht über Sie redet, sollten Sie zuerst ruhig bleiben, die Situation analysieren und Beweise sichern (Screenshots, Zeugen). Je nach Schwere können Sie direkt mit der Person sprechen, die Plattform melden, rechtlich gegen Rufschädigung (üble Nachrede, Verleumdung) mit einer Anzeige und Unterlassungsklage (ggf. mit Anwalt) vorgehen oder sich an eine Beratungsstelle wie HateAid wenden, um rechtliche Schritte zu klären. 

Wie nennt man Menschen, die lästern?

Menschen, die lästern, nennt man umgangssprachlich Lästerer, Schwafler, Schwätzer, Klatschbasen (weiblich) oder Tratschbolde, aber auch Begriffe wie böse Zunge (wenn jemand scharf redet) oder Dampfplauderer (wenn sie viel und laut reden) werden genutzt, wobei die Bezeichnung oft negativ konnotiert ist und sich auf das abfällige Reden über Abwesende bezieht, auch bekannt als Tratschen oder Klatsch.

Kann Lästern auch positiv sein?

Auch neurobiologisch wirkt Lästern kurzfristig positiv: Hormone wie Oxytocin oder Serotonin werden ausgeschüttet. Genau das macht es so attraktiv – und so gefährlich. Denn was kurzfristig verbindet, zerstört langfristig Vertrauen und Offenheit. „Lästern schafft Nähe, aber keine Verbindung“, sagt Tewes.

Warum urteilen Menschen über andere?

Menschen urteilen über andere, um sich selbst zu schützen und Unsicherheiten zu bewältigen, indem sie eine schnelle Einordnung treffen, die ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle vermittelt, eigene Schwächen projizieren oder soziale Gruppenbildungen stärken. Es ist eine Mischung aus psychologischen Abwehrmechanismen (Entwertung), dem Bedürfnis nach schneller Orientierung und dem Wunsch, das eigene Weltbild durch Schubladendenken zu stabilisieren. 

Was zählt alles zu lästern?

Lästern beginnt, wenn man negativ, verletzend oder herabwürdigend über eine abwesende Person spricht, oft mit der Absicht, sie abzuwerten, zu diskreditieren oder sich selbst besser zu fühlen. Während das Reden über andere Menschen (auch positiv oder neutral) sozial normal ist, wird es zum Lästern, wenn es böswillige Absicht, die Weitergabe unbewiesener Gerüchte oder das gezielte in ein schlechtes Licht Rücken der Person beinhaltet. 

Wie wehrt man sich gegen lästern?

Mit Lästereien im Büro souverän umgehen – 5 Tipps mit Formulierungsbeispielen

  1. Warum Lästern schnell toxisch werden kann.
  2. Tipp 1: Klar Haltung zeigen.
  3. Tipp 2: Das Gespräch umlenken.
  4. Tipp 3: Verständnis zeigen, ohne ins Lästern einzusteigen.
  5. Tipp 4: Humorvoll abfedern.
  6. Tipp 5: Eigene Grenzen schützen.
  7. Fazit.

Wie nennt man Menschen, die einen nicht ausreden lassen?

Manterrupting: 7 Tipps gegen das Unterbrochen werden. Sie redet, er unterbricht: Manterrupting heißt das, wenn Männer Frauen ins Wort fallen und nicht ausreden lassen. Das Phänomen begegnet Frauen immer wieder im Alltag und Job.

Wie merkt man, dass man innerlich kaputt ist?

Dass du innerlich kaputt bist, erkennst du an Gefühlen der Leere, Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit, begleitet von körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Herzklopfen, Übelkeit und ständiger Müdigkeit, sowie psychischen Anzeichen wie sozialem Rückzug, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit, innerer Unruhe, dem Gefühl, eine Rolle zu spielen, oder der Unfähigkeit, Freude zu empfinden. Typisch sind auch ein Mangel an Interesse, sich selbst zu versorgen, und eine innere Zerrissenheit, die sich in Inkonsequenz zeigt.
 

Warum wird immer über mich gelästert?

Ein wesentlicher Grund, weshalb Menschen lästern, ist, um sich dadurch besser zu fühlen oder einen anderen Nutzen daraus zu ziehen. So soll beispielsweise durch die Abwertung anderer Menschen die eigene Person aufgewertet werden. Dafür wird der Zuspruch anderer Menschen gesucht, um das Ego zu stärken.

Ist Streit immer schlecht?

Streit ist nicht unbedingt schlecht. Denn wer nur zurücksteckt und vor lauter Kompromissen die eigenen Bedürfnisse aus den Augen verliert, kann auf Dauer unglücklich werden. Forschende gehen außerdem davon aus, dass in Beziehungen, in denen Probleme nicht offen diskutiert werden, weniger gute Lösungen gefunden werden.

Ist Klatsch jemals in Ordnung?

Klatsch und Tratsch sind wertvoll, weil sie uns die Möglichkeit geben, stellvertretend von anderen zu lernen . Wir können Dinge aus der Perspektive anderer erleben und unsere eigenen Erfahrungen teilen. Dieser Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum wiederholt, stärkt Vertrauen, Beziehungen und soziale Bindungen.

Wer lästert mehr, Männer oder Frauen?

Hinter dem Klischee der Lästerschwester oder der Tratschtante steckt tatsächlich eine Wahrheit: Denn Frauen lästern häufiger als Männer, vor allem über andere Frauen.

Ist Streit etwas Gutes?

Streiten gehört zum Leben, um Schäden zu vermeiden, sollte man sich aber besser an Regeln halten. So kann ein Streit ein konstruktiver Weg zur Problemlösung sein. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ansichten, das macht zum Teil den Reiz einer Beziehung aus.

Ist lästern Neid?

Destruktiver Neid ist gesellschaftlich nicht besonders hoch angesehen und kann Sabotage, üble Nachrede/ Lästern, Hass oder Schadenfreude nach sich ziehen.

Wie nennt man jemanden, der hinter deinem Rücken redet?

Definition von Klatschmaul : Eine Person, die gerne tratscht und persönliche Informationen über andere preisgibt. Synonyme: Klatsch, Tratschtante, Gerüchteverbreiter. Arten: 4 Arten anzeigen...

Wie nennt man Menschen, die sich ständig angegriffen fühlen?

Menschen, die sich ständig angegriffen fühlen, werden oft als paranoid beschrieben; dies kann auf eine paranoide Persönlichkeitsstörung hindeuten, bei der ein tiefes Misstrauen und die Annahme böswilliger Absichten anderer bestehen, oder auch auf Merkmale wie eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung oder eine starke Opferrolle, die sich in empfindlicher Reaktion auf vermeintliche Kritik äußert. 

Was tun Sie, wenn jemand über Sie lästert?

Seine Gefühle selbstbewusst auszudrücken, ohne Vorwürfe zu erheben, kann ein wirksames Mittel sein, die Folgen von Klatsch und Tratsch zu verdeutlichen. Dadurch erkennt die Person, die Gerüchte verbreitet, möglicherweise die Tragweite ihres Handelns. Ignorieren Sie es. Manchmal ist es aufwendiger und anstrengender, sich damit auseinanderzusetzen, als es tatsächlich ist.

Ist es normal, zu lästern?

Zahlen aus wissenschaftlichen Studien schwanken, aber etwa 15 bis 60 Prozent aller Unterhaltungen drehen sich um Personen, die gerade nicht anwesend sind. Geht man von der niedrigsten Schätzung aus, verbringen wir bei 16 wachen Stunden pro Tag etwa eine mit Lästern. Das allermeiste Gerede über andere ist nicht negativ.

Was hilft gegen lästern?

Lästernde Kollegen – was tun?

  1. Sprechen Sie respektvoll und sachlich mit dem lästernden Kollegen und zeigen Sie ihm auf, wie sein Verhalten sich auf das Arbeitsumfeld auswirkt.
  2. Setzen Sie klare Grenzen: Zeigen Sie, dass Sie nicht an lästernden Gesprächen teilnehmen möchten und lehnen Sie diese höflich ab.

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