Bin ich selbst ein Narzisst?
Gefragt von: Frau Meta Niemann B.Sc. | Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2026sternezahl: 4.5/5 (32 sternebewertungen)
Ob Sie ein Narzisst sind, lässt sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten; es geht um narzisstische Züge, die jeder hat, vs. eine klinische narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS), die sich durch übertriebene Grandiosität, Mangel an Empathie und ständiges Bedürfnis nach Bewunderung äußert und von einem instabilen, aber nach außen hin arroganten Selbstwertgefühl getragen wird, das stark von äußerer Bestätigung abhängt. Selbstreflexion über Anzeichen wie Größenwahn, Ausnutzen anderer, Neid und Unfähigkeit, Kritik zu vertragen, kann Hinweise geben, aber nur eine professionelle Diagnose klärt, ob es sich um eine Störung handelt.
Wie erkenne ich, ob ich selber ein Narzisst bin?
Um Narzissmus zu erkennen, achten Sie auf ein tiefes Muster aus Größenwahn, starkem Bewunderungsbedürfnis und Mangel an Einfühlungsvermögen – dazu gehören Fantasien von unbegrenztem Erfolg, Anspruchsdenken, Ausnutzen anderer, Neid, Arroganz und die Unfähigkeit, Kritik zu akzeptieren, oft getarnt hinter einem empfindlichen, instabilen Selbstwertgefühl, das stark von externer Bestätigung abhängt. Eine professionelle Diagnose ist jedoch nur durch Fachleute möglich.
Kann man unbewusst narzisstisch sein?
Warum narzisstische Personen manchmal unvermittelt andere angreifen und warum das etwas mit unbewusstem Narzissmus zu tun hat. Unvermittelt – scheinbar aus dem Off – werden narzisstische Personen manchmal aggressiv, greifen Kolleginnen und Kollegen an oder machen sich lustig.
Kann man Narzissmus verwechseln?
Vor allem, wenn die Störung als verletzlicher Narzissmus auftritt, kann sie mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung verwechselt werden, weil mit beiden Störungen ein labiles Selbstwertgefühl, konflikthafte zwischenmenschliche Bindungen und Verlassenheitsängste verbunden sind.
Warum bin ich ein Narzisst?
Ein Entstehungsmodell der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Die Entwicklung einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung wird oft durch eine Verknüpfung von Leistung und Anerkennung in der Erziehung, fehlende emotionale Wärme in der Familie, materielle Verwöhnung und unzureichende Grenzen begünstigt.
Bin ich ein Narzisst, eine Narzisstin? Selbstreflexion
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Was ist der Auslöser für Narzissmus?
Narzissmus entsteht durch eine komplexe Mischung aus genetischer Veranlagung und prägenden Kindheitserfahrungen, oft geprägt durch emotionale Vernachlässigung, übermäßige Verwöhnung oder widersprüchliche Erziehung (Liebe nur bei Leistung). Diese Erfahrungen führen dazu, dass Kinder kein stabiles Selbstwertgefühl entwickeln, sondern eine „Maske“ aus Perfektionismus und Überheblichkeit aufsetzen, um innere Verletzlichkeit und Scham zu verbergen und Anerkennung zu suchen.
Kann man ein Narzisst sein, wenn man sich selbst dafür hält?
Der entscheidende Unterschied liegt in der echten Selbstreflexion. Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung hinterfragen ihr Verhalten selten und bedenken selten, wie es andere beeinflusst . Wenn Sie sich Sorgen machen, zu egozentrisch zu sein, deutet diese Selbstwahrnehmung an sich auf eine gesunde psychische Verfassung hin.
Welche Sätze sagen Narzissten oft?
Typische Sätze von Narzissten zielen auf Manipulation, Abwertung und Realitätsverzerrung (Gaslighting), oft mit Aussagen wie „Das habe ich nie gesagt, du bildest dir das ein“, „Sei nicht so empfindlich“, „Das ist alles nur zu deinem Besten“, oder um eigene Fehler zu projizieren: „Du bist so eifersüchtig/verrückt“. Sie nutzen auch Sätze, um Verantwortung abzulehnen ("Daran bist du selbst schuld") oder um sich als Opfer darzustellen, während sie andere abwerten.
Was ist ein stiller Narzisst?
Ein verdeckter Narzisst ist jemand, der nach außen hin schüchtern, bescheiden, sensibel oder sogar hilfsbereit wirkt, aber innerlich unter starker Unsicherheit leidet und ein enormes, oft unerfülltes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung hat; er manipuliert subtil, wertet andere ab, oft als "gut gemeinte" Kritik getarnt, und kann sich hervorragend als Opfer inszenieren, während er die Schuld für Misserfolge nie bei sich sieht.
Welche Krankheit ist ähnlich wie Narzissmus?
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und die Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) sind zwei psychische Erkrankungen, die tiefgreifende Auswirkungen auf das Denken, Fühlen und Verhalten der Betroffenen haben können.
Kann man ein bisschen narzisstisch sein?
Jeder Mensch ist ein bisschen narzisstisch. Und bis zu einem gewissen Grad ist ein gesundes Selbstbewusstsein und das Streben nach Selbstwert auch völlig normal.
Wie enden Narzissten?
Narzissten enden oft isoliert und mit leeren Händen, da ihre Unfähigkeit zur Empathie Beziehungen zerstört; sie verlieren Bewunderung, verursachen emotionalen Schaden bei anderen, und ihre Grandiosität bröckelt, wenn sie mit der Realität konfrontiert werden, was zu Krisen führt, die oft mit Schuldumkehr und dem Suchen nach neuen Quellen für "narzisstische Versorgung" enden, anstatt Verantwortung zu übernehmen, außer in Therapie.
Wie zeigen Narzissten ihre Liebe?
Ein Narzisst zeigt seine „Liebe“ oft durch Love Bombing – eine intensive Phase mit übermäßigen Komplimenten, Geschenken und Schwärmereien, die schnell emotionale Abhängigkeit schafft, gefolgt von Abwertung und Kontrolle, um Bewunderung zu sichern und den Partner zu manipulieren. Echte Empathie fehlt, stattdessen steht die eigene Bedürfnisbefriedigung im Vordergrund, was zu einem Wechselspiel aus Charme und plötzlicher Kälte führt.
Woran erkennt man, dass man kein Narzisst ist?
Narzissten fällt es schwer, echte Empathie zu empfinden. Wenn Sie oft ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie die Gefühle anderer verletzen, sich Sorgen darüber machen, wie Ihre Handlungen andere beeinflussen, oder sich wirklich um deren Wohlbefinden sorgen , sind Sie wahrscheinlich kein Narzisst.
Wie verhält sich ein Narzisst im Alltag?
Im Alltag verhält sich ein Narzisst oft durch ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung, mangelnde Empathie und ein hohes Anspruchsdenken, was sich in Grandiosität, Arroganz und der Erwartung besonderer Behandlung äußert, oft versteckt hinter einer charmanten Fassade, aber mit leicht auslösbarer Kränkung und Wut, wenn die Bestätigung ausbleibt oder Kritik kommt, da dies ein verletzliches Selbstwertgefühl kompensiert.
Was ist ein bipolarer Narzisst?
Ein "bipolarer Narzisst" beschreibt eine Person, die sowohl Merkmale einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) als auch einer Bipolaren Störung aufweist – beides sind eigenständige Diagnosen, die sich aber überschneiden können, wobei die Grandiosität bei Narzissten oft durch Kränkung ausgelöst wird, während bei Bipolarität gesteigerte Stimmung und Antrieb Phasen sind, die von manischen bis depressiven Extremen reichen. Die Kombination erschwert die Diagnose, da die übersteigerten Selbstwahrnehmungen in manischen Phasen denen des Narzissmus ähneln, aber die Ursachen und der Umgang damit unterschiedlich sind.
Wie verhält sich ein Narzisst im Streit?
Ein Narzisst streitet oft manipulativ, projiziert Schuld, wird defensiv, aggressiv oder stilisiert sich zum Opfer, weil er Kritik und Verantwortung ablehnt, die eigene Grandiosität schützt und die Kontrolle behalten will; er verdreht die Tatsachen, benutzt Projektion ("Du bist wütend!"), macht abwertende Kommentare und kann mit Wutausbrüchen reagieren, wenn er sich gekränkt fühlt oder seinen Willen nicht bekommt.
Kann ein Narzisst vermissen?
Ja, ein Narzisst kann jemanden vermissen, aber es ist oft nicht die Person selbst, sondern die Ressourcen (Aufmerksamkeit, Bewunderung, Service), die die Person geliefert hat, oder die Macht, die er über sie hatte. Echtes Vermissen im Sinne tiefer emotionaler Verbundenheit, Empathie oder Reue fehlt meist, stattdessen kommt Frustration über den Verlust der „Zufuhr“ oder die Angst, allein zu sein, zum Vorschein.
Welche 4 Typen von Narzissmus gibt es?
Narzissmus wird oft in vier Haupttypen unterteilt, die sich in ihrer Offenheit und Tiefe unterscheiden: der grandiose (offene) Narzisst, der dominant und überheblich wirkt; der vulnerable (verdeckte/fragile) Narzisst, der unsicher ist, aber nach Bewunderung giert; der maligne Narzisst, der zusätzlich zu narzisstischen Zügen antisoziale und aggressive Tendenzen zeigt; und oft wird auch der exhibitionistische Narzisst (nahe dem grandiosen) oder der amoröse Narzisst als eigener Typ genannt, der sich verführerisch gibt. Diese Typen beschreiben unterschiedliche Verhaltensweisen, die alle auf einem fragilen Selbstwertgefühl basieren.
Wie reden Narzissten?
Narzissten sprechen nicht mit jemandem, sondern erzählen in erster Linie von sich selbst. Sie verfallen in Monologe, in denen sie zum Beispiel von der eigenen Großartigkeit oder ihren grandiosen Erlebnissen berichten. Kleinigkeiten werden oft und gern zu etwas ganz Besonderem stilisiert.
Was nervt Narzissten am meisten?
Der Narzisst kann nicht zuhören
Wenn andere Menschen sprechen, steht der Narzisst nicht im Mittelpunkt. Und diese Situation gilt es für eine Person, die von der Aufmerksamkeit und Bestätigung von anderen lebt, zu vermeiden. Deshalb ist der Narzisst unfähig, anderen zuzuhören.
Wie sind Narzissten als Eltern?
Charakteristika narzisstischer Eltern
Sie sind egozentrisch, überschätzen sich, einige bis zur Hybris, und sind vorrangig damit beschäftigt, ihr eigenes Selbstbild zu schützen. Sie sind meist unflexibel und es fehlt ihnen die notwendige Empathie für die Erziehung von Kindern.
Sind Narzissten bewusst, was sie tun?
Nein, oft ist Narzissten nicht bewusst, wie sehr sie andere verletzen, weil ihnen die Empathie fehlt und sie sich selbst als perfekt sehen; manche manipulieren jedoch gezielt, um ihre Ziele zu erreichen, während andere unbewusst nach ihren Mustern handeln, ohne die Konsequenzen zu reflektieren, da ihr Gehirn Schuld immer auf andere schiebt. Es gibt also eine Bandbreite: Von "blinder" Manipulation bis zu bewusster Ausnutzung, aber selten echte Einsicht in die eigene Störung, da sie ihr Ego schützen müssen.
Wann verliert ein Narzisst?
Narzissten lassen los, wenn die „narzisstische Versorgung“ (Aufmerksamkeit, Bewunderung) versiegt, sie sich gekränkt oder unbedeutend fühlen und andere Quellen suchen oder die Beziehung als zu anstrengend empfinden; oft ist es aber auch eine Taktik, um den Partner zu disziplinieren und die Kontrolle zu behalten, da sie glauben, der andere warte auf ihre Rückkehr, bis sie ihre eigene Fassade nicht mehr aufrechtzuerhalten können.
Was tun, wenn man selbst Narzisst ist?
Wenn Sie Hilfe suchen, weil Sie sich als Narzisst erkennen, ist der erste Schritt die Selbsterkenntnis, die Sie bereits getan haben; nun geht es darum, mit professioneller psychotherapeutischer Unterstützung (z.B. Kognitive Verhaltenstherapie) an den tieferliegenden Mustern zu arbeiten, Empathie zu fördern, das verletzte innere Kind zu heilen und achtsamer mit sich und anderen umzugehen, um schädliches Verhalten zu korrigieren und das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Auch Selbsthilfe-Gruppen und Achtsamkeitsübungen können unterstützend wirken, wobei die Therapie der Schlüssel ist, um Leidensdruck zu mindern.
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