Ist eine Abtreibung kostenlos?
Gefragt von: Herr Prof. Hartmut Schmitz B.Sc. | Letzte Aktualisierung: 22. Juli 2026sternezahl: 4.3/5 (28 sternebewertungen)
Nein, ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht grundsätzlich kostenlos, aber die Kosten können übernommen werden, wenn eine Indikation (medizinisch oder kriminologisch) vorliegt oder bei geringem Einkommen durch eine Antragstellung bei der Krankenkasse. Ohne diese Voraussetzungen müssen die Kosten selbst getragen werden, was je nach Methode zwischen 300 und 700 Euro liegen kann.
Wie viel kostet ein Abtreiben?
Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs
Die von Ihnen zu tragenden Kosten belaufen sich auf ungefähr 300 bis 800 € je nach Praxis, Methode und Versicherung. Bei stationärer Aufnahme im Krankenhaus müssen Sie einen Tagessatz selbst bezahlen.
Wann sind Abtreibungen kostenlos?
Eine Abtreibung muss nicht bezahlt werden, wenn sie medizinisch oder kriminologisch indiziert ist (dann übernimmt die Krankenkasse komplett) oder wenn die schwangere Frau sozial bedürftig ist und ihren Antrag vorab bei der Krankenkasse stellt, was bei geringem Einkommen (z.B. unter 1.500 € Netto bei DAK-Gesundheit, Stand 2025) und nach einer staatlich anerkannten Beratung möglich ist. Auch Sozialhilfeempfängerinnen, Asylbewerberinnen oder Personen in Einrichtungen, die von Sozialhilfe getragen werden, haben Anspruch.
Ist die erste Abtreibung gratis?
Nein, eine erste Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich nicht automatisch kostenlos, aber die Kosten können für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden; die ärztliche Beratung und Nachsorge zahlt die Krankenkasse immer. Die Kosten für den Eingriff selbst (ca. 300–800 €) trägt man selbst, wenn das Einkommen über einer bestimmten Grenze liegt (oft < 1.500 € netto/Monat), aber man kann eine Übernahme beantragen, wenn man bedürftig ist, wobei dann das Bundesland oder die Krankenkasse zahlt.
Was muss ich tun, wenn ich abtreiben will?
Wenn Sie in Deutschland eine Abtreibung planen, müssen Sie zuerst eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen, um einen Beratungsschein zu erhalten, der den Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei macht; danach müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt finden, der den Abbruch durchführt, der entweder medikamentös oder operativ erfolgen kann, abhängig von der Schwangerschaftswoche. Es gibt zwei Hauptwege: medikamentös (bis ca. 7. SSW) oder operativ (bis ca. 12. SSW), und Sie benötigen dafür eine Bescheinigung der Beratung und müssen sich an eine Praxis oder Klinik wenden.
Abtreibung: 5 Dinge, die jede Frau kennen sollte!
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Kann man im 1. Monat abtreiben?
Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden. Ein medikamentöser Abbruch ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche seit Beginn der letzten Menstruation (Monatsblutung) möglich.
Was tun, wenn ich schwanger bin und das Kind nicht will?
Medikamente können eingesetzt werden, um eine frühe Schwangerschaft zu beenden . In vielen Fällen darf der erste Tag Ihrer letzten Periode nicht länger als elf Wochen zurückliegen. Sind Sie bereits über die elfte Schwangerschaftswoche hinaus, ist möglicherweise ein Schwangerschaftsabbruch in einer Klinik erforderlich. Einige Kliniken bieten medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche auch nach der elften Woche an.
Was tun, wenn man kein Geld für eine Abtreibung hat?
Kostenübernahme Schwangerschaftsabbruch beantragen
Wenn Sie die Kosten für eine Abtreibung nicht selbst tragen können, übernimmt das Bundesland die Kosten. Den Antrag für diese Kostenübernahme stellen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Privat Versicherte wenden sich an eine gesetzliche Krankenkasse ihrer Wahl.
Wie schnell ist der Abtreibungstermin?
Ein Abtreibungstermin kann sehr schnell vergeben werden, oft innerhalb weniger Tage nach der ersten Kontaktaufnahme, abhängig vom Bundesland und der gewählten Methode (medikamentös oder operativ), wobei gesetzlich eine 3-tägige Bedenkzeit nach der verpflichtenden Beratung einzuhalten ist; die Frist für einen Abbruch liegt meist bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) bzw. 14. SSW (nach letzter Periode), mit unterschiedlichen Fristen für Medikamente (oft bis 9. SSW) und Operationen (oft bis 12. SSW).
Kann man in der 12. SSW noch abtreiben?
Liegt eine medizinische Indikation vor, ist der Schwangerschaftsabbruch auch nach der 12. Schwangerschaftswoche straffrei möglich.
Welche Strafe droht bei Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist.
Kann man direkt beim Frauenarzt abtreiben?
Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden („Abtreibung“). Der operative Schwangerschaftsabbruch (Absaugung) wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.
Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?
In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (nach der Befruchtung, also ca. 14. SSW) grundsätzlich straffrei, weil er als weniger gravierend angesehen wird, da der Fötus noch keine eigenständige Lebensfähigkeit entwickelt hat und die Risiken für die Schwangere geringer sind, zudem die Schwangere in dieser Phase das Recht auf Selbstbestimmung stärker wiegt, während ein Abbruch danach nur bei medizinischer oder kriminologischer Indikation möglich ist. Es gibt eine Beratungspflicht und eine Wartefrist, aber der Abbruch wird nicht bestraft, wenn diese eingehalten werden.
Ist abtreiben umsonst?
Bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der sogenannten Beratungsregelung (nach § 218a Abs. 1 StGB) müssen die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch und die Nachsorge von der schwangeren Frau selbst getragen werden.
Wie schmerzhaft ist eine Abtreibung mit Pille?
Die Abtreibungspille kann für manche Frauen eine unangenehme Erfahrung sein. Die Abtreibungspille verursacht Unterleibsschmerzen, die mehrere Stunden andauern können. Etwa so, wie sehr starke Menstruationskrämpfe. Andere mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille sind Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und Durchfall.
Kann man in der 3. SSW abtreiben?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich.
Kann man im 4. Monat noch abtreiben?
Ein Schwangerschaftsabbruch mit medizinischer Indikation ist auch nach der zwölften Woche nach Empfängnis (14. Woche nach dem ersten Tag der letzten Monatsblutung) möglich. Der Schwangerschaftsabbruch darf nicht von der Ärztin oder dem Arzt vorgenommen werden, die oder der die Indikation ausgestellt hat.
Wann ist die Spättabtreibung?
Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
Was tun bei ungewollter Schwangerschaft?
Bei einer ungewollten Schwangerschaft solltest du dich umgehend an eine ärztliche Beratungsstelle (z.B. Pro Familia, AWO) oder deinen Gynäkologen/ Hausarzt wenden, um alle Optionen (Schwangerschaftsabbruch, Austragen mit Unterstützung) zu besprechen und einen notwendigen Beratungsschein zu erhalten; auch anonyme Hilfe gibt es beim Hilfetelefon 0800 40 40 020. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und ergebnisoffen, um dir bei der Entscheidungsfindung zu helfen, bevor du ggf. eine Abtreibung in Betracht ziehst, die in Deutschland meist innerhalb der ersten 12 Wochen straffrei möglich ist.
Wie viel kostet die Pille zum Abtreiben?
Die Kosten für eine Abtreibungspille (medikamentöser Abbruch) liegen in Deutschland meist zwischen 300 und 600 Euro, da die Medikamente und die ärztliche Betreuung bezahlt werden müssen, aber eine Narkose entfällt. Kostenübernahmen sind bei geringem Einkommen möglich, wenn ein Beratungsschein vorliegt, oder wenn eine medizinische/kriminologische Indikation besteht; die genauen Kosten variieren je nach Praxis und Region.
Kann man in der 14. SSW abtreiben?
Zur medizinischen Indikation
Ist absehbar, dass die Fortsetzung der Schwangerschaft die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren stark gefährdet, kann das eine medizinische Indikation für einen rechtlich zulässigen Schwangerschaftsabbruch, auch nach der 14. Schwangerschaftswoche, darstellen.
Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?
Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle.
Was tun, wenn man schwanger ist und das Kind nicht möchte?
Sind Sie nicht sicher, ob Sie das Kind bekommen wollen, spricht man von einem Schwangerschaftskonflikt. Eine Schwangerschaftskonfliktberatung in einer der staatlich anerkannten Beratungsstellen kann hier sehr entlastend sein. Lesen Sie hier mehr zum Angebot der Schwangerschaftsberatungsstellen.
Wie stellt man fest, dass man keine Kinder bekommen kann?
Unfruchtbarkeit zeigt sich oft erst durch das Ausbleiben einer Schwangerschaft nach einem Jahr (oder früher, wenn die Frau >35 ist), aber Symptome können Zyklusstörungen (unregelmäßig, ausbleibend, sehr stark/schwach), hormonelle Veränderungen (Akne, Haarausfall, übermäßiger Haarwuchs), Schmerzen (beim Sex, während der Periode), Hodenprobleme (Schwellung, Krampfadern) oder sexuelle Dysfunktionen (Erektions-, Ejakulationsstörungen) sein, die auf zugrunde liegende Probleme wie Endometriose, PCO-Syndrom, Infektionen oder hormonelle Ungleichgewichte hinweisen können. Beim Mann sind die Symptome oft weniger offensichtlich.
Was tun, wenn man einfach nicht schwanger wird?
Wenn Sie nicht schwanger werden, ist der erste Schritt, nach einem Jahr (< 35 Jahre) oder früher (bei bekannten Erkrankungen/Risiken) mit dem Frauenarzt zu sprechen, der eine umfassende Untersuchung einleitet und auch den Partner miteinbezieht (Spermiogramm), um mögliche Ursachen zu finden; spezialisierte Kinderwunschzentren sind ebenfalls wichtige Anlaufstellen, um die Ursachen zu ergründen und gemeinsam Lösungswege zu planen, von Zyklus-Tracking bis hin zu medizinischen Behandlungen.
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