Zum Inhalt springen

Ist der 218 abgeschafft?

Gefragt von: Salvatore Vetter B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2026
sternezahl: 4.6/5 (31 sternebewertungen)

Nein, § 218 StGB ist nicht vollständig abgeschafft, aber Abtreibungen sind unter bestimmten Bedingungen straffrei (Beratung, Frist, medizinische Gründe) und es gibt aktuelle politische Bestrebungen sowie Debatten, ihn durch eine Entkriminalisierung zu ersetzen, indem der Abbruch in das Schwangerschaftskonfliktgesetz verschoben wird. Grundsätzlich gilt der Abbruch weiterhin als rechtswidrig, aber er bleibt unter den genannten Voraussetzungen ohne Strafe für die Frau.

Ist der Paragraph 218 noch gültig?

Ja, Paragraph 218 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB) ist weiterhin gültig, regelt also grundsätzlich den Schwangerschaftsabbruch als rechtswidrig, aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei – insbesondere innerhalb der ersten 12 Wochen nach verpflichtender Beratung und dreitägiger Bedenkzeit, sowie bei medizinischer oder kriminologischer Indikation. Es gibt zwar Forderungen und Gesetzesinitiativen zur Entkriminalisierung, aber eine vollständige Streichung oder Verlagerung aus dem StGB steht noch aus, auch wenn Teile wie das Werbeverbot gelockert wurden. 

Was ist die 218 in Deutschland?

Abtreibung ist nach Paragraph 218 des deutschen Strafgesetzbuches illegal und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet (bzw. mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bei „fahrlässiger“ Abtreibung oder Abtreibung gegen den Willen der schwangeren Frau).

Wie sieht die rechtliche Seite 218 der Abtreibung in Deutschland aus?

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

Ist es legal in Deutschland abzutreiben?

Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB verboten, bleibt aber unter bestimmten Umständen straffrei: Innerhalb der ersten 12 Wochen (nach Empfängnis), wenn eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung mit Wartefrist erfolgt (Beratungsregelung), oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Ein Abbruch ist also nicht vollständig "legal", sondern wird unter den genannten Bedingungen nicht bestraft, da er als nicht rechtswidrig gilt. 

ABTREIBUNGSPARAGRAF 218: Gesetzesvorstoß der Rest-Ampel zum Schwangerschaftsabbruch empört Union

28 verwandte Fragen gefunden

Wie viel kostet Abtreiben in Deutschland?

In Deutschland kosten Abtreibungen ohne spezielle Indikation meist zwischen 300 und 700 Euro, abhängig von Methode (medikamentös günstiger) und Praxis, wobei gesetzliche Krankenkassen diese Kosten bei geringem Einkommen oder aus medizinischen/kriminologischen Gründen (z.B. Vergewaltigung) übernehmen können, wofür ein Antrag bei der Krankenkasse nötig ist. 

Wann ist die Spättabtreibung?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Warum ist 218 problematisch?

§ 218 spiegelt das wider. Der Paragraf richtet sich gegen körperliche Autonomie und Persönlichkeitsrechte. Er greift die Würde ungewollt Schwangerer an, indem er Gebärzwang fordert. Die Strafen für Verstöße dagegen sind verhältnismäßig hoch (3-5 Jahre), werden aber kaum praktiziert.

Was ist 218 und 219?

Die §§219 und 218 im Strafgesetzbuch verhindern das und verschlechtern die Versorgungslage. Immer mehr ÄrztInnen schrecken im Angesicht der Kriminalisierung und des damit verbundenen Stigmas zurück, einen Schwangerschaftsabbruch anzubieten, und das Thema wird in der ärztlichen Ausbildung ausgespart.

Wie ist das aktuelle Abtreibungsrecht in Deutschland?

Schwangerschaftsabbrüche werden aktuell im Paragraf 2018 des Strafgesetzbuchs geregelt. Damit sind sie für Schwangere und durchführende Ärzt*innen strafbar. Straffrei bleiben Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wochen, wenn betroffene Frauen sich zuvor beraten lassen.

Wer hat den Paragraph 218 erfunden?

Diese Aktion, initiiert von der Journalistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, löste schließlich eine breite und emotional geführte gesellschaftliche Debatte über die Frage aus, ob und unter welchen Umständen eine Frau abtreiben darf.

Was ist der häufigste Abtreibungsgrund?

100 % der Frauen, die in einem Schwangerschaftskonflikt aufgrund von Einflussnahme durch Familie, Arbeitgeber oder andere Personen standen, 74 % der Frauen in finanzieller Not und 73 % der Frauen mit Problemen in der Partnerschaft, also alles äußere Faktoren, aufgrund derer eine Frau über eine Abtreibung nachdachte, ...

Kann man im 4. Monat noch abtreiben?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich.

Ist Abtreibung in Deutschland legal 2025?

Das Abtreibungsgesetz in Deutschland bleibt 2025 im Wesentlichen beim bekannten Modell des § 218 StGB: Grundsätzlich strafbar, aber bis zur 12. Schwangerschaftswoche unter bestimmten Bedingungen (Pflichtberatung und Wartezeit) straffrei, wobei 2025 intensive Debatten und Gesetzesinitiativen zur Reform liefen, die jedoch nicht zu einer Verabschiedung führten, sodass der bestehende Kompromiss – inklusive der umstrittenen dreitägigen Frist – weiterhin die Rechtslage prägt, während Forderungen nach Entkriminalisierung und besserer Versorgung anhalten.
 

Wird das Abtreibungsgesetz abgeschafft?

Union will keine Gesetze mehr beschließen

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. November 2024 um 16:16 Uhr.

Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?

In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (nach der Befruchtung, also ca. 14. SSW) grundsätzlich straffrei, weil er als weniger gravierend angesehen wird, da der Fötus noch keine eigenständige Lebensfähigkeit entwickelt hat und die Risiken für die Schwangere geringer sind, zudem die Schwangere in dieser Phase das Recht auf Selbstbestimmung stärker wiegt, während ein Abbruch danach nur bei medizinischer oder kriminologischer Indikation möglich ist. Es gibt eine Beratungspflicht und eine Wartefrist, aber der Abbruch wird nicht bestraft, wenn diese eingehalten werden. 

Bis wann darf man bei Trisomie 21 abtreiben?

Ein Schwangerschaftsabbruch wegen Trisomie 21 (Down-Syndrom) ist in Deutschland bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) ohne besondere Begründung möglich (Fristenlösung) und danach bis zur 22. SSW als medizinische Indikation, wenn eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter besteht, was durch eine Diagnose der Behinderung des Kindes erfüllt sein kann, wobei bei späten Abbrüchen eine Tötung des Fötus vor der Geburtseinleitung nötig ist. Die Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab und erfordert oft eine intensive Beratung.
 

Was ist der 218?

Die Zahl 218 hat verschiedene Bedeutungen, am bekanntesten ist § 218 des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB), der den Schwangerschaftsabbruch regelt und grundlegend rechtswidrig, aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei ist. Im zahnmedizinischen Bereich steht die BEL 218 für die Kostenbasis bei Implantationen. Zudem ist 218 die Vorwahl für den Norden Minnesotas in den USA. 

Was regelt der Paragraph 218?

§ 218 des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB) stellt den Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich unter Strafe, droht aber in der Praxis Straffreiheit an, wenn er innerhalb der ersten 12 Wochen nach Beratung erfolgt (Beratungsregelung) oder medizinische/kriminologische Gründe vorliegen, wodurch er nicht rechtswidrig, sondern straflos ist, wie in § 218a StGB geregelt, wobei die zugrunde liegende Rechtslage immer wieder Gegenstand politischer Debatten und Reformvorschläge ist, die eine Entkriminalisierung anstreben. 

Wann wurde Paragraph 218 geändert?

Die Reform von Paragraph 218

Am 22. Juni 1976 trat die Neufassung des § 218 in Kraft. Abtreibung blieb von nun an in den ersten 12 Wochen straffrei, wenn die Schwangere sich beraten ließ und dabei eine medizinische, ethische oder soziale Notlage festgestellt wurde.

Hat das Baby bei der Abtreibung Schmerzen?

Stuart Derbyshire durchgeführt wurde, wird die Abtreibungsdebatte in einem Punkt neu entfacht - nämlich in der Frage, ob Föten Schmerzen fühlen oder nicht. Frauen sagt man bei der Abtreibung, dass das ungeborene Kind keinen Schmerz spüren wird, doch gerade dies wurde von Abtreibungsgegnern immer bestritten.

Wie viele Frauen treiben in ihrem Leben ab?

Etwa jede sechste Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben ungewollt schwanger. Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch ist dann für einige ganz klar.

Wann ist die Spätabtreibung?

Im Allgemeinen wird ein nach der 12. Schwangerschaftswoche nach Empfängnis vorgenommener Schwangerschaftsabbruch als Spätabbruch bezeichnet. Eine medizinisch oder juristisch festgelegte Definition des Begriffs Spätabbruch gibt es nicht.

Wie viel kostet eine Spättabtreibung?

Kosten nach der Beratungsregelung

Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.

Was bedeutet es, wenn ein Kind mit offenem Rücken geboren wird?

Ein offener Rücken (Spina bifida) bei Neugeborenen ist eine angeborene Fehlbildung, bei der sich der Wirbelkanal während der Schwangerschaft nicht vollständig schließt, wodurch Rückenmarkshäute oder sogar Teile des Rückenmarks freiliegen können, was zu Lähmungen, Blasen- und Darmproblemen oder Fußdeformationen führen kann, aber oft durch Operationen im Säuglingsalter behandelt wird. Die Ursachen sind vielfältig (Folsäuremangel, Infektionen), und die Schwere reicht von mild (geschlossene Form) bis sehr schwer (offene Form mit Nervenschäden).