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Bis wann war Abtreibung strafbar?

Gefragt von: Katrin Merz  |  Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2026
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Abtreibungen sind in Deutschland grundsätzlich bis heute strafbar nach § 218 StGB, bleiben aber unter bestimmten Bedingungen straffrei, insbesondere wenn sie innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Empfängnis nach obligatorischer Beratung erfolgen oder wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation (z.B. Vergewaltigung) vorliegt. Diese Regelung, die eine Kombination aus Fristen- und Beratungslösung darstellt, trat 1995 nach der Wiedervereinigung in Kraft, nachdem frühere Reformversuche durch das Bundesverfassungsgericht gekippt wurden.

Wann wurde die Abtreibung verboten?

Frauen dürfen straffrei abtreiben, wenn seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind, der Abbruch durch einen Arzt erfolgt und sie sich zuvor haben beraten lassen – dies entschied der Deutsche Bundestag am 29. Juni 1995 in der Neufassung des Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetzes.

Bis wann ist Abtreibung in Deutschland legal?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zu 12 Wochen nach der Empfängnis (also etwa bis zur 14. Schwangerschaftswoche, gerechnet ab letzter Regel) unter bestimmten Voraussetzungen straffrei, meist nach obligatorischer Beratung und dreitägiger Bedenkzeit; später ist ein Abbruch nur bei medizinischer Indikation (Gesundheitsgefahr) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) erlaubt, wobei die Frist hier länger (bis ca. 22 Wochen) sein kann. Der medikamentöse Abbruch ist meist bis zur 9. Woche möglich, der operative bis zur 12. Woche nach Empfängnis. 

Was ist die "Fristenlösung" von 1975?

Der Druck wirkt: 1975 tritt die „Fristenlösung“ in Kraft. Der Schwangerschaftsabbruch bleibt zwar verboten – aber das Gesetz sieht eine Ausnahme vor. Wenn eine Frau ihre Schwangerschaft innerhalb von drei Monaten abbricht, wird sie nicht mehr bestraft.

Wann wurde Paragraph 218 in Deutschland geändert?

Die Reform von Paragraph 218

Am 12. Februar 1976 beschloss der Bundestag schließlich die Reform des Paragraphen 218. Am 22. Juni 1976 trat die Neufassung des § 218 in Kraft.

Recht auf Abtreibung? Wo welche Abtreibungsgesetze gelten

28 verwandte Fragen gefunden

Wie lange gibt es 218?

1871 wurde im Reichsstrafgesetzbuch der §218 eingeführt. Frauen, die eine Schwangerschaft abbrachen, drohte eine bis zu fünfjährige Zuchthausstrafe. Viele Organisationen und Verbände, darunter auch pro familia, nahmen das 150-jährige Jubiläum zum Anlass, eine Debatte zum §218 StGB anzustoßen.

Bis wann ist die Spättabtreibung?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Wann wurde das erste Mal abgetrieben?

In ihrem Gesetzbuch, das zwischen 1450 und 1250 v. Chr. entwickelt wurde, finden sich die bislang ältesten Anti-Abtreibungsgesetze der Welt. Nach den sogenannten MAL, den Middle Assyrian Laws, drohte Frauen, die eine Abtreibung durchführten, der Tod durch Pfählung.

Werden Abtreibungen strafrechtlich verfolgt?

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes.

Ist ein Schwangerschaftsabbruch bei Behinderung des Kindes legal?

Ein Abbruch der Schwangerschaft ist trotzdem bis zur Geburt legal, sofern die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter in Gefahr ist. In der Praxis heißt es, dass ein Kind mit Behinderung abgetrieben werden darf, sofern es die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter gefährdet.

Warum ist Abtreibung strafbar?

Welche strafrechtlichen Regelungen gibt es zum Schwangerschaftsabbruch? Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zum Schutz des ungeborenen Lebens. Diesem Schutz dienen der § 218 und folgende des Strafgesetzbuches ( StGB ), nach denen der Schwangerschaftsabbruch im Grundsatz für alle Beteiligten eine Straftat darstellt.

Wann ist die späteste Abtreibung?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Ist Abtreibung in Deutschland strafbar?

In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) grundsätzlich rechtswidrig nach § 218 StGB, bleibt aber straffrei, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Konfliktberatung und einer dreitägigen Wartezeit durchgeführt wird, sowie bei medizinischer oder kriminologischer Indikation. Aktuell gibt es politische Bestrebungen und Diskussionen, § 218 StGB zu reformieren und Abtreibungen in den ersten 12 Wochen zu entkriminalisieren, ähnlich anderen europäischen Ländern, was jedoch auf politische Widerstände stößt.
 

Wie lange sind Abtreibungen in Deutschland legal?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zu 12 Wochen nach der Empfängnis (also etwa bis zur 14. Schwangerschaftswoche, gerechnet ab letzter Regel) unter bestimmten Voraussetzungen straffrei, meist nach obligatorischer Beratung und dreitägiger Bedenkzeit; später ist ein Abbruch nur bei medizinischer Indikation (Gesundheitsgefahr) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) erlaubt, wobei die Frist hier länger (bis ca. 22 Wochen) sein kann. Der medikamentöse Abbruch ist meist bis zur 9. Woche möglich, der operative bis zur 12. Woche nach Empfängnis. 

Was war die Indikationslösung von 1976?

Der Bundestag beschloss darauf 1976 eine Indikationslösung. Schwangerschaftsabbrüche waren rechtmäßig, wenn es eine medizinische oder soziale Notlage gab sowie nach einer Vergewaltigung oder wenn ein behindertes Kind erwartet wurde. In der DDR war bereits 1972 eine Fristenlösung eingeführt worden, die bis 1992 galt.

Wer hat das Abtreibungsgesetz erfunden?

Das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft war ein von der Volkskammer, dem Parlament der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), am 9. März 1972 beschlossenes Gesetz zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs.

Bis wann sind Abtreibungen straffrei?

Im Fall der kriminologischen Indikation ist der Schwangerschaftsabbruch straffrei, wenn er innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis stattfindet.

Was passiert bei einer Abtreibung mit dem Baby?

Bei einer Abtreibung wird der Embryo bzw. Fötus durch verschiedene medizinische Verfahren aus der Gebärmutter entfernt, entweder medikamentös (durch Auslösen von Wehen und Abstoßen ähnlich einer Fehlgeburt) oder operativ (meist durch Absaugen oder Ausschaben), wobei die Methode vom Schwangerschaftsstadium abhängt, um den Herzschlag zu stoppen und das Gewebe zu entfernen. Der Vorgang ist medizinisch so gestaltet, dass er in der Regel effektiv ist und Komplikationen selten sind, wobei die genaue Vorgehensweise vom Zeitpunkt der Schwangerschaft und der gewählten Methode variiert.
 

Was passiert, wenn eine Abtreibung verboten wird?

Dazu gehören lange Gefängnisstrafen oder hohe Geldstrafen für Personen, die den Eingriff vornehmen oder dabei helfen. Gesundheitsexpert*innen zufolge führen solche Einschränkungen dazu, dass Frauen und Mädchen verzweifelte Maßnahmen ergreifen, um eine ungeplante Schwangerschaft zu beenden.

Bis wann war Abtreibung verboten?

Mai 1993 – Abtreibung bleibt rechtswidrig. In seinem Urteil vom 28. Mai 1993 entschied das Bundesverfassungsgericht dann, dass das grundsätzliche Verbot eines Schwangerschaftsabbruchs weiterhin bestehen bleiben muss. Das Grundgesetz verpflichte den Staat, menschliches Leben zu schützen.

Wann fängt ein Embryo an zu leben?

Ein Embryo beginnt zu leben, sobald die Eizelle befruchtet wird und eine Zygote entsteht, doch die Einnistung (Nidation) in die Gebärmutter, meist um Tag 5-6 nach der Befruchtung, markiert den Beginn der eigentlichen Schwangerschaft und ermöglicht die Versorgung über den Mutterkuchen (Plazenta), was die Grundlage für die weitere Entwicklung ist. Ab diesem Zeitpunkt kann man von einem sich entwickelnden Embryo sprechen, der ab der 8. Woche als Fötus bezeichnet wird, wenn die Organe angelegt sind.
 

Welche Promis haben abgetrieben?

Wir zeigen dir 25 Stars, die ganz unterschiedliche Erfahrungen bei ihren Schwangerschaftsabbrüchen gemacht haben.

  • Britney Spears. © Denise Truscello / WireImage2 / 28. ...
  • Kerry Washington. © Getty Images / Randy Shropshire / Variety3 / 28. ...
  • Amy Brenneman. ...
  • Nicki Minaj. ...
  • Nicole Appleton. ...
  • Sinead O'Connor. ...
  • Suzanne Somers. ...
  • Chelsea Handler.

Wie nennt man Kinder, die abgetrieben wurden?

Umgangssprachlich wird oft auch der Begriff „Sternenkinder“ oder „Schmetterlingskinder“verwendet. Etwa jede dritte Frau ist in ihrem Leben einmal von einer Fehlgeburt betroffen. Fehlgeburten treten in der Frühschwangerschaft, das heißt bis zur 12. Schwangerschaftswoche am häufigsten auf (sogenannter Frühabort).

Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?

In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht. 

Wie viel kostet eine Spättabtreibung?

Kosten nach der Beratungsregelung

Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.