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Hat man bei einem 450 Euro Job Anspruch auf Krankengeld?

Gefragt von: Timo Böhm B.A.  |  Letzte Aktualisierung: 14. April 2026
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Als Minijobber haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse, da Sie krankenversicherungsfrei sind; stattdessen haben Sie aber bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber bei Krankheit, sofern das Arbeitsverhältnis länger als vier Wochen besteht. Der Arbeitgeber zahlt den normalen Lohn weiter, danach gibt es aber kein Krankengeld mehr von der Kasse. Der einzige Unterschied zu Hauptberufstätigen ist also der fehlende Anspruch auf Krankengeld nach den sechs Wochen.

Wer zahlt krank bei einem 450-Euro-Job?

Als Arbeitgeber von Minijobbern müssen Sie eine Lohnfortzahlung nur bis zum 42. Krankentag gewährleisten. Sind Minijobber länger als bis zu diesem Zeitpunkt krankgeschrieben, enden sämtliche Ansprüche auf eine Lohnfortzahlung durch Sie als Minijob-Arbeitgeber.

Wie hoch ist das Krankengeld im Minijob?

Dieses beträgt grundsätzlich 70% des Bruttogehalts und maximal 90% des Nettogehalts. Minijobber haben keinen Anspruch auf Krankengeld, denn sie zahlen im Rahmen ihrer geringfügigen Beschäftigung nicht in die Krankenkasse ein und sind daher auch nicht dort versichert.

Was passiert, wenn ein Minijobber länger als 6 Wochen krank ist?

Wenn ein Minijobber länger als sechs Wochen krank ist, endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber nach diesen sechs Wochen, und der Minijobber erhält in der Regel kein Krankengeld von der Krankenkasse, da sie im Minijob nicht vollwertig krankenversichert sind und auch keine Beiträge für Krankengeld gezahlt werden; stattdessen muss der Minijobber seine Einkommenslücke aus eigenen Mitteln (Ersparnisse) decken, bis er wieder arbeiten kann, und der Arbeitgeber meldet die Unterbrechung bei der Minijob-Zentrale. 

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, Krankengeld zu bezahlen?

Der Arbeitgeber ist laut § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) dazu verpflichtet, für maximal 42 Kalendertage oder sechs Wochen die Lohnfortzahlung für jede neue Erkrankung zu übernehmen. Die Frist beginnt am Tag nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Lohnfortzahlung & Krankengeld als Minijobber (450-Euro-Job)

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Wann hat ein Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Krankengeld?

Wird der Anspruch auf Krankengeld (78 Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Erkrankung) ausgeschöpft, wird kein Krankengeld mehr gezahlt. Ist die versicherte Person noch immer arbeitsunfähig, endet zugleich ihre Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (sog. Aussteuerung).

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, Krankengeldzuschüsse zu zahlen?

Der Krankengeldzuschuss ist freiwillig. Anders als bei der Entgeltfortzahlung (Entgeltfortzahlungsgesetz) ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, seinen Angestellten einen Krankengeldzuschuss zu zahlen. Ansprüche sind meist in Arbeits- und Tarifverträgen sowie Betriebsvereinbarungen geregelt.

Warum bekommen Minijobber kein Krankengeld?

Ihr Arbeitgeber zahlt zwar einen pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung. Dies ist aber nur ein Solidarbeitrag, aus dem für Sie kein eigener Krankenversicherungsschutz als Arbeitnehmer entsteht. Daher haben Sie im Minijob auch keinen Anspruch auf Krankengeld.

Wie hoch ist das Krankengeld für geringfügig Beschäftigte?

Als Minijobber haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse, da Sie krankenversicherungsfrei sind; stattdessen haben Sie aber bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber bei Krankheit, sofern das Arbeitsverhältnis länger als vier Wochen besteht. Der Arbeitgeber zahlt den normalen Lohn weiter, danach gibt es aber kein Krankengeld mehr von der Kasse. Der einzige Unterschied zu Hauptberufstätigen ist also der fehlende Anspruch auf Krankengeld nach den sechs Wochen. 

Welche Nachteile hat ein Minijob?

Nachteile eines Minijobs sind vor allem fehlender Anspruch auf Arbeitslosengeld, geringe Rentenansprüche, eingeschränkter Sozialversicherungsschutz (keine eigene Krankenversicherung) und oft begrenzte Aufstiegschancen, was ihn zur „Niedriglohnfalle“ machen kann, insbesondere für Frauen. Zudem sind die Verdiensmöglichkeiten stark gedeckelt, und es gibt selten Perspektiven für berufliche Weiterentwicklung.
 

Wer zahlt, wenn ein Minijobber krank wird?

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber eines Minijobbers den Lohn für bis zu sechs Wochen weiter, wie bei regulären Angestellten auch; nach vier Wochen Beschäftigung besteht der Anspruch. Arbeitgeber können sich die Kosten für diese Lohnfortzahlung (Umlageverfahren U1) zu 80 % von der Knappschaft-Bahn-See erstatten lassen, was die Finanzierung absichert und die Zahlung für den Arbeitgeber planbar macht. Nach den sechs Wochen gibt es kein Krankengeld von der Krankenkasse, da Minijobber keine Beiträge dafür zahlen.
 

Welche Änderungen gibt es im Minijob ab 2026?

In 2026 steigt die Minijob-Verdienstgrenze auf 603 Euro monatlich (von 556 Euro), da sie dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt ist, der auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben wird; dies ermöglicht Minijobbern mehr Verdienst bei gleichbleibender Arbeitszeit, während sich auch die Midijob-Grenze verschiebt und neue Regeln für Beitragsnachweise gelten. 

Wird die Krankenkasse über einen Minijob informiert?

Ja, Ihre Krankenkasse wird indirekt durch den Arbeitgeber informiert, aber die direkte Meldung geht an die Minijob-Zentrale; der Arbeitgeber muss die Kasse kennen, um elektronische Kranksmeldungen (AU) abzurufen, und Sie müssen Ihre Kasse bei Änderungen (z.B. Familienversicherung) informieren, da Sie nicht durch den Minijob selbst krankenversichert sind. 

Kann ich mich als Minijobber krankschreiben lassen?

Ja, als Minijobber können Sie sich selbstverständlich krankmelden und haben Anspruch auf Lohnfortzahlung, genau wie andere Arbeitnehmer auch, aber es gibt eine wichtige Voraussetzung: Das Arbeitsverhältnis muss mindestens vier Wochen bestehen, bevor Sie Anspruch auf die bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung haben. Sie müssen sich unverzüglich krankmelden und spätestens am vierten Tag ein ärztliches Attest (AU-Bescheinigung) einreichen, wobei Arbeitgeber die Daten elektronisch abrufen können (außer bei Minijobs im Privathaushalt).
 

Kann ein Minijobber wegen Krankheit gekündigt werden?

Ja, auch im Minijob kann man wegen Krankheit gekündigt werden, da eine Krankschreibung allein nicht vor Kündigung schützt; allerdings braucht der Arbeitgeber starke Gründe, insbesondere wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) greift, was nach 6 Monaten oder in Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern der Fall ist, wo er eine negative Gesundheitsprognose und die Unzumutbarkeit für den Betrieb nachweisen muss. Minijobber haben die gleichen Rechte wie Vollzeitkräfte, also Anspruch auf Lohnfortzahlung, aber der Arbeitgeber kann kündigen, wenn die Krankheit betriebliche Interessen massiv beeinträchtigt.
 

Wie wird krank bei einem Minijob berechnet?

Die Höhe der Lohnfortzahlung berechnet sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Monate vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Dabei werden alle regelmäßigen Zahlungen berücksichtigt, inklusive eventueller Sonderzahlungen.

Wie lange kriegt man Krankengeld beim Minijob?

Geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen im Krankheitsfall und ggf. bei einer medizinisch verordneten Rehabilitationsmaßnahme ("Kur").

Wann zahlt die Krankenkasse kein Krankengeld?

Die Krankenkasse zahlt maximal 78 Wochen Krankengeld für dieselbe Krankheit innerhalb eines Dreijahreszeitraums; danach endet die Zahlung durch die sogenannte "Aussteuerung", die Sie an die Agentur für Arbeit verweist, falls Sie weiterhin arbeitsunfähig sind. Auch wenn Sie über eine längere Zeit (z.B. 72 Wochen) Krankengeld bezogen haben, wird die Zahlung gestoppt, wenn die 78-Wochen-Grenze erreicht ist.
 

Wie lange muss man arbeiten, um Krankengeldanspruch zu haben?

Um Krankengeld zu bekommen, muss man zunächst 4 Wochen ununterbrochen gearbeitet haben, damit der Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber besteht; Krankengeld von der Kasse gibt es dann, wenn man länger als 6 Wochen am Stück krank ist (ab dem 43. Tag), wobei vorher der Arbeitgeber zahlt, aber auch bei kürzeren Arbeitsverhältnissen die Kasse einspringt. 

Hat man bei einem 520 Euro Job Anspruch auf Krankengeld?

Bei einem 520-Euro-Job (Minijob) haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen, nicht jedoch auf Krankengeld von der Krankenkasse nach Ablauf dieser Zeit, da Sie keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Der Arbeitgeber zahlt Ihren normalen Lohn weiter, danach müssen Sie sich selbst versorgen. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung beginnt nach 4 Wochen (29 Kalendertagen) ununterbrochener Beschäftigung, und bei Krankheit müssen Sie sofort den Arbeitgeber informieren und spätestens nach dem 3. Tag ein Attest vorlegen.
 

In welchen Fällen bekommt man kein Krankengeld?

Keinen Anspruch auf Krankengeld haben meist Familienversicherte, Studierende, Praktikanten, Minijobber, Empfänger von Bürgergeld, hauptberuflich Selbstständige (ohne spezielle Wahl) sowie Rentner, die eine volle Alters- oder Erwerbsminderungsrente beziehen. Auch Personen mit bestimmten anderen Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld I) oder nach Ablauf der 78-Wochen-Grenze für Krankengeldbezug haben keinen Anspruch, da dann die Deutsche Rentenversicherung zahlt (Erwerbsminderungsrente) oder die Leistung endet. 

Wer zahlt Krankenstand bei geringfügiger Beschäftigung?

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber eines Minijobbers den Lohn für bis zu sechs Wochen weiter, wie bei regulären Angestellten auch; nach vier Wochen Beschäftigung besteht der Anspruch. Arbeitgeber können sich die Kosten für diese Lohnfortzahlung (Umlageverfahren U1) zu 80 % von der Knappschaft-Bahn-See erstatten lassen, was die Finanzierung absichert und die Zahlung für den Arbeitgeber planbar macht. Nach den sechs Wochen gibt es kein Krankengeld von der Krankenkasse, da Minijobber keine Beiträge dafür zahlen.
 

Ist der Arbeitgeber verpflichtet Krankengeld zu zahlen?

Nein, der Arbeitgeber zahlt Krankengeld nicht direkt; er zahlt für die ersten sechs Wochen Lohnfortzahlung, danach übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld, da es sich um eine Lohnersatzleistung handelt. Der Arbeitgeber zahlt nur, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens vier Wochen besteht, ansonsten springt bei Krankheit direkt die Krankenkasse ein, was bei Berufseinsteigern wichtig ist. 

Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?

Die Hauptnachteile von Krankengeld sind die geringere Höhe (weniger als das Nettoeinkommen), die begrenzte Bezugsdauer (max. 78 Wochen), der Progressionsvorbehalt (erhöhte Steuern), mögliche Zuzahlungen (z.B. Pflege) und die Bindung an die Krankenkasse (3 Jahre). Zudem gibt es oft eine Wartezeit (bis das Krankengeld zahlt) und Lücken im Anspruch, wenn AU-Bescheinigungen fehlen.
 

Wann wird kein Krankengeldzuschuss gezahlt?

Bei einer Beschäftigungszeit unter einem Jahr erhalten Sie keinen Krankengeldzuschuss, ab einem Jahr Beschäftigungszeit wird ein Krankengeldzuschuss für 13 Wochen ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit (also abzüglich der 6 Wochen Entgeltfortzahlung) gezahlt und bei einer Beschäftigungszeit von mehr als drei Jahren 39 Wochen ...