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Ist eine Gegenanzeige sinnvoll?

Gefragt von: Herr Prof. Reinhard Hiller  |  Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2026
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Eine Gegenanzeige kann sinnvoll sein, um sich gegen falsche Anschuldigungen zu wehren, etwa bei falscher Verdächtigung, erfordert aber eine sorgfältige Abwägung und strategische Planung mit einem Fachanwalt für Strafrecht, da sie auch Risiken birgt, wie die Gefahr der eigenen Strafbarkeit wegen falscher Verdächtigung oder Verleumdung und die Übernahme von Anwaltskosten der Gegenseite, besonders wenn sie aus Wut oder impulsiv erfolgt. Sie ist hilfreich, wenn Beweise für eine bewusste Falschaussage vorliegen, aber oft kontraproduktiv, wenn sie nur emotional motiviert ist.

Ist eine Anzeige gegen Unbekannt sinnvoll?

Eine Anzeige gegen Unbekannt löst polizeiliche Ermittlungen aus, um eine Straftat aufzuklären, auch wenn der Täter nicht bekannt ist; sie ist oft nötig für Versicherungen und ermöglicht dem Opfer, rechtliche Interessen zu wahren, auch wenn die Erfolgschancen geringer sein können, da Beweise fehlen, betont Wikipedia, Kanzlei Herfurtner, ERGO und Karsten & Bolte.

Was ist besser, Verfahren eingestellt oder Freispruch?

EINSTELLUNG MANGELS HINREICHENDEN TATVERDACHTS („GROßER FREISPRUCH“) Die Einstellung eines Strafverfahrens mangels hinreichenden Tatverdachts nach § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung (StPO) stellt das bestmögliche Ergebnis eines Strafverfahrens dar. Man spricht auch vom „großen Freispruch“.

Wann ist eine Strafanzeige sinnvoll?

Nicht jede Anzeige führt automatisch zu einem Verfahren – aber sie kann sinnvoll sein, wenn: Sie Opfer einer Straftat geworden sind und wollen, dass die Tat verfolgt wird. Sie sich belästigt, bedroht oder gestalkt fühlen und Hilfe brauchen. Ihnen etwas gestohlen oder beschädigt wurde.

Was sind die Nachteile einer Anzeige?

Eine anonyme Anzeige hat aber auch Nachteile: Es kann sein, dass die Polizei Fragen hat. Die Polizei kann dann niemanden fragen. Manchmal ist die Straftat nicht gut beschrieben, dann kann die Polizei nicht ermitteln.

Ist eine Gegenanzeige sinnvoll?

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Wer trägt die Kosten bei einer Anzeige?

Wer trägt die Kosten im Strafprozess? Kommt es im Zuge der Strafverfolgung zu einer Verurteilung, muss der Angeklagte grundsätzlich die Verfahrenskosten tragen. Bei einem Freispruch werden diese der Staatskasse zur Last gelegt.

Was ist schlimmer, ein Strafantrag oder eine Strafanzeige?

Weder das eine noch das andere ist per se "schlimmer", sie haben unterschiedliche Funktionen: Die Strafanzeige ist die allgemeine Meldung einer möglichen Straftat an die Behörden und kann von jedem erstattet werden, um Ermittlungen anzustoßen; der Strafantrag ist die ausdrückliche Erklärung des Opfers, eine Tat strafrechtlich verfolgen zu wollen, was bei bestimmten Delikten (z.B. Beleidigung, Sachbeschädigung) sogar zwingend für eine Verfolgung ist und nur vom Geschädigten innerhalb von drei Monaten gestellt werden kann. Der Strafantrag ist also wirkungsvoller, da er die Voraussetzung für die Strafverfolgung schafft, während die Anzeige nur einen Anstoß gibt. 

Welche Worte sind strafbar?

Strafbar sind zum Beispiel Beschimpfungen („schwule Sau“, „Arschloch“, „Idiot“) oder das Behaupten unwahrer Tatsachen, die die Person verächtlich machen können („Sabine kokst schon wieder. “). Eine Beleidigung kann auch durch eine Handlung begangen werden, als sogenannte tätliche Beleidigung (Mittelfinger, Anspucken).

Welche Konsequenzen hat eine Strafanzeige?

Eine Strafanzeige löst ein Ermittlungsverfahren aus, in dem Polizei und Staatsanwaltschaft den Sachverhalt prüfen und Beweise sammeln; dies kann zu einer Anklage und einem Gerichtsverfahren führen oder die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren einstellen, wenn kein hinreichender Tatverdacht besteht, wobei Sie als Anzeigender oft als Zeuge auftreten und falsche Angaben Konsequenzen haben können. 

Welche Beweislage reicht für eine Anklage aus?

Wahrscheinlicher Tatverdacht : Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Anklageerhebung ist das Vorliegen eines wahrscheinlichen Tatverdachts. Wahrscheinlicher Tatverdacht bedeutet, dass aufgrund von Tatsachen und Umständen begründet angenommen werden kann, dass eine Person eine Straftat begangen hat oder begeht.

Wann werden Anzeigen fallen gelassen?

Eine Anzeige wird fallen gelassen, wenn kein hinreichender Tatverdacht besteht (mangelnde Beweise) oder bei Geringfügigkeit des Falls (§ 153 StPO), oft gegen Auflagen wie Geldzahlungen oder Sozialstunden (§ 153a StPO), auch bei Verjährung oder wenn die Tat nicht strafbar ist, aber eine Anzeige kann nicht einfach "zurückgenommen" werden – vielmehr stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verfahren eingestellt wird?

Insgesamt endeten 59 % aller Ermittlungsverfahren durch Verfahrenseinstellung. Eine Einstellung gegen Auflagen gab es in 3 % aller erledigten Ermittlungsverfahren. Darunter entfiel der größte Teil auf die Zahlung eines Geldbetrages an gemeinnützige Einrichtungen oder an die Staatskasse.

Wer trägt die Anwaltskosten, wenn das Verfahren eingestellt wird?

Bei Einstellung eines Strafverfahrens trägt grundsätzlich der Beschuldigte selbst seine Anwaltskosten als Wahlverteidiger, da das Gericht die Kostenentscheidung normalerweise nach dem tatsächlichen Verfahrensausgang trifft und eine Einstellung oft noch keinen "Freispruch" bedeutet, der den Staat zur Übernahme verpflichtet. Eine Ausnahme bilden bestimmte Fälle (z.B. Verjährung, Geringfügigkeit), in denen die Staatskasse die notwendigen Auslagen übernimmt, wenn der Beschuldigte nur als Betroffener gilt und keine Verurteilung erfolgt, aber hier besteht oft ein Streit über die Erstattung der Wahlverteidiger-Kosten gegenüber dem Pflichtverteidiger. 

Was passiert nach einer Strafanzeige bei der Polizei?

Nach einer Strafanzeige leitet die Polizei Ermittlungen ein, prüft den Anfangsverdacht, sammelt Beweise, vernimmt Zeugen und leitet den Fall an die Staatsanwaltschaft weiter, die entscheidet, ob Anklage erhoben, das Verfahren eingestellt oder vorläufig eingestellt wird – oft mit Auflagen wie Wiedergutmachung oder gemeinnütziger Arbeit. Sie erhalten ein Aktenzeichen zur Nachverfolgung, und der Prozess kann Wochen bis Monate dauern. 

Was kostet es, eine Strafanzeige zu stellen?

Eine Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft ist grundsätzlich kostenlos, da der Staat den Zugang zur Justiz ermöglichen will, damit niemand aus Angst vor Kosten zögert, Straftaten zu melden; Kosten können nur entstehen, wenn man einen Anwalt beauftragt oder bei einer vorsätzlich falschen Anzeige, erklärt die Verbraucherzentrale. 

Wann sollte man Anzeige erstatten?

Eine Anzeige kann man grundsätzlich sofort erstatten, sobald man Kenntnis von einer Straftat hat, egal ob als Opfer oder Zeuge, aber bei bestimmten Delikten (z.B. Beleidigung) muss ein Strafantrag innerhalb von drei Monaten gestellt werden; Kinder unter 14 Jahren sind nicht strafmündig, aber auch für sie können Anzeigen erstattet werden, die dann geprüft werden müssen. Es gibt keine feste Altersgrenze für die Anzeigeerstattung, nur für die Strafbarkeit selbst. 

Was passiert, wenn man jemanden wegen einer Straftat anzeigt?

Die Polizei könnte ermitteln

Ziel einer polizeilichen Ermittlung ist es, den Tatverdächtigen zu identifizieren und so viele Beweise wie möglich zu sammeln, um zu entscheiden, ob eine Straftat begangen wurde. Die Dauer der Ermittlung hängt von der Art der Straftat und der Komplexität des Falles ab.

Wird eine Strafanzeige immer verfolgt?

Bei absoluten Antragsdelikten keine Strafverfolgung ohne Strafantrag. Das Gesetz macht in bestimmten Fällen die Strafverfolgung von der Antragsstellung abhängig. Fehlt ein Strafantrag bei einem absoluten Antragsdelikt kann die Tat nicht verfolgt werden. Das ist zum Beispiel bei der Beleidigung der Fall.

Wer trägt die Kosten bei einer Strafanzeige?

Grundsätzlich müssen Verurteilte die Kosten des Gerichtsverfahrens tragen – also Gerichtskosten, sämtliche Anwaltskosten sowie die Kosten für andere beteiligte Personen wie Sachverständige.

Ist das Wort Bulle strafbar?

Ja, man darf "Bulle" sagen, aber es kommt stark auf den Kontext an: Alleinstehend wird es oft als umgangssprachliches Synonym für Polizisten akzeptiert, aber in Verbindung mit beleidigenden Wörtern wie "blöder Bulle" ist es eine strafbare Beleidigung, die Geldstrafen nach sich ziehen kann; Gerichte entscheiden je nach Situation und Absicht. 

Was sind vulgäre Ausdrücke?

Als Vulgärsprache bezeichnet man in der Regel einen Sprachstil, der als unangemessen bis beleidigend – obszön – wahrgenommen wird. Ein einzelnes vulgäres Wort bezeichnet man als Vulgarismus (oder seltener als Vulgarität).

Wie kann ich eine üble Nachrede anzeigen?

Um üble Nachrede anzuzeigen, müssen Sie bei der Polizei eine Strafanzeige erstatten und zusätzlich einen Strafantrag stellen, da es sich um ein Antragsdelikt handelt. Sichern Sie Beweise (Screenshots, Zeugen), notieren Sie Datum, Uhrzeit und Ort und reichen Sie dies innerhalb von drei Monaten nach Kenntnisnahme bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft ein; ein Fachanwalt für Strafrecht ist empfehlenswert, um auch zivilrechtliche Schritte (Unterlassung) zu prüfen. 

Was soll ich tun, wenn ich angezeigt wurde?

Wenn Sie angezeigt wurden, bleiben Sie ruhig, machen Sie keine Aussagen bei der Polizei ohne anwaltliche Beratung, sichern Sie Beweise und beauftragen Sie sofort einen Fachanwalt für Strafrecht; dieser klärt, ob ein strafrechtlich relevanter Fall vorliegt und wie Sie am besten reagieren, um eine Verurteilung zu vermeiden oder Verfahren einzustellen.
 

Kann man eine Anzeige wegen Betrugs zurückziehen?

Eine echte Strafanzeige kann man nicht zurückziehen, da sie nur eine Information an die Behörden ist; jedoch kann ein Strafantrag bei bestimmten Delikten (wie Betrug) bis zum rechtskräftigen Urteil zurückgenommen werden, was das Verfahren oft beendet, aber eine spätere Wiederstellung ist nicht möglich, wenn das Interesse an der Strafverfolgung entfällt, was bei Antragsdelikten wie Betrug eine Rolle spielt und oft durch einen Anwalt zur Einstellung führen kann.
 

Welche Arten von Strafanzeigen gibt es?

Strafanträge/Strafanzeigen

  • Absolute Antragsdelikte. Absolute Antragsdelikte können ohne Strafantrag nicht verfolgt werden. ...
  • Mischung aus Antrags- und Offizialdelikt. ...
  • Relatives Antragsdelikt. ...
  • Antragsdelikte im Strafgesetzbuch. ...
  • Mischung aus Antrags- und Offizialdelikt. ...
  • Offizialdelikte. ...
  • Strafantrag / Strafanzeige.